ATE News: Februar und März 2022

Keira von der KA-Familie in Begleitung von Kuhreihern

Im Februar und März diesen Jahres war es in Amboseli ungewöhnlich heiß und trocken. Daher kehrte eine große Zahl von Elefanten in den Park zurück, wo ihnen die Sümpfe auch jetzt noch Wasser und Nahrung boten. Unter ihnen befanden sich viele Familien und Bullen, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte, und erfreulicherweise waren alle in guter Verfassung. Für das Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) war es daher eine großartige Zeit, die allerdings auch viel Arbeit mit sich brachte. Denn nun galt es die einzelnen Elefanten zu identifizieren und zu versuchen. von ihnen neue, aktuelle Fotos zu machen, mit deren Hilfe man sie auch künftig wieder leicht erkennen kann. Doch das ist natürlich eine Arbeit, der alle mit großer Freude nachgehen.

 

Cecilia und ihre Kälber von der CB-Familie beim Trinken
Cecilia und ihre Kälber von der CB-Familie beim Trinken

 

Das trockene und heiße Wetter ist für Amboseli zu dieser Jahreszeit typisch. Allerdings gibt es im Februar normalerweise noch einige kühle Brisen, und erst  im März wird es richtig heiß. Das war dieses Jahr etwas anders, und die große Hitze begann bereits einen Monat früher. Tagsüber stiegen die Temperaturen auf 35 bis 38 Grad Celsius.

Für das ATE-Team brachte das einige Erschwernisse mit sich. Das Team wohnt und arbeitet in Zelten, die zwar sehr gemütlich sind, sich aber bei den hohen Temperaturen trotz Schattendächern stark aufheizen. Lässt man sie offen, so dass der Wind für etwas Abkühlung sorgen kann, so muss man tagsüber aufpassen, dass die hier lebenden Meerkatzen nicht eindringen und ein ordentliches Durcheinander anrichten. Nachts muss man die Zelte unbedingt verschließen, um nicht Myriaden von Stechmücken zu einem Besuch einzuladen. Doch das Team ist an diese kleinen Herausforderungen gewöhnt, und alle haben eigene Strategien entwickelt, um damit klarzukommen – genau wie die Elefanten.

 

Grüne Meerkatzen sind ebenfalls in Amboseli zu Hause
Grüne Meerkatzen sind ebenfalls in Amboseli zu Hause

 

Die Elefanten passten ihre täglichen Aktivitäten den Gegebenheiten an. Eine große Zahl von ihnen zog während der heißen Tagesstunden in die Sümpfe, wo sie Wasser und Sumpfvegetation fanden. Nachts wanderten sie dann zum Grasen auf die Weidegründe der lokalen Gemeinden außerhalb des Parks. Diesem Rhythmus folgten beispielsweise Familien wie die CBs, FBs, GBs, IBs, KAs, OAs und PAs.

Bei den FBs machte das ATE-Team die erfreuliche Feststellung, dass Floppys weibliches Kalb, welches im Oktober noch gefährlich dünn ausgesehen hatte, inzwischen deutlich stabiler wirkte. Angesichts der teilweise sehr harten zurückliegenden Monate ist das ein echter Beleg für Floppys großartige mütterliche Fähigkeiten sowie für die Unterstützung, die sie durch ihre Familie erhalten hatte.

Den GBs ging es ebenfalls sehr gut. Sowohl Gails als auch Goldas‘ Gruppen wurden beobachtet, und manchmal waren beide sogar zusammen, was einen sehr schönen Anblick bot.  Zusammen sind sie eine riesige Familie von über 50 Elefanten.

 

Abends ziehen viele Elefantenfamilien in die Weidegründe außerhalb des Parks
Abends ziehen viele Elefantenfamilien in die Weidegründe außerhalb des Parks

 

Gigabytes vier Jahre alte Tochter hatte einen neuen und sehr auffälligen Schnitt an ihrem Ohr. Solche Kerben, Löcher und Risse sind das Hauptmerkmal, das ATE zur Identifizierung von Elefanten verwendet. Bei den meisten Elefanten kommen im Laufe ihres Lebens immer wieder neue Risse und Löcher hinzu. Meistens passiert das auf ihren Wanderungen und beim Fressen. Viele Sträucher und Bäume in Amboseli sind sehr dornig, aber das schreckt die Elefanten nicht ab, sich trotzdem bei ihnen zu bedienen. Man kann oft sehen, wie sie vorsichtig selbst die stacheligsten Akazienzweige fressen.

In einigen Teilen des Parks gibt es sehr dichte Akazienwälder, welche die Elefanten lieben. Gerade hier kommt es aber auch immer wieder zu kleineren Verletzungen an den Ohren. Nur sehr wenige Elefanten erreichen das Erwachsenenalter mit völlig unverletzten Ohren. ATE bezeichnet diese als „saubere“ Ohren, und auch dies hilft bei der Identifizierung, da sie eben nur selten vorkommen.

