Zwischen den Nationalparks Tsavo East und Tsavo West liegt ein Schutzgebiet auf dem Gelände einiger benachbarter Farmen, dessen Wasserloch täglich von wilden Herden bestehend aus über 200 Elefanten besucht wird, die kommen und gehen. Eine bestimmte Herde verließ das Wasserloch aber nie, wie am späten Nachmittag des 12. Oktober festgestellt wurde. Die Manager des Schutzgebietes bemerkten, dass eine der Kühe immer wieder dicht an den Zaun herankam und irgendwie traurig aussah, gerade so als ob sie um Hilfe bitten würde. Sie spürten, dass etwas nicht stimmte und schauten sie sich etwas genauer an. Dabei entdeckten sie ein Objekt, das aus ihrer Seite ragte. Sofort wurde das vom DSWT finanzierte mobile Tierarzt-Team gerufen, doch da es schon fast dunkel war, wurde beschlossen, am nächsten Tag zu handeln.

Das Anti-Wilderei-Team des Schutzgebietes war früh am Morgen auf den Beinen, um den Spuren der Herde zu folgen. Sie gingen ihnen durch den Busch hinterher bis zurück zum Wasserloch, wohin die Kuh inzwischen mit ihrer Herde zurückgekehrt war. Sie wollten wegen der großen Hitze dort saufen, und nun stand sie erneut nachdenklich am Zaun herum. Als das Tierarzt-Team vor Ort war, stellten sie mit Erstaunen fest, dass es sich bei der Kuh um Ex-Waise Emily und bei der Herde um die Ex-Waisen handelte!

Emily am SchlammbadEmily mit ihrer Herde
Die Pfeilwunde, von Schlamm bedecktDas Tierarzt-Team untersucht Emily

Dr. Poghon machte sich sofort an die Arbeit und betäubte Emily, um gleich mit der Behandlung beginnen zu können. Es dauerte nicht lange, bis sie bewusstlos wurde und auf die Seite fiel, aus der das Objekt herausragte. Das Team arbeitete zielstrebig, um sie umzudrehen und begann danach sofort mit der Behandlung. Das Objekt wurde entfernt – es war ein kleiner handgemachter Pfeilkopf, was nahelegt, dass es sich hierbei um einen Mensch-Wildtier-Konflikt gehandelt hatte und nicht um Wilderei. Mit über 200 Elefanten in der Gegend ist es zu dieser ungewöhnlich trockenen Zeit nicht selten, dass sich Menschen und Tiere ins Gehege kommen, und diese Trockenzeit war besonders heftig. Noch dazu sind die wilden Tiere im Moment durch den Bau der neuen Bahntrasse in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Tiere wandern seit Tausenden von Jahren zwischen den beiden heutigen Parks hin und her und durchqueren dazu das dazwischenliegende Farmland, in dem es während der schwierigen Trockenzeiten viel zu fressen gibt; der hohe Bahndamm verläuft quer durch diese Verbindung, auf die sich die Wildtiere seit langer Zeit verlassen haben.

Nach der Behandlung kam Emily schnell wieder auf die Beine und kehrte direkt zu ihrer Familie zurück, die in einigem Abstand geduldig gewartet hatte, in dem Wissen, dass ihrer Leitkuh geholfen werden würde. In den folgenden Tagen konnte das Management des Schutzgebietes die Herde weiter gut beobachten, wenn sie zum Wasserloch kam. Glücklicherweise heilte Emilys Wunde sehr schnell, nachdem der krude Pfeil entfernt worden war, und nach ein paar Tagen war alles wieder gut.

Emily wird behandeltDas Team gibt acht, dass Emilys Rüssel frei bleibt
Die Pfeilwunde wird untersuchtDer Pfeilkopf wird entfernt
Die Wunde wird gereinigtEmily wird während der Behandlung mit Wasser gekühlt
Emily nach der BehandlungEmily geht mit ihrer Herde davon
(übersetzt aus dem englischen Original)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Archiv