Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: 

Der April war wieder einmal überaus hektisch in der Nursery. Schon der 1. Tag des Monats sorgte für große Aufregung…was nach traditionellem Glauben eigentlich ein gutes Omen ist, sollte sich als das genaue Gegenteil herausstellen: eine riesige Python lag zusammengerollt im Gebüsch neben dem Schlammbad der Waisen! Noch am gleichen morgen starb die 8 Monate alte Kerio, die erst kurz vorher im Kerio Valley gerettet war. Schon bei ihrer Ankunft war sie mehr tot als lebendig.

Am 9. April, Ostermontag, kam ein etwa 3 Monate altes Elefantenweibchen bei uns an. Man hatte sie aus einer Viehtränke in der Nähe des Karisia Waldes in der Nähe der Stadt Maralal geborgen und dementsprechend Maralal genannt. Auch dieses Kälbchen hat es nicht geschafft. Ihre ersten Zähne brachen gerade durch, für Elefantenbabys immer ein großer Stressfaktor: ihr Verdauungstrakt spielte verrückt, und hinzu kam noch der seelische Stress, der sie nicht mehr schlafen ließ. Wir ließen nichts unversucht (inklusive homöopathischer Beruhigungsmittel), aber sie verlor immer weiter an Gewicht und starb zwei Wochen später, am 24. April. Der Schock über ihr plötzliches Ableben saß tief bei den anderen Waisen, die sie schon sehr ins Herz geschlossen hatten. Besonders die kleine Kithaka war untröstlich und stand für mehrere Tage völlig neben sich.

maralal

Am 14. April folgte schon der nächste Schock – dieses Mal traf es ein kleines Breitmaulnashorn, das im Meru Nationalpark geborgen worden war. Sein Hinterlauf war völlig zertrümmert und ein Loch in der Brust deutete auf eine Wunde einer automatischen Schusswaffe hin. Diese hat wahrscheinlich auch seine Mutter getötet und das Hinterbein verletzt – auch wenn der Tierarzt des Kenya Wildlife Service (KWS) behauptet, das Baby sei von Hyänen angegriffen worden. Das winzige Kälbchen war erst 2 Wochen alt, als es weit nach Einbruch der Dunkelheit an einem Samstagabend in der Nursery eintraf. Wir konnten vorerst nichts weiter tun, als das Bein zu schienen und zwei kompetente Veterinär-Chirurgen einzubestellen, um das Bein am nächsten Morgen zu operieren. Leider starb das kleine Nashorn noch auf dem Weg zum Operationstisch. Die Wunden waren schon älter und infiziert, so dass von einer Blutvergiftung als Todesursache ausgegangen werden muss. Die Brustwunde stammt aller Wahrscheinlichkeit von einer Kugel.

Noch am gleichen Tag erhielten wir einen weiteren Notruf, dieses Mal aus Wamba in Laikipia, wo eine Elefantenmutter von Wilderern angeschossen worden war und sich nicht mehr bewegen konnte. Sie blutete profus aus dem Maul und ihre Vorderbeine waren völlig zertrümmert. Dorfbewohner hatten sie gefunden und an ihrer Seite ein kleines Kälbchen. Sie alarmierten den KWS, und der herbeigeschickte Tierarzt konnte der Mutter nicht mehr helfen und schläferte sie noch an Ort und Stelle ein. Das Baby wurde vom Wamba Flugfeld in die Nairobi Nursery geflogen, wo es spät nachts eintraf. Es handelte sich um einen kleinen Bullen, im Alter von etwa 2-3 Monaten, den wir Barsilinga nannten. Obwohl er in guter körperlicher Verfassung war (er hatte schließlich bis vor kurzem noch gesäugt), war er extrem traumatisiert und unruhig. Er schrie die ganze Nacht und versetzte damit auch die anderen Waisen, besonders Naipoki, in helle Aufregung. Glücklicherweise nahm er die Ersatzmilch an und konnte schon am nächsten Morgen zum Rest der Gruppe gelassen werden, wo er – wie üblich – von allen freudig empfangen wurde.

