Am 25. Oktober, auf dem Höhepunkt der Dürre in Tsavo, wurde dem KWS und den Teams des DSWT in Voi berichtet, dass ein weibliches Elefantenkalb Hilfe benötigte; sie war sehr geschwächt und stand unter einem Baum auf der Rukinga-Ranch.

 

 

Rukinga ist eine der vielen Ranches, die an den Tsavo East Nationalpark angrenzen, und ist in der Trockenzeit ein wichtiges Rückzugsgebiet für die Elefanten von Tsavo. Die Leiter der Ranch hatten die kleine Kuh drei Tage lang beobachtet und gehofft, sie würde sich wieder einer wilden Herde anschließen und mit ihnen weiterziehen. Sie blieb jedoch und musste ohne Milch und Wasser auskommen, und es wurde bald klar, dass sie sterben müsste, wenn nicht etwas unternommen würde. Trevor Jennings vom DSWT und ein Mitglied des Anti-Wilderei-Teams begaben sich zusammen mit KWS-Wildhütern und Keepern aus Voi auf die 45-minütige Fahrt nach Rukinga, um das Kalb zu retten, dessen Alter auf etwa zweieinhalb Jahre geschätzt wurde.

Auf dem Flug nach TsavoUkame wird von der Rukinga Ranch gerettet
In der Zwischenzeit war auch Angela Sheldrick kontaktiert worden, und die Vorbereitungen, das Kalb zum Waisenhaus in Nairobi zu fliegen, liefen auf Hochtouren – es war klar, dass es intensive Pflege benötigte, da es in kritischem Zustand war. Sie war schon ein recht großes Kalb, mit bereits zweieinhalb Zentimeter langen Stoßzähnen, aber außerordentlich geschwächt und ausgemergelt von der Dürre, sodass sie sich kaum wehrte. Das Rettungsteam am Boden musste nicht lange auf das Flugzeug warten, das auf der staubigen Piste in Rukinga landete. Das Waisenkalb lag schon auf der Ladefläche des Landcruisers bereit, und viele kräftige Männer waren nötig, um es aus dem Fahrzeug zu hieven und ins Flugzeug zu laden – die Mitarbeiter der Rukinga-Ranch und die Wildhüter und Keeper vor Ort halfen alle mit. Das Kalb bekam sofort eine Infusion, damit sie den Flug und die anschließende Fahrt ins Waisenhaus im Nairobi Nationalpark überleben würde.

Die gerettete Ukame wird zum Flugzeug gebrachtViele helfende Hände sind beim Verladen ins Flugzeug nötig
Ukame an der LandepisteUkame wird auf den Flug nach Nairobi vorbereitet
Ukame wird ins Flugzeug gehievtUkame und die Keeper im Flugzeug
Bis sie im Waisenhaus angekommen war, war es schon 20 Uhr. Sie wurde in ein großes Eingewöhnungsgehege neben dem von Dupotto gebracht und noch einmal medizinisch versorgt, bevor sie wieder auf die Beine gestellt wurde. Alle Waisen um sie herum kollerten ihr von ihren Nachtgehegen aus zu, und das beruhigte sie sehr. Ihr Gehege war großzügig mit Grün ausgestattet worden, und sie bekam Rehydrierungssalze zu fressen – schließlich trank sie sogar eine Flasche Milch.

Nach der Landung in Nairobi kurz vor Einbruch der DunkelheitUkame kommt bei Nacht im Waisenhaus in Nairobi an
Am nächsten Tag hatte sie allerdings schon wieder an Kraft gewonnen und gab sich kämpferisch, sodass an Milchfütterung erst einmal nicht zu denken war. Sie fraß allerdings von dem geschnittenen Grün und trank weiter von dem mit Rehydrierungssalzen versehenen Wasser. Nach 48 Stunden brach sie aber wieder zusammen – was häufig bei stark unterernährten Waisen passiert – und weitere Infusionen waren nötig, um sie wieder auf die Beine zu bringen und ihr etwas Kraft zurückzugeben.

Ukame frisst in ihrem Gehege etwas GrünDie Keeper versuchen, Ukame zu beruhigen
Ukame mit ihrem Keeper
Wir haben sie Ukame genannt, ein Suaheli-Wort für „Dürre“. Sie hatte großes Glück, dass sie rechtzeitig gefunden und gerettet wurde, am Ende dieser grausamen Trockenzeit, bei der es leider so viele ihre Artgenossen nicht geschafft haben. Höchstwahrscheinlich war sie von ihrer Herde zurückgelassen worden, weil sie keine Kraft mehr hatte, mitzuhalten. Zu solchen Zeiten ist es für die Herde überlebenswichtig, lange Märsche zurückzulegen, die sie zur nächsten Stelle mit Futter und Wasser bringen.

Ukame lernt ihre neue Umgebung kennenUkame ist schon eines der älteren Waisenmädchen
Ukame bei ihrer neuen Herde aus WaisenUkame lernt im Waisenhaus neue Freunde kennen
Im Laufe der folgenden Wochen erholte sich Ukame, und schließlich war sie stark genug, sich den anderen Waisen im Wald des Nairobi Nationalparks anzuschließen. Sie ist ein freundlicher und liebevoller kleiner Elefant und hat das Glück bei ihrer neuen Adoptivfamilie wiedergefunden. Da sie eines der älteren Mädchen der Waisenherde ist, kümmert sie sich auch schon um die jüngeren Waisen und bekommt von ihnen viel Liebe und Zuneigung zurück – was ihr wiederum hilft, das Trauma zu verarbeiten, ihre Familie verloren zu haben.

 

Übernehmen Sie jetzt eine Patenschaft für Ukame

Ukame_web

 

(übersetzt aus dem englischen Original)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Archiv