Aktuelle Meldungen

Aktuelle Berichte über unsere Waisen-Elis.

Siku, die Tochter von Ex-Waise Sunyei, „feiert“ heute ihren ersten Geburtstag!

 

Heute vor einem Jahr, am 22. Oktober 2017, brachte Ex-Waise Sunyei ihr erstes Baby zur Welt – ein Mädchen! Weil die Geburt bei Tagesanbruch stattfand erhielt Sunyeis Tochter den Namen „Siku“, was auf Suaheli soviel wie „Tag“ bedeutet. Ein wunderschöner und passender Name wie wir finden!

Und nur wenige Stunden nach der Geburt erschien Sunyei mit Siku bereits bei den Stockades um ihre kleine Tochter den Keepern vorzustellen! Sikus Körper war noch nicht ganz trocken und sie stand noch ziemlich wacklig auf ihren Füßen. Aber ihrer Mutter war es trotzdem äußerst wichtig sie schon jetzt mit ihren menschlichen Freunden bekannt zu machen. Sie sollten wissen, dass die Familie – und für die Ex-Waisen bilden sie und die Keeper EINE Familie – ein neues Mitglied erhalten hatte. Ein beeindruckendes Verhalten, denn durch nichts könnte besser belegt werden, welches Vertrauen und Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Keepern und den Ex-Waisen herrscht! Dies ist nur möglich weil das Team des DSWT die ihnen anvertrauten Waisen mit unendlicher Liebe, Geduld, und Fürsorge behandelt.

 

Sunyei und ihre neugeborene Tochter Siku

 

An diesem Morgen befanden sich aber nicht nur die Keeper und sämtliche damals in ihrer Obhut lebenden Waisen bei den Stockades sondern auch fast alle Ex-Waisen, die in diesem Gebiet inzwischen wieder ein freies Leben im Busch führen. Und dann gab es auch noch eine ganze Reihe wilder Elefanten, darunter der bekannte Bulle One Tusker, die ebenfalls gerade vor Ort waren. Sie alle nahmen natürlich Notiz von der Ankunft Sunyeis und Sikus und so gab es eine große Begrüßungszeremonie!

 

Sunyeis Tochter Siku wird durch ein Kindermädchen „berüsselt“.

 

Nach einiger Zeit wurde es Sunyei offenbar ein wenig zu viel mit den Aufmerksamkeiten, die sie und Siku erhielten. Daher zog sie in Begleitung einiger Kindermädchen weiter. Aber schon Mittags erschien die kleine Gruppe wieder am Mud Wallow und mischte sich unter die in großer Zahl versammelten anderen Elefanten. Es konnte einem fast der Atem stocken zu beobachten, wie Siku zwischen den gewaltigen Säulenbeinen riesiger Bullen hindurch wanderte. Aber ihre Mutter und die Kindermädchen behielten sie stets im Auge und sorgten dafür, dass ihre Ausflüge nicht zu weit gingen und nicht zu lange dauerten! Andererseits verhielten sich aber auch die größten Bullen äußerst vorsichtig und rücksichtsvoll gegenüber dem neuen Mitglied der Elefanten-Gesellschaft!

 

Siku läuft unter riesigen Bullen umher!

 

Ex-Waise Sunyei und ihre Tochter Siku

 

Für unseren Verein war es ein Glücksfall, dass sich an diesem Tag gerade einige Mitglieder und Pateneltern vor Ort befanden, die uns direkt von dem wundervollen Ereignis berichten konnten. Mit dem beigefügten Video möchten wir heute daran erinnern.

 

https://www.youtube.com/watch?v=grvfaLFiMhY

 

In den nächsten 12 Monaten lernte die kleine Siku nun die Welt näher kennen. Insbesondere natürlich die anderen Elefanten: Ex-Waisen, Waisen und ihre wilden Freunde! Und selbstverständlich auch die Keeper! Siku entwickelte sich zu einem fröhlichen, freundlichen und intelligenten kleinen Energiebündel, welches kaum einmal müde zu werden schien! Zu ihren liebsten Spielgefährten gehören Wendis Tochter Wiva, Galanas Tochter Gawa und Nasalots Sohn Nusu!

 

Siku und Chyulu beim Luzerneheu-Frühstück!

 

Siku!