Die KAs machten ebenfalls einen guten Eindruck und sorgten für eine freudige Überraschung, weil sie ein neues Kalb in ihrer Mitte hatten. Allerdings ist die Geburt eines Kalbs in so harten Zeiten natürlich auch eine große Herausforderung für die Mutter und die gesamte Familie. Doch einige Kühe der KA-Familie, wie zum Beispiel Keira, besitzen bereits viel Erfahrung mit schweren Zeiten, und so hat das Neugeborene trotzdem gute Chancen.

 

Das neugeborene Kalb der KA-Familie
Das neugeborene Kalb der KA-Familie

 

Placida verbrachte mit ihrer Gruppe viel Zeit in der Nähe des Forschungscamps. Die Familienmitglieder schienen in guter Verfassung zu sein, und speziell die Kälber sahen wohlgenährt und kräftig aus. Placida hatte offenbar eine gute Strategie gewählt, um mit den harten Bedingungen der letzten Monate fertig zu werden. Elefantenkühe müssen viele Faktoren berücksichtigen. Einerseits ist es wichtig, dass sie selbst in guter körperlicher Verfassung bleiben, um ausreichend Milch für ihre Kälber  produzieren zu können. Andererseits dürfen die Wege zwischen den Weidegründen nicht zu lang und schwierig sein, um die Kälber nicht zu überfordern. In schweren Zeiten ist vor allem die Erfahrung einer Matriarchin überlebenswichtig für ihre gesamte Familie.

Die AAs hielten sich in ihrem gewohnten Revier bei den Sümpfen auf. Oft teilten sie sich in kleinere Gruppen auf, doch gelegentlich kamen sie alle auch für kurze Zeit wieder zusammen. Dies ist ein häufig zu beobachtendes Verhalten während der Trockenzeit, da die Aufteilung in kleinere Untergruppen die Konkurrenz um die letzten Nahrungsressourcen verringert. Gewöhnlich waren Astrid und Annan mit ihren Kälbern zusammen, während Anghared und Ava sich mit ihren Kälbern in der Nähe aufhielten.  Angelina war bei Abra und ihren Kälbern. Angelinas weibliches Zwillingskalb sah wirklich gut aus. Jetzt, wo es nicht mehr um die Milch konkurrieren musste, war es enorm gewachsen. Der Verlust ihres Bruders hatte alle – die Elefanten wie das ATE-Team – sehr getroffen. Aber zu sehen, wie gut es Angelinas Tochter jetzt ging, wirkte etwas tröstend. Leider ist es Teil des Lebens in der Wildnis, dass nicht alle Elefanten bis zum Erwachsenenalter überleben – vor allem nicht bei Zwillingen.

 

Ilka von der IB-Familie
Ilka mit Kalb von der IB-Familie

 

Während viele Elefanten in den Park kamen, um die Sümpfe als Wasser- und Futterquelle zu nutzen, verschwanden die EBs überraschenderweise für den größten Teil des Februars und den halben März.

Erst in der dritten Märzwoche kehrte Enids Gruppe in den Park zurück, und alle Familienmitgleider  sahen gut aus. Nur Eudora fehlte zunächst, tauchte aber einen Tag später ebenfalls auf.  Als sie sich der Familie näherte, kam ihr Enid entgegen und begrüßte sie sehr herzlich. Während einer Begrüßungszeremonie laufen die Mitglieder einer Familie oder einer Gruppe aufeinander zu und stoßen dabei laute Rufe, Trompeten, Brüllen und Schreie aus. Die Elefanten heben ihre Köpfe und spreizen ihre Ohren, während sie aus ihren Schläfendrüsen ein Sekret absondern. Gleichzeitig schlagen sie dabei sehr schnell mit ihren Ohren. Diese Begrüßungszeremonien sind ein sehr schöner Beleg für die starken emotionalen Bindungen zwischen Elefanten!

Im März gab es für das ATE Team auch einiges an zusätzlicher Arbeit, denn es waren gleich mehrere Filmprojekte zu betreuen. Bei der Zusammenarbeit mit Filmteams gehört es zu den Aufgaben von ATE, dafür zu sorgen, dass sie sich in der richtigen Position für die Aufnahme der Elefanten befinden und dass sie wissen, welche Individuen sie filmen und welches Verhalten sie festhalten. Das ist relativ zeitaufwändig, und dadurch bleibt dem Feldteam nur wenig Zeit für andere Aktivitäten. Die Filmarbeit ist allerdings sehr wichtig, weil sie dazu beiträgt, Sympathie und Verständnis für die Elefanten und ihre Bedürfnisse zu wecken, und so – hoffentlich – die Bereitschaft der Menschen fördert, sich für sie einsetzen.

