Namalok wurde über mehrere Tage und Wochen von Wildhütern des Kenya Wildlife Service (KWS) beobachtet. Er war ohne seine Herde unterwegs, und mit der Zeit wuchs die Besorgnis, denn er schloss sich keiner der Elefantenherden an, die in seine Nähe kamen, sondern blieb allein in einer von der schlimmen Dürre heimgesuchten Gegend.

 

 

Die Vegetation war während dieser unerbittlichen Trockenheit völlig verdorrt, und alle verbliebenen Pflanzen waren von den Tieren der Maasai gefressen worden. Sogar in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten war nichts mehr zu finden, doch trotzdem schlich sich das Kalb nachts dorthin, um noch irgendetwas zu fressen aufzutreiben. Schließlich wurde dem KWS-Tierarzt Dr. Poghon, dem Chef der vom DSWT finanzierten mobilen Tierarzteinheit in Tsavo von dem Waisen berichtet. Es war klar, dass er ohne Hilfe nicht mehr lange leben und wahrscheinlich Konflikten mit den ansässigen Menschen zum Opfer fallen würde. Am 11. September wurde schließlich der DSWT eingeschaltet, um diesen Waisenelefanten an einen sicheren Ort zu bringen und ihm wieder eine Familie zu geben.

Während ihm die Wildhüter des KWS und von der Big Life Foundation folgten, machten sich vier der erfahrensten Keeper auf den Weg, um ihn zu retten. Das war nicht einfach und benötigte einiges an Mut und Geschick, denn die Mitarbeiter des Amboseli-Tierarztteams hatten zu dieser Zeit gerade frei, und Dr. Poghon hatte mit den vielen Dürreopfern im südlichen Tsavo East Nationalpark alle Hände voll zu tun. Dies bedeutete, dass das Einfangen und die Rettung des Kalbs von den Keepern koordiniert werden musste und ihnen nur die Scouts von KWS und Big Life helfen konnten. Noch dazu war das Waisenbaby schon recht groß, und obwohl er schon sehr abgemagert war, hatte er doch noch Kraftreserven. Keeper Mishak erwischte ihn am Schwanz, und obwohl er ein ganzes Stück von ihm durch die Gegend gezogen wurde, gelang es dem Rest des Teams, ihn einzukreisen und ihm eine Decke über den Kopf zu werfen, sodass er schließlich festgebunden und auf die Seite gelegt werden konnte. Er bekam ein Beruhigungsmittel, um die ganze Angelegenheit ein wenig stressfreier für ihn zu machen. Dann wurde es erst richtig schwierig: er musste nämlich auf den Landcruiser gehievt werden, was mit so wenig Leuten nicht leicht war. Das Team gab jedoch nicht auf, und schließlich hatten sie es tatsächlich geschafft.

Namaloks RettungNamalok wird für den Transport festgebunden
Namalok wird auf das Fahrzeug gehievtNamalok wird auf dem Flugfeld in Amboseli ins Flugzeug verladen
Dann machten sich alle auf zum Flugfeld, wo es die nächste große Aufgabe zu bewältigen gab: er musste ins Flugzeug befördert werden! Dies wurde bei schwindendem Tageslicht und untergehender Sonne erledigt. Auch der Pilot des Rettungsflugzeugs packte fleißig mit an, denn bei dieser Rettung war jede tatkräftige Hilfe vonnöten; er filmte zuerst und half dann, den Elefanten ins Flugzeug zu heben. Als er schließlich sicher verstaut war, konnte der Rückflug starten, und die Wildhüter, dank denen Namalok noch rechtzeitig gerettet werden konnte, winkten der startenden Maschine nach. Gegen 19:30 Uhr landete das Team am Wilson-Flugplatz in Nairobi, und auch hier standen wieder jede Menge Flughafenangestellte bereit und halfen, den kleinen Bullen vom Flugzeug auf den Pickup des DSWT zu verladen – sie sind inzwischen daran gewöhnt, dass regelmäßig Elefanten per Luft ankommen! Die Fahrt zum Waisenhaus dauerte danach noch einmal 30 Minuten, und dort war schließlich noch einmal eine letzte Verladeaktion notwendig, zu der alle Keeper der Nachtwache aus ihren Ställen zusammenkamen, um Namalok in seinen Stall zu tragen.

Bevor er losgebunden wurde, sorgten Angela und Robert noch einmal dafür, dass er medizinisch behandelt wurde, und sein Stall wurde mit frisch geschnittenem Grün ausgestattet. Darüber freute er sich sehr und begann sofort, davon zu fressen; er war offenbar sehr ausgehungert, und es schmeckte ihm ausgezeichnet! Sein Alter wurde auf etwa dreieinhalb bis vier Jahre geschätzt, warum er verwaiste, blieb allerdings im Dunkeln. Vermutlich ist er ein Opfer des Mensch-Wildtier-Konflikts, der in solchen Dürrejahren immer stark zunimmt.

Namalok frisst in seinem Gehege GrünNamalok mit Mbegu
Sein Name, Namalok, steht für die Gegend, in der er gerettet wurde. Er ist von Beginn an ein freundliches Kalb gewesen; trotz seiner beträchtlichen Größe benimmt er sich nie frech, weder gegenüber seiner menschlichen Familie, noch gegenüber den anderen Waisen, sondern geht ruhig und gemächlich seiner Wege. Er hat bis heute keine Milchflasche angenommen, sondern trinkt die Milch aus seinem eigenen Eimer, und das ist sozusagen zu seinem Markenzeichen geworden.

Namalok draußen im WaldGodoma mit Namalok
Namalok bei KauroNamlok mit seinen Freunden draußen im Busch
Wir sind glücklich, Namalok eine zweite Chance im Leben geben zu können, obwohl seine Rettung nicht einfach war. Es ist wunderbar, ihn jetzt so zufrieden, gesund und fröhlich bei seiner neuen Elefantenfamilie erleben zu können.

 

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Namalok grast draußen im Park
(übersetzt aus dem englischen Original)

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