Auch im Jahr 2017 waren die Bemühungen und Investigationen vom Matusadona Anti-Poaching Projekt (MAPP) sehr erfolgreich. In Zusammenarbeit mit der Polizeibehörde und der Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority (Wildtierbehörde ZPWMA) konnten folgende Erfolge zusammen erzielt werden:

 

  • 56 Wilderer verhaftet, 2 getötet, 1 verletzt
  • 130kg Elfenbein beschlagnahmt
  • 800gr Zyanid (zum Vergiften von Wasserquellen) beschlagnahmt
  • 63 Jahre und 1 Monat gesamte Gefängnis-Strafen für die Wilderer
  • 9 Gewehre konfisziert

 

 

Und auch das Jahr 2018 hat erfolgreich angefangen:

 

19. Januar 2018

Hier ein Auszug aus dem Protokoll:

 

  • 08.54 Uhr    “Wir bereiten uns auf eine Festnahme eines Elfenbeinhändlers vor,
    der Kontakt soll in den nächsten 5 Stunden stattfinden”
  • 12.41 Uhr     “Habt ihr eine Waage, um das Gewicht von Elfenbeinschnitzereien zu bestimmen”
  • 14.35 Uhr     “Wir haben die Täter gestellt. Fünf Stücke Elfenbein-Schnitzereien sichergestellt“

     

 

  

 

 

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Dezember 2017

 

Anfang des Monats lebten sage und schreibe 36 Elefantenwaisen in der Nursery, so daß es an der Zeit war, einige der älteren Waisen nach Ithumba umzusiedeln. Mit ihren drei Jahren waren jetzt Rapa, Pare, Maramoja, Sapalan und Namalok an der Reihe, diesen nächsten Schritt in Richtung Auswilderung zu machen. Da es in dieser Saison genug Regen in Ithumba gegeben hatte, war jetzt die perfekte Zeit dafür, denn es gab jede Menge Grünfutter und Wasser. Kauro war inzwischen wieder komplett genesen und sollte ebenfalls wieder zurück gebracht werden. Er war also der sechste Elefant, der an den Lkw gewöhnt werden mußte, aber diese Eingewöhnungsphase verlief dieses Mal komplett reibungslos. An manchen Tagen wollten die Waisen nach ihrer Milchmahlzeit sogar im Anhänger bleiben, so gemütlich fanden sie ihn offenbar!

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News vom Amboseli-Trust-for-Elephants – die Monate Oktober und November 2017:

 

Im Oktober und November erlebte Amboseli den Höhepunkt einer der schlimmsten Dürreperioden seit Jahren. Man kann sie am ehesten mit der katastrophalen Situation des Jahres 2009 vergleichen, als dem ausgebliebenen Regen so viele Elefanten zum Opfer gefallen waren, darunter auch Echo, die berühmte Matriarchin der EB-Familie.

 

Allerdings stellt in Amboseli selbst während der schlimmsten Dürreperioden Wassermangel an sich kein ernsthaftes Problem dar. Die großen Sümpfe werden zu jeder Zeit über unterirdische Zuflüsse ausreichend mit Schmelzwasser vom Kilimanjaro versorgt.

 

Das Hauptproblem für die Pflanzenfresser ist der Nahrungsmangel. Wenig Regen bedeutet wenig Gras. Die sonst grünen Weideflächen verwandeln sich in grau-braune, staubige Ebenen, die nur noch mit spärlichen, verdorrten Grashalmen bedeckt sind und einen trostlosen Anblick bieten.

 

Vor allem die reinen Grasfresser wie Zebras und Antilopen leiden sehr unter diesen Bedingungen und auch dieses Mal kostete die Dürre vielen von ihnen das Leben.

 

Die Elefanten kommen besser zurecht, da sie neben Gräsern und Blättern auch die Sumpfvegetation verwerten können, die jetzt eine wichtige Ressource darstellt. Allerdings ist sie nicht besonders nährstoffreich und so machen sich im Laufe der Zeit auch bei den Grauen Riesen Mangelerscheinungen bemerkbar.

 

Das Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) wird noch einige Zeit benötigen um die tatsächlichen Verluste zu ermitteln, doch geht man davon aus, dass der Dürre zwischen 50 und 60 Elefanten zum Opfer fielen. Einer von ihnen ist Amelia, die 49 Jahre alte Leitkuh der AA-Familie. Ihr Tod stellt einen besonders schlimmen Verlust für ihre Familie dar.

 

In den meisten Fällen waren es allerdings sehr alte Tiere und Kälber, welche die Dürre nicht überlebten. Viele Herden verloren eines oder sogar mehrere ihrer jüngsten Familienmitglieder – darunter die AA’s, die EB’s und die GB’s. Grundsätzlich sind vor allem die Kälbern mit einem Alter zwischen zwei und vier Jahren am meisten gefährdet, da sie während dieser Phase ihren stärksten Wachstumsschub erleben und daher besonders kalorienreiche Milch benötigen. Ihre geschwächten Mütter können aber oft nicht genug davon produzieren.

Auch gibt es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Bullenkälber wachsen im Durchschnitt schneller als Kuhkälber und verbrauchen daher auch mehr Energie. Deshalb sind sie besonders vom Nahrungsmangel betroffen.

 

Eine Elefantenfamilie auf dem Weg zu den Sümpfen

 

Leider kommt es während Dürreperioden oft auch zu einer Zunahme von Mensch-Wildtier-Konflikten. Sowohl das ATE-Team wie die Big-Life-Foundation arbeiten hart daran Lösungen für dieses Problem zu entwickeln. Im Allgemeinen sind sie dabei auch sehr erfolgreich. Die Zahl der Konflikte ist im Amboseli-Gebiet wesentlich niedriger als in den meisten anderen Regionen, in denen Elefanten und Menschen als Nachbarn leben. Doch vollständig können sie leider noch immer nicht vermieden werden. Auch dieses Jahr gab es einige tragische Zwischenfälle.