 

Keira von der KA-Familie in Begleitung von Kuhreihern
Keira von der KA-Familie in Begleitung von Kuhreihern

 

ATE versucht normalerweise, die Arbeit mit den Filmteams so zu regulieren, dass auch noch Zeit für andere wichtige Arbeiten bleibt. Doch da im März gleich mehrere Filmprojekte gleichzeitig fertiggestellt werden mussten, hatte sich das Team darauf zu konzentrieren.

Die Zukunft scheint die Elefanten in Amboseli vor große Herausforderungen zu stellen. Vor allem der Verlust ihres Lebensraums aufgrund des menschlichen Bevölkerungswachstums wird zu einem immer größeren Problem. ATE arbeitet hart daran, dass die Welt dieser Elefanten, ihre natürliche Lebensweise und die für sie wichtigen Gebieten auch in Zukunft geschützt werden.

 

Wer diese wichtige Organisation und ihre beeindruckende Arbeit für die Elefanten in Amboseli unterstützen möchte, kann uns eine Überweisung unter dem Stichwort „ATE“ auf unser Konto mit der

IBAN: DE30 2003 0000 0621 9182 83 und der BIC: HYVEDEMM300 zukommen lassen.

 

Oder ganz einfach per Paypal:

 

 

Wir danken allen Unterstützer*innen im Namen des gesamten ATE-Teams und der Elefanten ganz herzlich für ihre so wichtige Hilfe! Sie leisten damit einen echten Beitrag für das Überleben der Elefanten in Amboseli.

ATE News: Dezember 2021 und Januar 2022

Angelina und ihre Tochter

Im Dezember kam es endlich zu einem Ende der langen und harten Trockenzeit, und die langersehnten Regenfälle verwandelten das Land in ein grünes Paradies. Für die Elefanten begann nun eine wundervolle Zeit, während der sie sich von den überstandenen Entbehrungen erholen konnten.

Die AA-Familie musste allerdings mit einem sehr schmerzhaften Verlust fertig werden: Das männliche Zwillingskalb Angelinas war gestorben. Doch die Familie hielt auch in dieser schweren Zeit zusammen, schaffte es, ihre Trauer zu überwinden, sich über neues Leben zu freuen und wieder nach vorne zu blicken.

 

Der große Bulle Bjorn
Der große Bulle Bjorn

 

Der Beginn der Regenzeit hatte zur Folge, dass die meisten Elefanten den Park verließen, um die außerhalb liegenden Gebiete zu durchstreifen. Im Januar kehrten aber viele bereits wieder zurück; zuerst hauptsächlich Familiengruppen und gegen Ende des Monats auch Bullen in größerer Zahl. Der berühmte Craig wurde gesehen, allerdings nicht in Gesellschaft von Familien. Doch andere Bullen wie Bjorn und Liagat konnten zusammen mit Kühen beobachtet werden. Der eindrucksvolle Bjorn kam eines Tages sogar direkt zum ATE-Camp. Er hat zwar keine besonders langen Stoßzähne, ist aber definitiv einer der größten Bullen Amboselis. Und Liagat wurde beobachtet, wie er sich mit Ramulosa von der RA-Familie gepaart hat.

Der Jahresanfang war eine unglaublich schöne Zeit in Amboseli – mit regelmäßigen Blicken auf den schneebedeckten Kilimandscharo und großen Elefantenansammlungen im Park.

Die FBs gehörten zu jenen Familien, die den Park im Dezember verlassen hatten und im Januar zurückkamen. Es ging ihnen gut, und alle Kälber waren in bester Verfassung. Speziell auch Floppys Kalb, welches Ende November ziemlich abgemagert aussah, hatte sich deutlich erholt. Eine große Erleichterung für das ATE-Team! Matriarchin Fanny hat ziemlich gute Arbeit geleistet. Sie ist jetzt 53 Jahre alt und damit in einem guten Alter für eine Leitkuh. Früher war es ihr nicht immer gelungen, die Familie so zusammenzuhalten wie ihre Vorgängerin Felicity. Solange diese noch lebte, kam und ging Fanny mit ihrem Teil der FBs, wie es ihr gefiel. Bei ATE dachte man manchmal, dass FelicitysTöchter (Fadila, Fizz und Fezara) sich vielleicht abspalten und einen eigenen Familienzweig gründen würden. Doch das ist bisher nicht geschehen. Es wäre wünschenswert, wenn die FBs zusammenblieben, denn größere Familien haben meistens bessere Überlebenschancen. Sie können flexibel auf unterschiedliche Bedingungen reagieren, sich in mageren Zeiten in kleinere Gruppen aufteilen und in besseren wieder zusammenschließen.

 

Liagat und Ramulosa
Liagat und Ramulosa

 

Die EBs verließen den Park im Dezember und wurden nur einmal im Januar inmitten einer großen Elefantenherde gesehen. An diesem Tag waren mehr als 300 Elefanten zusammen, und das ATE-Team war geradezu überfordert, alle Zähl- und Sichtungsdaten zu erfassen! Die EBs sahen sehr glücklich aus inmitten so vieler anderer Familien und Bullen. Es ist etwas ganz Besonderes, Elefanten auf diese Weise zusammenkommen zu sehen, und Amboseli ist einer der letzten Orte, an denen das noch möglich ist.

