Mahnwache für Elefanten vor dem Chinesischen Generalkonsulat in München am 27.3.2015

im Verbund mit den weltweiten GMFER-Demonstrationen (Global March for Elephants and Rhinos)

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In der ersten Jahreshälfte 2015 gibt es weltweit in vielen Städten Proteste vor Chinesischen Botschaften und Konsulaten, initiiert von GMFER (Global March for Elephants and Rhinos). Warum?

 

China spielt mit seinem Konsum an Elfenbein eine verheerende Rolle bei der Ausrottung der Spezies Elefant. Der größte Teil des illegalen Elfenbeins von in Afrika gewilderten Elefanten wird in Chinas Läden gehandelt.

 

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China besitzt außerdem 37 staatliche Elfenbeinschnitzwerkstätten, in denen eigentlich nur das legal erworbene Elfenbein verarbeitet werden sollte, d.h. das Elfenbein, das aus Afrika mit CITES-Genehmigung in den Ausnahmeverkäufen erworben wurde, sowie das Alt-Elfenbein, das laufend von anderen Ländern, z.B. aus der EU, erworben wird. Dieser legale Handel mit Elfenbein ist jedoch ein Deckmantel für illegales Elfenbein, da niemand unterscheiden kann oder will, ob es sich um illegales oder legales Elfenbein handelt. Zertifikate werden gefälscht, oder es wird gar nicht danach gefragt.-  Dieser lebhafte Elfenbeinhandel innerhalb Chinas ist der Hauptgrund für die maßlose Wilderei in Afrika und die in kürzester Zeit drohende Ausrottung der Elefanten.

 

China kann die Elefanten retten, wenn es die Schnitzwerkstätten schließt und seinen inländischen Handel mit Elfenbein verbietet.

 

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Wir wollten mit dieser Mahnwache die Damen und Herren im Konsulat direkt erreichen und hatten deshalb chinesischsprachige Plakate und Aufnahmen vorbereitet.

 

 

 

Die Stimme im Video sagt auf chinesisch:

„Der Elfenbeinhandel in China rottet die Elefanten aus!

Elefanten werden massenhaft gewildert wegen der hohen Nachfrage nach Elfenbein in China.

China, stopp den Elfenbeinhandel!

Schließ Deine Elfenbeinschnitzwerkstätten!

Stopp den Elfenbeinhandel und rette die Elefanten!“

 

 

Vor der Mahnwache in München war ein entsprechendes Schreiben an den chinesischen Konsul geschickt worden.

 

 

Der Brief an den chinesischen Generalkonsul in München v. 27.3.15:

 

Retten Sie die Elefanten, beenden Sie den Elfenbeinhandel

– 

Sehr geehrter Herr Generalkonsul Wang,

– 

heute wende ich mich im Namen des „Global March for Elephants and Rhinos“ an Sie als den Vertreter der Regierung der Volksrepublik China in München.

– 

Wie Sie wahrscheinlich wissen, finden in diesen Wochen in der ganzen Welt vor Chinesischen Botschaften und Konsulaten friedliche Demonstrationen statt, mit denen die Chinesische Regierung aufgefordert wird, durch ein striktes Verbot des Elfenbeinhandels in China einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Elefanten zu leisten.

– 

Es gibt viele Länder auf der Welt, die eine Rolle bei der Wilderei, dem Schmuggel und dem Handel mit Elfenbein spielen. Ein ganz beträchtlicher Teil des gewilderten Elfenbeins findet jedoch seit einigen Jahren seinen Weg nach China, wo die Nachfrage nach letzten Berichten explodiert ist. Dort wird das Elfenbein zu Schnitzereien und teuren Statussymbolen verarbeitet. Selbst traditionelles Elfenbeinschnitzhandwerk sollte vor diesem Hintergrund hinterfragt werden, weil es bis zum Aussterben der Elefanten führen würde.

– 

Wenn nicht umgehend gehandelt wird, dann werden wir bald die letzten Tage dieser majestätischen, intelligenten und sensiblen Tiere auf unserem Planeten erleben. Derzeit werden etwa 100 Tiere pro Tag gewildert – alle 15 Minuten wird ein Elefant getötet. 1973 zogen noch ca. 1,3 Mio. Elefanten durch Afrika, heute sind es weniger als 400.000. Wenn nichts geschieht, werden die Elefanten bald ausgerottet sein.

– 

„Die illegale Tötung von Elefanten ist häufig verknüpft mit organisiertem Verbrechen und der Finanzierung von bewaffneten Terrorgruppen. Vielen Konsumenten in Asien ist nicht bewusst, was für eine Rolle ihr Kauf von Elfenbeinschnitzereien im Handel mit geschützten Tierarten hat – und welche tragischen Folgen. Als Weltbürger müssen wir mehr über die Konsequenzen unseres Tuns lernen.“ sagt die chinesische Schauspielerin Li Bingbing, Botschafterin von WildAid in China. Der Schauspieler Jackie Chan und der ehemalige Basketballer Yao Ming unterstützen ebenfalls die Aufklärungskampagne von WildAid in China.

– Prinz William machte in seiner Rede vor der Weltbank in New York am 8.12.14 den Zusammenhang zwischen der drohenden Ausrottung der Elefanten und dem außer Kontrolle geratenen Elfenbeinhandel insbesondere in China deutlich.

– 

China ist aufgrund seiner globalen Bedeutung in der Lage, die Führungsrolle bei der Rettung der Elefanten zu übernehmen. Dies würde China den Respekt und die Dankbarkeit von vielen Menschen weltweit einbringen. Indem ein Verbot jeglichen Handels mit Elfenbein in China verhängt wird, würde China den weitaus wichtigsten Beitrag leisten, um das internationale kriminelle Netzwerk von Elefantenwilderern und -händlern zu stoppen, das bereits auch mehr als 1.000 Wildhütern das Leben gekostet hat.

– 

Mit diesem friedlichen, stillen Protest, der in vielen Ländern der Welt vor chinesischen Konsulaten und Botschaften stattfindet, richten wir unsere dringende Bitte an Sie, unser Anliegen an Ihre Regierung in China weiter zu leiten.

– 

Hochachtungsvoll,

– 

für Global March for Elephants and Rhinos

– 

mit Unterstützung von

Rettet die Elefanten Afrikas e.V.

Jane Goodall Institut Deutschland

AGA Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V.

Rettet den Regenwald e.V.

 

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Die Bitte um ein kurzes Gespräch mit dem Konsul vor Ort kurz nach der Mahnwache wurde leider abgelehnt.

 

Wir hoffen dennoch, daß eine Information über die Proteste in München und zahlreichen weiteren Städten über die Botschaften und Konsulate nach Peking-  weitergeleitet wird. China wird sich der Verantwortung, die es für die Elefantenwilderei in Afrika trägt, letztendlich stellen müssen.

 

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