Zongolonis herzzerreißende Geschichte hat schon gestandene Männer zu Tränen gerührt. Das sind die Geschehnisse vor ihrer Rettung am 22. September:

– zongoloni

Wir hörten zuerst von der Notlage ihrer Mutter, als wir über eine verletzte Kuh mit ihrem Kalb in dem Buschland des Taita-Sisal-Estate informiert wurden. Das mobile Tierarzt-Team des KWS/DSWT wurde sofort losgeschickt um die Mutter zu behandeln und um das zu tun, musste auch das Kalb betäubt werden. Die Mutter war ein Wilderei-Opfer und eine Kugel war tief in ihre Schulter eingedrungen und hatte den Knochen des rechten Vorderbeins zerschmettert. Dr. Poghon reinigte die Wunde und gab der Kuh Schmerzmittel, Entzündungshemmende Mittel und Antibiotika. Doch da die Kugel vermutlich noch in dem Knochen saß und sich Knochenteile lösten und in den Körper eindrangen, war die Prognose für eine vollständige Heilung schlecht. Doch alle hofften, die Geschichte würde gut ausgehen.

Die erste Sichtung der Mutter. Sie hat ein geschwollenes rechtes VorderbeinZongoloni bewacht ihre betäubte Mutter
Zongoloni hält auch Wache, nachdem sie selbst einen Betäubungspfeil ab bekommen hatZongoloni wird überwacht
Die KugelwundeDie Wunde wird gereinigt
Knochenteile werden entferntDie Wunde wird mit grüner Tonerde verschlossen
Zongoloni erwacht zuerstZongoloni wartet darauf, dass ihre Mutter erwacht
Der Mutter wird auf die Beine geholfenUnd sie kommt auf die Beine
Eine Woche später wurden die beiden Elefanten erneut auf dem Schutzgebiet der Provinz gesehen. Wir stellten fest, dass ihre Schulter noch immer sehr geschwollen war, aber es schien so, als könnte sie das Bein nun mit mehr Gewicht belasten. Glücklicherweise schien sich ihr allgemeiner Zustand nicht weiter verschlechtert zu haben und zu dem Zeitpunkt dachten wir, dass die ganze Sache gut ausgehen würde.

Eine Woche später
Es war ein tragischer Irrtum: Nach einer weiteren Woche fand eine Gruppe Wildhüter die liegende Mutter und ihr Baby. Sie war offenbar schon einige Tage vorher zusammengebrochen, denn man konnte der Umgebung ansehen, dass sie verzweifelt versucht hatte, aufzustehen. Sie war in qualvollem Zustand, einerseits wegen der Verletzung und andererseits hatten die beiden Elefanten schon mehrere Tage kein Wasser und kein Futter gehabt. Das junge Kalb blieb ununterbrochen bei ihr und verjagte alle Eindringlinge. Sie ist ein sehr beschützender kleiner Elefant, doch auch ihr Zustand verschlechterte sich ohne Milch oder Wasser. Die Wildhüter, die die Mutter mit ihrem abhängigen Kalb gefunden hatten, konnten nur hilflos zuschauen und warten und beobachteten dabei, dass das Kalb den Urin ihrer sterbenden Mutter trank, weil sie so dringend Flüssigkeit brauchte. Diese Szenen spielten sich in der brennenden Sonne ab und zeigten die Qual, die eine einzelne Kugel anrichtet und welche Schmerzen und welches Leiden diese Kugel noch Wochen später zu verantworten hat.

Zwei Wochen nach der BehandlungZongoloni verjagt alle
Das Kalb lehnt sich gegen ihre MutterSie hält Wache
Sie versucht, ihre Mutter zu tröstenDie Wildhüter ertragen die Szene nicht mehr
Die letzten Momente zusammen
Zu dem Zeitpunkt entschieden Kevin Carr-Hartley und seine Frau Jen vom Taita-Sisal-Estate, auch Angela Sheldrick anzurufen, nachdem sie bereits vorher den KWS und das mobile Tierarzt-Team gerufen hatten. Es war offensichtlich, dass das Baby eine Rettung dringend nötig hatte, und ihre wunderbare Mutter musste zur Trauer aller eingeschläfert werden um sie von ihrem Leiden zu befreien. Als das DSWT/KWS-Anti-Wilderei-Team ankam, wurden auch sie Zeuge dieser herzzerreißenden Szene und einigen standen Tränen in den Augen: Sie sahen dieses junge abhängige Kalb, das mutig ihre sterbende Mutter vor allem verteidigt, ängstlich und verwirrt und ihrer ganzen Familie beraubt.

