Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Januar 2019

 

Wie üblich um diese Jahreszeit ist es auch in Nairobi sehr heiß. Jetzt in der Trockenzeit suhlen sich die Waisen mindestens zwei Mal am Tag im Schlamm und suchen tagsüber Zuflucht vor der Hitze im Schatten der Bäume.

 

Während die Kleinsten wie Dololo und Mukkoka meistens im Dickicht fressen, wo sie Abkühlung und Futter zur gleichen Zeit finden, findet man die älteren Kühe wie Kuishi, Sagala und Tamiyoi meistens unter den größeren Bäumen, wo Kuishi saftige Äste herunterzieht. Am 2. Januar wurden wir von der Kenianischen Wildtierbehörde (Kenya Wildlife Service, KWS) in die Masai Mara gerufen, wo ein verwaistes Elefantenbaby gesichtet wurde. Das Kälbchen war etwa 10 Monate alt, sehr schwach und seiner körperlichen Verfassung nach zu urteilen, war es offenbar schon seit mehreren Wochen allein unterwegs. Raubtieren war sie schutzlos ausgeliefert und die Dorfbewohner hatten sie schon mehrere Tage lang beobachtet, bevor sie den KWS riefen. Wir können nie sicher sein, was sich wirklich mit ihrer Mutter zugetragen hat, aber in der Region der Masai Mara hatte die tierärztliche Einheit des KWS und des David Sheldrick Wildlife Trusts zwischen August und Dezember letzten Jahres 28 Elefanten wegen Verletzungen durch Pfeile oder Speere behandelt. Ende November gab es den Fall einer Elefantenkuh, die eine Klippe hinabstürzte und gelähmt war. Sie wurde euthanasiert und man fand später noch zwei Pfeile in ihrem Körper stecken. Sie war außerdem laktierend, hatte also noch ein Kälbchen zu versorgen, und es ist durchaus möglich, daß es sich bei ihr um die Mutter dieses Kälbchens handelte. Wir nannten es Larro, und es geht ihr mittlerweile den Umständen entsprechend gut. Zu Beginn war sie zu schwach, um überhaupt alleine aufzustehen und brauchte Infusionen und wiederholt Wurmkuren, denn sie war voll bis obenhin mit Magen-Darm-Parasiten. Langsam aber sicher kommt sie wieder zu Kräften und gewöhnt sich in der Nursery ein. Kiasa ist besonders angetan von der Kleinen, und wenn sie nicht gerade einen ihrer Rappel hat, passt sie sehr aufmerksam auf den Neuzugang auf. Enkesha ist Larros Stallnachbarin und schiebt ihr ihre Zweige immer zur Stallwand, um sie mit Larro zu teilen.

 

Die beiden Waisen, die nicht so gastfreundlich waren, sind Emoli und Mapia. Beide befinden sich gerade in einer Rüpelphase und sind ein wenig ungestüm und streitsuchend. Sie provozieren ihre Freunde und ärgern alle Jüngeren. Alle beide waren nicht sehr freundlich zu Larro, und sowohl Kiasa als auch Tagwa passten daher umso mehr auf sie auf. Aber nicht nur die Kühe sind fürsorglich, auch der sanftmütige Jotto findet ihr Verhalten unangemessen und scheut sich nicht, zu intervenieren und die Raufbolde zu bestrafen. Und auch die Keeper sind aufmerksam und haben immer ein Auge auf Larro gerichtet.

 

Malima war anfangs ebenfalls ein Stänkerer und wir ließen sie fortan in einer älteren Gruppe, wo man ihr einige Manieren beibringen sollte. Diese Methode schien zu funktionieren und die älteren Kühe brachten sie auf den Boden der Tatsachen zurück. Dies ist ein gutes Beispiel dafür wie wichtig es für die jungen Waisen ist, mit Argenossen zu sozialisieren und die Verhaltensregeln in der Elefantengemeinschaft zu lernen. Malima ist jetzt viel freundlicher und umgänglicher und sogar beschützerisch gegenüber den Jüngeren. Wir konnten sie eines Tages dabei beobachten wie sie zu Mukkoka rannte, als der brüllte, nachdem ihn Emoli zu Boden geschubst hatte. Als Mukkoka wieder stand, wich Malima den ganzen Tag nicht mehr von seiner Seite. Seither hat sie besonderes Interesse an der Betreuung von Mukkoka und Dololo.