Kihari behind Barsilinga IMG_6469 (2)

Aber der Monat war noch nicht zu Ende, und am späten Nachmittag des 20. April retteten unsere Keeper in Voi, im Nationalpark Tsavo-East, ein weiteres Elefantenbaby. Er wurde über Nacht in Voi behalten und am nächsten Morgen nach Nairobi geflogen. Wir nannten ihn Balguda, einen Ort in Tsavo in der Nähe seines Fundortes. Da der Stall, den er sich mit Turkwel teilen sollte, noch hergerichtet werden musste, brachte man ihn gleich zu den anderen Waisen, die ihn überschwänglich begrüßten – besonders die älteren Kühe Mutara, Shukuru, Tano, Makireti und Turkwel. Ishanga dagegen kämpfte sofort um die ‚Vorherrschaft‘ über das Baby und wandte einen ganz ausgeklügelten Trick an: sie begann zu rennen, dicht gefolgt von Balguda und einem anderen, noch relativ neuen, Baby – Kanjaro. Der hatte seit seiner Ankunft immer wieder Fluchtversuche unternommen! Alle waren völlig überrascht, inklusive der Keeper, die bis zur Abenddämmerung nach den dreien suchten. Die drei Schwänzer wurden schließlich ca. 2 Kilometer entfernt beim Grasen am Banda-Eingang gefunden! Es war für alle ein anstrengender Tag – nicht zuletzt für den kleinen Balguda, der an diesem Tag schon eine Rettungsaktion und den Flug von Voi nach Nairobi hinter sich hatte!

Balguda IMG_6493 (2)

Mit Kanjaro hatten die Keeper den ganzen Monat über Probleme. Er hat sich immer noch nicht so recht eingelebt und von der Trennung seiner Familie erholt. Außerdem hatte er ja die Hälfte seines Schwanzes an Hyänen verloren und musste sich regelmäßig vor Ishanga verstecken, die ihm in den Schwanz beißen wollte! Kanjaro ist wie alle traumatisierten Waisen ziemlich widerspenstig und drängelig – besonders während der Fütterungszeiten. Und er hat mehrfach versucht, vom Schlammbad zürück in den Wald zu rennen, wo die älteren Nursery-Waisen darauf warten, zur Suhle gebracht zu werden und ihre Milch zu bekommen. Einmal hat er die älteren nicht gefunden und verirrte sich tief in den Busch. Wieder einmal mussten die Keeper eine Suchaktion einleiten, während der sie auf vier Löwen trafen, die im Busch zwei alten Büffeln auflauerten! Es war Kanjoros Glück, dass er ihnen nicht über den Weg gelaufen war. Alle waren überrascht, dass der kleine Balguda zu anfangs Kanjoro zu seinem Lieblingselefanten auserkor, aber das änderte sich, als er den ruhigen und liebenswerten Orwa näher kennenlernte, der in der Nursery nur „Wunderknabe“ genannt wird. Sonje hat ihren Seelenschmerz noch immer nicht überwunden, und drängelt und boxt unentwegt während der Fütterungszeit – sogar Orwa, der eigentlich ihr bester Freund ist.

Orwa IMG_6451

Orwa ist wirklich ein ganz besonderer Elefant – überdurchschnittlich liebevoll und mitfühlend. Er nimmt sich aller Neuankömmlinge tröstend an, die ganz besonders viel Zuwendung brauchen. Besonders für Murera, die inzwischen zweieinhalb Jahre alt ist, und wie er aus dem Meru Nationalpark stammt, war er ein wunderbarer Freund. Sie war in eine von Wilderern ausgelegte Giftfalle getreten und ihr Hinterbein war völlig gelähmt. Das Bein ist immer noch bis zum Kniegelenk geschwollen und zeigt keine nennenswerte Verbesserung. Die Tierärzte meinen, es sei nicht gebrochen. Und ein hilfsbereiter Osteopath kommt zwei Mal pro Woche umsonst in die Nursery, um das Bein zu behandeln. Auch homöopathische Mittel (gespendet von unserer Heilpraktikerin Lesley Suter aus England) und eine große Portion liebevolle Zuwendung konnten noch nicht viel ausrichten. Im Moment können leider wir nicht sehr viel mehr für sie tun.

