Dienstag, 1. Dezember 2015
Später als üblich gingen die Waisen heute in den Busch, da es regnete. Wir haben viel Regen bekommen hier in Nairobi, was vermutlich an El Nino liegt. Kiko blieb in seinem Stall, bis der Regen etwas nachgelassen hatte, doch die Straußen Pea und Pod brachen zusammen mit den älteren Waisen auf und sahen dabei sehr nass aus und tropften. Die älteren Mädchen wie Rorogoi und Mashariki mögen es nicht, wenn die Straußen bei den kleinen Waisen sind und verjagen sie, manchmal zusammen mit Arruba, damit sie nicht die Fütterungen stören.
Kauro wird nicht so gern nass und blieb unter einem Baum, während die anderen grasten und im Nieselregen spielten. Ndotto und Ngilai waren bei Elkerama. Olsekki und Sirimon vertrieben sich die Zeit mit Rangeln, kletterten aufeinander und rollten sich im Schlamm herum. Mwashoti hatte auch seinen Spaß dabei, mit Siangiki zu spielen. Siangiki spielt nur selten einmal, und es war sehr schön, diesen Stimmungswechsel zu sehen. Mwashoti verwickelte sie in einen Ringkampf, der recht lange dauerte, bis sie ihn schließlich beendeten. Zu sehen, wie gut es Mwashoti geht, dessen Bein beinahe völlig von einer Schlinge durchtrennt worden war und nun völlig verheilt ist, und wie beweglich er jetzt ist, macht alle vom DSWT sehr glücklich.
Als die zweite Gruppe zur Besuchsstunde herunterkam, machte es der gierige Olsekki den Keepern sehr schwer und war kaum im Zaum zu halten. Er war zusammen mit der ersten Gruppe mit Siangiki, Boromoko und Sokotei zur Milchfütterung gekommen, doch er raufte und schubste immer weiter. Er versuchte, jedem die Milchflasche zu stehlen, auch denen der letzten Gruppe, die zum Schlammloch herunterkam und in der die großen Waisen Suswa, Elkerama, Rorogoi und Arruba waren. Er versuchte auch, an Arrubas Flasche heranzukommen, aber vergeblich. Schließlich schubste er den Keeper, der Arruba gerade fütterte, und als sie das sah, ließ sie ihre Flasche stehen und verjagte ihn erst einmal. So erteilte sie ihm eine dringend benötigte Lektion und half den Keepern. Sie piekste ihn mit ihren Stoßzähnen und kam dann zurück, um ihre Flasche zu leeren.

Kiko geht in den Wald hinaus

Mittwoch, 2. Dezember 2015
Letzte Nacht gab es heftige Niederschläge, und die meisten Waisen waren sehr unruhig und schliefen schlecht, als der Regen auf ihre Eisendächer niederprasselte und es sehr donnerte. Es war eine turbulente Nacht für alle. Kauro, Arruba, Lasayen und Mbegu liefen die ganze Nacht auf und ab und schrien in ihren Ställen. Sie mussten von ihren Keepern beruhigt werden. Der ganze Stress hinterließ seine Spuren, und am nächten Morgen kamen sie deutlich geschwächt aus den Gehegen.
Als sie in den Busch gingen, teilten sie sich in Gruppen auf. Balguda führte die Gruppe mit Mbegu, unserem kleinen Neuling Naseku, Roi, Kauro und dem kleinen Jungen Murit an. Kamok nahm mit Boromoko, Tusuja, Rapa, Simotua, Suswa, Mashariki, Arruba und dem Rest eine andere Route und gingen tiefer in das Gebüsch hinein. Seit Beginn der Regenfälle gibt es sehr abwechslungsreiche Vegetation für die Waisen. Die meisten bevorzugen das weiche, grüne Gras, das ihnen in den trockenen Monaten gefehlt hat. Einige wollten nicht in das dichte Gebüsch, weil es so nass war, doch Suswa, Elkerama und seinen Freund Ngilai, Rorogoi und Embu störte das nicht, und sie gingen immer tiefer hinein. Am Ende des Tages hatten sie alle wieder volle, runde Bäuche.