 

Ein besonders schlimmes Ereignis stellte der Tod von Little Male dar – einem 49 Jahre alten Bullen der EB-Familie. Er gehörte zu den letzten großen Stoßzahnträgern aus Amboseli – und sein Tod wäre nicht notwendig gewesen. Auslöser war ein Vorfall, bei dem ein Farmer auf dem Nachhauseweg von einem Elefanten angegriffen und getötet wurde. Besonders tragisch dabei ist, dass dieser Mann offenbar keinen Fehler gemacht hatte. Er war wohl einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Allerdings gab es keinen sicheren Nachweis, welcher Elefant den Farmer getötet hatte. Trotzdem wurde Little Male dafür verantwortlich gemacht und entschieden ihn zu erschießen! Ausgerechnet Little Male, der als besonders ruhig und umgänglich bekannt war! Niemand, der ihn kannte, konnte diese Entscheidung nachvollziehen.

 

Neben all diesen niederschmetternden Erfahrungen machte das ATE-Team allerdings auch einige erfreuliche Beobachtungen. Trotz der Dürre wurden mehrere neue Kälber geboren – unter Anderem bei den EB’s, AA’s und GB’s!

Bei den EB’s gab es gleich fünffachen Nachwuchs: Elaine, Erica und Entito brachten weibliche, Eugenie und Europa männliche Kälber zur Welt. Auch Garbo, Gretchen und Golda von den GB’s präsentierten männliche Neugeborene. Und bei den AA’s brachte Ann, eine Tochter der verstorbenen Amelia, ein weibliches Kalb zur Welt! Obwohl ihr Start ins Leben zu einer sehr schweren Zeit erfolgte überlebten alle diese Neugeborenen und als Ende November dann endlich die Regenfälle begannen hatten dieses Kälber das Schlimmste überstanden!

 

Tatsächlich begann während der letzten Novembertage endlich auch in Amboseli die langersehnte Regenzeit! Innerhalb weniger Tage veränderte sich die Landschaft von Grund auf: Überall spross frisches, grünes Gras hervor und die Ebenen verwandelten sich erneut in üppig-grüne Weideflächen.

 

Dies ist die Zeit in der sich viele Elefantenfamilien zu großen Gruppen zusammenschließen, um gemeinsam über das Land zu ziehen. Ein eindrucksvoller Beleg für das soziale Wesen der Grauen Riesen. Allerdings gibt es auch Familien, die den Trubel dieser großen Ansammlungen lieber meiden. Aber auch sie treffen sich gerne mit einzelnen, befreundeten Gruppen oder Bullen.

 

Bullen und Kühe begegnen sich zu Beginn der Regenzeit

 

Insgesamt ist die Regenzeit nicht nur eine Phase ohne Nahrungssorgen, sonder auch eine Zeit vielfältiger sozialer Kontakte. Viele Kühe kommen in den Östrus und werden dadurch für die Bullen sehr interessant.

 

Gleichzeitig bewirkt die gute Nahrungsversorgung auch, dass viele der männlichen Elefanten in die Phase der „Musth“ wechseln. In diesem Zustand zeigen sie ein erhöhtes Interesse an Paarungen mit empfängnisbereiten Kühen sowie starke Aggressionen gegenüber möglichen Konkurrenten. Jeder Bulle, der sich nicht in dieser Phase befindet, wird – unabhängig von seinem tatsächlichem Rang – jedem Musth-Bullen aus dem Weg gehen. Diese haben somit besonders leichten Zugang zu den Kühen, was ihre Paarungschancen wesentlich erhöht.

 

Die große Zahl empfängnisbereiter Kühe und in Musth befindlicher Bullen wird daher nach ca. 22 Monaten, der üblichen Dauer einer Schwangerschaft bei Elefanten, hoffentlich viele neugeborene Babys bei den Amboseli-Elefanten zur Folge haben.

Diese erfreulichen Aussichten lassen das ATE-Team nun, nachdem Ende der verheerenden Dürre, wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Der Beginn der Regenzeit lässt hoffen, dass nun endlich wieder bessere Zeiten für die Elefanten in Amboseli beginnen.

Seit 2009 portraitiert Joachim Schmeisser Elefantenwaisen in Kenia, die durch den David Sheldrick Wildlife Trust eine zweite Chance auf Leben bekommen. Eine Auswahl teils großformatiger Highlights aus seinem aktuell erschienenen Bildband „Elephants in Heaven“ ist zur Zeit in der Münchner Galerie IMMAGIS zu sehen. Noch bis zum 17. Februar 2018 haben Sie die Möglichkeit, die „Elephants in Heaven“ Ausstellung zu besuchen!

 

IMMAGIS FINE ART PHOTOGRAPHY · Blütenstr. 1 · München

Öffnungszeiten: Di – Fr: 14:00 – 18:00 Uhr Sa: 11:00 – 14:00 Uhr und nach Vereinbarung

 

Neville Sheldrick war mit einem der Flugzeuge des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT) auf einem planmäßigen Patrouille-Flug vom Hauptquartier in Kaluku in den südlichen Teil des Tsavo East Nationalparks unterwegs. In einer Gegend, die „Triangle“ genannt wird, nahe des Zusammenflusses der beiden Flüsse Tsavo und Athi, bemerkte er ein kleines Elefantenkalb, das von zwei großen Bullen begleitet wurde. Er suchte die Gegend nach Elefantenherden ab, aber weit und breit war nichts zu sehen.

 

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