 

Es ist ganz normal für zwei Elefantenbabys, die fast zeitgleich in der Nursery ankommen, sich eng anzufreunden. Wir sehen dieses Muster auch bei Dololo und Mukkoka, obwohl sie recht unterschiedliche Charaktere haben. Mukkoka ist gesellig und gerne bei der Herde, während sich Dololo lieber absetzt. Aber sie haben sich gegenseitig immer im Auge, und wenn sie sich beide von der Herde absetzen, dann auf jeden Fall zusammen und auf Initiative von Dololo.

 

Klein Maktao klebt den Keepern immer noch an den Fersen und es ist sehr unterhaltsam, ihn mit ihnen zusammen zu beobachten. Einen der Keeper hat er einmal regelrecht belästigt, indem er ihm überall hin nachlief. Er untersuchte anschließend alle Taschen im Kittel und zog sein Taschentuch heraus. Der Keeper bat ihn, es ihm zurück zu geben, aber Maktao wollte ihn ärgern und warf das Tuch auf einen Busch! Kiasa, obwohl er so alt wie Maktao ist, hat ihn und andere größenmäßig längst eingeholt, und weil auch sie ein kleiner Stänkerer ist, will keiner in ihrem Alter mehr so richtig mit ihr spielen. Aber unter den Älteren hat sie einige neue Gefährten wie Malima und Emoli gefunden.

 

Die Suhle ist Quell ewigen Spaßes und die Elefanten sind zu allerlei Schabernack beim Posieren und Schwimmen aufgelegt. An einem besonders heißen Tag rannten sie gleich nach der Milchfütterung in den Schlamm und rollten sich anschließend noch ausgiebig im Dreck, so daß sie kaum schmutziger werden konnten. Sattao, Emoli und Musiara benahmen sich typisch wie kleine Bullen und bestiegen jeden, der sich auf den Boden legte. Als sie sahen, wie Tamiyoi und Enkesha sich annäherten, rannten sie alle drei auf die jungen Kühe zu, um sich auf sie drauf zu rollen. Emoli stieg auf Tamiyoi, Sattao auf Enkesha und Musiara blieb übrig. Er versuchte daher, Sattao von Enkesha herunterzuschubsen und sich stattdessen auf deren dicken Bauch zu legen. Der vertriebene Sattao versuchte sich anschließend an Emoli, der immer noch versuchte, auf Tamiyoi raufzukommen, und so ging das ewig weiter. Alle Babys balgten sich auf den Dreckhaufen und hatten Spaß; sogar Luggard, trotz seines kranken Beins, blieb nie außen vor. Er rollte sich stattdessen neben Musiara, Sattao, Maktao und Jotto durch den Dreck.

 

Enkesha und Ambo schleichen sich gerne an Maxwells Gatter und das Futterlager an, um ein paar Luzernepellets extra abzugreifen. In letzter Zeit wurde das regelrecht zu Enkeshas Morgenritual und ab und an gelingt es ihr sogar, sich auf dem Weg in den Busch von der Herde und den Keepern abzusetzen und sich zu ihrer geheimen Futterstelle für einen Nachtisch zurückzuschleichen. Einmal hat sie sich verraten, weil sie sich offenbar verschluckt hatte und beim Niesen ein kleines Trompeten ausstieß. Der Durchgang zwischen dem Futterlager und der Rückseite der Ställe ist sehr eng, so daß sie nur rückwärts wieder raus gehen konnte, als die Keeper sie riefen! Um ihren Unmut kundzutun, erwischt worden zu sein, beschwerte sie sich lauthals auf dem ganzen Weg zurück zur Herde.

 

Die Nashörner: Mawell unser blindes Nashorn liebt das Schlammbad genau so wie die Elefanten, und so halten wir seine Suhle immer feucht und lockern die Erde auf, so daß er sich nach seinem Gusto herumrollen konnte. Er rollt sich meistens über die Seite, so lange, bis jeder Zentimeter seines Körpers mit Schlamm bedeckt ist. Unser Breitmaulnashornbaby Maarifa wächst und gedeiht, ist sehr verspielt und bewegt sich im Stallgelände als wäre sie der Eigentümer. Sie gallopiert vor den Keepern her wie in der Wildnis vor ihrer Mutter. Wird der Abstand zu groß, trottet sie zurück, dreht sich vor den Keepern auf den Fersen um und gallopiert wieder los! Sie rennt um die Büsche, aber läßt ihre menschliche „Ersatzmutter“ nie aus den Augen. Die Dreckhaufen neben der Suhle mag sie genau so sehr wie die anderen Waisen, und man sieht sie regelmäßig wie sie sich von oben herunterrollt.