Kauro hatte eine schlaflose Nacht

Donnerstag, 3. Dezember 2015
Kamok, die am Tag ihrer Geburt zu uns kam, entwickelt sich zu einer fürsorglichen und liebevollen Minileitkuh. Zusammen mit ihrer besten Freundin Mbegu brachte sie die kleinen Babys Naseku, Godoma und Ngilai heute weiter in den Busch hinaus. Abseits von den anderen Waisen genoss sie das Gefühl, die Leitkuh zu sein und fühlte sich wie ein großes Mädchen mit ihrer eigenen Herde. Die zwei Kleinen, Godoma und Ngilai, schienen ihr zu vertrauen und sich sehr wohl bei ihr zu fühlen. Wenn Elkerama nicht in der Nähe ist, ist Ngilai bei Kamok. Auch bei der Milchfütterung steht er bei ihr und nuckelt manchmal sogar an ihren Ohren. Unsere neue kleine Naseku, die aus Nordkenia stammt und in einen Brunnen gefallen war, ist ein sehr ruhiges Mädchen und kümmert sich um sich selbst. Sie trauert immer noch um ihre verlorene wilde Herde und muss erst noch emotional heilen. Sie wird aber von den anderen mit Liebe und Zuneigung überschüttet.
Als die erste Gruppe Waisen zur öffentlichen Besuchsstunde und der Milchfütterung aufbrach, bemerkten wir, das diese vier Elefanten fehlten; sie hatten sich davongeschlichen, ohne dass es ein Keeper gemerkt hatte, was bei 35 Elefanten unter unserer Aufsicht nicht schwer ist. Die Keeper fingen an, nach ihnen zu suchen, dort wo sie um 9 Uhr ihre Milch bekommen hatten, und sie fanden sie im Gebüsch ganz in der Nähe. Dort grasten sie einfach vor sich ihn und hatten die Zeit ganz vergessen – noch nicht einmal über die Milch machten sie sich Gedanken! Das ist sehr unüblich, denn selbst die kleinsten Waisen wissen schon, wann es Zeit für die Milchfütterungen ist. Als sie die Keeper sahen, fiel es ihnen wieder ein, und sie rannten sofort zum Schlammloch. Als sie dort ankamen, hatten alle anderen ihre Milch schon geleert und spielten bereits im Schlamm.
Etwa zur Zeit der 9-Uhr-Fütterung am Vormittag hatte es zu nieseln begonnen. Pea und Pod traten plötzlich einen Keeper – wir wussten nicht genau wieso, entdeckten aber dann, dass die Straußen die Regenmäntel der Keeper gar nicht leiden konnten, und er hatte einen über seine grüne Jacke gezogen. Pea und Pod begleiteten dann die Waisen zur Besuchsstunde, und auch dabei traten sie die Keeper, als diese versuchten, sie zu bändigen. Erst bei der Fütterung um 15 Uhr, als ein Keeper an ihnen vorbeilief und wieder von ihnen getreten wurde, verstanden wir, was das Problem war – sie mögen keine Regenmäntel!

