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Liebe Unterstützer, Freiwillige und Freunde,

 

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und wir möchten Ihnen noch einmal Danke sagen für all die Unterstützung im vergangenen Jahr.

 

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Die Wildlife Action Group Malawi wünscht allen eine Frohe Weihnacht sowie ein gesundes und glückliches Jahr 2018!

 

News vom Amboseli-Trust-for-Elephants – die Monate August und September 2017:

 

Im August und September setzte sich die Trockenzeit, welche wie üblich im Juni begonnen hatte, weiter fort. Der Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten gehört zum normalen Jahresablauf in Amboseli. Dieses Jahr allerdings waren die Bedingungen äußerst schwierig. Die sogenannte „große“ Regenzeit im April und Mai hatte nur relativ wenig Regen gebracht, was sich auf das Pflanzenwachstum sehr negativ auswirkte. Während der Regenzeit gab es noch genug Nahrung für die Elefanten und anderen Pflanzenfresser. Doch sobald im Juni die Trockenheit begann machten sich die geringen Niederschläge schnell bemerkbar: Es dauerte nicht lange und das Land war komplett ausgetrocknet! Die Trockenzeit wurde zu einer echten Dürre! Dies war umso schlimmer, als Amboseli nur ein Jahr zuvor von einer ähnlichen Katastrophe betroffen war – und dieses Jahr sollten die Ausmaße noch dramatischer werden.

 

Wasser ist in Amboseli allerdings grundsätzlich immer vorhanden. Es gibt hier mehrere Sümpfe, die durch unterirdische Wasserläufe mit Schmelzwasser vom Kilimanjaro gespeist werden. Daher finden die Tiere hier selbst während der schlimmsten Dürren immer genug zu Trinken.

Das Problem ist die Nahrung. Wenn die Regenzeit spärlich ausfällt trocknet das Land schnell aus und es gibt kein nennenswertes Pflanzenwachstum mehr. Die einzige Ausnahme bilden wieder die Sümpfe, in denen spezielle Gräser und andere Pflanzen wachsen. Allerdings stellt diese Sumpfvegetation keine besonders gute Alternative dar. Einerseits ist sie nicht besonders nahrhaft und andererseits für viele Tiere nur schwer erreichbar. Elefanten und Flusspferde bewegen sich relativ problemlos in den Sümpfen, doch andere Arten wie Zebras, Antilopen oder Giraffen können das nicht. Ihre relativ kleinen Hufe sinken tief ein wenn sie sich durch den sumpfigen Untergrund kämpfen und sie verbrauchen dabei mehr Energie, als sie durch das Fressen der Sumpfvegetation zu sich nehmen. Diese ist für die meisten Tiere ohnehin nur schwer verdaulich – vor allem für spezialisierte Blattfresser oder solche, die Savannengräser bevorzugen.

Die Elefanten kommen mit der Nahrung, welche die Sümpfe bieten, besser zurecht. Aber besonders nahrhaft ist diese Vegetation selbst für sie nicht. Je länger eine Trockenzeit dauert desto deutlicher macht sich die mangelhafte Ernährung auch bei ihnen bemerkbar. Die Tiere verlieren viel Gewicht; Rippen, Hüft- und Wangenknochen werden deutlich sichtbar.

 

Hinzu kommt, dass mit dem Fortdauern der Trockenzeit immer mehr Elefanten gezwungen sind in die Sümpfe zu ziehen. Dadurch entsteht sogar unter den grundsätzlich so friedfertigen Dickhäutern eine gewisse Konkurrenz. Ranghöhere Familien nehmen die besten Weidegründe in Anspruch und zwingen Familien mit niedrigerem Rang sich mit Randzonen zufrieden zu geben. Diese sind deshalb besonders von der Erfahrung und Umsicht ihrer Leitkühe abhängig.

