Der Kenya Wildlife Service meldete uns am 2. November, dass ein junges Elefantenkalb gerettet werden musste, da es verwaist war. Die Aufklärer des Namunyak-Schutzgebiets in Nordkenia hatten das Kuhkalb aus einem Brunnen befreit und sie in ihre Obhut genommen, während sie auf Hilfe warteten. Die Wildhüter waren im Laufe der Jahre schon an vielen Elefantenrettungen in Namunyak beteiligt gewesen und wussten, wie man mit dieser Situation umgeht. Sie stellten sicher, dass das Kalb Wasser und Schatten hatte und gaben ihr keine Milch, bis unser Team mit der richtigen Mischung ankam. Die falsche Milch kann sehr gefährlich für einen Babyelefanten sein, der die fette Kuhmilch nicht verträgt. Ungefähr zur gleichen Zeit wurden wir auch von dem Funker des Lewa-Schutzgebiets informiert, der einen ähnlichen Bericht übermittelte. Das Kalb war in ein von Menschen geschaffenes Loch gefallen, und die Familie musste es tragischerweise zurücklassen, aus Angst vor den Samburu-Hirten, die jetzt mitten in der Trockenzeit die gleichen Wasserlöcher nutzen.

 

 

Sie war ungefähr 15 Monate alt und für das Opfer eines Brunnens erstaunlich groß. In der Vergangenheit haben wir festgestellt, dass es hauptsächlich die winzigen Babys sind, die in die Brunnen der Samburu und Masai fallen und nicht mehr heraus kommen. Die älteren Elefanten kennen die Gefahren besser und meiden sie. Leider war das bei dieser jungen Kuh nicht der Fall, und sie schien lange gekämpft zu haben, denn ihr Rücken war sehr aufgerieben, als sie endlich befreit wurde. Wie lange sie gefangen war, ehe sie gefunden wurde, wissen wir nicht, doch es müssen mindestens 12 bis 14 Stunden gewesen sein.
Ein Team aus DSWT-Keepern wurden zusammengestellt, um nach Namunyak im nördlichen Samburu-Schutzgebiet zu fliegen. Die Landepiste in Namunyak ist kurz und selbst bei guten Bedingungen eine Herausforderung für Piloten. Wegen der Größe des Kalbs nahmen wir nur eine Minimalbesetzung mit, um Gewicht zu sparen. Als sie landeten, wartete das Kalb geduldig auf der Ladefläche des Landrovers und schien recht ruhig zu sein.

Das Kalb wartet auf der LadeflächeDas Kalb wird auf das Flugzeug geladen
Es wurde keine Zeit verschwendet, und sie wurde schnell auf den Rückflug nach Nairobi vorbereitet. Sie wurde auf die Matratze gebunden und in die Cessna Caravan geladen. Es war schon spät und das Team würde schon nach Einbruch der Dunkelheit in Nairobi landen müssen.

Naseku vor ihrem FlugNaseku wird festgebunden
Rückflug nach NairobiNaseku ist während des Flugs ruhig
Als das Flugzeug in Nairobi landete, gab es viel Berufsverkehr, sodass sie erst gegen 20 Uhr im Waisenhaus ankam.

Die Fahrt zurück zum Waisenhaus in NairobiNaseku in einem Stall, bevor sie in ihr Gehege umzog
Das Kalb wurde zum Gehege gebracht und stand sofort auf, um ihre neue Umgebung zu untersuchen. Sie wurde neben Roi und Tusuja einquartiert, die sich nun das benachbarte Gehege teilen, und ihre Anwesenheit half, Naseku zu beruhigen. Sie trank Wasser aus einem Eimer und machte sich gleich über das frisch geschnittene Grün her. Die Milchfütterung war aber ein schwierigerer Prozess. Sie mochte es nicht, wenn jemand in ihrem Gehege war, und es dauerte ein paar Tage, bevor die Keeper in ihrem Gehege bleiben konnten, ohne dass sie sehr unruhig wurde. So bekam sie ihre Milch zuerst in einem Eimer, und als sie auf den Geschmack gekommmen war, gewöhnte sie sich daran, auch an der Flasche zu nuckeln, die ihr ein Keeper hielt. Wir nannten sie Naseku, und sie gewöhnte sich sehr schnell ein. Schon nach ein paar Tagen konnte sie sich der Waisenhausgruppe im Wald anschließen.

Nasekus erster Tag im BuschNaseku bekommt Liebe und Zuneigung von ihren neuen Freunden
Ihr Eingewöhnung verlief so reibungslos wie kaum eine zuvor. Sie kam aus ihrem Gehege, tauchte in die Waisenherde ein, und von diesem Moment an hatte sie ihr altes Leben hinter sich gelassen. Sie wurde sofort willkommen geheißen und konnte noch am selben Tag zusammen mit ihren Freunden zur öffentlichen Besuchsstunde gehen. Sie hatten ihr offenbar den Ablauf erklärt, denn sie ließ sich kein bisschen stören und fühlte sich die ganze Zeit über wohl. Naseku hat ihr neues Zuhause schnell angenommen, hat neue Freunde gefunden und ist in der kurzen Zeit bei uns schon sehr kräftig und gesund geworden.

 

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24th November 2015

 

 

Naseku im BuschNaseku bei ihren neuen Freunden
(übersetzt aus dem englischen Original)

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