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Dienstag, 4. April 2017

Tamiyoi liebt die Babys

Tamiyoi spielt

Rapa in Spiellaune

Godoma sorgt für gute Stimmung

Ndiwa ist ein freches kleines Mädchen

Waisenblogs-Beitrag

Dienstag, 4. April 2017
Die Waisenherde war heute Morgen in Feierlaune. Ambo, Galla, Tamiyoi, Rapa und Godoma gaben den Ton an und rannten und stampften trompetend und gut gelaunt herum. Sie schlossen ihre Feierlichkeiten mit einem Staubbad in dem Erdhaufen, der eigentlich für die kleinen Babys gedacht war, ab.

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Montag, 3. April 2017
Nachdem alle am Vormittag ihre Milch bekommen hatten, gingen die größeren zurück zu den Stallungen, um Neuling Mundusi in den Busch hinaus zu begleiten. Einige von ihnen warteten bei Maxwells Gehege, während ein paar wenige zu seinem Stall gingen und ihn abholten. Als sich das Tor öffnete, kam er mit aufgestellten Ohren herbei und wollte schon auf alles losgehen, was sich bewegte. Murit ging zu ihm, um ihn zu bremsen, und nachdem sie ihm einen kleinen Schubser verpasst hatte, war er brav und ging mit ihnen in den Wald. Bei Maxwells Gehege trafen sie auf die anderen, und wanderten alle zusammen weiter, mit Mundusi im Schlepptau. Draußen im Busch beschäftigte er sich gar nicht viel mit seiner neuen Familie, sondern blieb immer nur bei Ndiwa, einem weiteren Neuling. Zur öffentlichen Besuchsstunde blieb er im Wald. Ndotto, der eine Schwäche für neue Waisen hat, stellte sicher, dass er nicht von Rapa geärgert wurde. Kurz vor 17 Uhr kamen die Waisen zurück nach Hause, und Mundusi wurde von Galla, Godoma, Tamiyoi und Mbegu begleitet; er ging brav in seinen Stall zurück, ohne Probleme zu machen.

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Samstag, 1. April 2017
Ambo und Enkesha waren am Morgen als erste wach. Ambo fing um 5 Uhr schon an, gegen seine Tür zu stoßen! Da war es noch zu dunkel, um die Waisen herauszulassen, aber Ambo gab nicht auf und machte eine Menge Krach, sodass bald Enkesha mit Geschrei antwortete. Nach einer Weile schloss sich dann auch noch Esampu auf der anderen Seite an. Kurz vor 6 Uhr ließen die Keeper endlich Enkesha und Ambo heraus. Die beiden rannten überglücklich herum, und begannen vor Jottos und Tamiyois Ställen, wo etwas Platz ist, zu spielen. Sie rannten sich gegenseitig hinterher und trompeteten wie sehr aufgeregte Babys. Bald bekamen es alle anderen mit und fingen auch an, an ihren Toren zu rütteln und die Wände hoch zu klettern, weil sie sich den Spielen anschließen wollten. Als nach und nach alle herauskamen, machte jeder bei dem Spaß vor den Ställen mit. Murit, Pare, Lasayen und Ngilai spielten Verstecken, während andere sich auf dem Boden herumrollten und aufeinander herumkletterten, wie Jotto und Tamiyoi. Spiel und Spaß waren schließlich beendet, als die Keeper sie in den Wald hinaus brachten.

Die Rettung von Tamiyoi

Am 16. Oktober 2015 erhielten wir eine Meldung über ein kleines Elefantenmädchen, das einsam und verlassen in einem Brunnen in der Nähe von Maralal in Nordkenia feststeckte. Sie war von Hirten der Samburu entdeckt und dem Kenya Wildlife Service (KWS) gemeldet worden. Der KWS holte sie dort heraus und informierte uns über die Rettungsaktion.

 

 

Wir schickten sofort ein Flugzeug zum Wamba-Flugfeld los, ungefähr eine Stunde Flugzeit von Nairobi entfernt. Als unser Team dort gelandet war, traf es nicht nur auf die KWS-Wildhüter, die das Kalb gerettet hatten, sondern wurde auch von einer Menge Leute begrüßt, die kaum zurückzuhalten waren, weil sie sehr neugierig waren, was mit diesem winzigen Babyelefanten geschehen würde.

Tamiyoi wird zum Flugzeug gebrachtDas winzige Baby bekommt etwas Milch
Tamiyoi bekommt Milch und WasserTamiyoi wird unter den Augen der Menschenmenge auf den Flug vorbereitet
Erstaunlicherweise lief dieses furchtlose kleine Kalb den Männern auf dem Flugfeld ohne zu zögern hinterher und wirkte gar nicht gestresst von der Anwesenheit so vieler Menschen. Sie trank sogar sehr gut, ehe sie auf die Reisematratze gelegt und festgebunden wurde. Es mangelte nicht an helfenden Händen, und so war sie schnell in das Flugzeug geladen und auf den Flug vorbereitet.

