Radio Programme zum Artenschutz

REA e.V. finanziert die Radio-Initiative des David Sheldrick Wildlife Trust

Ein Teil der Bildungs- und Aufklärungsarbeit des David Sheldrick Wildlife Trust vor Ort in Kenia erfolgt durch Radiosendungen, die in verschiedenen Sprachen der einheimischen Bevölkerung ausgestrahlt werden, besonders für diejenigen Volksgruppen, die die Grenzen von Naturschutzgebieten besiedeln. In diesem Jahr gibt es vier Programme, die jeden Monat in den Sprachen Wakama, Kikuyu, Maa und Meru über den Äther laufen werden. Die Programme sprechen direkt die Bewohner der ariden und semi-ariden Gebiete in der Ost-Provinz an, ebenso diejenigen in den Waldgebieten der Zentral- und Westregion und gleichwohl die Massai-Viehalter. Diese Bevölkerungsgruppen wurden ausgewählt, weil sie wegen ihres Wohnortes häufig mit Wildtieren und dem Rest der Natur in Berührung kommen und direkt von der schwindenden Artenvielfalt durch Raubbau und Wilderei betroffen sind. Die Radiosendungen sind besonders auf diese Themen zugeschnitten und befassen sich hauptsächlich mit Fragen rund um den Naturschutz und einschlägigen Umweltthemen. Der Fokus auf dieses eine Themenfeld macht es leichter, den Inhalt einer vorangegangenen Sendung in späteren Beiträgen noch einmal systematisch einzubauen.

Radio


Wissenschaftlichen Studien zufolge, ist das Radio in Kenia eines der effektivsten und beliebtesten Kommunikationsmittel. Nummer eins im Land ist die Kenya Broadcasting Corporation (KBC), die Themen zu Kultur und Gesellschaft direkt zu den Kenianern bringt und eine große Breite an Sendungen für alle Altersgruppen ausstrahlt.

Das Problem
Es besteht nach wie vor Grund zu großer Sorge darüber, wie die Bevölkerung mit ihren natürlichen Ressourcen umgeht. Besonders der der illegale Verkauf von Wildfleisch („bush meat“) wird immer mehr zum landesweiten Problem, denn aus allen Teilen des Landes werden sinkende Wildtierbestände gemeldet. Geht man dieses Problem nicht so bald wie möglich an, verlieren die Nationalparks, Reservate und andere Schutzgebiete bald ihre wertvollen Wildtiere. Eine ebenso dramatische Wirkung hat das Vordringen der Menschen mit ihren Nutztieren in Wildnis. Viehherden in Schutzgebieten sind mittlerweile an der Tagesordnung, die Hirten schleppen mit ihren Herden Krankheiten ein, setzen die Natur durch ständige Anwesenheit unter Druck und roden nebenbei den Wald für Holzkohle. Leider erkennen die Menschen den Zusammenhang zwischen ihrem Handeln und den lokalen Wetterveränderungen, dem weltweitem Klimawandel, immer wiederkehrenden Überflutungen und Dürreperioden nicht – alles Auswirkungen, die ohne Frage auch sie selbst betreffen. An diesem Punkt soll angesetzt werden, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen, und vielleicht ändert der ein oder andere sogar seine Praktiken. Radio wird immer mehr zum Massenmedium und Mittel zur Bildung und Aufklärung der Bevölkerung. Die Menschen scheinen Nachrichten im Radio hohen Glauben zu schenken. Es erreicht viele Leute zur gleichen Zeit, wird in den verschiedensten Stammessprachen ausgestrahlt und ermöglicht so, dass Missverständnisse vermieden und Zusammenhänge gut dargestellt werden können.

Ziele
Hauptanliegen des Radioprogramms ist die Etablierung von relevanten und thematisch passenden Radiobeiträgen, die dazu beitragen, den Menschen Wissen, andere Sichtweisen und Praktiken im Zusammenhang mit Natur- und Umweltthemen zu vermitteln.

Im Detail sollen Naturschutzthemen ausgesucht werden, die das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen sollen, wenn es um die Zusammenhänge zwischen dem Umgang mit ihrer Natur und den direkten Auswirkungen auf ihr tägliches Leben geht.

Die Bevölkerung soll zur aktiven Teilnahme an der Lösung von Umweltproblemen in ihren jeweiligen Dörfern inspiriert und motiviert werden.


Was erhoffen wir uns am Ende?

1.Dass die Einwohner ein besseres Verständnis erlangen – für ihre Natur, die Wildtiere, ihre Umwelt und die Art und Weise, wie ihr Verhalten im Alltag oder landwirtschaftliche Praktiken die Natur negativ beeinflusst.

2.Dass eine Schnittstelle entsteht zwischen den verschiedenen Teams des Trusts im Tsavo-Nationalpark und den Dorfbewohnern. Nach der Ausstrahlung der Radiosendungen sollten nachbereitende Treffen stattfinden.

3.Dass die Bewohner auffällige (verletzte oder zurückgelassene) Tiere entweder an den Kenya Wildlife Service oder den David Sheldrick Wildlife Trust melden.

Wir danken dem Verein „Rettet die Elefanten Afrikas“ in Deutschland für seine finanzielle Unterstützung zur Umsetzung des Radio-Projektes.

