Prominente gegen Trophäenjagd

35 Prominente appellieren an Bundesumweltministerin Lemke:
Stoppen Sie die Trophäenimporte!

München, 25. Mai 2023 – In einem emotionalen Brief appellieren 35 Prominente an Bundesumweltministerin Steffi Lemke, umgehend die Einfuhr von Jagdtrophäen bedrohter und geschützter Tierarten nach Deutschland zu unterbinden. Zwischen 2016 und 2022 verzeichnete das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 4.242 Importvorgänge von Jagdtrophäen geschützter Arten. Allein 2022 wurden 463 Einfuhren registriert, darunter 24 Elefanten, 16 Leoparden, 139 Zebras, 35 Giraffen, neun Löwen und drei Breitmaulnashörner.

„Wir sind schockiert, dass Trophäenjäger*innen Eisbären, Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden und Tiere vieler weiterer bedrohter und geschützter Arten, um deren Überleben Ranger und Artenschutzorganisationen Tag für Tag kämpfen, noch immer abschießen und ihre Trophäen als blutiges Souvenir nach Deutschland einführen dürfen“, heißt es von Seiten der Unterzeichner*innen aus Gesellschaft und Wissenschaft, zu denen u.a. Maria Furtwängler, Ruth Moschner, Guido Maria Kretschmer, Katja Riemann, Atze Schröder, Sky du Mont, Ranga Yogeshwar und Jane Goodall zählen.

Deutliche Mehrheit der Bevölkerung lehnt Einfuhr von Jagdtrophäen ab

Deutschland ist nach den USA trauriger Spitzenreiter bezüglich eingeführter Jagdtrophäen geschützter Tierarten. Dies sei unbegreiflich für ein Deutschland, das gern eine Vorreiterrolle im Tier- und Artenschutz für sich beansprucht, so die Prominenten. Dieser Meinung sind auch 89 % der Bundesbürger*innen, die sich in einer aktuellen Umfrage gegen die Einfuhr von Jagdtrophäen nach Deutschland ausgesprochen haben.

„Es herrscht eine große vehemente Ablehnung in der Bevölkerung bezüglich dieser grausamen Praxis, die maßgeblich zum Rückgang bedrohter Arten wie Elefant, Leopard und Löwe beiträgt und sowohl ein immenses Tier- als auch Artenschutzproblem darstellt, und absolutes Unverständnis gegenüber der Untätigkeit der Politik. Dabei ist konsequentes Handeln überfällig!“, betont Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife.

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA, ergänzt: Trophäenjagd ist nichts weiter als ein abscheulicher Zeitvertreib reicher, abgestumpfter Menschen, die mehr Geld als Moral besitzen. Bundesministerin Steffi Lemke hat sich zu Oppositionszeiten nachdrücklich gegen die Trophäenjagd ausgesprochen. Wir erwarten nun von ihr, dass sie ihren Worten auch Taten folgen lässt und die Importe stoppt.

Deutschland bleibt untätig, während andere Länder handeln

Andere europäische Länder haben schon Konsequenzen gezogen oder planen, dies zu tun. In Frankreich ist die Einfuhr von Löwentrophäen untersagt, in den Niederlanden gilt sogar ein Importverbot für Jagdtrophäen von über 200 Arten, in Finnland tritt ein Importverbot für besonders geschützte Arten dieses Jahr noch in Kraft, und auch im Vereinigten Königreich wird ein Gesetz mit umfassenden Einfuhrbeschränkungen auf den Weg gebracht. Selbst das Europäische Parlament forderte 2022 bereits ein Importverbot von Jagdtrophäen geschützter Arten. Nur in Deutschland bleibt man bisher untätig.

 Weitere Stimmen von Prominenten zur Trophäenjagd

„Ich habe auch ausgestopfte Tiere im Labor und in der Bibliothek. Sie sind auf natürliche Art verstorben oder ich habe sie nach Verletzungen durch Menschen, die Spaß am Töten haben, nach dem Tod der Tiere eingesammelt. Wozu jemand mit Absicht Tiere zu Schau-Zwecken tötet, verstehe ich nicht. Wir leben im größten Artensterben, seit es Menschen auf der Erde gibt, deswegen — und auch überhaupt — ist die Freude an dem, was lebt, die schönste und erfüllendste Freude. Dazu genügt ein Fernglas.“ – Mark Benecke, Kriminalbiologe, Autor und Politiker

„Stellen wir uns vor, eine Welt, in der die Natur nur noch in klimatisierten Museen vorkommt und Tiere ausschließlich geköpft an Wohnzimmerwänden vorzufinden sind. Anscheinend kann man das Töten von Tieren nicht verbieten, sondern nur die Einfuhr von Jagdtrophäen. Das versuchen wir hiermit, damit man aufhört, die Schönheit und Zukunft umzubringen.“ – Katja Riemann, Schauspielerin, Sängerin und Autorin

Jeden Tag setzen Ranger ihr Leben aufs Spiel, um bedrohte Tiere zu schützen. Und wir lassen zu, dass ein paar wenige Privilegierte gegen Geld diese Tiere für ihr blutiges Privatvergnügen abschießen. Das ist untragbar.“ – Sky du Mont, Schauspieler, Synchronsprecher und Autor

„Wie nur konnten wir diese kranke Trophäenjagd, dieses Schein-Image des großen weißen Jägers, so lange Zeit zulassen? Und wie schnell könnten wir dies beenden!“ – Dr. Jane Goodall, Verhaltensforscherin und UN-Friedensbotschafterin