Kasigau ist der einzige ältere Bulle in der Nursery und vermisst einen gleichaltrigen Trainingspartner für die Lieblingsbeschäftigung aller kleinen Elefantenbullen. Er hatte Kanjoro im Visier, der natürlich viel zu klein und noch viel zu schwach für solcherlei Aktivitäten ist. Er hat sein Glück auch bei den älteren Kühen versucht, die davon gar nichts halten und sich eher gegen ihn verbünden! Er wird bald einen Spielgefährten finden, denn sobald in Tsavo wieder Regen fällt, wird er dahin umziehen! Die besonders verspielten Nursery-Mädchen sind Naipoki (die Balguda abgöttisch liebt), Sities, Kihari (schüchtern und sehr lieb) und Ishaq-B, ein ganz besonders „lieber“ kleiner Elefant. Sie gehorcht den Keepern ohne Widerworte und macht nicht einmal einen Mucks, wenn die Schlafplätze wieder einmal getauscht werden müssen.

kasigau

Sie wurde in Turkwels vorherigem Quartier untergebracht, um Balguda Gesellschaft zu leisten. Turkwel und ihr „Schatten“ Kainuk teilen sich nun den großen Stall, und Kainuk war außer sich vor Freude. Die beiden stehen sich schon immer sehr nahe, beide stammen aus dem südlichen Turkana und es ist wahrscheinlich, dass sie sich noch aus ihrer Zeit in der Wildnis kennen, denn die dortige Elefantenpopulation ist nahezu ausradiert. Wenn Turkwel in eine der beiden Auswilderungsstationen umzieht, ist es unvermeidbar, dass Kainuk mit „verlegt“ wird, denn die beiden zu trennen, würde sie noch einmal traumatisieren. Die nächsten Kanditaten für einen Umzug sind Mutara, Shukuru, Tano, Makireti, Kilabasi und wahrscheinlich Turkwel, Kainuk und Kasigau. Vielleicht lassen wir auch eine der älteren Kühe (wahrscheinlich Shukuru) noch als Leitkuh in der Nursery, wo sie von Sities und Naipoki unterstützt werden kann. Die beiden zeigen bereits jetzt viele mütterliche Charakterzüge: Naipoki bemuttert unentwegt Balguda (zumindest wenn die älteren Kühe nicht dabei sind) und Sities ahmt sie kräftig nach.

naipoki

Klein Kithaka, der eine besonders schlimme Zahnung hinter sich hat, bereitet uns immer noch Sorgen – er will einfach nicht wachsen, wie er sollte. Am Monatsende schien er wieder Bauchschmerzen zu haben, hielt sich abseits von den anderen und rollte sich auf dem Boden wie ein Koliker. Glücklicherweise trank er später seine Milch und es schien ihm wieder besser zu gehen. Er besteht auf seiner Lieblingsdecke, die in seinem Stall hängt und an der er seinen Rüssel anlehnt, wenn er säuft. Keine andere Decke könnte diese eine ersetzen! Er inspiziert die Schubkarre mit den Milchflaschen und rennt züruck in den Stall, wo er vor seiner Lieblingsdecke auf die Flasche wartet!

shukuru kitaka

Am Ende des Monats war die Zahl der Nursery-Waisen auf 20 angestiegen – also fast wieder ein volles Haus, so dass mehr Ställe gebaut werden müssen. Wir müssen auf einen erneuten Ansturm von Elefantenwaisen eingestellt sein, denn die von der riesigen Nachfrage nach Elfenbein im Fernen Osten forcierte Wilderei und der Zustrom von Chinesen nach Afrika, die als Zwischenhändler des ‚weißen Goldes‘ und Nashorn-Horn fungieren.

