Der 21. März war ein besonders schwieriger Tag für uns. Zuerst wurden wir benachrichtigt, dass zwei verwaiste Elefantenbabys an verschiedenen Enden des Landes gerettet werden mussten. Eines war in einen Brunnen im Namunyak-Schutzgebiet in Nordkenia gefallen, und das andere war vermutlich ein Opfer von Wilderei im Tsavo East Nationalpark geworden, nicht weit von dem großen Felsplateau namens „Sobo“ nahe der Ostgrenze des Parks. Als ob das noch nicht genug wäre, erhielten wir kurz darauf die bestürzende Nachricht, dass einer unserer Keeper der Voi-Auswilderungsstation ganz plötzlich zusammengebrochen und gestorben war, während er mit den Elefantenwaisen draußen im Busch war. Es zeigt das immense Pflichtgefühl und die Professionalität unseres Teams, dass sie es trotzdem schafften, sehr effektiv und effizient die Rettung des jungen Kalbs zu organisieren, obwohl sie gerade erst auf so unerwartete und schockierende Weise einen Kollegen verloren hatten.

 

 


Der Waise von Tsavo war allein gesichtet worden, und es waren keine weiteren Elefanten in der Nähe. Die KWS-Wildhüter, die ihn gesehen hatten, informierten die Voi-Einheit über das Kalb, das noch viel zu jung war, um alleine unterwegs zu sein. Die Keeper machten sich sofort auf den Weg, doch als sie an der besagten Stelle ankamen, war das Kalb nirgends zu sehen. Sie folgten seinen Spuren und konnten ihn schließlich aufspüren; sie fanden ihn unter einem Baum im Schatten stehen, wo er sich vor der brennenden Sonne zu schützen versuchte. Er machte einen sehr einsamen und hilflosen Eindruck, und da er noch unter einem Jahr alt war, sah er bereits sehr dünn aus, was vermuten ließ, dass er seine Mutter offenbar schon vor einiger Zeit verloren hatte. Eine Woche zuvor war aus der Luft die Leiche einer milchgebenden Kuh ganz in der Nähe entdeckt worden, und wir nehmen an, dass es sich dabei um die tote Mutter des Kalbs handelte.

Galla wird gerettet, nachdem er allein im Busch gefunden wurdeDas Rettungsteam bereitet sich vor
Der Waise wurde von dem Team eingefangen, sicher auf dem Fahrzeug des DSWT verstaut und die etwa 60km zu den Voi-Stallungen gefahren. Dort angekommen, bekam er etwas, um seinen Flüssigkeitshaushalt aufzupäppeln und wurde in ein schattiges Gehege gebracht, während das Team auf das Rettungsflugzeug aus Nairobi wartete. Er wurde für den Flug betäubt und danach in das Flugzeug geladen, wo er es auf der Transportmatratze bequem hatte, bis sie nach einer Stunde und 15 Minuten in Nairobi ankamen.

Galla im RettungsfahrzeugGalla wird auf den Flug vorbereitet
Galla im Flugzeug nach Nairobi
Er kam am späten Nachmittag im Waisenhaus an und war bald wieder auf den Beinen, um sich nach Kräften zu wehren. Obwohl er sehr dünn war, nahm er die Milchflasche gleich an und fraß auch von dem für ihn bereitgelegten Grünfutter.

Galla wird in das Fahrzeug zum Waisenhaus geladenGalla kommt im Waisenhaus an
Galla ist schnell wieder auf den BeinenGalla lebt sich in seinem Gehege ein
Glücklicherweise hatte er keine äußeren Verletzungen, und obwohl er etwas dünn ist, stehen seine Überlebenschancen gut. Wir haben ihn Galla genannt, nach einem Stamm von Hirten, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts durch Tsavo wanderten und deren Steingräber noch immer überall im Tsavo East Nationalpark zu finden sind.

Galla gewöhnt sich einGalla von frischgeschnittenem Grün umgeben
Als er ankam, war er recht kräftig und aggressiv und musste daher eine Weile in seinem Gehege bleiben, um sich einzugewöhnen und langsam seine neue menschliche Familie kennenzulernen. In den letzten Tagen hat er sich beruhigt und ist nun mit den anderen Waisen bei ihren täglichen Ausflügen draußen im Busch. Wir sind zuversichtlich, dass dieses Baby zu einem schönen und gesunden jungen Bullen heranwachsen wird, der dann seinen Weg zurück in die Wildnis antreten kann.

galla_web

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Galla mit Godoma (rechts) im WaldGalla mit den anderen Waisen im Busch
Galla draußen im BuschBoromoko mit Galla im Wald
(übersetzt aus dem englischen Original)

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