Als dieses Jahr die Gruppen der EB-Familie, die länger außerhalb des Parks unterwegs gewesen waren, zu ihren alten Weidegründen in den Sümpfen zurückkehrten, waren diese von einer anderen Familie besetzt, welche ihr eigenes Territorium erweitert hatte. Einige EB-Kühe mit niedrigerem Rang wurden sogar vertrieben – obwohl Elefanten sonst durchaus in der Lage sind Reviere zu teilen. Die Matriarchinnen der EB’s duldeten allerdings dieses Verhalten nicht und stellten schnell klar, dass sie wieder Anspruch auf ihre traditionellen Weidegründe erhoben.

 

Elefanten wandern durch die ausgetrockneten Ebenen in Amboseli.

 

Die Bullen kommen mit diesen Trockenperioden übrigens etwas besser zurecht. Sie müssen auf keine Kälber Rücksicht nehmen und können notfalls sogar auch einen Tag ohne Wasser aushalten. Dadurch sind sie in der Lage schneller, größere Distanzen zurückzulegen und sogar relativ weit entfernte Gebiete, in denen es noch Nahrung gibt, zu erreichen. Kühe mit noch milchabhängigen Kälbern können nicht so schnell und weit wandern und benötigen jeden Tag ausreichend Wasser um genug Milch für ihren Nachwuchs zu produzieren. Dadurch sind sie besonders stark an die Sümpfe und deren nähere Umgebung gebunden.

 

Leider kommt es während der Dürreperioden häufig zu einer Zunahme von Mensch-Wildtier-Konflikten. Je spärlicher das natürliche Nahrungsangebot wird desto eher sind Elefanten und andere Tiere bereit in von Menschen angelegten Feldern nach Futter zu suchen. Die Bauern, die ihre Lebensgrundlage in Gefahr sehen, versuchen die Tiere zu vertreiben und dabei kann es zu schweren Konflikten mit Verletzten und Toten auf beiden Seiten kommen.

 

Der Amboseli Trust for Elephants sowie auch die Big Life Foundation unternehmen im Amboseli-Ökosystem (also auch außerhalb des Nationalparks) große Anstrengungen um dieses Problem mit Hilfe vielfältiger Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Die Entwicklung alternativer Einkommensquellen durch Tourismusprojekte, das Schaffen von Jobs als Ranger, Scouts oder Angestellte der Touristen-Lodges, das Anlagen zusätzlicher Wasserstellen (für Vieh und/oder Wildtiere), das Errichten von Zäunen um Wanderkorridore für Wildtiere offen zu halten und gleichzeitig Felder zu schützen, Notfall-Teams, welche Elefanten aus Feldern vertreiben sowie Entschädigungszahlungen für eventuell doch entstandene Schäden gehören zu den wichtigsten Maßnahmen. Unverzichtbar ist allerdings stets die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Dadurch war es im Amboseli-Gebiet sogar möglich das sonst für Afrika typische ständige Anwachsen der menschlichen Bevölkerung durch Aufklärungskampagnen deutlich zu verringern. Und es bestehen gute Chancen hier die Bevölkerungszahl in einer Generation zumindest zu stabilisieren. All dies wirkt sich in Amboseli durchaus positiv auf die Bekämpfung der Mensch-Wildtier-Konflikte aus, welche auf ein erfreulich niedriges Niveau reduziert werden konnten.

 

Allerdings bedeutet dies leider nicht, dass es überhaupt keine Konflikte mehr gäbe. Während der Dürre in diesem Jahr kam es zu mehreren Zwischenfällen mit Toten auf beiden Seiten.

Im letzten ATE-Bericht erwähnten wir Emily Kate, eine junge Kuh aus der EB-Familie, die wegen einer Speerwunde tierärztliche Behandlung erhielt. Da sich die Wunde als nicht tief erwies waren die Prognosen gut – aber leider ist sie trotzdem kurze Zeit später spurlos verschwunden. Man muss daher davon ausgehen, dass sie es trotz allem nicht geschafft hat. Möglicherweise litt sie an einer Krankheit und ist deshalb trotz der tierärztlichen Unterstützung ihrer Verletzung erlegen. Aber wie auch immer: Ihr Tod ist auf jeden Fall absolut tragisch. Der einzige Trost besteht darin, dass ihr Sohn Ewok im Schutz der EB-Familie blieb und einen guten physischen Eindruck machte.