 

Ein paar Löwenrudel waren diesen Monat regelmäßig in der Nähe des Stallgeländes gesehen worden, und so mußten die Keeper besonders auf Maarifa und Kiko aufpassen. An einem Tag wurden die Beiden den ganzen Tag im Stall gelassen, weil die Löwen am Morgen ganz in der Nähe weren. Kiko war aber der Meinung, daß alles sicher war und nervte die Keeper so lange, bis sie seinen Stall öffneten und ihn für eine kleine Runde hinausbegleiteten. Er wiederum rannte plötzlich einfach davon und zu den Elefanten im Busch. Tagwa, Kuishi, Jotto und Musiara unterstützten die Keeper bei ihren Einfangversuchen, indem sie ihm drohten. Das zeigte am Ende Wirkung und wir haben wieder einmal gesehen, daß Kiko das macht, wonach ihm gerade der Sinn steht!

 

Monatsbericht für die Voi-Gruppe: Januar 2019

 

Für die Voi-Waisen war es ein sehr geselliger Januar. Emilys Herde Ex-Waisen mitsamt den Babys Emma und Eve, Edie mit den Babys Eden und Ella, Sweet Sally mit Baby Safi, als auch Lesanju, Lempaute, Rombo, Mweya und Icholta mit Baby Inca kamen schon zu Beginn des Monats.- Außerdem hatten wir Besuch von Ndara mit Baby Neptun, Thoma mit Baby Thor, und Taveta. Die 18-jährige Ex-Waise Mweya ist hochtragend und gegen Ende des Monats sah sie sehr müde aus. Wir erwarten die Geburt jetzt jederzeit, und ihre Freundinnen, ganz besonders Thoma, kümmern sich rührend um sie. Wahrscheinlich war dies auch einer der Gründe, warum sie lieber in der Nähe des Stallgeländes blieben.

 

Die 12-jährigen Lempaute mag alle Waisenelefanten und freut sich immer riesig über ein Wiedersehen – ganz zu Kenias Verdruß! Wann immer die Waisen im Busch auf Lempaute treffen, begrüßt sie sie stürmisch, was Kenia zur Weißglut treibt. Sie mag es überhaupt nicht, wenn eine der jetzt ausgewilderten Kühe sich „ihrer Herde“ auch nur nähert. Warum wir das so genau wissen? Wann immer eine der Ex-Waisen in der Nähe ist, sehen wir in ihrem Gesicht wie ihre Drüsen vor Stress übermäßig viel Sekret bilden. Sie versammelt dann umgehend die Waisen um sich und marschiert mit ihnen in die entgegengesetzte Richtung. Die meisten der Waisen vergöttern die Ex-Waisen jedoch, ganz besonders die Neuankömmlinge aus Nairobi. Murit hatte sogar die einmalige Gelegenheit, mit dem in der Wildnis geborenen Neptun zu spielen!

 

Die Waisen hatten diesen Monat auch viel Kontakt zu wilden Herden, die zum Saufen an die Stalltränken kamen. Mashariki und einige der anderen waren bei ihren Versuchen, an die wilden Kälber zu kommen, ziemlich hartnäckig, wurden aber meistens von den älteren Geschwistern abgewimmelt. Murit hatte einmal Glück und durfte mit einem kleinen wilden Elefanten spielen. An einem anderen Tag wollte ein wilder Elefant im Teenager-Alter mit Rorogoi und Tundani ringen. Die lustigste Begegnung war allerdings, als die Waisen eines Tages in Richtung des Affenbrotbaumes zum Saufen rannten, aber auf dem Weg dorthin von einem wilden Elefantenbullen verjagt wurden, der furchtbar erschrocken über die auf ihn zustürzende Meute war! Eine Herde nur aus Babys ist wahrscheinlich ein sehr ungewöhnlicher Anblick für einen wilden Elefanten. Die liebe Suswa lief langsam auf ihn zu versuchte ihn zu beruhigen.