Auch die GBs wurden inmitten einiger großer Elefanten-Herden gesichtet, die sich auf der Ostseite des Parks versammelt hatten. Dabei waren sie vor allem mit befreundeten Familien wie den BCs, LDs, KBs und HBs zusammen. Auch ihre jüngsten Familienmitlieder wirkten gesund und kräftig. Speziell das im November geborene Kalb von Gigabytes war sehr lebhaft, und das Kalb von Garamba sah richtig rund aus und wuchs schnell.

Die PCs kamen regelmäßig direkt zum ATE-Camp. Das neue weibliche Kalb von Perwinkle wirkte sehr neugierig und selbstbewusst. Sie liebte es, mit ihrer älteren Schwester Pavela und ihrer Cousine Pilapila zu spielen. Sie hat auch einen älteren Bruder namens Pilau, aber sein Interesse, mit ihr zu spielen, war eher begrenzt.

 

Manchmal kommen Elefanten in Amboseli sehr nahe an Besucher heran.
Manchmal kommen Elefanten in Amboseli sehr nahe an Besucher heran.

 

Von einigen Familien konnten nur Teilgruppen beobachtet werden. So wurde von den OAs die Gruppe von Olympia nicht gesichtet, doch die Gruppe von Onyx dafür regelmäßig. Onyx hielt sich an die Routine ihrer Mutter Orabel und erwies sich als großartige Matriarchin. Orabel war lange Zeit die Matriarchin der Familie, aber selbst zu ihrer Zeit entschied sich Olympia oft dafür, ihren Familienzweig auf ihre eigene Weise zu führen. Höchstwahrscheinlich wird sie wie viele andere Familien nach der kleinen Regenzeit im Juni oder Juli in den Park zurückkehren.

Onyx‘ Familienteil sah sehr gut aus. Oralees weibliches Kalb, das im November geboren wurde, gedieh prächtig, war sehr selbstbewusst und liebte es, Zeit mit ihren hochmotivierten Kindermädchen Okota und Obamba zu verbringen! An heißen Tagen zogen sich die Elefanten gegen Mittag oft zeitig in die Sümpfe zurück, um sich abzukühlen. Oralees Tochter spielte aber auch gerne in den Pfützen entlang des Weges, sorgfältig bewacht von ihrer Familie.

 

Zwei spielende Bullen
Zwei spielende Bullen

 

Die AAs erwiesen sich wie immer als besonders standorttreu und blieben die ganze Zeit im Zentrum des Parks. Leider mussten sie mit einem traurigen Verlust fertig werden: Das männliche Zwillingskalb Angelinas ist im Dezember gestorben.

Elefanten haben nur sehr selten Zwillinge und wenn doch, dann überlebt meistens nur einer von ihnen, denn für Elefantenkühe ist es im Allgemeinen schon schwer genug, ein Kalb mit ausreichend Milch zu versorgen. Bei Angelinas Zwillingen hatte es zunächst sehr gut ausgesehen, denn sie waren in einer Zeit mit besonders reichem Nahrungsangebot geboren worden, die sich fast ununterbrochen die ersten anderthalb Jahre ihres Lebens fortsetzte. Doch ab Mitte Mai 2021 begann die lange und harte Trockenzeit und Angelina hatte offensichtlich nicht mehr ausreichend Milch für zwei Kälber. Beide Zwillinge begannen sichtbar an Kondition zu verlieren – besonders aber Angelinas Sohn. Normalerweise wachsen Bullenkälber deutlich schneller als Kuhkälber, benötigen dafür aber auch mehr Energie. Der Nahrungsmangel wirkte sich daher besonders für den männlichen Zwilling sehr schlimm aus.

Für das Team des Amboseli Trust for Elephants war es schwer, dies beobachten zu müssen. Sie wussten zwar um die besonderen Probleme von Zwillingskälbern, hofften aber trotzdem, dass es beide Kälber Angelinas schaffen würden – zumal sich der Sohn als sehr willensstark gezeigt hatte.

Cynthia Moss und ihre Team-Mitglieder beobachten die Elefanten Amboselis seit nun fast fünfzig Jahren, und gerade die AAs sehen sie fast täglich. Sie verbringen ungezählte Stunden damit, sie zu beobachten und ihre Persönlichkeiten kennenzulernen.  Da ist es selbstverständlich, dass sie starke emotionale Bindungen zu den Elefanten aufbauen und bei Problemen helfen möchten.