 

August und September waren also – wie befürchtet – keine guten Monate in Amboseli. Zum Ende dieses Zeitraums hatte die Dürre ein furchtbares Ausmaß angenommen. Es blieb nur zu hoffen, dass sich die Situation im Oktober endlich wieder zum Besseren wenden würde. Spätestens Ende Oktober war mit dem Beginn der nächsten Regenzeit zu rechnen. Bis dahin würden die Erfahrungen der Matriarchinnen hoffentlich ausreichen um das Überleben ihrer Familien zu sichern.

 

Botswana, Kenia, Tansania, Südafrika. Jeder kennt diese Länder, aus wunderschönen Tierfilmen oder war selbst schon einmal vor Ort und hatte die Möglichkeit, Elefanten, Büffel, Antilopen und andere Tiere in ihrem natürlichen Umfeld vom Rücksitz eines Geländefahrzeugs aus zu beobachten. Ein einmaliges Erlebnis, nicht wahr? Für die Wildlife Action Group (WAG) ist es tägliche Arbeit – allerdings nicht in einem der berühmten Safari-Länder, sondern in Malawi, einem der vielen anderen Länder im Afrika südlich der Sahara. Die Tier- und Pflanzenwelt ist hier oftmals einem noch größeren Druck ausgesetzt, weil diese Länder durch den weniger ausgebauten Tourismus nicht das verdiente Maß an Aufmerksamkeit erhalten. Der Naturschutz ist allerdings auch hier eine der wenigen Möglichkeiten, die Armut zu bekämpfen [1], in die Fußstapfen der Safari-Länder zu treten und Einnahmen aus dem Tourismus zu schöpfen. Viele große und kleine Initiativen in Malawi setzen sich genau hier ein,  die WAG ist eine davon.

 

Leider ist es sehr schwierig, finanzielle Unterstützung für Personalkosten zu erhalten. Dies liegt zum einen daran, dass viele Menschen noch nie von Malawi gehört haben und potentielle Unterstützer ihr Geld daher lieber in die berühmten Safariländer geben (siehe oben). Zum Anderen haben wir des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass Geldgeber nicht für Personalkosten aufkommen wollen. Finanzierungshilfen sind meistens sachorientiert, z.B. ein Fahrzeug, Projekte in den umliegenden Dorfgemeinden, Beschilderungen, GPS-Geräte und andere Ausrüstung. All diese Dinge sind natürlich auch enorm wichtig für uns, jedoch helfen sie nicht, wenn das Geld für die Bezahlung derjenigen fehlt, die die eigentliche Arbeit ausführen. Und noch viel wichtiger: deren Hauptaufgabe es sein soll, das Waldreservat und deren Tier- und Pflanzenwelt zu beschützen, was hauptsächlich durch Patrouillen geschieht, z.B. um Wilderer dingfest zu machen oder Schlingfallen einzusammeln!

 

Im August 2005 begann die WAG das Sponsor-a-Scout-Programm, in der Hoffnung, dass sich die ein oder andere Einzelperson, Firma oder andere Organisation finden würde und das Gehalt eines Wildhüters finanzieren würde. Wir haben die Unterstützung tatsächlich erhalten – am Ende des Jahres 2005 wurde das damals 6-köpfige Team ausschließlich durch dieses Programm bezahlt. Aber es war auch ein wichtiger Schritt, um weitere Unterstützer zu gewinnen. So erhielt die WAG im Jahr 2006 Unterstützung vom US Fish & Wildlife Service zur Einstellung weiterer 6 Wildhüter! Was für einen positiven Unterschied das für unsere tägliche Arbeit machte! Und Anfang 2009 patrouillierten schon 16 Wildhüter im Auftrag der WAG. Ende 2017 arbeiteten 33 Wildhüter für die WAG, von denen 11 durch das Programm bezahlt wurden.

 

Auch Sie können uns helfen!

 

Wir möchten Privatpersonen , Firmen, Gruppen wie Schulklassen oder Vereine finden, die sich für diese Art der Unterstützung begeistern können und für ein Jahr (natürlich gerne länger) mit 1.100 Euro einen Wildhüter finanzieren!