Kamok (links), Dupotto und Mbegu

Freitag, 4. Dezember 2015
Um 3 Uhr morgens waren einige der Keeper bereits wach, um die Waisen vorzubereiten, die heute nach Tsavo umziehen sollen: Arruba, Mashariki und Rorogoi brachen am frühen Morgen nach Voi auf. Bevor sie einstiegen, sollte aber ausreichend Milch im LKW sein, die sie auf der Fahrt brauchen würden. Nachdem alles vorbereitet war, wurden Arruba und Rorogoi zuerst eingeladen. Als ihre Tore geöffnet wurden, ging Rorogoi hinein, doch Arruba wehrte sich. Zehn Minuten lang passierte nichts, und Mashariki wurde dazugeholt, um zu sehen, ob sie Arruba hineinlocken könnte. Sobald Mashariki aber Arruba am LKW stehen sah, ging sie zu ihr und stellte sich daneben. Die Keeper versuchten es mit allen möglichen Tricks, doch nichts half. Nach einer halben Stunde musste doch zum Seil gegriffen und Mashariki hineingezogen werden. Arruba stand nur da, wartete darauf, dass sie an der Reihe war und trank ihre Milch. Sie wurde schließlich auch hineinbugsiert, und als alle drei drin waren, ging die Reise um 4:05 Uhr los. Obwohl sie bei den Fütterungen immer hineingegangen waren, sträubten sie sich heute. Sie konnten sich mit ihrem Elefantengedächtnis vermutlich daran erinnern, was das letzte Mal passiert war, als sie um diese Zeit in den Anhänger geführt wurden: sie fuhren ein paar Stunden herum, doch der LKW musste wegen des Staus wieder umkehren.
Als Suswa heute Morgen erwachte, musste sie mit Erstaunen feststellen, dass Arrubas Gehege leer und Arruba nicht mehr da war. Sie schien recht traurig zu sein und verbrachte den Großteil des Tages allein und war kaum mit den Anderen zusammen. Wir wussten natürlich schon, dass sie sich in ein paar Tagen ihrer Freundin in Voi anschließen würde.

Arruba genießt am Vortag ihrer Reise etwas Grün

Samstag, 5. Dezember 2015
Suswa hat die Suche nach ihrer Freundin Arruba noch nicht aufgegeben. Als sie heute Morgen aus dem Gehege kam, ging sie wieder zu Arrubas Gehege und suchte nach ihr. Als sie dorthin kam, war aber Sirimon darin! Nachdem die Mädchen gestern abgereist waren, sind einige Waisen umgezogen, damit sie mehr Platz haben und die Gehege nicht mehr teilen müssen. Das ist besser, weil es dann in der Nacht keinen Streit mehr um Grünfutter und Milch gibt. Boromoko wurde in Masharikis ehemaliges Gehege verlegt und Kauro ging in Rorogois. Sirimon schließlich wohnt jetzt in dem Gehege von Arruba, sodass Tusuja und Rapa nun wieder eigene Gehege haben können. Es gab keine Beschwerden von den Elefanten über die Umzugsaktion, was eine Erleichterung war. Als jedoch Suswa ihre Freundin nicht finden konnte, ging sie in den Wald und hielt sich den Rest des Tages von den anderen fern. Sie schloss sich ihren Artgenossen nur zur Milchfütterung an. Sie und Elkerama wohnen in den etwas abgelegenen Gehegen an der Ecke von Maxwells Bereich, und sie kommt normalerweise etwas früher nach Hause als der Rest der Familie.
Vor der 15-Uhr-Fütterung schlichen sich Balguda und Naseku von der Herde davon und gingen schon einmal zum Schlammloch, um nach der Milch zu suchen! Balguda ist sehr verspielt geworden seit er die Phase hinter sich hat, in der es ihm schlecht ging. Es ist schön zu sehen, wie sich sein Gesundheitszustand gebessert hat, auch wenn er noch nicht ganz perfekt ist.