 

Kenia, Ndii, Kihari und sogar Naipoki haben diesen Monat sehr gut für Ruhe und Ordnung in der Waisenherde gesorgt. Naipoki betrafte Mudanda für ihre Freßgier und alle hielten ein Auge auf die für ihr Schwanzbeißen berüchtigte Ndoria. An einem Tag versuchte sie sowohl Suswa als auch Rorogoi anzugreifen und alle drei Leitkühe mussten einschreiten! Mbegu passt wie ein Schießhund auf ihre Mini-Herde auf, mit der sie erst letztes Jahr im Juni aus Nairobi gekommen war. Sobald es den Anschein machte, daß die Ringkämpfe von Ngilai oder Ndotto ausarteten, schritt sie ein. Ishaq-B versucht immer noch, Mbegus Herde “abzuwerben“, aber es ist ihr auch diesen Monat nicht gelungen, denn ihre Schützlinge sind sehr loyal.

 

Es ist unterhaltsam, zu sehen, daß Godomas und Mbegus Neigung für Luzernepellets auch in Voi anhält. Sie werden oft dabei beobachtet wie sie sich als Letzte noch ein paar „Rüssel voll“ Pellets schnappen, während die Herde schon auf dem Weg nach draußen in den Busch ist. Eines Morgens rannte Mbegu sogar an ihrer Milchflasche vorbei, nur um zuerst Luzernepellets zu fressen! Ngilais Durst auf Milch scheint unersättlich und er streitet ständig mit Tahri darüber, wer seine Flasche zuerst bekommen sollte. Godoma war dicht gefolgt auf Platz drei. Ngilai versuchte einmal, eine Extra-Portion zu bekommen, indem er so tat, als hätte er noch nichts bekommen. Aber die Keeper kennen all diese Tricks schon von den früheren Generationen und sind nicht so leicht hinter’s Licht zu führen!

 

Am 2. Januar nachmittags, kehrte Ol-Tukai zurück, der von Hand aufgezogene Büffel, der gemeinsam mit den Elenantilopen Kore und Tawi ausgewildert worden war. Er sah sehr schüchtern und zaghaft aus, aber ging in seinen alten Stall, blieb dort über Nacht und für den Rest des Monats. Tawi kam am 15. Januar, scheinbar um nach ihm zu schauen, und noch ein paar Tage später entdeckten die Keeper einen Abszess hinter seinem Ohr. Der Tierarzt des David Sheldrick Wildlife Trusts und des KWS, Doktor Poghon, wurde gerufen und behandelte Ol-Tukai. An einem anderen Tag, als er am Wasserloch stand, rannte Lentili super-aufgeregt auf ihn zu. Ol-Tukai erschrak sich und ging in Angriffsstellung, woraufhin Lentili sich schnell zurück zog und Kenia als Unterstützung zur Stelle rief. Gott sei Dank blieb alles friedlich und Kenia führte ihre Gruppe in den Park hinaus.

 

Monatsbericht für die Ithumba-Gruppe: Januar 2019

 

Diesen Monat herrschte die typische Januar-Hitze in Tsavo, und als es an einem Tag nieselte, waren die Waisen außer sich vor Freude, daß sie sich endlich wieder im feuchten Dreck rollen konnten. Um besser mit der Hitze klar zu kommen, war die Suhle integraler Bestandteil des Tagesablaufs.

 

Seit der Regenzeit im November/Dezember ist Ithumba immer noch sehr grün und üppig, so daß die Waisen morgens keine Luzerne brauchten, sondern direkt zum Fressen in den Busch gingen. Wir wissen jedoch, daß es bald wieder heiß und trocken sein wird.

 

Unseren letzten Neuankömmlinge, Sana Sana, Ndiwa und Malkia gefällt die große Auswahl an Pflanzen zum Fressen und sie können es morgens kaum erwarten, in den Busch zu kommen. Manchmal sind sie schon auf dem Weg, wenn der Rest der Herde und die Keeper noch gar nicht fertig sind! Sana Sana beobachtet die älteren Waisen ganz genau und ist besonders interessiert an deren Fertigkeiten, so wie das Rollen im Dreck, und kopiert sie gewissenhaft.