 

Ein Wildhüter der WAG erhält ein Gehalt von umgerechnet ca. 60 Euro pro Monat, je nach Dienstgrad und -zugehörigkeit. Das ist überdurchschnittlich für Malawi, wo das mittlere Monatseinkommen ca. 23 Euro beträgt, Festanstellungen sind ohnehin die Ausnahme. Mit Ihrem direkten Beitrag zum Naturschutz geben Sie also auch einem Malawier die Möglichkeit auf ein Einkommen, welches  ihm langfristige Planung inklusive Alters- und Gesundheitsvorsorge ermöglicht. Außerdem ermöglicht es ihm, eine Familie zu ernähren und seine Kinder zur Schule und zum Arzt zu schicken. Zu den 720 Euro Ausgaben für das Gehalt (von denen der Wildhüter Steuern zahlt!), wird der Rest der Summe für seine Ausrüstung (Uniform, Stiefel, Schlaf- und Rucksack usw.), Härtezulagen und Notfälle (z.B. Dienstunfall) verwendet.

 

Als Unterstützer können Sie auf Wunsch mit dem Wildhüter Kontakt halten (z.B. durch Emails oder Briefe), erhalten den ca. vierteljährlich erscheinenden WAG-Newsletter und haben freien Eintritt ins Thuma Waldreservat, falls sie einmal bei uns vorbeischauen. Dann zeigt Ihnen der von Ihnen finanzierte Wildhüter natürlich gerne auf ausgedehnten Wanderungen seinen Arbeitsplatz vor!

 

Bei Fragen wenden Sie sich gern direkt an uns über kristina.roesel@reaev.org

 

[1] Das Bruttoeinkommen pro Kopf in Malawi betrug im Jahr 2016 nur etwa 320 US-Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland lag es im gleichen Zeitraum bei 43.660 US-Dollar pro Kopf. Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/malawi/profil.html

 

Ingrid Rösel wünschte sich zum 50. Geburtstag Geld von ihren Gästen, um einem Wildhüter in Malawi das Jahresgehalt zu finanzieren.

 

Der Jugendclub Bernsdorf veranstaltete zwei Jahre in Folge eine Party, von deren Erlös das Jahresgehalt eines WAG-Wildhüters in Malawi finanziert wurde.

 

 

 

   Die WAG-Scouts Ende 2006. Photo: WAG/ Albert Schenk

 

32 der 33 WAG-Scouts im November 2017. Photo: WAG/ Lynn Clifford

11. Dezember 2017: Eine weitere erfolgreiche Verhaftung in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei. Der Verdächtige ist allen gut bekannt und führt eine lange Liste an Verstößen gegen das Naturschutzgesetz. Diese beinhalten illegalen Waffenbesitz, illegalen Besitz von Munition, Korruption, Verleih von Waffen zur Jagd auf Elefanten und andere Tiere. Er wird außerdem direkt in Zusammenhang mit zwei anderen Fällen aus diesem Jahr gebracht. Wir waren ihm seit März 2017 auf den Fersen und sind daher umso erfreuter, daß er jetzt endlich gefaßt ist. Großer Dank an alle, die bis zur Verhaftung mitgeholfen haben. Niemals aufgeben – mehr Schweiß, weniger Wilderei!  Photo © Wildlife Action Group Malawi

 

13. Dezember 2017: „Acht Jahre Strafarbeit für den Handel mit falschem Elfenbein“ lautet das Urteil von Magistrat Kantiki aus Salima für einen Mann, der falsches Elfenbei verkauft hat. Das harte Strafmaß soll abschreckend wirken und den Wilderern zeigen, daß es der Regierung ernst mit dem Schutz bedrohter Tierarten ist. Der Staatsanwalt in Salima zeigte sich sehr erfreut über das Urteil und hofft, daß es sich schnell herumspricht. Wir danken allen, die bei der Aufklärung des Falles geholfen haben! Photo © Wildlife Action Group Malawi

 

 

 

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