Kwale wurde als 10 Monate altes Kalb aus einem tiefen Brunnen in der Nähe von Kwale an der Küste gerettet und wir schätzten, dass er im September 2011 geboren wurde. Sein Zustand war lange Zeit besorgniserregend, denn er schien ein chronisches Leiden zu haben, das sich gegen jede Medikation und alles was uns sonst einfiel, um ihm zu helfen, wehrte. Seit Kwale bei uns vor über einem Jahr ankam, blühte er nie so richtig auf.

 

Kwale wird auf den Flug vorbereitetWährend des Flugs
Kwale begrüßt einen KeeperKwale greift nach der Flasche

Die Beschaffenheit der Haut eines Elefanten ist ein verlässliches frühes Zeichen von schlechter Gesundheit und so war es auch bei Kwale, dessen Hautstruktur sich immer weiter verschlechterte. Seine Haut schien schuppig und dünn, statt dick und geschmeidig. Außerdem hatte er gelegentlich weichen Stuhl, Anfälle von Magenschmerzen und immer eine leicht erhöhte Leukozytenzahl. Dies alles ließ die Alarmglocken läuten und wir gaben ihm Antibiotika, Vitamin-B12-Injektionen und eine andere Milchformel. Es gab Momente im letzten Monat, an denen wir hofften, er hätte die Kurve gekriegt und wäre auf dem Weg der Besserung; wenn er zu seiner Milch rannte, sie hinunterschlang und sich sogar den anderen Waisen beim Schlammbad anschloss, was sehr unüblich für ihn ist. Doch die Beschaffenheit seiner Haut änderte sich nicht und das war eine unangenehme Erinnerung daran, dass die körperliche Beschaffenheit dieses geliebten Waisen nicht so war, wie sie sein sollten.

Kwale kaut auf einem Zweig herum
Kwale beim Schlammbad
Am 26. Oktober wollte er keine Milch annehmen, hatte Magenprobleme und auch nur sehr wenig Grünfutter gefressen – zu wenig zum Leben. Er bekam erneut Antibiotika und wurde an eine lebenserhaltende Infusion gelegt, doch von da an verschlechterte sich sein Zustand sehr schnell soweit, dass er nicht mehr stehen konnte. Zu diesem Zeitpunkt, am 27. Oktober, wussten wir, dass wir den Kampf um sein Leben verloren hatten und dass die Infusion, an der er war, nur das Leiden verlängerte und das unvermeidbare Ende hinaus zögerte. Er legte sich friedlich zum sterben nieder und das Ende kam am 28. Oktober, inmitten seiner trauernden und weinenden menschlichen Familie, die ihn von ganzem Herzen liebte und alles getan hatte, was in ihrer Macht stand um ihm zu helfen – doch alles umsonst.

Kwale, Balguda & Barsilinga
Als Kwale seinen letzten Atemzug tat, kam der Tierarzt, um eine Autopsie durchzuführen und Gewebeproben zu nehmen, damit wir möglicherweise aus seinem Tod etwas lernen können, was uns hilft, in Zukunft andere Waisen mit ähnlichen Symptomen zu behandeln. So könnte sein Tod wenigstens noch zur Rettung anderer Waisen beitragen. Doch die Autopsie zeigt zweifelsfrei, dass Kwale nicht an einer mysteriösen Krankheit starb, sondern an den Folgen einer früheren Verletzung an seinem Dickdarm, die zu schweren inneren Blutungen und Gewebeschaden geführt hatte. Diese Verletzung hatte er vermutlich schon bei seinem Sturz in den Brunnen und der schwierigen Rettung aus diesem erlitten. Seine Darmscheidewand war von abgestorbenem Gewebe bedeckt, das die Aufnahme von Nährstoffen verhinderte und das war es auch, was zu Kwales langem und andauernden Leiden führte. Es tröstet uns ein wenig, dass es nichts gab, was wir hätten tun können um sein wertvolles Leben zu retten.
Er war ein sanftmütiger und liebevoller kleiner Elefant, der den harten Schlag am Anfang seines Lebens stoisch ertrug. Er wird schmerzlich von uns allen, sowohl Zweibeinern als auch Vierbeinern, vermisst werden.

Kwale spieltKwale spielt
Kwale kommt zur Besuchsstunde
Der süße Kwale

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