Mit all dem Futter, das noch zur Verfügung steht, fühlen sich die jungen Bullen ganz besonders stark und selbstbewusst, und sind eigentlich den ganzen Tag am Ringen, so wie Olsekki und Tusuja zum Beispiel. Einige der älteren Bulen, wie Kithaka, gesellen sich dann manchmal hinzu, um sie zu erinnern wie stark sie wirklich sind. Auch die ganz jungen Bullen wie Karisa und Mudusi ringen gerne mit den Älteren, aber Tusuja hat sie schnell an die Rangordnung erinnert!

 

Ukame ist immer noch eine impulsive kleine Kuh, und wenn sie einen Streit anfängt, verzieht sich der Rest der Herde schnell. Wanjala versteckte sich einmal hinter den Keepern (immer eine gute Taktik!) und Pare machte einen Rückzieher als er merkte, daß Ukame einen schlechten Tag hatte. Auch keine schlechte Taktik, besonders da Ukame ein Jahr älter war.

 

Kithaka, Garzi und Barsilinga sind zwar noch nicht ausgewildert, aber schon sehr selbständig. Sie bleiben tagsüber im Busch meist unter sich und kommen abends zurück ins Stallgelände, wenn die anderen schon längst ihr Nachtlager bezogen haben. Die Tatsache, daß sie sich noch nicht ganz von den Waisen lossagen zeigt, daß sie es einfach langsam angehen lassen. Enkikwe ist neuerdings auch sehr selbständig, trotz seines verletzten Beins und er versucht, mit seinen Kumpels Kithaka, Garzi und Barsilinga Schritt zu halten. Ein paar Mal hat er sich davon geschlichen und die Keeper mussten ihn suchen. Der Ruf der Wildnis scheint wieder lauter zu werden, aber wir müssen ihn noch in unserer Nähe behalten bis sein Bein vollständig verheilt ist.

 

Yattas Herde Ex-Waisen kam am 3. Januar wieder in die Gegend und blieb für den Rest des Monats, denn wir sahen sie hin und wieder. Yatta hatte ihre Babys Yetu und Yoyo dabei und außerdem Mulika, Mwende, Wendi mit Baby Wiva, Galana mit Baby Gawa, Makena, Ololoo, Vuria und einen wilden Elefanten. Unsere Waisen sind sehr gut dabei, heimatlose oder einsame Elefanten, die Anschluss oder eine Familie suchen, in ihre Gruppe aufzunehmen. Sie wissen ja selber nur zu gut, wie sich ein Leben ohne Familie oder Freunde anfühlt.

 

Yattas Herde ist sehr gehorsam und befolgt alles, was die Leitkuh sagt. Sobald sie kollert, ist es an der Zeit zu gehen, alle Jungtiere hören mit ihren Spielen auf und laufen hastig zum Rest der Herde, die sich in Bewegung setzt.

 

Wir haben uns gefreut, Mitte des Monats Mutaras Herde wiederzusehen. Auch Kibo, Murka, Orwa, Narok, Turkwel und Bomani waren dabei und haben sich auch ein bißchen mit den Waisen beschäftigt. Mutara brachte Dupotto einmal zurück zu seiner Herde, nachdem er ihrer Herde in den Busch gefolgt war. Sie wußte, daß Dupotto noch nicht reif für die Wildnis war! Sie ist sehr fürsorglich – eines Tages als sie sich gerade mit Orwa durch den Dreck rollte, stand sie einfach auf und tröstete Sana Sana, der von Pare niedergerungen worden war. Ex-Waisenbulle Tomboi kam am 11. Januar vorbei und begrüßte seine alte Familie.

 

Am 15. Januar kamen die Ex-Waisen Kibo, Chemi Chemi, Naisula, Kitirua, Kandecha und Murka vorbei, suhlten sich mit den Waisen und bewarfen sich mit Dreck. Abends kam Wendi mit Baby Wiva, Yatta, Yetu, Yoyo, Mulika, Mwende, Kinna mit Baby Kama, Makena, Vuria, Ololoo, Lenana, Ithumba and – Bongo! Bongo hatten wir seit Oktober 2018 nicht mehr gesehen, und er sah wirklich gut aus! Schon am nächsten Tag kam Ex-Waise Chaimu mit ihrer Langzeitfreundin Kilaguni früh morgens auf Stippvisite und gingen sogar gemeinsam mit den Waisen in den Busch. Chaimu schien sehr glücklich in Gesellschaft der Waisenelefanten und rollte sich auf dem Boden, um sie zum Spielen aufzufordern. Aber die hatten nur das Fressen im Kopf! Als der Monat voran schritt wurde es heißer und heißer, in den letzten Tagen im Januar sahen wir die Ex-Waisenbullen Kenze und Rapsu mit vier wilden Bullen. Sie schlossen sich den Waisen an, soffen Wasser an der Tränke und kühlten sich in der Suhle ab.