 

Monatsbericht für die Voi-Gruppe:

Der Monat fing gut an, als Ex-Waise Emily, Edie und die dazugehörige Herde mitsamt Babys auftauchten. Sie brachten einen wilden Artgenossen mit und holten sich eine Handvoll Kraftfutter ab. Der lang ersehnte Niederschlag in Tsavo hielt sich in Grenzen und es scheint, als läge eine weitere lange Trockenzeit mit all ihren Konsequenzen vor uns.

Eve lft Sally & Mweya

Viel ist in diesem Monat in Voi passiert, nicht zuletzt wegen des freudigen Ereignisses, als Ex-Waise Mpenzi am 19. April plötzlich auftauchte! Sie war sehr lange nicht mehr gesehen worden, und zeigte uns jetzt stolz ihr in der Wildnis geborenes Elefantenmädchen. Mpenzis ältere Tochter – Asante – war ein fleißiges kleines Kindermächen und die Keeper freuten sich überschwänglich über den Familienzuwachs, denn schließlich hatte sie ihr Erstgeborenes vor einigen Jahren in der Nähe der Voi Safari Lodge an hungrige Löwen verloren. Sie und Asante wurden mit einer großzügigen Handvoll Kraftfutter verwöhnt.

Weniger gute Nachrichten gab es am 13. April, als Ex-Waise Ndara (inzwischen 13 Jahre alt) in Emilys Herde gesichtet wurde, die auf dem Weg zu den Stallungen war. Ndara war von drei Pfeilen getroffen, von denen sich einer tief in eines der Gelenke ihres Vorderfußes gebohrt hatte. Dr. Poghon, der Tierärzt der Mobilen Tierärztlichen Einheit im Trust, wurde herbeigerufen, um sie zu sedieren, die Pfeile zu entfernen und die Wunden zu behandeln. Nur zehn Tage später (am 23.4.) kam Ndara zurück, heftig humpelnd, mit einem stark angeschwollenen Vorderfuß. Der Tierarzt riet vorerst dazu, sie – wenn möglich – zu beobachten, doch schon am nächsten Tag konnten die Keeper sie nicht mehr finden. Auch in den darauf folgenden Tagen gab es keine Spur von ihr. Am 28. kehrte sie endlich zurück und humpelte noch heftiger als zuvor. Sie war kaum noch in der Lage zu laufen. Nach einem Telefonat mit Angela in Nairobi wurden die Keeper dazu angehalten, sie in der Nähe der Stallungen zu behalten. Ndara wurde Grün- und Kraftfutter gegeben, und die Keeper überwachten ihren Zustand die ganze Nacht. Am nächsten Tag (am Sonntag, den 29.) wurde ein Tierarzt nach Voi geflogen, da der andere inzwischen im Urlaub war. Der erfahrene internationale Tierarzt, der gerade erst mit einem Kollegen vom KWS den Trust in Nairobi besucht hatte, wurde nach Voi gebracht, wo er Ndara erst immobilisierte, um sie anschließend ausgiebig zu untersuchen und das, was sich als ernsthafte Gelenksentzündung herausstellte, zu behandeln. Das Gelenk wurde gründlich gespült, mit Antibiotika getränkt und grüner Tonerde versorgt, und Ndara bekam zusätzlich noch entzündungshemmende Medikamente und ein Langzeitantibiotikum injiziert. Sie wurde in ihren einstigen Stall gebracht (wo Ex-Waise Solango sein gebrochenes Bein auskuriert hat), so dass man sie in den nächsten Wochen unter Beobachtung behalten konnte. Die Verletzung war so kompliziert, weil der Pfeil eine Gelenkkapsel durchdrungen hatte. Glücklicherweise heilte Ndaras Fuss in den nächsten Tagen sichtbar, so dass wir wieder voller Hoffnung auf eine vollständige Genesung sind. In der Zwischenzeit genießt sie die Zuwendung, gutes Fressen und die Gesellschaft der Waisen, die sich jeden Morgen von ihr verabschieden, bevor sie sich in den Busch aufmachen und sie bei ihrer Rückkehr stets fröhlich begrüßen.

