Botswana, Kenia, Tansania, Südafrika. Jeder kennt diese Länder, aus wunderschönen Tierfilmen oder war selbst schon einmal vor Ort und hatte die Möglichkeit, Elefanten, Büffel, Antilopen und andere Tiere in ihrem natürlichen Umfeld vom Rücksitz eines Geländefahrzeugs aus zu beobachten. Ein einmaliges Erlebnis, nicht wahr? Für die Wildlife Action Group (WAG) ist es tägliche Arbeit – allerdings nicht in einem der berühmten Safari-Länder, sondern in Malawi, einem der vielen anderen Länder im Afrika südlich der Sahara. Die Tier- und Pflanzenwelt ist hier oftmals einem noch größeren Druck ausgesetzt, weil diese Länder durch den weniger ausgebauten Tourismus nicht das verdiente Maß an Aufmerksamkeit erhalten. Der Naturschutz ist allerdings auch hier eine der wenigen Möglichkeiten, die Armut zu bekämpfen [1], in die Fußstapfen der Safari-Länder zu treten und Einnahmen aus dem Tourismus zu schöpfen. Viele große und kleine Initiativen in Malawi setzen sich genau hier ein,  die WAG ist eine davon.

 

Leider ist es sehr schwierig, finanzielle Unterstützung für Personalkosten zu erhalten. Dies liegt zum einen daran, dass viele Menschen noch nie von Malawi gehört haben und potentielle Unterstützer ihr Geld daher lieber in die berühmten Safariländer geben (siehe oben). Zum Anderen haben wir des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass Geldgeber nicht für Personalkosten aufkommen wollen. Finanzierungshilfen sind meistens sachorientiert, z.B. ein Fahrzeug, Projekte in den umliegenden Dorfgemeinden, Beschilderungen, GPS-Geräte und andere Ausrüstung. All diese Dinge sind natürlich auch enorm wichtig für uns, jedoch helfen sie nicht, wenn das Geld für die Bezahlung derjenigen fehlt, die die eigentliche Arbeit ausführen. Und noch viel wichtiger: deren Hauptaufgabe es sein soll, das Waldreservat und deren Tier- und Pflanzenwelt zu beschützen, was hauptsächlich durch Patrouillen geschieht, z.B. um Wilderer dingfest zu machen oder Schlingfallen einzusammeln!

 

Im August 2005 begann die WAG das Sponsor-a-Scout-Programm, in der Hoffnung, dass sich die ein oder andere Einzelperson, Firma oder andere Organisation finden würde und das Gehalt eines Wildhüters finanzieren würde. Wir haben die Unterstützung tatsächlich erhalten – am Ende des Jahres 2005 wurde das damals 6-köpfige Team ausschließlich durch dieses Programm bezahlt. Aber es war auch ein wichtiger Schritt, um weitere Unterstützer zu gewinnen. So erhielt die WAG im Jahr 2006 Unterstützung vom US Fish & Wildlife Service zur Einstellung weiterer 6 Wildhüter! Was für einen positiven Unterschied das für unsere tägliche Arbeit machte! Und Anfang 2009 patrouillierten schon 16 Wildhüter im Auftrag der WAG. Ende 2017 arbeiteten 33 Wildhüter für die WAG, von denen 11 durch das Programm bezahlt wurden.

 

Auch Sie können uns helfen!

 

Wir möchten Privatpersonen , Firmen, Gruppen wie Schulklassen oder Vereine finden, die sich für diese Art der Unterstützung begeistern können und für ein Jahr (natürlich gerne länger) mit 1.100 Euro einen Wildhüter finanzieren!

 

Ein Wildhüter der WAG erhält ein Gehalt von umgerechnet ca. 60 Euro pro Monat, je nach Dienstgrad und -zugehörigkeit. Das ist überdurchschnittlich für Malawi, wo das mittlere Monatseinkommen ca. 23 Euro beträgt, Festanstellungen sind ohnehin die Ausnahme. Mit Ihrem direkten Beitrag zum Naturschutz geben Sie also auch einem Malawier die Möglichkeit auf ein Einkommen, welches  ihm langfristige Planung inklusive Alters- und Gesundheitsvorsorge ermöglicht. Außerdem ermöglicht es ihm, eine Familie zu ernähren und seine Kinder zur Schule und zum Arzt zu schicken. Zu den 720 Euro Ausgaben für das Gehalt (von denen der Wildhüter Steuern zahlt!), wird der Rest der Summe für seine Ausrüstung (Uniform, Stiefel, Schlaf- und Rucksack usw.), Härtezulagen und Notfälle (z.B. Dienstunfall) verwendet.

 

Als Unterstützer können Sie auf Wunsch mit dem Wildhüter Kontakt halten (z.B. durch Emails oder Briefe), erhalten den ca. vierteljährlich erscheinenden WAG-Newsletter und haben freien Eintritt ins Thuma Waldreservat, falls sie einmal bei uns vorbeischauen. Dann zeigt Ihnen der von Ihnen finanzierte Wildhüter natürlich gerne auf ausgedehnten Wanderungen seinen Arbeitsplatz vor!

 

Bei Fragen wenden Sie sich gern direkt an uns über kristina.roesel@reaev.org

 

[1] Das Bruttoeinkommen pro Kopf in Malawi betrug im Jahr 2016 nur etwa 320 US-Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland lag es im gleichen Zeitraum bei 43.660 US-Dollar pro Kopf. Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/malawi/profil.html

 

Ingrid Rösel wünschte sich zum 50. Geburtstag Geld von ihren Gästen, um einem Wildhüter in Malawi das Jahresgehalt zu finanzieren.

