Früh am Morgen des 8. September erhielt Angela Sheldrick einen Anruf von Batian Craig, dass ein neugeborenes Kalb offenbar einfach in das Kiparo Boma auf dem Ol-Pejeta Naturschutzgelände in Laikipia gelaufen war. Das Kalb war neugeboren, sehr wackelig auf den Beinen und offenbar auf der Suche nach Futter und Geborgenheit. Seltsamerweise waren keine Elefanten mehr in der Nähe.

Kamok

 

Der David Sheldrick Wildlife Trust stellte sofort ein Rettungsteam zusammen, das nach Ol Pejeta flog. Es war ein 40-minütiger Flug von Nairobi. Das Kalb wartete schon am Ol Pejeta-Flugfeld auf seine Rettung, da es von den Kundschaftern in Ol Pejeta dorthin gebracht worden war. Die DSWT-Keeper gaben dem hungrigen Mädchen sofort eine Milchflasche und bereiteten sie danach auf den Flug vor. Sie stellten sicher, dass sie für die Dauer des Fluges an einer Infusion hängt, damit sie schnell stärker wird.

Das Kalb bekommt Flüssigkeit zur RehydrationDas winzige Kalb mit seinen Rettern und den Keepern
Am Flugfeld vor dem Rückflug
Nach der Ankunft in Nairobi wurde klar, dass sie Probleme mit den Beinen hat; ihre Gelenke waren nicht so stark, wie sie hätten sein sollen. Wir vermuten darin den Grund dafür, dass sie von ihrer Mutter und Herde zurückgelassen werden musste, da sie auf diese Weise nicht mit der Herde hätte mithalten können. Diese schweren Entscheidungen müssen in wilden Herden getroffen werden, denn eine Herde darf mit nichts belastet werden, was die Sicherheit der gesamten Familie beeinträchtigen würde, gerade in diesen besonders schwierigen Zeiten. Neugeborene Elefantenbabys müssen in der Lage sein, nur einen Tag nach der Geburt 20km am Stück laufen zu können. Wir haben das sehr eindrücklich bei unseren Ex-Waisen gesehen, die nun wild leben. Wir haben gestaunt, was von den neugeborenen Babys erwartet wird, als wir sie mit ihren wildgeborenen Babys beobachteten. Sie haben sie beispielsweise wenige Tage nach der Geburt mit in das tiefe Wasserloch hineingenommen und wir beobachteten, wie die kleine, erst zweitägige Yetu komplett unter Wasser war und quer durch das tiefe Wasserloch schwamm.

Kamok am Eingang zu ihrem GehegeKamok mit Dame Daphne
Die kleine KamokKamok sucht Geborgenheit bei den Keepern.
Wir nannten das Kalb Kamok, ein Name, den wir von Oj Pejeta haben. Da ihre Nabelschnur noch immer weich und feucht war, ihre Fußsohlen auch noch sauber und kaum genutzt aussahen und ihre Ohren noch das leuchtende Pink der Neugeborenen hatten, nahmen wir vorsichtshalber an, dass sie keine erste (und lebenswichtige) Milch ihrer Mutter bekommen hat. Sie erhielt deshalb eine Blutplasmatransfusion mit dem Blut eines ausgewachsenen Elefanten, damit ihr winziger Körper wenigstens ein paar natürliche Antikörper zur Verfügung hat. Währenddessen schlief sie tief und fest auf einer Matratze und in eine Decke eingewickelt, da sie sehr erschöpft von dem Stress in ihrem bisherigen Leben war. Nachden sie erwachte, nahm sie sofort die Milchflasche an und folgte allen um sie herum mit viel Vertrauen. Schon bald hing sie sehr an ihren Keepern und ihrer Schutzdecke. Alle Babyelefanten lieben ihre Decke sehr und scheinen ebenso wie Menschenbabys viel Geborgenheit in diesen zu finden. Ihre wackeligen Gelenke sind zum Glück mit der Zeit stärker geworden und sie kann nun längere Strecken hinter ihren Keepern herlaufen.

Kamok bekommt MilchKamok spielt mit ihrer Decke
Kamok geht ins BettKamok legt sich hin
Kamok schläft
Sie schließt sich zeitweise den anderen Waisen an, doch obwohl sie die Gesellschaft ihrer Artgenossen liebt, bevorzugt sie doch in diesem jungen Alter noch ihre Keeper. Sie ist sehr verspielt: sie liebt es, im Sand und der roten Erde herumzuspielen und erkundet neugierig alles, was um sie herum ist, während sie lernt, ihren kleinen Rüssel zu kontrollieren. Sie hat bereits gelernt, wie man diese entzückenden, spielerischen Baby-Angriffs-Posen macht und sie ist einfach bezaubernd. Jeder, der sie sieht, ist auf der Stelle vollständig und hoffnungslos in sie verliebt.

 

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Kamok

 

KamokDie süße Kamok
Kamok und AdanKamok rennt

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