Am 28. Februar 2013, wurde ein alleine umherirrendes Elefantenkalb von Mitarbeitern der Borana Lodge in Nord-Kenia gesichtet. Obwohl das Baby ohne Mutter unterwegs war, so waren doch mehrere Elefantenherden in der nähren Umgebung, so dass die Mitarbeiter vorerst nicht eingriffen.

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Die Borana Ranch liegt zwischen den Gipfeln und Gletschern von Mount Kenya im Süden und den Bergketten und der Wüste im Norden. Die Lodge wurde nach dem hiesigen Boran-Rind benannt, dass auf dem trockenen Grasland der Region weidet. Die Ranch is eine langjährig erfolgreiche Rinderfarm inmitten eines großen Naturschutzgebietes, in dem es jede Menge Wildtiere gibt – inklusive 300 Elefanten. Zwölf Leitkühe tragen Halsbänder mit Peilsendern, so dass ihre Aktivitäten und Wanderrouten beobachtet werden können. Eine der Leitkühe legt mit ihrer 60-Rüssel-zählenden Herde pro Woche sogar über 150 km zurück!

In den Tagen, nachdem das Kälbchen zum ersten Mal gesehen wurde, haben die Mitarbeiter der Lodge immer wieder Ausschau nach ihr gehalten; sie jedoch bis zum Morgen des 2. März nicht wieder gesehen. Als sie dann immer noch allein war und sich ihre körperliche Verfassung verschlechterte, wurde sie noch am selben Tag gegen 13:45 Uhr im Simangua-Tal von den Wildhütern der Ranch eingefangen und zur Lodge gefahren, wo schon das Rettungsteam des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT) zur Abholung bereitstand. Die Kollegen in Nairobi waren gleich am Morgen informiert worden und für den Nachmittag den Abflug vom Wilson Airport in Nairobi organisiert.

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Schon bei ihrer Ankunft in Borana fiel dem Team des DSWT auf, wie gestreßt das Kalb war (so wie die meisten Kälber in solch einer traumatischen Situation). Man verabreichte ihm eine Dosis vom Beruhigungsmittel Stresnil und, weil ihr Immunsystem wahrscheinlich stark geschwächt war, zur Vorbeugung einer Lungenentzündung noch ein Antibiotikum.

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Das Rettungsteam und die neue Elefanten-Waise kamen am späten Nachmittag nach einem stressigen Flug in der Nairobi-Nursery an, und unser Schützling wurde gleich in einem gemütlichen Stall neben Sities untergebracht, die sie beruhigte, liebkoste und ihr versicherte, dass sie in Sicherheit war. Nachdem der Stress der Bergung vorüber war, konnten wir das kleine, dünne Baby endlich näher betrachten. Sie wurde auf ein Alter von etwa einem Jahr geschätzt und bald Laragai genannt – nach einem der wunderschönen Täler auf der Borana Ranch (und einem der exklusiven Gästehäuser).

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Nicht anders als erwartet, war Laragai in einem ausgezehrten Zustand und wurde von Magen-Darm-Parasiten geplagt. Trotz ihrer Schwäche trank sie schon in der ersten Nacht Milch aus einem Eimer – allerdings nicht, ohne immer ein wachsames Auge auf die Keeper zu haben! Schon am nächsten Tag war sie viel ruhiger und trank bereits Milch aus der Flasche – wenngleich nur durch die sichere Begrenzung des Stallgitters. Zu nah durfte ihr noch kein Mensch kommen. Es dauerte länger als bei anderen Waisen, Laragai an die Keeper zu gewöhnen, und dass obwohl diese sich alle Mühe gaben. Am 12. März ließen wir sie schließlich aus dem Stall zu den anderen und nachdem sie sowohl die Keeper als auch die anderen Waisen ein bißchen geschubst hat, entspannte sie sich endlich und kam sogar mit zum öffentlichen Schlammbad, dass täglich von 11 bis 12 Uhr stattfindet. Inzwischen geht es ihr von Tag zu Tag besser und sie hat sich schon eng mit Lima angefreundet. Die beiden schleichen sich sogar öfters von der Herde weg, um das Stallgelände nach Milch zu durchsuchen!

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