Ein Filmteam beobachtete in der Maasai Mara ein winziges Elefantenkalb, und nach einigen Stunden wurde ihnen klar, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Der kleine Bulle sah sehr schwach aus und wirkte so, als ob er nicht zur Herde gehören würde. Obwohl die Herde, hinter der er her lief, durchaus Interesse an ihm zeigte und sich eine der Kühe ganz besonders um ihn zu kümmern schien, gab es keine milchgebenden Kühe bei ihnen. Bald ließen sie das Baby zurück und zogen weiter, um woanders zu grasen. Daraufhin verständigte das Filmteam die Verantwortlichen des Schutzgebiets, und Warren Samuels rief Angela Sheldrick an und schickte Fotos des Babys, da er vermutete, dass es sich um einen Waisen handelte, der gerettet werden musste.

 


Die Maasai Mara war zu dieser Zeit extrem trocken, und das Baby war ausgehungert und sehr dehydriert. Nachdem die wilde Herde weiterziehen musste, um an anderer Stelle Futter und Wasser zu finden, legte es sich schließlich in den Schatten eines Baumes und blieb dort liegen – allein und schutzlos, und seine Lebensgeister verließen ihn zusehends. Der diensthabende Wildhüter fuhr zu der Stelle, um sich zu vergewissern, dass es ein Waise war und er gerettet werden musste, und als er dort ankam, reagierte das Kalb kaum noch und es war nur noch ein schwacher Herzschlag zu spüren. In Windeseile wurde eine Rettungsaktion gestartet, und ein Team des DSWT flog zum nächstgelegenen Flugfeld, wohin das Kalb mit dem Landcruiser des Wildhüters gebracht wurde. Es wurde schnell klar, dass der Kampf um sein Leben schwierig werden würde. Bis heute ist unklar, warum es verwaiste; als es zum ersten Mal gesehen worden und der Herde hinterher gelaufen war, waren sein ganzer Körper, inklusive Augen und Mund, mit getrocknetem Schlamm überdeckt. Möglicherweise war er im Matsch steckengeblieben und hatte es schließlich geschafft, sich selbst zu befreien – oder war vielleicht von der Herde herausmanövriert worden, der er danach folgte; in jedem Fall musste er zuvor offenbar bereits einige Zeit ohne seine Mutter zurechtkommen, denn er war in sehr kritischem Gesundheitszustand.

Das Rettungsteam wartet nach der Landung auf das KalbDas Kalb wird von der Ladefläche des Landcruisers geladen
Die Keeper helfen dem Kalb auf die BeineDas winzige Kalb mit den Keepern und seinen Rettern
Das Baby wird auf die Plane gelegtDas Baby wird auf den Flug vorbereitet
Vorbereitungen für den FlugBereit für den Flug nach Nairobi
Die Keeper schauen noch einmal nach dem Kalb, bevor es losgehtDie bürokratischen Angelegenheiten werden erledigt
Das Baby wurde an eine Infusion gelegt und nach Nairobi geflogen. Als sein lebloser Körper in ein Gehege mit frischem Heu gebracht wurde, dachten viele der Helfer vermutlich, dass er keine Chance aufs Überleben haben würde – zu hoffnungslos schien sein Zustand zu sein. Aber im Laufe der Jahre konnten wir beim DSWT viele Wunder erleben, und wenn wir eines gelernt haben, dann ist es, die Hoffnung nie aufzugeben!

Der Flug nach Nairobi kann starten
Das Kalb wird zum Fahrzeug gebrachtDas Kalb wird am Wilson-Flughafen ausgeladen
Das Waisenbaby auf dem Pickup des DSWTAuf dem Weg zum Waisenhaus
Im StallErste Hilfe für das leblose Waisenbaby
Dank der Flüssigkeit, die er intravenös bekam, begann er sich schließlich zu regen, und nach ein paar Stunden konnte er aufstehen und bekam etwas verdünnte Milch. Er trank langsam, aber brach bald wieder zusammen. So ging es einige Tage; sein Rüssel lag reglos da und Flüssigkeit rann heraus, wie auch aus seinem Mund. Doch im Laufe der Zeit konnte er wieder länger auf eigenen Beinen stehen, in seinen Rüssel kehrte das Leben zurück, und er konnte ihn wieder selbstständig bewegen und sich bald sogar einstauben.

Wunderbarer MusiaraMusiara und Chumvi
Musiara und ein weiteres Baby mit ihrem KeeperMusiara nuckelt an den Fingern seines Keepers
Wir schätzen, dass er bei seiner Rettung erst ein paar Wochen alt gewesen ist, da ein erster kleiner Zahn angefangen hatte herauszukommen. Das Zahnen ist bei Baby-Elefanten immer eine sehr kritische Zeit, und so schwach wie er ankam, war es eine entsprechende Herausforderung.

Musiara staubbadetMusiara bekommt Milch
Musiara
Doch in der ständigen Gesellschaft seines liebevollen Keepers und nach vielen Tagen vorsichtigem und geduldigem Aufpäppeln, Staubbaden und Milchfüttern kam der kleine Bulle langsam wieder zu Kräften. Es gab immer einmal wieder Rückschläge mit Magenproblemen, aber insgesamt ging es doch langsam aber sicher aufwärts. Er bekam den Namen Musiara, nach den Musiara-Sümpfen in der Maasai Mara, ganz in der Nähe der Stelle, an der er gerettet wurde. Alle Beteiligten sind glücklich und stolz, diesen armen kleinen Jungen den Klauen des Todes entrissen und durchgebracht zu haben. Er ist ein wunderbarer und lustiger kleiner Bengel und hat einen großen Lebenswillen – was in dem, was er durchmachen musste, zwischen Leben und Tod entscheiden kann!

 

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Musiara bekommt MilchMusiara ist zum Spielen aufgelegt
Zusammen mit den anderen WaisenMusiara mit Godoma
Musiara spielt
(übersetzt aus dem englischen Original)

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