Waisenelefant Embu wurde am 2. August 2014 an den Hängen des Mount Kenya gerettet. Sie war damals sehr abgemagert und wurde danach knapp zwei Jahre lang im Waisenhaus in Nairobi gepflegt und wieder aufgepäppelt. Zusammen mit ihren besten Freundinnen zog sie vor kurzem in die Auswilderungsstation in Voi um, eine von drei solchen Stationen, die der DSWT betreibt. Dort geht es ihr nun gut und sie wächst, zusammen mit ihren Waisenhaus-Freundinnen Arruba und Suswa, weiter auf und mischt sich regelmäßig unter die jetzt wild lebenden Ex-Waisen und die wilden Herden. In ihrem Alter von erst 3 Jahren braucht sie aber natürlich noch immer Milch, die Unterstützung der Keeper und nachts den Schutz der Gehege.

Die Keeper finden Embu wiederEmbu

Auf dem Heimweg
Am späten Nachmittag des 24. Juni 2016 hatte Embu viel Spaß mit ihren Waisenfreunden, die auf eine wilde Herde getroffen waren. Sie hielt sich inmitten der wilden Herde auf und hatte sich besonders mit einer der älteren Kühe angefreundet. Die Keeper riefen schließlich die Waisen zum Aufbruch, und normalerweise kommen sie dann auch von selbst zurück, um den Heimweg zu den Stallungen anzutreten, doch dieses Mal überzeugte die wilde Herde Embu, mit ihnen mitzugehen. Sie ließen die Keeper auch nicht an sich heran, um Embu zurückzuholen. Embu hing noch immer sehr an der wilden Kuh, und die Herde war entschlossen, sie bei sich zu behalten. So ging die Herde mit ihr davon, und die Keeper folgten in sicherer Entfernung, in der Hoffnung, dass Embu irgendwann zurückbleiben würde und sie sie einsammeln könnten. Doch das passierte leider nicht, und so blieb Embu in dieser Nacht draußen bei der wilden Herde.

Auf dem Weg zurück zu den StallungenEmbu wird zu den Stallungen zurückgeführt
Embu kommt an den Stallungen anEmbu hat ein paar kleine Wunden
Die Wunde am Vorderbein
Am nächsten Morgen flog Neville Sheldrick eine Luftpatrouille, um das Bodenteam bei der Suche nach Embu zu unterstützen. Doch obwohl viele wilde Herden in der Gegend gesichtet wurden, konnten auch nach mehreren Stunden weder Embu noch die wilde Herde, mit der sie aufgebrochen war, gefunden werden. An den Wasserlöchern der Gegend wurden Keeper postiert, für den Fall, dass sie oder die Herde irgendwo zum Saufen vorbeikommen würde. Aber auch bis zum Abend war Embu noch nicht wieder aufgetaucht. Auch am 27. Juni waren die Patrouillen noch unterwegs, und da entdeckten sie auf den Weiten der Irima-Ebenen eine einsame Gestalt – und tatsächlich stellte sich heraus, dass es Embu war! Sie schien verwirrt und schutzlos, und noch dazu mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass sie in der Nacht von Löwen angefallen worden war! Wir wissen nicht, warum die wilde Herde sie allein gelassen hatte, statt sie zu beschützen. Vielleicht war sie aber auch schon auf dem Rückweg nach Hause gewesen, als sie auf den Löwen getroffen war.

Embu zurück in ihrem GehegeEmbu ist wieder zurück
Glücklicherweise waren die Wunden auf ihrem Rücken und an den Beinen nicht lebensbedrohlich, und sie war nur oberflächlich verletzt worden. Sie war überglücklich, die Keeper zu sehen, und bekam direkt draußen auf den Irima-Ebenen etwas Milch. Danach hing sie wie eine Klette an den Keepern und ging neben ihnen und einem Fahrzeug zurück zu den Stallungen, immerhin ein Weg von 25km Luftlinie! Der Tierarzt der mobilen Tsavo-Einheit, Dr. Poghon, war dabei und behandelte ihre Wunden. Sie verbrachte dann den Rest des Tages fressend und zufrieden in ihrem Gehege.

Embu wird behandeltEine der Wunden
Die Wunde wird gereinigtDie Wunden werden desinfiziert
Grüne Tonerde wird auf die Wunde aufgetragen
Embu hat Glück gehabt, dass sie dieses Drama überlebt hat, denn die Löwen von Tsavo sind durchaus in der Lage, junge Elefanten zu töten und tun das auch häufig. Wir sind sehr erleichtert, dass diese Geschichte für Embu ein gutes Ende genommen hat. Sie ist ein sehr liebevoller und fürsorglicher Elefant und war im Waisenhaus in Nairobi eine Bezugsperson für viele andere, jüngere Waisen. Besonders aufmerksam kümmerte sie sich damals um die traumatisierte kleine Dupotto, der sie half, sich von ihren tragischen Erlebnissen zu erholen.

Embu grast nach der BehandlungEmbu grast mit den anderen
(übersetzt aus dem englischen Original)

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