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Am 20.April halfen die Voi-Keeper dabei, ein verwaistes Elefantenbaby aus den Kanderi-Sümpfen zu bergen. Er wurde über Nacht in den Voi-Stallungen behalten, wo er von den anderen Waisen stürmisch begrüßt wurde. In den Kühen wurde sofort der Mutterinstinkt geweckt und alle versuchten ihr Bestes, um ihn zu trösten. Am nächsten Morgen wollten gar nicht von ihm ablassen, und Ndii wollte nicht einmal mit in den Busch zum Grasen gehen. Umso trauriger war sie, als das Baby für den Transport zum Flugfeld verladen wurde, von wo aus es in die Nairobi-Nursery geflogen wurde. Wir nannten den kleinen Bullen „Balguda“.

Balguda

Am 25.April, tauchte Ex-Waise Tsavo auf, ein Mitglied von Emilys inzwischen wilder Herde. Er freute sich über eine Portion Kraftfutter.

Komischerweise haben die Waisen in diesem Monat mehrfach ihre Milchflaschen warten lassen, um noch ein bisschen länger an den Hängen des Mazinga Hills zu grasen. Am 16.April kamen sie erst um 21 Uhr und am 18.April um 19.30 Uhr zurück – lange nach Einbruch der Dunkelheit in Kenia! Beim zweiten Mal hatten Shimba Layoni bei sich behalten – die Bullen werden offenbar selbständig!

Layoni left behind en moving 2 join others (2)

Zwischen Emsaya und Tassia ist ein Wettkampf um die Aufmerksamkeit von Wasessa entfacht. Taveta ist und bleibt ein Lausebengel, der sich einen Spass daraus macht, die anderen mittels Rüssel mit Wasser zu bespritzen, wenn sie sich nicht in die Suhle trauen. Lesanju und Wasessa sind äußerst gute Leitkühe der Waisengruppe: am 4. April schob Lesanju einen umgestürzten Baum beiseite, der auf dem Trampelpfad der Elefanten lag. Und Wasessa half Layoni aus dem Schlammbad, als diese feststeckte. Lempaute nutzte ihre Chance, als Mzima Blätter aus den höheren Baumwipfeln abzupfte, und machte sich über alles Heruntergefallene her. Sie alle machten sich einen Spaß daraus, ein paar Wasserböcke zu verjagen, die am 15.April an der Suhle tranken, und wurden am 27. aber gleichermaßen kollektiv von einem Waran erschrocken. Alles in allem war es ein überaus aufregender Monat in Voi!

Lesanju lifting a fallen branch frm the road

Monatsbericht für die Ithumba-Gruppe:

Ein leichter Regenschauer am 17. April war der erste dieses Jahres in Ithumba. Daher waren die Ex-Waisen in der ersten Monatshälfte fast täglich zum Saufen an der Stalltränke – manchmal alle zusammen, und manchmal nur in Grüppchen, angeführt von den jeweiligen Leitkühen. Sunyei kam am 2. April um 8 Uhr morgens mit einer kleinen Gruppe und am selben Nachmittag tauchten Mulika und Yatta mit ihren Babys Mwende und Yetu auf. Schon am nächsten Tag waren sie alle gemeinsam zum Saufen gekommen – mit von der Partie waren sogar die wilden Bullen Mgeni, Kimenthena und Kijana. Am 4. April kamen sie sogar alle zwei Mal, denn es war unerträglich heiß.