 

Angelina, ihre Zwillinge und zwei Kindermädchen
Angelina, ihre Zwillinge und zwei Kindermädchen, als die Zeiten noch gut waren

 

Doch müssen sie sich an die Regel halten, nur dann einzugreifen, wenn ein Problem von Menschen verursacht oder ein Elefant von seiner Familie verlassen wurde. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits ist es nicht so, dass Elefanten in menschlicher Obhut automatisch bessere Überlebenschancen haben als solche, die bei ihren Familien bleiben. Die Situation ist für beide sehr kritisch. Und andererseits würde eine Gefangennahme sowohl für das betreffende Kalb wie auch die anderen Mitglieder seiner Familie erheblichen Stress bedeuten. Und Stress kann bei Elefanten zu allen möglichen gesundheitlichen Problemen führen. Hätte man Angelinas Sohn seiner Familie weggenommen, so hätte damit gerechnet werden müssen, dass dies nicht nur für ihn, sondern für seine gesamte Familie, vor allem Mutter und Zwillingsschwester, sehr negative Auswirkungen haben konnte und womöglich beide Kälber nicht überleben würden.

Daher entschied sich das ATE-Team schweren Herzens, nicht einzugreifen, sondern die Entwicklung abzuwarten. Die Zwillinge sollten die Chance erhalten, zusammen mit ihrer Familie zu überleben. Und im schlimmsten Fall würde Angelina dann hoffentlich nur ein Kalb verlieren. Nur wenn die Familie selbst einen der Zwillinge aufgegeben hätte, wäre eingegriffen worden. Doch dies war nie der Fall. Angelina und ihre Familie kämpften stets um beide Kälber. Die Solidarität unter ihnen war wirklich beeindruckend, und auch dies bestärkte Cynthia und ihre Kolleginnen in ihrem Entschluss.

Leider haben es die AAs trotzdem nicht geschafft und Angelinas Sohn verloren. Nun müssen sie um seinen Tod trauern – wie sie schon oft um ihre Toten getrauert haben, vor allem auch um Kälber. Im Vergleich zu anderen Familien haben die AAs leider eine relativ hohe Kälbersterblichkeit. Das liegt vor allem daran, dass sie sehr viel Zeit mit der Nahrungssuche in den Sümpfen verbringen. Die jungen Kälber müssen den ganzen Tag durch zähen Schlamm waten, was sie sehr anstrengt und äußerst kräftezehrend ist. Gleichzeitig können sie dabei nur relativ selten gesäugt werden. Diese beiden Faktoren sind wohl hauptsächlich für die geringe Überlebensrate der AA-Kälber verantwortlich.

Ganz anders ist die Situation bei Pazia aus der PA-Familie, die im Moment ebenfalls Zwillinge (zwei männliche Kälber) hat. Sie folgt einer völlig anderen Strategie als Angelina. Pazia verbringt viel mehr Stunden an Land, und wenn die PA’s doch die Sümpfe aufsuchen, haben sie einen gut organisierten „Kindergarten“ mit Nannys, die sich um die jungen Kälber kümmern, während die Mütter im Sumpf unterwegs sind.  Die Kälber werden von den Kindermädchen beschützt, die mit ihnen am Rand des Sumpfes bleiben und warten, bis die Mütter von der Nahrungssuche zurückkehren. Diese koordinierte Zusammenarbeit verbessert die Überlebenschancen der PA-Kälber deutlich.

 

Elefanten in den Sümpfen Amboselis
Elefanten in den Sümpfen Amboselis

 

Nach ihrem Verlust verbrachten die AAs die meiste Zeit auf einer Insel in der Mitte des Sumpfes, wo sie nur schwer zu beobachten waren. Angelina befand sich in der Nähe von Astrid, der Matriarchin der AAs. Doch dann gab es eine große Überraschung, als die Familie eines Tages direkt zum ATE-Camp kam. Das gesamte Team war begeistert über diesen Besuch, der das große Vertrauen der AAs ihnen gegenüber zeigte. Die Freude verdoppelte sich aber noch, als man feststellte, dass Ann ein neugeborenes weibliches Kalb an ihrer Seite hatte! Es war ein echtes Geschenk, dass Ann dem Team erlaubte, ihr Neugeborenes aus nächster Nähe zu sehen und ihre Freude mit ihnen teilte. Dieses neue Baby hat mit Sicherheit auch der gesamten Familie sehr gut getan, und es sah gesund und kräftig aus.

Während die AAs Zeit in der Nähe des Camps verbrachten, konnte das Team auch Angelina sehen und stellte fest, dass ihr weibliches Zwillingskalb bereits an Kondition gewonnen hatte. Da es die Milch nicht mehr teilen musste, konnte es sich in nur kurzer Zeit schon sichtbar erholen. Sie hat nun wirklich gute Chancen, es zu schaffen.