Tamiyoi wird für den Flug auf die Matratze gelegtTamiyoi schläft während des Fluges
Sie kam in relativ gutem Zustand im Waisenhaus in Nairobi an und war bemerkenswert ruhig und von Anfang an den Keepern gegenüber sehr zutraulich. Es ist schwer zu sagen, wie lange sie schon ohne ihre Mutter hatte auskommen müssen; ihre Ankunft fiel jedenfalls gerade mit dem Beginn des heiklen Zahnungsprozesses zusammen, sodass wir vermuten, dass sie ungefähr zwei Monate alt war. Wir nannten sie Tamiyoi, nach der Gegend, aus der sie stammt.

Tamiyoi kommt in ihren Stall und nuckelt an den Fingern der KeeperTamiyoi in ihrem neuen Stall
Tamiyois Weg durchs Leben war zunächst unsicher, denn wir mussten sehr darum kämpfen, sie am Leben zu halten. Während anfangs alles gut war, verschlechterte sich ihr Zustand während der Zeit, in der sie ihre Zähne bekam, und ihr Leben hing am seidenen Faden. Ein gutes Zeichen in diesen schwierigen Monaten war, dass Tamiyoi in all der Zeit versuchte, Gras und ein paar wilde Beeren zu fressen, die sie im nahegelegenen Gebüsch fand. Kein anderer Elefant in ihrem Alter hatte das zuvor getan. Die Keeper mussten jeden Tag mit ihr an „Tamiyois Beerenstrauch“ vorbeigehen, damit sie die heruntergefallenen Früchte fressen konnte, bis sie zufrieden war. Die Keeper sammelten auch einige der Früchte für sie und gaben sie ihr, wann immer sie danach verlangte. Es schien, als würde Tamiyoi irgendetwas in ihrem Körper fehlen, doch trotz all unserer Bemühungen, verschiedenster Tests und Anpassungen ihrer Milchmischung verbesserte sich ihr Gesundheitszustand über viele Monate kaum; währenddessen brach sie immer wieder zusammen.

Kiko und Tamiyoi mit einem KeeperTamiyoi und einer ihrer Freunde folgen ihrem Keeper
Tamiyoi spielt mit ihrem Keeper
Tamiyoi durchzubringen war eine Herkulesaufgabe für das ganze DSWT-Team, doch ohne Zweifel war auch ihr außerordentlicher Lebenswille dabei ausschlaggebend. Mit ihrer bezaubernden Art hat sie die Herzen all derer erobert, die am Kampf um ihr Leben beteiligt waren. Seit etwa vier Monaten hat sich ihr Zustand nun immer weiter verbessert. Sie sieht noch immer leicht unterernährt aus und hat einen ungewöhnlich runden Bauch, doch es ist zu sehen, dass sie nun Woche für Woche kräftiger wird. Ihre Wangen füllen sich wieder und ihre Haut, die vorher dünn wie Papier war, erholt sich ebenfalls; eine ungesunde Haut ist immer ein Anzeichen dafür, dass mit dem Gesundheitszustand eines Elefanten etwas nicht stimmt.

Luggard, Pare, Tamiyoi, Esampu und dahinter KikoTamiyoi führt die kleine Babygruppe an
Tamiyoi ist Teil der Herde gewordenTamiyoi draußen im Wald
Tamiyoi und ihr Keeper
Mit großem Stolz können wir nun sagen, dass wir uns sicher genug sind, Tamiyoi für das Patenprogramm freizugeben – ein ganzes Jahr nachdem sie gerettet wurde. Wir haben bis jetzt noch gezögert, obwohl bereits hunderte Leute sie unterstützen wollten, denn immer wenn wir uns fast dazu durchgerungen hatten, verschlechterte sich ihr Zustand wieder, sodass wir vorsichtig wurden. Wir waren lange Zeit nicht sicher, dass sie das Schlimmste überstanden hat. Obwohl sie für ihr Alter von einem Jahr sehr klein ist, hat dieses Elefantenbaby ein großes Temperament und seinen eigenen Kopf. Die Liebe ihrer Elefantenfamilie, sowie der fürsorglichen Menschen, die Tag und Nacht um ihr Leben gekämpft haben, hatte großen Anteil daran, dass sie es geschafft hat. Wir freuen uns schon darauf, Tamiyoi zu der wunderbaren Leitkuh heranwachsen zu sehen, die sie sicherlich einmal werden wird. Sie wird die Freude erleben, mit ihrer eigenen, wieder wilden Familie in der freien Natur leben zu können. Bis dahin haben wir aber die Ehre, die wunderbaren Kinder- und Jugendjahre mit ihr zu teilen und ihre bedingungslose Liebe und offensichtliche Dankbarkeit genießen zu dürfen.

Übernehmen Sie jetzt eine Patenschaft für Tamiyoi

Tamiyoi_web

 

Die süße kleine Tamiyoi sieht nun viel gesünder aus
(übersetzt aus dem englischen Original)