Sirimon bei den Stallungen

Sonntag, 6. Dezember 2015
Das Wetter war heute sehr gut für die Babys. Sie waren alle sehr verspielt und fingen an, zu planschen wann immer sie an einer Pfütze vorbeikamen – und davon gibt es viele, da es in den letzten Tagen viel geregnet hat! Jedes Mal hörten sie auf zu grasen und badeten, bevor sie weiterfraßen.
Bei der öffentlichen Besuchsstunde veranstaltete die erste Gruppe auch ein tolles Bad, nachdem sie ihre Milch geleert hatten. Naseku war die erste, die in den Schlamm ging, gefolgt von Lasayen und dann allen anderen. Es ist überraschend, dass Lasayen und Naseku das Wasser so lieben, da sie beide als Babys in einen Brunnen gefallen waren. Wir haben über die Jahre erlebt, dass Brunnenopfer häufiger als andere Waisen eine Abneigung gegen das Schlammbaden und Wasser entwickeln. Ndotto, Lasayen und Kamok blieben nicht lange im Wasser und kamen schlammbedeckt wieder heraus. Kamok rollte in der losen weichen Erde herum. Ndotto freute sich, sie auf dem Boden herumrollen zu sehen, rannte zu ihr und kletterte auf ihren Rücken. Kamok genoss das Spiel auch sehr. Tusuja versuchte, es Ndotto nachzumachen, doch Kamok stand schnell auf und schüttelte ihn ab, denn Tusuja, der sich von seinen Parasiten erholt hat, ist sehr dick geworden. Wir sind sehr erleichtert, dass er nun so wohlgenährt ist, nachdem er lange Zeit sehr abgemagert war, wegen der Parasiten, mit denen er bei uns ankam. Der lustige Ngilai ist ein Herzensbrecher geworden und wickelt jeden, den er trifft, um den Finger. Er kam aus dem Schlammloch und ging an der Absperrung entlang, um alle Besucher mit Matsch zu bespritzen. Es gab eine Menge Aufregung und Geschrei, sodass Ngilai sich erst recht angefeuert fühlte!

Alamaya genießt das Schlammbad

Montag, 7. Dezember 2015
Kiko, Pea und Pod beginnen ihre eigenen Wanderungen in den Busch und entfernen sich etwas von den Keepern und den anderen Babys. Die drei laufen öfter einmal zusammen ohne die Keeper durch den Wald. Kiko hat seinen Lieblingsplatz im Wald, an dem er sich gerne versteckt. Einmal sah er ein paar andere Giraffen im Park, und wir dachten, dass er zu ihnen rennen würde. Stattdessen beobachtete er sie aber nur eine ganze Weile und folgte dann seinen Straußen-Freunden. Die drei verstehen sich sehr gut und lassen sich nie für längere Zeit aus den Augen. Kiko hat auch begonnen, Grünfutter zu fressen, was sehr gut ist, da er nun älter wird und diese frische Nahrung braucht, um kräftiger zu werden.
Unserem Eunuchen Alamaya, dessen Genitalien von Hyänen abgebissen worden waren und der nach seiner Rettung eine große Operation durchmachen musste, geht es gut, und er hat sich vollständig davon erholt. Er ist in letzter Zeit sehr ruppig gegenüber Dupotto und Tusuja geworden und geht immerzu auf sie los. Rapa war heute während der öffentlichen Besuchsstunde auch sehr frech zu Murit. Allerdings waren sie beide ziemlich ruppig, und das auch noch vor den Augen unserer wunderbaren Nachwuchs-Führungskraft Oltaiyoni, sodass sie von ihr bestraft wurden. Murit war ins Schlammloch geklettert und hatte dort seinen Spaß, als Rapa sich ihm anschloss. Kurz darauf kam auch Oltaiyoni ins Schlammloch, um sich abzukühlen. Als Rapa Murit immer wieder schubste, beobachtete Oltaiyoni das und scheuchte Rapa schließlich aus dem Pool. Sie verpasste ihm noch ein paar Klatscher mit ihrem Rüssel, bevor sie ihn gehen ließ.

Kiko, Pea und Pod im Wald

Dienstag, 8. Dezember 2015
Die zwei kleinen Elefanten und großen Freunde Lasayen und Ndotto werden inzwischen etwas frech gegenüber dem höflichen Mädchen Naseku. In den letzten Tagen war es immer nur Lasayen, der die Kleine ärgerte, wann immer er sie traf, doch heute waren sie beide gemein zu ihr. Sie ist ein sehr ruhiges Mädchen und hält gerne Abstand zu den anderen. Als die Waisen heute Morgen draußen im Busch waren, schubste Lasayen sie immer wieder herum, und schließlich suchte er sogar nach ihr, um ihre Geduld auf die Probe zu stellen. Natürlich erlauben die Keeper so ein Verhalten nicht und setzten dem ein Ende. Als sie auf dem Weg zur Milchfütterung waren, führte Ndotto die Waisen an, doch unterwegs überholte Naseku ihn. Ndotto gefiel das gar nicht; er versuchte, sie wieder zu überholen, doch sie war schneller als er. Sie war dann die erste, die ihre Milch bekam, doch da Ndotto viel schneller trinkt, war er zuerst fertig und fing sofort an, sie zu schubsen. Nachdem Lasayen angekommen war und seine Milch bekommen hatte, steckten die beiden ihre Rüssel zusammen, als ob sie etwas aushecken würden. Danach gingen sie in verschiedene Richtungen davon und näherten sich Naseku von zwei Seiten. Wir konnten uns denken, was sie im Schilde führten und hielten sie sofort davon ab, sie weiter zu belästigen. Naseku ging zur kleinen Mbegu, die sie mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttete.