Am Vormittag des 5., stillten vier Wildhunde ihren Durst, blieben aber nicht lang und verpassten eine wilde Elefantenherde, die kurze Zeit später auftauchte. Sie hatten zwei kleine Kälbchen im Alter von Mwende und Yetu dabei. Leider blieben sie nicht lange und schienen ein wenig nervös. Am darauffolgenden Tag trafen die Ithumba-Waisen auf die Ex-Waisen, die in Kanziku fraßen. Sie alle begrüßten sich kurz, bevor die Großen in Richtung Stalltränke weiter marschierten. Makena gab Melia einen langen, liebevollen Kuss, indem sie ihren Rüssel in Melias Maul steckte. Am 7. April kam lediglich Napasha vorbei, aber schon am nächten Tag und am 11. April waren sie alle wieder beim Schlammbad – sehr zur Freude der Kleinen.

Wendi brachte am 17. Challa, Buchuma und zwei wilde Bullen mit zum mittäglichen Schlammbad – just dem Tag an dem es zum ersten Mal regnete. Challa wälzte sich mit den Waisen im Dreck, nur Wendi schien abgelenkt und umkreiste die Suhle, als würde sie etwas suchen – vielleicht den Geruch der anderen? Vielleicht hat sich Wendi auch nur im Datum geirrt, denn am nächsten Tag kamen alle Ex-Waisen zur Suhle, allerdings wälzte sich nur Kilaguni ausgiebig im Schlamm. Die anderen rollten sich lieber durch den trockenen, heißen Staub. Am Freitag, den 19.April gab es den ersten richtigen Regenguß – ca. 60 mm – und Ithumba wird damit bald wieder grün sein! Am 21. regnete es noch einmal, so dass die Ithumba-Elefanten allesamt wie wandelnde Ameisenhaufen aussahen!

challa soil bathing (1)

Am 26. April trödelte Chemi Chemi beim morgendlichen Aufbruch aus dem Stallgelände. Als sie sich dann doch entschloss, aufzuholen, bog sie irgendwo versehentlich falsch ab, war verunsichert und brüllte lauthals um Hilfe. Die Antwort kam sofort in Form eines tiefen, beruhigenden Kollerns von Melia, Olare und Murka – und fünf Minuten später waren alle wieder glücklich vereint!

Die Ex-Waisen wurden dann für sechs Tage nicht mehr gesehen, bis Mulika, ihr Baby und Kora, zusammen mit Mgeni, Taita, Wendi, Nasalot, Lualeni, Loijuk und Ithumbah (die sich erst kürzlich selbst in die Gruppe der Großen “befördert” hat) ins Stallgelände zum Saufen und verschwanden anschließend im Busch. Eine halbe Stunde kam Yatta mit einer kleinen Gruppe, und schließlich traf der Rest der Herde, geführt von Galana, ein und tat es den beiden anderen Gruppen gleich. Am nächsten Tag kamen die Ex-Waisen Napasha, Loijuk, Challa, Chyulu, Kamboyo, Zurura und ein wilder Bulle zum Saufen ins Stallgelände, während sich Mulika, Yatta, die Babys, Wendi und Galana zu den Waisen am Schlammbad gesellten. Kandecha überzeugte Meibai zum Kräftmessen (Meibai war klar im Vorteil). Anschließend versuchte Meibai Kandecha zu besteigen, woraufhin Orok energisch eingriff – schließlich war das Kräfteverhaltnis ein bisschen unfair!

naisula & kilaguni

Es tut gut, zu sehen, dass Kora wieder topfit und zurück in der Herde bei seiner besten Freundin Lualeni ist. Ithumba hat sich, wie gesagt, selbst befördert, während Ololoo nach seinem Ausflug mit den großen Bullen vorerst doch lieber noch bei den Waisen (und den regelmäßigen Mahlzeiten) bleibt. Kilaguni und Kandecha sind tägliche Trainingsparter, und am 9. April setzten sich alle Jungs der Herde – Sabachi, Kilaguni, Kandecha und Kibo – zum Fressen ab. Offenbar brauchten sie eine kleine Auszeit von den Mädels!

Als die Zeit für das Schlammbad gekommen war, riefen die Keeper nach Kilaguni und die Bullen kehrten pflichtbewusst zurück zum Rest der Gruppe. Und somit endet der April in Ithumba…


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