Der Jugendclub Bernsdorf veranstaltete zwei Jahre in Folge eine Party, von deren Erlös das Jahresgehalt eines WAG-Wildhüters in Malawi finanziert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11. Dezember 2017: Eine weitere erfolgreiche Verhaftung in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei. Der Verdächtige ist allen gut bekannt und führt eine lange Liste an Verstößen gegen das Naturschutzgesetz. Diese beinhalten illegalen Waffenbesitz, illegalen Besitz von Munition, Korruption, Verleih von Waffen zur Jagd auf Elefanten und andere Tiere. Er wird außerdem direkt in Zusammenhang mit zwei anderen Fällen aus diesem Jahr gebracht. Wir waren ihm seit März 2017 auf den Fersen und sind daher umso erfreuter, daß er jetzt endlich gefaßt ist. Großer Dank an alle, die bis zur Verhaftung mitgeholfen haben. Niemals aufgeben – mehr Schweiß, weniger Wilderei!  Photo © Wildlife Action Group Malawi

 

13. Dezember 2017: „Acht Jahre Strafarbeit für den Handel mit falschem Elfenbein“ lautet das Urteil von Magistrat Kantiki aus Salima für einen Mann, der falsches Elfenbei verkauft hat. Das harte Strafmaß soll abschreckend wirken und den Wilderern zeigen, daß es der Regierung ernst mit dem Schutz bedrohter Tierarten ist. Der Staatsanwalt in Salima zeigte sich sehr erfreut über das Urteil und hofft, daß es sich schnell herumspricht. Wir danken allen, die bei der Aufklärung des Falles geholfen haben! Photo © Wildlife Action Group Malawi

 

 

 

Liebe Unterstützer und Freunde,

 

die kalten und windigen Tage sind vorbei und es wird inzwischen tagsüber wieder brütend heiß. Der Wald ist trocken und man sieht wieder viel leichter Wildtiere. Es ist fast unmöglich, durch den Wald zu laufen oder zu fahren, ohne irgend ein Tier zu sehen. Die Elefanten sind überall und bewegen sich inzwischen auch in Gebieten, in denen vormals viele Holzkohlewilderer zugange waren.  Wir „erobern“ diese Gebiete, die ja formal zum Thuma Waldreservat gehören, langsam wieder zurück. In der Gegend (West-Thuma), die topographisch sehr schroff ist, gibt es viele Täler und eine wunderbare Aussicht. Das Ausmaß der Entwaldung ist hier ganz besonders schlimm, aber wir wissen auch, daß sich der Wald wieder erholen kann, wenn die Wilderer wegbleiben. Weiterlesen

 

Joachim Schmeisser

Joachim Schmeisser

 

„Das Unsichtbare unter der Oberfläche, die eher leisen aber intensiven Begegnungen sind es, die mich interessieren“ – Joachim Schmeisser.

 

Am 23. November 2017 wurde in der Galerie IMMAGIS Fine Art Photography in München die Ausstellung „Elephants in Heaven“ des Fotografen Joachim Schmeisser eröffnet. Zu sehen ist eine Auswahl teils großformatiger Highlights aus seinem aktuell erschienenen Bildband „Elephants in Heaven“.

 

Seit 2009 portraitiert Joachim Schmeisser Elefantenwaisen in Kenia, die durch den David Sheldrick Wildlife Trust eine zweite Chance auf Leben bekommen. Seine Bilder sind größtenteils in schwarz-weiß gehalten und wirken gerade deshalb besonders ausdrucksstark. Die wenigen Farbmomente, die sich in seinen Bildern finden, spiegeln die rote Erde Tsavos wider. Es sind sehr emotionale Portraits, die sowohl das verspielte Wesen der Elefantenbabys aber auch die starken sozialen Bindungen von Elefanten zum Ausdruck bringen.

 

Das Buch gewährt seinem Betrachter jedoch nicht nur einen Einblick in das Leben der Elefantenwaisen, sondern zeigt auch sehr eindrucksvoll die Zusammenarbeit des David Sheldrick Wildlife Trust mit dem Kenya Wildlife Service. Joachim Schmeisser begleitete dafür die Anti-Wilderer-Einheiten auf ihren Patrouillen und dokumentierte fotografisch, wie brutal Wilderer vorgehen und wie Ranger tagtäglich ihr Leben riskieren, um Kenias Elefanten zu schützen. Für seine faszinierenden Elefantenbilder bekam Joachim Schmeisser 2012 den renommierten Hasselblad Master Award.

 

Saskia Heyder, Vorstandsmitglied REAeV, hatte Gelegenheit, Joachim Schmeisser für ein Interview zu treffen.

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Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Oktober 2017

 

Wegen der anhaltenden Dürre in Tsavo hatten wir diesen Monat wieder einige Neuzugänge und mußten deshalb einige Umbelegungen in den Ställen vornehmen. Ndiwa und Mundusi wurden in einem Stall auf der anderen Seite von Maxwells Gehege untergebracht. Ndiwa hat die Veränderung gut weggesteckt, aber Mundusi brauchte einige Tage, bis er sich eingelebt hatte und hat es den Keepern in der Zwischenzeit nicht leicht gemacht. Schon bei ihrer Ankunft in der Nursery ahnten wir, daß Ndiwa schnell lernt, denn sie merkte sich sofort, wo die Stellen für die Milchfütterung lagen. Noch heute erinnert sie uns regelmäßig an ihr gutes Gedächtnis. Sie wurde schon einige Male wegen Neuzugängen verlegt, aber sie vergißt nie, wo sie pünktlich um 17 Uhr ihre Milchflasche abholen kann und wohin sie abends zurück zum Schlafen gehen muß. Weiterlesen

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