Die zwei kleinen frechen Jungs Lasayen (links) und Ndotto

Mittwoch, 9. Dezember 2015
Suswa übernahm heute während der 9-Uhr-Fütterung die Führung über die Waisen. Der gierige Olsekki und Frechdachs Enkikwe machten Probleme, da sie sich sehr in ihre Milchfütterung hineinsteigerten. Sie schubsten und rangelten mit allen, bis Suswa einschritt und Nägel mit Köpfen machte; sie erteilte Enkikwe eine Standpauke und verscheuchte Olsekki.
Später, als die Babys zum Schlammbad kamen, ging Murit hinter ein paar anderen Waisen her und erschreckte sich plötzlich sehr, als er auf einen Bienenschwarm im einem der Büsche traf. Er kehrte auf der Stelle um und rannte davon. Er nahm einen sehr langen Umweg, um zu den Keepern und seiner Milch zu gelangen und stellte sicher, dass er einen großen Bogen um die Bienen machte. Glücklicherweise ließen sich die Bienen nicht stören; das zeigt aber den großen Respekt, den Elefanten gegenüber Bienen haben und warum die Bienenzäune des DSWT so gut helfen, die Farmen der lokalen Ortschaften zu schützen.
Suswa wird Balgudas beste Freundin, nachdem Arruba nun nach Tsavo umgezogen ist. Balguda genießt die zusätzliche Aufmerksamkeit und Gesellschaft sehr. Er ist sehr zufrieden und kommt mit allen gut aus.

Suswa, unsere Leitkuh

Donnerstag, 10. Dezember 2015
Während des Tages draußen im Park vergnügte sich Lasayen wunderbar allein, da Ndotto am frühen Morgen nicht genügend Energie aufzubringen schien und auf jeden Fall nicht in der richtigen Stimmung war. Lasayen verbrachte den Vormittag damit, die kleinen Warzenschweine zu jagen und trompetete und quietschte dabei voller Freude. Die Warzenschweine waren nicht so begeistert und genossen die dauernde Quengelei nicht gerade; also machten sie sich davon. Später beim 11-Uhr-Schlammbad war Ndotto deutlich besser gelaunt und unterhielt die Besucher, indem er sich im Schlamm herumrollte, an der Absperrung entlang lief und alle mit Schlamm bespritzte. Er machte auch noch ein paar Kunststückchen und setzte sich auf seinen Hintern, den Rüssel in die Höhe gestreckt. Je mehr Gelächter er von den Zuschauern hörte, desto mehr Mühe gab er sich. Die Besucher waren begeistert von seinen Albernheiten.
Naseku humpelte heute Morgen mit dem Vorderbein und wurde zu den Stallungen zurückgebracht, damit wir ihre Verletzung untersuchen und sichergehen konnten, dass es nichts ernstes ist. Es war nur ein wenig verstaucht, vermutlich durch die unebenen Felsen, über die sie gerannt war. Tusuja und Rapa leisteten ihr Gesellschaft. Nach ihrer Untersuchung durfte sie wieder zu den anderen zurück, rannte aber bald in den Wald und gleich ein paar Kilometer davon. Die Keeper lockten sie mit Hilfe der anderen Babys zurück. Die Untersuchung hatte scheinbar unangenehme Erinnerungen zurückgebracht und sie sehr durcheinandergebracht. Nach etwas Milch beruhigte sie sich aber, und bald war alles wieder vergessen.