„Abgesehen davon, dass das gesamte Jagdgeschehen schädlicher anachronistischer Unsinn ist, besteht der Kick für den Trophäenjäger darin, möglichst seltene, außergewöhnliche Tiere zu töten und mit nach Hause zu bringen. Dadurch werden sämtliche Artenschutzabkommen torpediert! Der einzige Weg, solche Rechtsbrüche einzudämmen, ist ein konsequentes Trophäeneinfuhrverbot!“  – Marita Marschall, Schauspielerin

„Mord an Wildtieren ist kein Hobby! Die Trophäenjagd muss endlich abgeschafft und strafbar gemacht werden.“ – Ruth Moschner, Moderatorin und Autorin

 „Exotische Jagdtrophäen sind ein Anachronismus und Ausdruck einer völlig überholten Kultur. Angesichts des massiven Artensterbens sollten wir einen eindeutigen Schlussstrich ziehen.  Es ist an der Zeit Frieden zu schließen mit der Natur.“ – Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Autor

 

Diese Pressemitteilung wird unterstützt von:

Pro Wildlife e. V.

PETA Deutschland e. V.

Animals United e. V.

Bund gegen den Missbrauch der Tiere e. V.

Bundesverband Tierschutz e. V.

Bündnis Bayrischer Tierrechtsorganisationen

Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V.

Deutscher Tierschutzbund e. V.

ElasmOcean e. V.

Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e. V.

Humane Society International/Europe

Jane Goodall Institut – Deutschland e. V.

Menschen für Tierrechte–Bundesverband deutscher Tierversuchsgegner e. V.

Rettet den Regenwald e. V.

Rettet die Elefanten Afrikas e. V.

SAVE Wildlife Conservation Fund

Stiftung für das Tier im Recht

Verband Deutscher Sporttaucher e. V.

Vogelschutz-Komitee e. V.

Wildtierschutz Deutschland e. V.

 

Pressekontakt:
Dr. Mona Schweizer, Pro Wildlife, Tel. +49 89 9042 990 13
[email protected]

Valeria Goller, PETA, Tel. +49 711 860591-521
[email protected]

Der Globale Marsch für bedrohte Tierarten in Nairobi

Der Global March for Elephants and Rhinos, der dieses Jahr in über 80 Städten auf fünf Kontinenten abgehalten wird hat das Ziel den Handel mit Elfenbein anzuprangern und alle Nationen aufzufordern, diesen für immer abzuschaffen.

Auch in Nairobi fand am 13.April ein beeindruckender Marsch statt. Über 4.000 Menschen marschierten hinter den Politikern aus dem Ministerium für Wildtiere & Tourismus vom Nationalmuseum zum Hauptquartier des Kenia Wildlife Service. „Der Globale Marsch für bedrohte Tierarten in Nairobi“ weiterlesen

Offener Brief an die Premierministerin von Großbritanien

Folgenden Brief von „Actions for Elephants UK“ unterzeichnete REAeV zusammen mit vielen NGO-´s weltweit:

 

Sehr geehrte Premierministerin,

 

wir sind hocherfreut über das Vorhaben ihrer Regierung, eine Gesetzesvorlage zum vollständigen Verbot des Elfenbeinhandels im Vereinigten Königreich zu erarbeiten. Mit diesem Brief wollen wir diesen Meilenstein honorieren und unseren Dank zum Ausdruck bringen, dass Sie und ihre Regierung beschlossen haben, den Elfenbeinhandel zu bekämpfen und entscheidende Schritte in diese Richtung zu unternehmen.

 

Der folgende offene Brief wurde von etwa 200 Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, Umweltschützern, Parlamentsmitgliedern und weiteren Personen unterzeichnet und demonstriert, wie wichtig den Menschen ein Verbot des Elfenbeinhandels ist. Obwohl die Unterzeichnenden die Ankündigung des Umweltministeriums begrüßen, ist allen klar, dass die Verhandlungen über den Gesetzentwurf noch bevorstehen und die Vertreter des Antiquitätenhandels alles daransetzen werden, das Vorhaben soweit wie möglich zu verwässern und weitreichende Ausnahmen durchzusetzen. Wir hoffen, dass die Regierung sich in ihrer Entschlossenheit nicht beirren lassen wird und das Verbot tatsächlich den Verkauf von Elfenbeinprodukten jeglichen Alters betreffen wird, wie vom Umweltministerium angekündigt wurde.

 

Es gibt bereits weltweite Bemühungen, den globalen Elfenbeinhandel, der für den katastrophalen Rückgang der Elefantenpopulationen verantwortlich ist, zu beenden. Sobald das geplante Verbot in der angekündigten Tragweite umgesetzt ist, wird es die internationale Führungsrolle Großbritanniens bei diesem Unterfangen untermauern, und Großbritannien wird im Jahr 2018 als würdiger Gastgeber der Konferenz zum illegalen Wildtierhandel auftreten können.

 

Wir sind voller Hoffnung und Erwartung, dass Ihre Regierung so bald wie möglich erfolgreich ein umfassendes Verbot des Elfenbeinhandels im Vereinigten Königreich umsetzen wird.

 

Der offene Brief:

 

Sehr geehrte Premierministerin,

 

am heutigen Tage kommen zum vierten Mal Menschen in über 100 Städten der Welt zum Global March for Elephants and Rhinos zusammen, um sich gemeinsam für den Schutz von Elefanten und Nashörnern, majestätische und zugleich vom Aussterben bedrohte Tierarten, einzusetzen und dafür, dass überall auf der Welt der Handel mit ihren Stoßzähnen bzw. Hörnern ausnahmslos verboten wird. Wenn dieser Handel nicht weltweit gestoppt wird, werden diese Tiere weiterhin massenhaft gewildert werden, bis sie schließlich aus ihrem natürlichen Lebensraum, der Wildnis, verschwunden sein werden.

 

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