Am 8. Januar 2014 rettete der DSWT zwei verwaiste Elefanten. Die erste war Losasia, ein sechsmonatiges Kuhkalb, das in einen von Menschen angelegten Brunnen im Sera Naturschutzgebiet in Nord-Kenia gefallen war. Traurigerweise starb sie nicht lange nach ihrer Ankunft im Waisenhaus, da sie zu viel Wasser in ihre Lungen bekommen hatte.
Das zweite Kalb war ein zweijähriger Bulle aus dem Amboseli-Nationalpark, dessen Mutter die dortigen Forscher Zombe genannt hatten. Zombe war schon im Dezember vom mobilen Flug-Tierarzt-Team des DSWT und KWS behandelt worden, nachdem wir Meldungen von einer kranken Elefantenkuh mit einem noch abhängigen Kalb erhalten hatten. Wir konnten nicht herausfinden, was ihr fehlte und es gab keine offensichtlichen Verletzungen, die wir hätten behandeln können, sodass wir nur langwirkende Antibiotika verabreicht haben. Während dieser Zeit wanderte sie nicht sehr weit und ihr Kalb blieb immer in ihrer Nähe, während der Rest der Herde weiter fortging.

 



Drei Wochen später erhielten wir einen Anruf vom KWS, dass Zombe in einem Wasserloch zusammengebrochen war und zu schwach war, um wieder aufzustehen. Wir hörten davon, wie ihr junges Kalb sie mutig vor den neugierigen und hungrigen Hyänen beschützte. Das mobile Flug-Tierarzt-Team machte sich unter der Führung des KWS-Veterinäroffiziers Isaac Lekelol erneut auf den Weg und unsere Elefantenkeeper begleiteten ihn. Sie flogen nach Amboseli, wohl wissend, dass diese Geschichte ein tragisches Ende nehmen kann und dass das Kalb möglicherweise noch vor Einbruch der Dunkelheit gerettet werden muss. Da die Hyänen von seiner Anwesenheit wissen, war die Wahrscheinlichkeit nicht sehr groß, dass wir dieses Kalb noch am nächsten Tag in einem Stück wiedersehen würden.

Ankunft am Flughafen auf dem Weg zur RettungAuf der Suche nach dem Waisen
Das Rettungsflugzeug wartet auf das Kalb
Ein KWS-Team wartete am Flugfeld auf den Tierarzt und fuhr ihn zum Wasserloch. Dort lag Zombe völlig kraftlos am Boden. Der Anblick, der sich dem Team bot, war herzzerreißend traurig. Zombe lag halb im Matsch versunken im Wasserloch und war kaum noch am Leben, während ihr verwirrtes kleines Kalb noch immer loyal an ihrer Seite stand und sein Bestes gab, sie zu schützen, da er wusste, das sie den Schutz nötig hatte. Wie lange sie schon so dort lag, wissen wir nicht, aber es dürfte schon etwas länger gewesen sein. Wir hatten keine Hoffnung sie zu retten, denn die Kräfte schienen sie nun endgültig zu verlassen und wir wussten noch immer nicht wieso. Da wir keine Alternative sahen, entschied Dr. Lekelol, sie einzuschläfern, um ihr somit weiteres Leiden zu ersparen, und ihr Kalb zu retten, bevor es Opfer von Raubtieren würde.

Die sterbende Mutter des KalbsDas Kalb bei seiner sterbenden Mutter
Das Kalb versteckt sich im hohen GrasDer Betäubungspfeil wird vorbereitet
Das verwaiste Kalb
Wir wissen, dass ihr Baby zwei Jahre alt ist, da seine Geburt und seine ersten beiden Lebensjahre von den Elefantenforschern in Amboseli beobachtet und gefilmt worden waren. Er war ein großes und kräftiges Kalb, wie es für einen Amboseli-Elefanten typisch ist. Wegen der nervenaufreibenden Situation entschieden wir, dass es das Beste sei, das Kalb zu narkotisieren, bevor es gefangen und den Flug nach Nairobi antreten würde. Die lokale Masai-Bevölkerung war bereit, bei der Rettung des Kalbs zu helfen und gemeinsam mit den KWS-Rangern konnte das betäubte Kalb auf den KWS Land-Cruiser und später auch in das wartenden Rettungsflugzeug geladen werden noch bevor es dunkel wurde.

Das betäubte KalbLokale Gemeindemitglieder interessieren sich für die Rettung
Das betäubte Kalb ist für die Reise vorbereitetDas Kalb wird auf die Matratze gelegt
Im Fahrzeug auf dem Weg zum FlugfeldDas Kalb wird eingeladen
Das Kalb ist eingeladenDas Kalb wird für den Flug gesichert
Vorbereitungen für den Abflug
Sie kamen am späten Abend im Waisenhaus an und das Kalb wurde wiedererweckt, sobald es sicher in dem Gehege war, das sein zu Hause für die nächsten fünf Tage sein sollte. Er schien sehr verwirrt zu sein, wurde aber schnell von den anderen Waisen in seiner unmittelbaren Umgebung beruhigt. Er begann sofort, die Milch aus der Flasche zu trinken und das für ihn bereitgelegte Grünfutter zu fressen. Er beruhigte sich erstaunlich schnell und hatte unstillbaren Hunger auf seine Milch. Er schien froh zu sein, endlich wieder Gesellschaft anderer Elefanten zu haben, doch seine Augen verrieten, dass er noch immer mit großem Schrecken an seine verlorene Mutter zurückdachte. Er wurde Ziwa genannt. Ziwa bedeutet „Wasserloch“ und da sein „altes Leben“ an einem Wasserloch endete und sein neues dort begann, schien es gut zu passen. Außerdem konnten wir auf diese Weise das „Z“ aus dem Namen seiner Mutter und Familie beibehalten.

Das Kalb kommt im Waisenhaus anDas Kalb wird in sein Gehege getragen
Das noch betäubte Kalb im GehegeDas Kalb bekommt die Wiederbelebungsspritze
Ziwa versteckt sich in der EckeZiwa in der Ecke seine Geheges
Ziwa ist von seiner neuen Umgebung verunsichertZiwa frisst
Ziwa wurde sehr schnell zahm und nach nur fünf Tagen konnte er ohne Probleme mit den anderen hinaus gehen und sogar am Mittagsschlammbad vor der Öffentlichkeit teilnehmen. Die anderen Elefanten hatten ihm offenbar schon ausgiebig erklärt, wie das abläuft, denn er benahm sich dort beeindruckend gut und zeigte keine Furcht vor den Besuchern an seinem ersten Tag außerhalb des Geheges.

Das Kalb heißt ZiwaSuswa begrüßt Ziwa
Im GehegeZiwa rüsselt eine Begrüßung
Er ist ein liebevoller und netter Elefant und er hat schon viele neue Elefantenfreunde im Waisenhaus gefunden. Sein Gesundheitszustand ist gut und er liebt seine Milchflasche. Ziwa ist ein mutiger Elefant und hatte das Glück, eine zweite Chance auf ein glückliches Leben zu erhalten – dank der harten Arbeit von vielen Menschen!

Übernehmen Sie jetzt eine Patenschaft für Ziwa –
ein KLICK auf das Bild genügt!

Ziwa_web

 

 

Ziwa draußen im BuschZiwa rennt herum
Beim SchlammbadZiwa geht ins Matschloch

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