Am 15. April war Balguda zusammen mit seinem Freund Ziwa in unsere neueste Auswilderungsstation in Umani Springs im Kibwezi-Wald umgezogen. Diese Einrichtung war speziell für die anfälligeren Waisen geplant, jene, die Verletzungen haben, die sie behindern und solche, die aus anderen Gründen nicht robust genug für die harschen Bedingungen im Tsavo-Nationalpark und die langen Trockenzeiten dort sind. Umani Springs im Kibwezi-Wald hat angenehmere Bedingungen: viele Bäume, das ganze Jahr über jede Menge Wasser und frisches Futter.

Balguda umrahmt von Ziwa und Murera auf der einen und Sonje auf der anderen SeiteNach der Milchfütterung
Balguda säuft WasserBalguda neben Murera und den anderen Waisen

Balguda hatte im Laufe der Jahre häufig gesundheitliche Probleme. Darum hatten wir das Gefühl, dass er ein Kandidat für Umani Springs ist. In den ersten drei Monaten ging es ihm dort prächtig, doch im Juli begann er, weniger zu fressen und immer weniger Milch zu trinken. Er verlor seine Kräfte und konnte nicht mehr mit dem Rest der Gruppe mithalten. Unterdessen genoss er aber weiter die Liebe, den Trost und die Fürsorge seiner Adoptivmamas Murera und Sonje, die ihn als ihr Lieblingsbaby auserkoren hatten. Sie überschütteten ihn mit ihrer Aufmerksamkeit, und so schien er in der Zeit in Umani Springs sehr zufrieden zu sein. Wegen seiner sich verschlechternden Gesundheit trafen wir aber schließlich die Entscheidung, ihn nach Nairobi zurückzubringen, wo wir besser auf ihn achten und dank der Blutdiagnoseausrüstung besser untersuchen können. Unter Auswilderungsbedingungen im Wald ist das viel schwieriger. Und natürlich wollten wir damit nicht solange warten, bis sein Zustand so schlecht war, dass wir ihn nicht mehr hätten transportieren können.

Balguda und Murera fressen LuzernenheuBalguda mit Murera und Sonje
Balguda in Umani
Am 18. Juli kurz vor Sonnenaufgang wurde er in den Umzugs-LKW geladen, den er nun schon kennt, und die dreieinhalb Stunden zurück nach Nairobi gefahren. Die Reise verlief gut, er hatte seinen Lieblingskeeper dabei und war unterwegs sehr ruhig. Es war erstaunlich, wie gut er sich an das Waisenhaus erinnerte: er wusste sofort, welches sein altes Gehege war, wie der Tagesablauf ist und erkannte alle Bewohner, zweibeinige wie vierbeinige, wieder. Er machte einen sehr zufriedenen Eindruck zurück bei seinen Freunden und führte bald die Gruppe an.

Balguda kommt wieder in Nairobi anZur Ankunft gibt es Milch
Auf zu den StallungenAuf dem Weg hinaus in den Busch
Balguda in seinem Gehege in NairobiBalguda ist wieder in Nairobi
Mit den anderen Waisenhaus-Waisen draußen
Es ist nicht offensichtlich, woran Balguda leidet, doch wir sind uns recht sicher, dass es ein Blutparasit ist. Er wird entsprechend behandelt und Anfang August zeigte er schon die ersten Anzeichen von Besserung.

 

(übersetzt aus dem englischen Original)

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