 

Angelina und ihre Tochter
Angelina und ihre Tochter

 

Bei diesem Besuch bemerkte man auch, dass sich Aurora B, die jetzt zwölf Jahre alt ist, im Östrus befand. Aurora B ist eine Tochter von Amber, welche bereits 2016 gestorben war und Aurora B im Alter von sechs Jahren als Waise hinterlassen hatte. Aurora B blieb damals bei der Familie und folgte vor allem ihrer Tante Angelina, die für sie zur Ersatzmutter wurde. Ein sechsjähriges Kalb benötigt zwar keine Milch mehr, braucht aber immer noch die Führung und die Fürsorge seiner Mutter. Es war daher großartig, dass Angelina diese Aufgabe übernommen hatte. Sie wird sicher auch eine wundervolle Großmutter sein.

Die Elefanten in Amboseli haben wirklich harte Zeiten hinter sich. Und auf die AA-Familie trifft dies in besonderem Maße zu. Doch allmählich scheinen sie sich davon zu erholen, durch neue Kälber neue Freude zu finden und wieder nach vorne zu blicken. Die erfahrenen Kühe haben diese Gegensätze schon oft erlebt. Sie wissen, wie hart und grausam die Natur sein kann – aber auch, dass selbst auf die schlimmsten Katastrophen wieder bessere Zeiten folgen.

Das Team des Amboseli Trust for Elephants wird auf jeden Fall weiter an ihrer Seite sein und sich dafür einsetzen, dass Amboseli auch in Zukunft eine sichere Heimat für Elefanten bleiben wird.

 

Wer diese wichtige Organisation und ihre beeindruckende Arbeit für die Elefanten in Amboseli unterstützen möchte, kann uns eine Überweisung unter dem Stichwort „ATE“ auf unser Konto mit der

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Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern im Namen des gesamten ATE-Teams und der Elefanten ganz herzlich dafür!

ATE News: Oktober und November 2021

Anwyn aus der AC-Familie

Die Monate Oktober und November 2021 waren geprägt von der weiter anhaltenden Trockenzeit, die es den Elefanten immer schwerer machte noch genug Nahrung zu finden – nur Wasser steht in den Sümpfen ganzjährig ausreichend zur Verfügung.

Vor allem die Kälber hatten sehr zu kämpfen und mehrere machten einen besorgniserregenden Eindruck. Das Team des Amboseli Trust for Elephants musste in diesen Fällen die schwere Entscheidung treffen ob und wann helfend eingegriffen werden sollte. In einigen Fällen entschloss man sich vorerst noch abzuwarten und den Kälbern die Chance zu geben bei ihren Familien zu bleiben, dabei aber ihre Entwicklung genau im Auge zu behalten, um notfalls schnell Hilfe leisten zu können. Im Fall eines Kalbs der BC-Familie, welches den Namen Barnoti erhielt, war allerdings klar, dass sofort Hilfe nötig war und der Sheldrick Wildlife Trust wurde zu seiner Rettung gerufen. Der kleine Bulle kam in die Nursery nach Nairobi, wo er nun eine zweite Chance auf ein Leben in der Wildnis erhält.

 

Amboseli war allerdings noch immer besser dran als andere Teile Kenias, die mittlerweile unter einer echten Dürre litten, die vielen Wildtieren, auch Elefanten, das Leben kostete. Im Zentrum des Nationalparks liegen Sümpfe, die den Tieren das ganze Jahr über Wasser und Nahrung bieten. Allerdings ist die Sumpfvegetation nicht besonders nährstoffreich und es fällt den Elefantenmüttern schwer mit dieser Nahrung genug Milch für ihre Kälber zu produzieren und gleichzeitig auch sich selbst mit der nötigen Energie zu versorgen. Außerdem können Kälber während der Zeit, die ihre Mütter in den Sümpfen verbringen, nicht gesäugt werden und müssen stattdessen oft selbst lange und anstrengende Wege durch das relativ kalte Wasser der Sümpfe zurücklegen. Diese Umstände machten sich allmählich bemerkbar und viele Kälber begannen sehr dünn auszusehen – einige besorgniserregend.

Sollte die Trockenheit weiter andauern musste damit gerechnet werden, dass sie auch in Amboseli Opfer fordern würde – vor allem unter den jüngsten Kälbern aber auch den ältesten Tieren sowie jüngeren Müttern, die sich selbst noch im Wachstum befinden und gleichzeitig Milch für ihre Kälber produzieren müssen.

 

Für das Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) ist es schwer solche Entwicklungen mitanzusehen. Sie helfen so gut sie können – aber es ist nicht einfach in solchen Situationen zu entscheiden wann und wie weit man als Mensch eingreifen darf, soll oder muß. Grundsätzlich vermeidet man es Kälber von ihren Familien zu trennen – auch wenn es sich um Waisen handelt.  Die Chancen von Elefantenwaisen in menschlicher Obhut sind nicht automatisch besser als die von Waisen, die bei ihren Familien leben, vor allem wenn sie bereits ohne Milch auskommen. Die Trennung eines Kalbes von seinen Verwandten und Freunden wäre jedoch für alle Elefanten mit großer Angst und enormem Streß verbunden und die gesamte Familie danach voller Trauer um den Verlust des Kalbes. Solche traumatischen Erlebnisse möchte man ihnen wenn irgend möglich ersparen. Daher wartet man zunächst ab ob die Kälber in der Lage sind mit Hilfe der anderen Familienmitglieder zu überleben. Sobald ein Kalb allerdings den Anschluß an seine Gruppe verliert wird eingegriffen.