Lasayen hat seinen Spaß beim Spielen

Freitag, 11. Dezember 2015
Heute trainierten Suswa, Embu und Elkerama weiter für ihren Umzug nach Tsavo. Sie haben das früher schon einmal getan, während die anderen drei, die bereits in Tsavo sind, auch trainiert hatten. Sie wussten also schon wo es langgeht, und so gingen sie alle ohne Probleme in den LKW und tranken dort vertrauensvoll ihre Flaschen.
Naseku kam mit einer großen Beule an ihrer Stirn zu uns, die sie sich zugezogen hatte, als sie in ein Wasserloch gefallen war. Sie hatte auch einige Verletzungen an der Wirbelsäule. Wegen dieser Wunden und Schmerzen hielt sie sich immer von den Anderen fern, da sie nicht in Rangeleien geraten und sich noch mehr verletzen möchte. Sie hat daher viel Zeit allein verbracht. Die Keeper geben ihr viel Aufmerksamkeit und versorgen ihre Wunden, die sich langsam verbessern.
Sokotei ist ein dicker und gesunder kleiner Bulle geworden und hält sich meistens bei Sirimon, Boromoko, Enkikwe und Olsekki auf. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, miteinander zu rangeln und ihre Kräfte zu messen, Büsche umzutrampeln oder sonst irgendwie frech zu sein. All diese Bullen können sich bei der Milchfütterung einfach nicht benehmen und sind extrem gierig nach ihrer Milch wie auch die der anderen, wenn sich eine Chance bietet.
Dupotto liebt Embu sehr, doch in der letzten Zeit haben wir gesehen, dass sie selbstbewusster wird und mehr Zeit mit Mbegu und Kamok verbringt. Wir hoffen, dass sie Embu, wenn diese nach Voi umzieht, nicht allzu sehr vermissen wird, denn Dupotto ist noch viel zu jung, um sich ihnen anzuschließen.

Elkerama übt für seinen Umzug

Samstag, 12. Dezember 2015
Obwohl sie ein junge Kuh ist, hat Siangiki noch keine besonderen Mutterinstinkte oder Interesse für die Babys gezeigt, wie Mbegu und Oltaiyoni, die sich immer um die kleinen Babys kümmern. Wenn die kleinen Waisen wie Ngilai versuchen, an den Ohren der älteren Kühe zu nuckeln, dürfen sie das meistens tun, doch wenn Siangiki einen der kleinen näherkommen sieht, schubst sie ihn weg. Das ist sehr ungewöhnlich für junge Elefantenmädchen!
Roi dagegen ist ein Mädchen, das es sehr liebt, mit den kleinen wie Ndotto, Lasayen, Godoma, Rapa und Tamiyoi zusammenzusein. Draußen im Busch spielt sie manchmal mit ihnen, indem sie sich auf den Boden legt, damit die Winzlinge auf ihr herumklettern und mit ihr im Staub herumrollen können. Die kleinen Jungs wie Ndotto und Lasayen lieben sie so sehr, weil sie soviel Spaß versteht.

Siangiki ist nicht so mütterlich wie die anderen

Sonntag, 13. Dezember 2015
Es gab wieder jede Menge Regen die ganze Nacht über und am frühen Morgen, sodass der Umzug von Embu, Elkerama und Suswa, der für heute geplant war, verschoben werden musste. Wenn es das Wetter zulässt, versuchen wir es morgen noch einmal.
Enkikwe, der schon immer etwas ruppig mit seinen Artgenossen umgegangen war, wird nun auch ungezogen den Keepern gegenüber. Im Busch versucht er manchmal, seine Keeper zu verjagen, ebenso wie bei der öffentlichen Besuchsstunde, nachdem er seine Milch geleert hat. Er rennt mit aufgestellten Ohren auf den Keeper zu, selbst wenn dieser mit ihm schimpft. Er könnte einmal ein sehr frecher Bulle werden, doch wir haben das schon erlebt, und bisher haben die älteren Waisen normalerweise für mehr Disziplin gesorgt und so dieses Problem gelöst.