 

Man kann es fast nicht glauben, aber nun ist tatsächlich bereits ein ganzes Jahr vergangen und Siku „feiert“ heute ihren ersten Geburtstag. Wir wünschen ihr aus diesem Anlass natürlich nur das Beste und viele glückliche Jahre in der Wildnis von Ithumba! Happy Birthday Siku!

 

Podiumsdiskussion zum Thema „Wildtiere auf dem Rückzug – wollen wir das?“

 

Am 06.10.2018 fand im Rahmen der Ausstellung „FragmenTieren“ in der Münchner Orangerie eine Podiumsdiskussion statt, die sich mit dem Thema „Wildtiere auf dem Rückzug – wollen wir das?“ auseinandersetzte.

 

Die Veranstaltung wurde von der Künstlerin Eve Saglietto moderiert, welche auch die Ausstellung organisiert hatte. Als Diskussionspartner waren geladen Thomas Töpfer von „Rettet die Elefanten Afrikas e.V.“, Monica Lieschke vom Jane Goodall Institut Deutschland sowie Birgit Hampl und Dr. Christian Felix von „Future for Elephants e.V.“.

 

Eve Saglietto eröffnet die Podiumsdiskussion

 

Die Frage, welche im Titel der Diskussion steckte, war natürlich rein rhetorisch. Es ist klar, dass sämtliche Diskussionsteilnehmer den tatsächlich enormen, tagtäglich stattfindenden Verlust an Arten als enormes Problem betrachten. Ein Problem, welches sich gerade auch auf jene Arten massiv auswirkt, die jeweils im Fokus der betreffenden Vereine stehen, also Elefanten und Schimpansen. Doch könnte die Liste natürlich schier unendlich verlängert werden, ausgehend von den anderen Menschenaffen über Großkatzen, Nashörner, Wale und andere Säugetiere bis zu Vögeln, Reptilien, Amphibien usw.

 

Alle Teilnehmer brachte jeweils ihre eigenen Erfahrungen bzw. die ihres Vereins in die Diskussion mit ein. Darüber hinaus standen sie auch für Fragen der Zuhörer zur Verfügung.

 

Thomas Töpfer berichtet von seinen Erfahrungen

 

Die Ursachen für den Rückgang der Wildtiere sind vielfältig. Neben Wilderei und illegalem Handel sowie der zusätzlichen Belastung bereits dezimierter Populationen durch Trophäenjäger spielen vor allem der Klimawandel sowie das unaufhörliche Anwachsen der menschlichen Bevölkerung die wesentlichen Rollen. Speziell das Bevölkerungswachstum hat einen enormen Verbrauch an Ressourcen und vor allem Land zur Folge. Land, welches noch vor kurzem Lebensraum von Wildtieren war, wird in Acker- und Weideflächen umgewandelt. Die wilden Tiere verlieren ihre Heimat, werden vertrieben oder getötet. Letzteres vor allem, wenn sie zurückkehren um in den Feldern nach Nahrung zu suchen. Die Mensch-Wildtier-Konflikte nehmen daher von Jahr zu Jahr dramatisch zu!

 

Doch es gibt auch Lösungsansätze. Besonders wichtig ist beispielsweise Bildung. Mit ihrer Hilfe kann man ein Bewusstsein über die negativen Folgen des Bevölkerungswachstums schaffen. Außerdem ist es natürlich unerlässlich alternative, das heißt umweltschonende Verdienstmöglichkeiten zu entwickeln. Die Politik ist aufgerufen Gesetze zu schaffen, welche die Wildtiere unter strengen Schutz stellen, sowie die Mittel bereit zu stellen, damit Verstöße effektiv verfolgt werden können. Auch die Aufklärung der Verbraucher von illegalen Wildtierprodukten ist eine wichtige Maßnahme!

 

Hintere Reihe von links: Thomas Töpfer, Monica Lieschke, Eve Saglietto, Birgit Hampl und Dr. Christian Felix

 

Vor allem ist es aber letztlich immer notwendig die jeweiligen lokalen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Wo Menschen die Wälder abholzen um an dringend benötigtes Brennmaterial zum Kochen und Heizen zu gelangen, kann man beispielsweise mit solarbetriebenen Öfen das Problem lösen. Wo es aber zu den Traditionen gehört Abends an einem Feuer zusammenzusitzen, um sich zu treffen und auszutauschen, reicht es nicht Solar-Öfen zur Verfügung zu stellen. Hier ist es unumgänglich nötig intensive Aufklärungsarbeit zu leisten.