 

Die Zwillingskälber von Angelina aus der AA-Familie gehörten zu den Kälbern, um die man sich große Sorgen machte. Elefantenkühe haben nur extrem selten Zwillinge – aus gutem Grund. Meistens ist es für sie schon schwer genug Milch für ein Kalb zu produzieren. Zwillinge haben daher generell deutlich schlechtere Überlebenschancen. Angelina’s Kälber waren immerhin in einer Zeit des Überflußes geboren worden. Doch jetzt, mit ca. anderthalb Jahren, litten sie sehr unter den harten Bedingungen. Vor allem das männliche Kalb schien es sehr schwer zu haben. Allerdings ist er ein sehr entschlossener, zielstrebiger und willensstarker kleiner Bulle, was sehr hilfreich ist, wenn es darum geht schwere Zeiten zu überstehen. Daher wurde entschieden noch nicht einzugreifen sondern die weitere Entwicklung abzuwarten. Das ist auch relativ gut möglich, da die AA-Familie zu den standorttreuesten in Amboseli gehört und ihre Weidegebiete unweit des ATE-Camps liegen.

 

Ella
Ella, die Matriarchin der EB2-Familie

 

Auch der ca. anderthalb Jahre alte Sohn von Ella, der Matriarchin der EB2-Familie, befand sich in einer besorgniserregenden Situation. Ella war von Unbekannten mit einem Speer tödlich verletzt worden und ihr Sohn eigentlich noch milchabhängig. Ihre Familie hält sich in der Selenkay-Conservancy auf, die im Norden des Amboseli-Ökosystems liegt. Für das ATE-Team ist es schwer sie dort im Auge zu behalten. Aber dankenswerter Weise sind die Mitarbeiter des lokalen Porini Camps eine großartige Hilfe, da sie diese Familie gut kennen, regelmäßig sehen und Berichte über ihre Entwicklung an ATE senden. Sie beobachteten, dass die EB2s sich nur langsam vom Verlust ihrer geliebten Matriarchin Ella erholten. Eine Leitkuh zu verlieren, noch dazu auf gewaltsame Weise, ist für Elefanten absolut traumatisch. Besonders hart ist es aber für Ellas Sohn. Er hatte inzwischen schon sichtbar an Gewicht verloren! Allerdings war er noch immer bei seiner Familie und seine großen Schwestern kümmerten sich liebevoll um ihn. Daher hatte auch er noch eine Chance mit Hilfe seiner Familie zu überleben und sollte es Anfang Dezember – wie prognostiziert – endlich wieder regnen, dann wäre das Schlimmste überstanden. Daher wurde auch in diesem Fall vorerst auf ein Eingreifen verzichtet.

 

Barnoti
Bouenzas Sohn Barnoti

 

Anders musste hingegen bei einem Kalb aus der BC-Familie entschieden werden. Das ATE-Team hatte festgestellt, dass Bouenza, eine Kuh dieser Familie, nicht mit den anderen zusammen war – ihre Kälber, drei ältere Töchter und ein erst 2019 geborener Sohn, allerdings schon. Das war äußerst ungewöhnlich. Eine Kuh kann sich zwar für einige Zeit von der Gruppe trennen, doch wird sie dann immer von ihren Kälbern, zumindest den milchabhängigen, begleitet. Es musste daher leider angenommen werden, dass Bouenza nicht mehr lebte.

 

 

Barnoti
Barnoti wurde ohne seine Familie gefunden

 

Auch bei ihrem Sohn beschloß man zunächst noch abzuwarten und seine Entwicklung zu beobachten. Es wurde aber bald klar, daß ihm der Verlust seiner Mutter körperlich besonders schwer zusetzte. Er begann immer mehr an Kondition zu verlieren und war schließlich nicht mehr in der Lage mit seiner Familie Schritt zu halten. Am 19. Oktober entdeckte ihn Katito von ATE ganz allein, ohne ein anderes Familienmitglied in der Nähe. In dieser Situation war völlig klar, dass sofort Hilfe geleistet werden musste. ATE informierte den Sheldrick Wildlife Trust (SWT), der unverzüglich ein Rettungsteam schickte. In einer gemeinsamen Aktion gelang es dem Team des ATE, der mobilen Tierarzteinheit des SWT und KWS sowie den SWT-Keepern Bouenzas Sohn einzufangen und in die Nursery des SWT in Nairobi zu bringen. Auf Grund seiner Abstammung von der BC-Familie wurde entschieden ihn Barnoti zu nennen, was auf Maa (Sprache der Massai) „junger Mann“ bedeutet. Er hat sich bei den anderen  Elefantenwaisen in der Nursery inzwischen gut eingelebt und das ATE-Team ist sehr froh, dass er unter der professionellen Obhut der SWT-Keeper eine zweite Chance auf ein Leben in der Wildnis erhält.

