Spät am 4. Januar erhielten wir einen Anruf von Brian Heath, dem Chef des Mara-Schutzgebiets, der uns über einen einsamen Babyelefanten informierte, der schon seit ein paar Tagen in den Weiten der Mara beobachtet wurde. Viele Elefanten wanderten durch diese Gegend, doch der kleine Bulle, offenbar ein Waise, konnte sich keiner der Herden anschließen. Die ganze Zeit über trank er keine Milch und hielt sich weit weg von den anderen Herden auf, manchmal mehrere Kilometer. Wir gaben dem Kalb noch einen Tag, um zu sehen, ob sich etwas ändert und seine Mutter zurückkehrt. Eine junge Kuh, die zu jung war, um seine Mutter zu sein, war sehr aufgeregt und besorgt um das kleine Baby. Sie war hin- und hergerissen, was sie tun sollte: bei ihrer Herde zu bleiben oder dem kleinen Baby Schutz zu bieten. Sie könnte die Schwester des Kleinen gewesen sein.

 

 

Das Rettungsteam des DSWT wurde schließlich am 5. Januar gerufen und informiert, dass der kleine Bulle schwächer wird, da er lange nichts gefressen hatte. Wenn er weiterhin von den wilden Elefanten unbeachtet blieb, würde er den Raubtieren zum Opfer fallen. Es war nun offensichtlich, dass er ein Waise war. Das DSWT-Team flog zum Kichwa-Tembo-Flugfeld, traf dort auf die Wildhüter des Mara-Schutzgebiets und fuhr zusammen mit Brian Heath zu dem Ort, an dem das junge Kalb noch immer auf den Ebenen umherwanderte. Auf dem Weg dahin kamen sie an vielen Hyänen und einem Löwenrudel vorbei, was uns erneut bewusst machte, dass er nur mit viel Glück die vorige Nacht überlebt hatte.

Das Rettungsflugzeug und der PilotDas Flugfeld
ElefantenherdeDas Waisenkalb
Die Rettung wird abgestimmt
Als sie näher kamen, konnten sie die junge Kuh sehen, die sich so sehr um ihn gesorgt hatte, doch selbst sie war schon recht weit von ihm entfernt. Als das Team aus dem Fahrzeug sprang, um das Baby einzufangen, stellte sich das andere Fahrzeug so auf, dass die Männer geschützt waren, falls die Kuh doch noch entscheiden sollte, sie anzugreifen. Das junge Baby wehrte sich kaum und war in wenigen Minuten gefangen. Er war inzwischen sehr schwach. Er wurde auf die Matratze gelegt, festgebunden und auf die Ladefläche des Fahrzeugs gebracht. Sofort machten sie sich auf den Weg zum Flugfeld, wo das Flugzeug auf ihn wartete. Dort versuchten die Keeper, ihm etwas Flüssigkeit zu geben, dann wurde er in das FLugzeug geladen und nach Nairobi geflogen, was knapp eine Stunde dauerte.

Das Kalb wird gerettetDas eingefangene Kalb
Das Kalb wird festgebundenIm Pickup nach der Rettung
Auf dem Weg zum FlugzeugDas Kalb wird ins Flugzeug geladen
Das Kalb im FlugzeugDas Kalb wird an eine Infusion gelegt
Das Kalb wird festgebundenWährend des Flugs
Das Kalb wird am Wilson Airport ausgeladenAuf dem Weg zum Waisenhaus
Er kam am späten Abend im Waisenhaus aus. Er ist ein furchtbar süßer, 15 Monate alter Junge, der sich sehr schnell eingewöhnt hat. Er ist froh, nun wieder Milch zu bekommen und in Gesellschaft von anderen Elefanten zu sein. Er freundete sich sofort mit seiner Milchflasche an. Mit seinen hellen, bernsteinfarbenen Augen ist er leicht zu erkennen. Es dauerte nur wenige Tage, bevor er mit den Anderen hinaus in den Busch konnte. Wir haben ihn Boromoko genannt, nach dem Gebiet, in dem er gerettet wurde.

Ankunft im WaisenhausDas Kalb im Gehege
Das Kalb wird losgebundenDas Kalb ist wieder auf den Beinen
Die Keeper gehen aus dem WegDas Kalb im Gehege
Das Kalb heißt BoromokoBoromoko in seinem Gehege
Boromoko liebt es, mit den besuchenden Pateneltern zu spielen, wenn er abends zu seinem Gehege zurückkehrt und wir müssen ihn mit der Milchflasche in seinen Stall locken, damit er hineingeht. Er liebt Menschen und hält sich gern bei den Keepern und den Besuchern auf. Das ist seine ganz spezielle Eigenart, die ihn natürlich bei allen sehr beliebt macht. Das Schicksal seiner verlorenen Mutter konnte nicht festgestellt werden, doch es gab in den letzten Monaten Wilderei in der Mara. Boromoko jedenfalls ist sichtlich froh, dass er gerettet wurde und zeigt seinen Dank täglich.

(übersetzt aus dem englischen Original)

 

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Boromoko_web

 

 

Boromoko mit den Anderen im BuschBoromoko hängt an den Keepern
Boromoko draußen im BuschBoromoko nuckelt an den Fingern der Keeper
Süßer Boromoko

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