Die letzten UmarmungenDer Abschied
Das Kalb wird gefangenDSWT & KWS fangen Zongoloni
Auf dem Weg zum Flugfeld
Inzwischen war das Rettungsteam auf dem Weg. Dies war die zweite Rettung an diesem Tag, da bereits ein Kalb aus dem Amboseli-Nationalpark gerettet worden war. Als die DSWT-Keeper auf dem Taita-Estate-Flugfeld landeten, wurden sie direkt zur Mgeno-Farm gebracht. Sie fingen das Kalb, gaben ihm ein Beruhigungsmittel und bereiteten es auf die Reise nach Nairobi vor. Ihre Mutter wurde eingeschläfert.

Das Kalb auf dem RettungsfahrzeugDie Keeper legen ihre Hände auf das Kalb um es zu trösten
Das Kalb bekommt eine InfusionZongoloni wird in das Flugzeug geladen
Das Kalb wird in das Flugzeug gelegt
Während des anderthalbstündigen Fluges wurde das dehydrierte Kalb an eine lebensrettende Infusion gelegt. Sie kamen erst nach Sonnenuntergang im Waisenhaus an und sie wurde abgeladen und in ihr Gehege neben Vuria auf der einen und Faraja und Jasiri auf der anderen Seite. Die Gesellschaft der anderen Elefanten gab ihr Trost und sie trank sogar etwas Milch aus einer Flasche, da das Beruhigungsmittel noch immer wirkte. Sie wurde Zongoloni genannt — der Taita-Name für den Berg in dessen Nähe sie gerettet wurde.

An BoardIm Flugzeug
Zongoloni ist ungefähr anderthalb Jahre alt und war sehr aggressiv nachdem das Beruhigungsmittel abgeklungen war. Wir zweifelten, ob sie jemals Milch aus einer Flasche annimmt, doch glücklicherweise fraß sie wenigstens das Grünfutter, das wir ihr bereitstellten, sehr gut. Während ihres ganzen Aufenthalts im Gehege brachten wir jeden Tag die anderen Waisen zu ihr und fütterten sie in ihrer Gegenwart um ihr ihre neuen Freunde zu zeigen, ihren Tagesablauf zu demonstrieren und ihr mitzuteilen, dass die Keeper auf ihrer Seite sind. Doch mit den Erfahrungen, die sie gemacht hatte, war Zongoloni sehr schwer zu zähmen. Es dauerte ganze zwölf Tage, bis sie gebändigt war, sich richtig an die Milch aus der Flasche gewöhnt hatte und sich den anderen Waisen im Nairobi-Nationalpark anschließen konnte.

Zongoloni mit Grünfutter in ihrem GehegeZongoloni in ihrem Gehege
Als sie schließlich aus ihrem Gehege hinausgelassen wurde um mit den anderen Elefantenwaisen frei durch den Park zu laufen, waren wir doch immer noch besorgt, dass sie weglaufen würde. Zongoloni war noch immer sehr aggressiv, doch inzwischen ist sie ihre Milchflasche doch sehr zu schätzen gelernt. Sie überraschte uns alle als wir sie schließlich zum ersten Mal herausließen: Sie beruhigte sich auf der Stelle und fügte sich nahtlos in den Tagesablauf der Waisen ein. Die anderen Waisen waren zuerst nicht so annehmend wie wir gehofft hatten, aber im Laufe der Tage fühlte Zongoloni sich wohler und wohler mit ihren neuen Elefantenfreunden — und sie mit ihr.

 

Trotz ihrer herzzerreißenden Vergangenheit hoffen wir, dass das Trauma um den Tod ihrer Mutter und die Erinnerung an ihre verlorene Familie mit der Zeit verblassen. Wir hoffen, dass sie in der Lage ist, ihr neues Leben bei uns anzunehmen und irgendwann wieder wahre Freude empfinden kann — in ihrem Leben unter den vielen Baby-Elefanten, die ähnliche Verluste ertragen mussten.

 

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Ihre Geschichte, ebenso wie die vieler vor ihr, zeigt uns auf drastische Weise den wahren Preis, den wir alle für Elfenbein zu zahlen haben.

 

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