Am frühen Morgen des 21. Juli 2017 erreichten das Ziwani Anti-Wilderei-Team des DSWT im Tsavo-West Nationalpark Berichte von einem Anwohner, dass ein einsames Elefantenkalb am Tag zuvor gesichtet worden war. Am Morgen darauf war es wieder da, immer noch allein und in wenig elefantenfreundlichem Gebiet unterwegs. Da in einigen der Nachbarorte Elefanten Felder geplündert hatten, vermuteten wir, dass es ein Opfer des Mensch-Wildtier-Konflikts geworden war.

 

 

Peter Wambua, der Leiter des Teams in Ziwani, mobilisierte sofort seine Mitarbeiter, und zusammen mit Wildhütern des Kenya Wildlife Service eilten sie zu der angegebenen Stelle. Ihnen war bewusst, dass die Zeit knapp war, wenn das einsame Baby in diesem für ihn feindlichem Umfeld blieb. Auch Dr. Poghon, der den DSWT unterstützende KWS-Tierarzt, und der Chef-Wildhüter von Tsavo West wurden kontaktiert, und es wurde beschlossen, das Kalb zu retten, da weit und breit keine Elefantenherde in Sicht war. Nachdem das Team das Kalb eingefangen und sicher zum KWS-Stützpunkt in Makatao im Nationalpark gebracht hatte, wurde Angela Sheldrick kontaktiert. Sie veranlasste, dass der Helikopter des DSWT direkt nach Makatao fliegen sollte. Die Flugflotte des DSWT ist in Kaluku stationiert, und es ist ein etwa einstündiger Flug von dort nach Makatao am östlichen Rand des Tsavo West Nationalparks. Während der Hubschrauber vorbereitet wurde, indem die hinteren Sitze ausgebaut wurden, um genug Platz zu schaffen, packte Andy Payne, der Pilot, alle notwendigen Hilfsmittel zum Transport eines Elefantenbabys ein. Buschpilot Neville Sheldrick begleitete Andy, sodass er sich während des Fluges nach Nairobi um das Kalb kümmern konnte.

Die Piloten kommen in Tsavo an
Als sie in Makatao ankamen, fanden sie dort einen sehr durstigen, aber doch frechen kleinen Elefanten vor. Er lief den Menschen hinterher und schien in recht gutem Zustand zu sein. Seine ausgetrocknete Haut verriet aber, dass er sehr dehydriert war, und nachdem er begierig jede Menge Wasser gesoffen hatte, würde er auch bald Milch brauchen. Da die Retter allerdings keine Milch dabei hatten, stellte Andy zumindest sicher, dass er seinen Durst gelöscht hatte, bevor er für den einstündigen Flug nach Nairobi vorbereitet wurde. Er folgte Andy vertrauensvoll zum Flugzeug, wo er in eine Decke eingewickelt und auf die Seite gelegt wurde, um die Füße festzubinden. Mit der Hilfe des gesamten Teams wurde er in den Helikopter geladen. Ihm wurde dann eine weitere Decke über die Augen gelegt. Neville saß während des Fluges neben ihm und passte auf, dass es ihm gut ging.

Pilot Andy gibt dem Waisen frisches WasserDer kleine Waisenbulle folgt Andy
Das eintönige Geräusch der Motoren und das leichte Schaukeln schien den kleinen Waisenbullen zu beruhigen, und er verschlief den größten Teil des Fluges.

Maktao in seine Decke eingewickelt im HubschrauberMaktao ist während des Flugs sehr ruhig
Als der Helikopter schließlich über dem Waisenhaus im Nairobi-Nationalpark zur Landung ansetzte, wurde er unruhig. Die Retter und das Baby trafen aber sogleich auf die bewährten Helfer im Waisenhaus, die Keeper und Angela, die mit anpackten. Sie luden das Kalb aus und trugen es dann auf einer Matratze das kurze Stück zu dem schon vorbereiteten Stall.

Maktao wird aus dem Helikopter geladenAnkunft im Waisenhaus
Maktao wird zu seinem Stall getragenMaktao im Waisenhaus
Da der Waise mit dem Hubschrauber direkt zum Waisenhaus transportiert werden konnte, ging alles relativ schnell, was sehr wichtig für das kleine, dehydrierte Kalb war. Das wird sehr dazu beigetragen haben, dass er sich so schnell erholen konnte. Frische Milch war schon für ihn vorbereitet worden, und direkt nach seiner Ankunft bekam er eine Infusion, um den Flüssigkeitsverlust bis zu seiner Rettung, als er ohne Milch und Wasser auskommen musste, auszugleichen.

Maktao bekommt eine lebensrettende InfusionFrische Milch steht im Stall bereit
Chef-Keeper Edwin schätzt das Alter des neuen WaisenDer Neuankömmling wird untersucht
Der kleine Bulle wurde Maktao genannt, nach der Gegend, in der er gefunden wurde – leicht anders geschrieben, damit keine Verwirrung mit dem Ortsnamen aufkommt. Gleich zu Beginn wurde klar, dass es sich um einen echten Schlawiner handelte! Er war aufmüpfig und unruhig, nachdem er wieder zu Kräften gekommen war und suchte ganz offensichtlich nach seiner Mama. Es dauerte einige Tage, bis er sich beruhigt hatte. Sein Alter wurde bei der Ankunft auf etwa drei Monate geschätzt.

Maktao mit seinen Freunden Musiara und SattaoMaktao genießt das Schlammbad
Maktao wurde sogleich ein festes Mitglied der Babygruppe und Luggard, der wegen seiner Beinverletzung nicht mit den älteren Waisen unterwegs ist, nahm ihn unter seine Fittiche, unterstützt von Sattao und Musiara. Diese drei sind seine engsten Freunde und Begleiter geworden und haben ihm geholfen, sich einzugewöhnen. In Mbegu und Godoma, die sich immer liebevoll um die Babys und ganz besonders um Neuankömmlinge kümmern, hat er auch Ersatz für seine Mutter gefunden. Nachdem er seine wilde Herde verloren hat, brauchte er dies ganz besonders, und inzwischen hat er seine Trauer langsam überwunden. Er ist wieder ein gesunder kleiner Elefant geworden und steckt wieder voller Energie und Lebensfreude.

 

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Esampu und Maktao im WaisenhausMaktao mit seinem Keeper
Maktao ist wieder gesund und munterMaktao
(übersetzt aus dem englischen Original)

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