 

Monatsbericht für die Kibwezi-Gruppe in Umani Springs: Januar 2019

 

Die Waisen hatten diesen Monat viel Kontakt zu wilden Artgenossen, obwohl es den jungen Bullen in der Herde gelang, fast jede Begegnung zu ruinieren, weil sie zu stürmisch waren. Mehr als einmal mussten sie sich zurückziehen, weil Faraja und Jasiri zu aufdringlich wurden oder Ngasha einen der Bullen am Schwanz gezogen hatte. Meistens spielen sie nur, aber sie lernen mehr über gesellschaftliche Grenzen und Etikette, wenn sie mit wilden Artgenossen zusammen sind. Die Waisenbullen Faraja, Jasiri, Ngasha und sogar Ziwa werden immer selbstbewußter und selbständiger. Sie ziehen jetzt auch manchmal ohne die Kühe oder Keeper los, und wenn man sie ruft, reagieren sie nicht. Vielleicht dauert es nicht mehr lange und sie bleiben auch über Nacht weg – das wäre zumindest der natürliche Werdegang, ist aber für jeden Elefanten ein ganz individueller Prozess. Wir Menschen bleiben die Kostante in ihrem Leben, bis sie völlig ausgewildert sind.

 

Die Waisen konnten diesen Monat auch mit einigen wilden Kuhherden und ihren Kälbern Kontakt knüpfen. Zongoloni und Quanza benehmen sich immer vorbildlich, sind sehr gesellig und lieben die Begegnungen mit den wilden Artgenossen. Einmal fanden Murera, Sonje und Ziwa auf dem Heimweg den Dung eines wilden Elefanten, und die Spur führte sie auf einen anderen Weg bis zu ihren Freunden. Sie haben sich noch ein wenig mit der Herde beschäftigt und sind dann ganz freiwillig zurück ins Stallgelände gekehrt.

 

Murera und Sonje scheinen jetzt langsam selbst ihre Milch abzusetzen. Sie sind auch eigentlich schon längst alt genug, wir haben sie einfach verwöhnt. Mwashoti und Alamaya bekommen jetzt nur noch eine Flasche am Tag, sind mit der Rationierung aber nicht wirklich einverstanden und verlangten nach der üblichen zweiten Flasche.

 

Lima Lima war diesen Monat gierig wie immer. Eines Tages rannte sie dem Fahrzeug nach, daß immer die Milchflaschen bringt, nur damit sie ihre Flasche zu allererst bekam. Sie zerrte sie vom Pick-Up noch bevor die Keeper bereit waren! An einem anderen Morgen klaute sie Luzerneballen aus dem Futterlager und verstreute sie in ihrer Gier im ganzen Gelände. Jasiri und Ziwa verstellten ihr den Fluchtweg, aber dadurch hielt Lima Lima den Ballen hoch und verteilte ihre Beute nur noch mehr. Als sie begriff, daß sie verloren hatte, versuchte sie sich vor Murera und den Keepern zu verstecken, die schon bereit standen, sie zu bestrafen.

 

Die arme Lima Lima erlitt noch einen weiteren Schock, als sie einmal Zweige von einem Baum herunter zerrte und aus Versehen einen Bienenstock aufschreckte! Elefanten mögen keine Bienen, aber Lima Lima ist sehr clever und rannte einfach zum nächsten Wasserloch, tauchte sich unter und vermied es so, daß die Bienen sie stechen würden. In der Tat flogen sie bald außeinander und verschwanden wieder.

 

Shukuru sieht diesen Monat wieder viel besser aus. Sie bleibt trotzdem lieber allein, wenn es Zeit zum Toben und Tollen ist. Aber sie ist oftmals die Erste zur Fütterung, so daß sie ihre Ruhe hat, noch bevor die stürmischen Bullen oder Alamaya kommen. Alamaya ist manchmal neidisch auf Shukuru und benimmt sich dann daneben. Aber Shukuru hat eine Antenne dafür und zieht sich immer rechtzeitig und ganz diskret zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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