 

Lösungsansätze würden also bereits bestehen – wenn auch sicher noch nicht für jeden Bereich in ausreichendem Umfang. Aber man könnte darauf aufbauen. Das Hauptproblem liegt in der Umsetzung. Viele Politiker aber auch manche Organisationen sind oft eher an kurzfristigen Lösungen interessiert – auch wenn diese langfristig gar nicht funktionieren! Es wird daher noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen um ein allgemeines Umdenken zu erreichen. Viel Zeit bleibt dafür aber nicht!

 

Am 24. Juli kam Mutaras Herde von Ex-Waisen zu den Stallungen, und es war klar erkennbar, dass Turkwel mit Löwen gekämpft hatte, von denen einer ihr offenbar sogar auf den Rücken gesprungen war. Sie hatte tiefe Krallenspuren um ihren Schwanzansatz herum und an den Hinterbeinen. Es sah aber so aus, als wenn die Verletzungen nicht allzu schlimm waren. Sie wurde gleich in ein Gehege gelassen, und die Wunden wurden gesäubert und behandelt. Sie verstand auch sehr gut, dass die Keeper ihr helfen wollten und machte es ihnen leicht, und auch ihre Freunde aus der Herde protestierten nicht, als sie die Nacht im Gehege verbringen sollte. Turkwel ist jetzt neun Jahre alt und lebt seit etlichen Monaten unabhängig von den Keepern in der Wildnis; die Löwen, die sie angegriffen hatten, waren wohl von dem gleichen Rudel, das den Waisen nun schon seit längerem Sorgen bereitet.

Turkwels Wunden am SchwanzMutaras Herde besucht Turkwel

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Etwa sechs Monate ist es her, dass Enkikwe von Löwen angefallen und beinahe von ihnen getötet wurde; das geschah am 1. Februar 2018 am Kalovoto-Fluss in Ithumba. Er verdankt sein Leben seinen tapferen Artgenossen, den Ex-Waisen Makena, Tumaren und Rapsu, die sich den Löwen entgegenstellten und ihn retteten; so jedenfalls lassen es die Spuren am Ort des Geschehens und der Lärm, den man bis zu den Stallungen hatte hören können – auch wenn in dem Moment niemand mit einem solchen Drama gerechnet hatte – vermuten. Danach eskortierten sie ihn zur Auswilderungsstation zurück, wo er behandelt wurde. Er hat sein Schicksal mit viel Geduld und Ausdauer angenommen und die Zähne zusammengebissen – und inzwischen macht er auch entsprechend gute Fortschritte!

Enkikwe wird nach dem Löwenangriff behandeltEnkikwe nach der Behandlung im Gehege

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Am Samstag, den 16. Juni absolvierte Shukuru ihren Umzug in die Auswilderungsstation in Umani Springs, nachdem sie sich sechs Monate im Waisenhaus in Nairobi erholt hatte. Sie schließt sich nun der Herde von 11 glücklichen Waisen im Kibwezi-Wald an.

 

 

Dezember 2017 wurde beschlossen, Shukuru aus der Auswilderungsstation in Ithumba zurück nach Nairobi zu bringen. Sie hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, und es sollte sichergestellt werden, dass sie die beste medizinische Versorgung durch das Tierarztteam bekommt, mit regelmäßigen Bluttests und den möglicherweise notwendigen Behandlungen. Und natürlich sollte sie auch weiterhin liebevoll umsorgt werden!

Mit der Zeit ließ sie die größten Probleme hinter sich, und es musste eine Entscheidung getroffen werden, wie es mit ihr weitergehen sollte. Ihr Gesundheitszustand war noch keineswegs perfekt – was auch nicht zu erwarten war, nachdem sie sich jahrelang damit hatte herumschlagen müssen. Andererseits schien sie sich im Waisenhaus zu langweilen, vor allem, nachdem die etwas älteren unter ihren Freunden vor kurzem nach Tsavo umgezogen waren. Ihr fehlten die gleichaltrigen Elefanten und das abwechslungsreiche Leben, das sie in ihren vier Jahren in Ithumba kennengelernt hatte, doch sehr.