Der Projektleiter der Radio-Initiative: Wambua Kikwatha
Schon während seines Bachelor-Studiums an der Moi Universität in den Fächern Soziologie und Volkswirtschaft, engagierte sich Wambua in Projekten im Naturschutz und der Armutsbekämpfung. Gleich nach seinem Abschluss arbeitete er beim David Sheldrick Wildlife Trust als Teamleiter für die allererste Anti-Wilderer-Einheit im Nationalpark Tsavo Ost. Schon damals arbeitete er eng mit dem Kenya Wildlife Service zusammen. Dies war der Auftakt für sechs Programme sowohl zur Bekämpfung der Wilderei als auch zur Aufklärung der Bevölkerung, die noch heute vom Trust durchgeführt werden und das Tsavo-Schutzgebiet weitreichend abstecken.

Wambua


Während seiner Arbeit beim Trust, wurde Wambua vom KWS mit einem Ehrentitel ausgezeichnet. In der Zwischenzeit absolvierte er noch ein Aufbaustudium im Fach Ländliche und Gesellschaftliche Entwicklung im Premise Africa Development Institute und schrieb sich an der Universität Nairobi für den Masterstudiengang Projektplanung und –durchführung ein. Er hat Schlüsselkompetenzen in den Bereichen Medienmanagement (Radio) in der Bildung, bei der Erstellung von Aufklärungsprogrammen im Natur- und Tierschutz, bei der Logistik und Planung, in Methoden zur Beteiligung der Bevölkerung bei Entwicklungsprojekten, bei der Überwachung und Auswertung von Projekten als auch in der Lobby-Arbeit erworben. Wambua ist Gründungsmitglied der Initiative „Jugend für den Naturschutz“ und in zahlreichen Kleinprojekten in Sachen Naturschutz und Ländlicher Entwicklung aktiv.

Wambua wurde im Jahr 1975 geboren, ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Helfen Sie uns den David Sheldrick WIldlife Trust weiterhin mit solchen Projekten zu unterstützen und spenden Sie unter dem Verwendungszweck “RADIO” an

Spendenkonto:
Rettet die Elefanten Afrikas e.V.
HypoVereinsbank
BLZ 200 300 00
Konto 621 918 283

Tags:

Die Rettung von Karisa
Die Rettung von Karisa
Am 23. November hatten wir die herzzerreißende Aufgabe, einen Babyelefanten aus dem Kirisia-Wald in Nordkenia zu retten, dessen Mutter schwer verletzt war – eine Gewehrkugel hatte ihr Bein zertrümmert. Es war ein furchtbares Beispiel für den Mensch-Wildtier-Konflikt, und die Elefantenkuh konnte sich wegen ihrer Verletzung gar nicht mehr bewegen. Sie konnte sich während der ganzen […]
Mega-Demo für tierfreien Zirkus / 25.2. München #CircusOHNE
Mega-Demo für tierfreien Zirkus / 25.2. München #CircusOHNE
Unsere Kollegen von Animals United rufen zu einer Demo auf, was wir sehr gerne unterstützen:       Liebe Tierfreund_innen, liebe Tierrechtler_innen, liebe Münchner_innen, liebe Menschen aus ganz Deutschland & Umgebung, die Welt schafft Tierzirkusse ab, immer mehr Länder und Städte entscheiden sich gegen die Ausbeutung von Tieren zu Unterhaltungszwecken. Deutschland verschläft den Anschluss und […]
CITES 2016 Nachlese
CITES 2016 Nachlese
Lesen Sie die Abstimmungsergebnisse der Elefanten-Anträge, über die auf der CITES Artenschutzkonferenz in Johannesburg im Oktober 2016 entschieden wurde sowie die Stellungnahme unseres Vereins Rettet die Elefanten Afrikas zu den einzelnen Ergebnissen. REA-Position zu Ergebnissen von CITES CoP17    
CITES entscheidet GEGEN die Elefanten
CITES entscheidet GEGEN die Elefanten
Eine traurige Niederlage für die Elefanten. Die 17. Konferenz der Parteien des Artenschutzübereinkommens hat gegen die Höherstufung der Afrikanischen Elefanten auf die Liste 1 abgestimmt. Die EU, welche mit einer Stimme vertreten ist bei dieser Abstimmung, hat auch gegen die Elefanten entschieden. Mit 62 „JA“ Stimmen, 12 Enthaltungen und 22″NEIN“ Stimmen wurde die erforderliche Mehrheit […]

Luggard 01.11.2015
Malkia 12.03.2016
Malima 18.05.2016
Karisa 24.10.2014
Die Rettung von Karisa
Die Rettung von Karisa
Am 23. November hatten wir die herzzerreißende Aufgabe, einen Babyelefanten aus dem Kirisia-Wald in Nordkenia zu retten, dessen Mutter schwer verletzt war – eine Gewehrkugel hatte ihr Bein zertrümmert. Es war ein furchtbares Beispiel für den Mensch-Wildtier-Konflikt, und die Elefantenkuh konnte sich wegen ihrer Verletzung gar nicht mehr bewegen. Sie konnte sich während der ganzen […]
Die Waisen im Dezember
Die Waisen im Dezember
Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Dezember 2016 Esampu und Ambo haben sich diesen Monat irgendwie überhaupt nicht vertragen. Esampu ist öfters mürrisch gegenüber ihren Artgenossen, aber mit Ambo war sie richtig böse, und daß, obwohl die beiden Stallnachbarn sind! An manchen Tagen genügte es schon, wenn Esampu Ambo nur sah, daß sie ihn einfach umrannte. Zum […]