Enkikwe wird langsam etwas ungezogen

Montag, 14. Dezember 2015
Sehr früh am Morgen, gegen 3 Uhr, waren die meisten Keeper der Nachtschicht schon auf den Beinen, um Elkerama, Suswa und Embu auf ihre lange Reise nach Voi vorzubereiten. Es wurden zusätzliche Milchflaschen in den LKW geladen, zusammen mit genügend Futter für die drei Elefanten. Als alles bereit war, mussten nur noch die Elefanten einsteigen. Suswa und Elkerama kamen zusammen aus ihren Gehegen, und Suswa ging vorneweg, um Elkerama den Weg zu zeigen. Sie folgten beide dem Keeper mit der Milchflasche, die sie so sehr lieben und wurden so in den Anhänger gelockt. Es war sehr leicht, selbst bei Elkerama, der sonst immer eher zögerlich war! Beide waren sehr kooperativ, und obwohl sie ein wenig zögerten, gingen sie prima hinein, und die inneren Tore wurden hinter ihnen geschlossen. Bei Embu war es noch leichter, da sie so gierig ihrer Milch folgte. Sie rannte eilig aus ihrem Gehege, dem Keeper mit der Milch hinterher und direkt in den Anhänger hinein. Auch ihre Tür wurde geschlossen, die Anhängertore verriegelt und schon waren sie abfahrtsbereit! Kurz vor 4 Uhr begann ihre Reise in Richtung Auswilderung.
Obwohl Dupotto zunächst traurig war, Embu verloren zu haben und sie den ganzen Tag suchte und etwas verloren und allein herumstand, gewöhnte sie sich schließlich daran und tröstete sich bei Mbegu und Kamok. Ngilai schien es nicht weiter zu stören, dass sein bester Freund Elkerama weg war. Er ist ein netter kleiner Geselle, der viele Freunde hat und von allen Seiten Aufmerksamkeit bekommt. Nachdem er eine Weile nach Elkerama gesucht und ihn nicht gefunden hatte, ging er zu Kamok, und alles war wieder gut. Olsekki, Enkikwe, Roi und Oltaiyoni, die immer mit den großen Kühen gegrast hatten, sammelten sich und fraßen gemeinsam, ohne viel Aufhebens zu machen. Vermutlich wunderten sie sich, was mit ihren älteren Freunden passiert war, doch bald werden auch sie in den Genuss eines Umzugs kommen und verstehen – und endlich wieder frei sein.

Die drei Elefanten im Anhänger

Dienstag, 15. Dezember 2015
Simotuas Wunden heilen gut, und das Loch in seinem Kopf, das von einem Speer verursacht wurde, schließt sich langsam wieder, genauso wie vor vielen Jahren bei Murka. Die erstaunlichen Fähigkeiten zur Heilung beeindrucken uns immer wieder. Hier im Waisenhaus haben wir Mwashoti mit seiner Schlingenwunde am Fuß, Simotua, auch mit einer Schlingenwunde am Bein und einer Speerwunde am Kopf, und Alamaya, dessen gesamtes Hinterteil furchtbar von Hyänen angefressen war. Alle drei sind inzwischen gut geheilt. Auch der kleine Kauro, dessen Rüssel von Raubtieren angefressen worden war, hat jetzt nur noch eine kleine Narbe an dieser Stelle. Ngilai kam mit schrecklichen Verletzungen am Rücken zu uns, die nun auch gut verheilt sind; auch bei ihm ist nur noch eine Narbe zu sehen.
Kamok hat eine neue schlechte Angewohnheit entwickelt; in letzter Zeit kommt sie immer kurz nach dem Aufbruch wieder zu den Stallungen zurück. Immer wenn sie kommt, verursacht sie Chaos. Sie bricht kleine Bäume ab, wirft die Eimer an den Stalltüren um und verspritzt das Wasser aus den Tränken. Wenn sie zurückgeschickt wird, versteckt sie sich manchmal in den Büschen und kehrt zurück, wenn die Keeper weg sind. Sie kommt dann wieder und macht mit den Dummheiten weiter. Sie ist auch sehr schlau und passt gut auf und hört nicht auf die sehr neuen Keeper und ihre Befehle, sondern geht noch auf sie los. Heute Morgen war sie noch frecher als sonst: Sie sah ein Auto vorbeifahren und jagte ihm nach! Sie trickste die Keeper mehrmals aus, bevor es endlich fünf Keepern gemeinsam gelang, sie zurück in den Busch zu bringen.
Dupotto macht sich inzwischen gut und hat sich offenbar daran gewöhnt, dass ihre Freundin Embu nicht mehr da ist, nachdem diese nach Tsavo umgezogen ist. Sie genoss es, sich mit Roi im Schlamm herumzurollen und hatte auch viel Spaß bei einem Ringkampf mit Mbegu. Am Abend steckte sie ihren Rüssel zu ihrer neuen Nachbarin Siangiki hinüber. Sie stellte fest, dass es nicht Embu war, ging dann aber einfach schlafen, ohne wie vorher herumzuschreien.