Shukuru im Umzugs-LKWAuf dem Weg in den Kibwezi-Wald

Umani Springs ist die neueste Auswilderungsstation des DSWT und besonders geeignet für körperlich beeinträchtigte Elefanten und ihre Freunde. Dort gibt es das ganze Jahr über genug Futter und Wasser, sodass die Waisen nicht weit laufen müssen, um genug zu fressen und zu saufen zu finden. Da Shukuru es im heißen Ithumba nicht leicht gehabt hatte, ist die Hoffnung, dass Umani Springs das geeignete Zuhause für sie sein wird.

Die Einfahrt zum Kibwezi-WaldDer Transporter fährt an den Stallungen vor

Das Einsteigen in den Umzugs-Transporter startete nachts um 2:30 Uhr, um während der Fahrt freie Straßen und erträgliche Temperaturen ausnutzen zu können. Nachdem Shukuru schon zweimal mit dem LKW gefahren war – einmal auf der Reise von Nairobi nach Ithumba im Jahr 2013 und einmal zurück letzten Dezember – wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn sie sich geziert hätte, erneut einzusteigen. Erstaunlicherweise zögerte sie aber keine Sekunde, sondern ging geradewegs hinein! Vielleicht dachte sie, sie würde zu ihren Freunden in Ithumba zurückkehren. Die Fahrt nach Umani Springs, tief im Kibwezi-Wald, verlief ohne Zwischenfälle, und als Shukuru wieder ausstieg, war sie sichtlich verwirrt, sich an so einem unbekannten Ort wiederzufinden! Sie traf immerhin auf alte Bekannte – schließlich lebte sie 2012 schon zusammen mit Murera und Sonje im Waisenhaus. Beim Aussteigen verhielt sie sich allerdings gar nicht so, als würde sie sie wiedererkennen.

Shukuru ist ausgestiegenShukuru trifft Murera und Sonje

Als erstes traf sie auf Lima Lima, die das Gekoller des neu angekommenen Elefanten gehört hatte und aus dem Wald geeilt kam, um sie zu begrüßen. Kurz darauf kamen auch die anderen Waisen, die Shukuru bald umringt hatten, die Rüssel nach ihr ausstreckten und sie vorsichtig tätschelten. Shukuru sah ziemlich durcheinander aus und musste erst noch mit der Situation zurechtkommen, aber schon bald hatte sie die üppige Vegatation des Waldes entdeckt und ließ sogar ihre Milchflaschen und Luzernenheupellets links liegen, um sich an dem vielen leckeren Gras zu bedienen.

Besonders auffällig war es, wie klein Shukuru im Vergleich zu Murera ist, obwohl die beiden gleichaltrig sind, geboren im Jahr 2009. Das zeigt, wie gut sich die Waisen in Umani Springs entwickeln; sogar Alamaya und Mwashoti, die 2014 geboren sind, sind nicht viel kleiner Shukuru.

Shukuru, noch rot von der Erde in NairobiDie anderen wollen Shukuru kennenlernen

Nach einiger Zeit hat sich Shukuru nun sehr gut eingelebt; ihr Gesundheitszustand verbessert sich von Tag zu Tag und sie wirkt immer energiegeladener. Nachdem sie am Anfang vorsichtig war, scheint sie nun ihre neue Umgebung sehr zu mögen und hat sich besonders mit Lima Lima, Sonje und Mwashoti angefreundet. So ist sie schon ein ganz natürlicher Teil der Waisenherde in Umani Springs geworden. Ihr neues Umfeld scheint ihr nun sehr viel mehr Abwechslung zu bieten, und bei dem großen Futterangebot ist zu hoffen, dass sie bald wieder ganz gesund wird.

Shukuru futtertShukuru geht voraus

Shukuru im dichten, hohen GrasShukuru gefällt es gut in Umani Springs

Schon in den ersten paar Wochen in Kibwezi hat sie an Gewicht zugelegt, und sie tut inzwischen Dinge, die sie in den letzten Jahren wegen ihrer Gesundheit kaum gemacht hatte: sie wälzt sich enthusiastisch im Schlamm und planscht gern im tiefen Wasser herum. Das sind sehr gute Anzeichen, dass sie sich erholt, und alle sind guter Hoffnung, dass sich der Trend weiter fortsetzt. Shukuru macht jedenfalls einen glücklichen Eindruck in Umani Springs, und das ist sehr ermutigend zu sehen, nachdem sie es zuvor so schwer hatte.

Shukuru beim SchlammbadShukuru genießt das Schlammbad mit Mwashoti

Shukuru watet durch sumpfiges GebietShukuru grast im Wald

(übersetzt aus dem englischen Original)

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