 

Barnoti
Barnoti hat sich gut in der Nursery des SWT eingelebt

 

Während diese drei Fälle die besondere Aufmerksamkeit des ATE-Teams erforderten kämpften auch die anderen Elefanten Amboselis mit den schweren Bedingungen. Wie schon erwähnt hielten sie sich oft in und bei den Sümpfen auf. Auch Familien, die lange außerhalb des Parks unterwegs gewesen waren, kehrten jetzt hierher zurück. Allerdings haben viele Matriarchinnen auch ganz spezielle Strategien entwickelt um noch genug Nahrung für ihre Familien zu finden. Diese sind unterschiedlich effektiv – bewirken aber dass möglichst alle noch verfügbaren Ressourcen genutzt werden.

 

Einige Familien, darunter die OA’s und PC’s, hielten sich tatsächlich vorwiegend bei den Sümpfen auf. Ihre Strategie hat sich bereits viele Jahre bewährt, speziell die PCs haben zahlenmässig deutlich zugenommen und sie befanden sich auch jetzt noch in recht guter Verfassung.

Im November brachte Periwinkle sogar noch ein neues Kalb zur Welt, ein Mädchen! Da Periwinkle bereits eine erfahren Mutter ist hat ihr Kalb selbst unter diesen schwierigen Umständen gute Überlebenschancen.

Und auch bei den OA’s gab es trotz der harten Zeiten Nachwuchs:  Oralee bekam im November ein weibliches Kalb. Da auch sie bereits mehrere Kälber hat (Obamba geboren 2012, Octa geboren 2015 und ein, noch namenloses, weibliches Kalb aus 2018) darf man hoffen, dass auch ihr neuestes Baby überleben wird. Außerdem stehen ihr viele engagierte Nannys zur Seite, vor allem ihre Tochter Obamba!

 

Die AA-Familie nutzt die Sümpfe sogar fast das ganze Jahr über. Angelina’s Zwillingen machten, wie schon erwähnt, einen besorgniserregenden Eindruck. Doch wenigstens den anderen Familienmitglieder schien es noch relativ gut zu gehen. Matriarchin Astrid brachte im Oktober ein weibliches Kalb zur Welt. Sein Start ins Leben begann zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Doch schien es noch kräftig zu sein und die gesamte Familie freute sich riesig über das neue Kalb in ihrer Mitte! Astrid ist eine beeindruckende Matriarchin, sie hat großen Mut und Weisheit bewiesen und hält auch engen Kontakt zu Angelina, obwohl diese dazu neigt, mit ihrem kleineren Teil der Familie für sich zu bleiben. Wir hoffen, dass Astrid ausreichend Erfahrung und auch genug körperliche Reserven hat, um ihr Neugeborenes durchzubringen, bis es endlich wieder regnet!

 

Anwyn aus der AC-Familie
Anwyn aus der AC-Familie

 

 

Andere Familien erschlossen sich eine ganz andere Nahrungsquelle: Die Phönixpalmen sowie die Rasenflächen in der Umgebung des ATE-Camps.  Zu ihnen gehörten die EBs und die GBs. Speziell die EBs haben gelernt die Phönixpalmen zu nutzen. Diese sind sehr hart und dornig, daher muss vorsichtig und geduldig vorgegangen werden, um an das sogenannte „Herz“ der Palme zu gelangen. Für die Palmen kann das tödlich enden aber sobald der Regen einsetzt werden die Elefanten sich wieder anderer Nahrung zuwenden und die Palmen haben genug Zeit, um sich bis zur nächsten Trockenzeit zu regenerieren.

 

Die GBs konzentrierten sich vor allem auf die Weideflächen in der Nähe des Camps. Manchmal wagten sie sich sogar mitten zwischen die Zelte, was sonst fast nur die EBs machen. Die GBs zeigten dem ATE-Team dadurch ihr großes Vertrauen und erschlossen sich gleichzeitig eine wichtige Nahrungsquelle.

 

Sowohl bei den EBs wie den GBs gab es ebenfalls Nachwuchs. Edwinas Tochter Elaine brachte am 21. Oktober ein männliches Kalb zur Welt und Gigabyte im November ein Kalb mit noch unbekanntem Geschlecht. Da beide bereits mehrer Kälber haben sind sie erfahrene Mütter und so hofft man, dass auch sie es schaffen werden ihre neuen Kälber bis zum Beginn der Regenzeit durch die harten Zeiten zu bringen.

 

Oktober und November waren also für die Elefanten Amboselis definitv keine leichte Zeit doch blieben sie noch von einer echten Dürre verschont und kamen weitgehend gut zurecht. Nun ruhten alle Hoffnungen auf den nächsten Wochen und den baldigen Beginn der nächsten Regenzeit.