Simotuas Wunden heilen gut

Mittwoch, 16. Dezember 2015
Letzte Nacht gab es viel Regen, und das war aufregend für Maxwell, der am Morgen in seinem Gehege auf und ab lief. Bei diesem Wetter möchte er immer seine Kräfte messen und stößt mit seinem Horn gegen alles, was ihm im Weg steht. Am Morgen stellten wir fest, dass er Teile der Absperrung zwischen seinem oberen und unteren Gehege umgestoßen hatte. Glücklicherweise war es nicht die äußere Absperrung, sonst hätten wir ihn am Morgen außerhalb seines Geheges angetroffen!
Kiko hat noch immer keine Lust, sich bei den älteren Waisen aufzuhalten. Roi, Sokotei und Enkikwe lassen ihn nie in Frieden, sondern jagen ihn immer herum. Heute fürchtete sich Siangiki vor ihm und rannte immer mit aufgestellten Ohren davon, wenn er sich ihr näherte. Pea und Pod haben keine Probleme mit ihm und entscheiden selbst, wem sie Gesellschaft leisten. Manchmal wollen sie ganz unter sich bleiben und verzichten auch auf die Gesellschaft der Keeper. Heute schlossen sie sich aber den Elefanten bei der öffentlichen Besuchsstunde an.
Enkikwe, Sokotei und Olsekki ließen es sich heute gutgehen. Die drei Jungs wälzten sich im Schlamm, kletterten aufeinander herum, rangelten miteinander und fraßen die meiste Zeit des Tages zusammen. Rapa, der jetzt manchmal etwas schwierig ist, wurde während der öffentlichen Besuchsstunde heftig von Mbegu bestraft. Der freche Junge hatte Godoma angegriffen, die gerade Wasser aus derselben Tonne wie Mbegu soff. Mbegu hatte alles gesehen und handelte sofort, indem sie Rapa schubste und ihn von den anderen wegschob.

Maxwell rennt in seinem Gehege herum

Donnerstag, 17. Dezember 2015
Es ist überall schön grün und buschig, nachdem es in letzter Zeit soviel geregnet hat. Balguda ist jetzt der älteste Waise im Waisenhaus, seit die anderen nach Tsavo umgezogen sind, und er ist es gewöhnt, tiefer im Wald zu grasen. Nach der 9-Uhr-Fütterung teilten sich alle älteren in kleine Gruppen auf und grasten an verschiedenen Stellen. Sie suchten nach frischen, leckeren Pflanzen und gingen dabei immer weiter von den Keepern weg. Balguda war mit Naseku zusammen. Es ist toll anzuschauen, wie sich diese neue Freundschaft entwickelt und unser ruhiges Mädchen nun von unserem ältesten Bullen Liebe und Zuneigung erhält. Normalerweise wissen die Waisen, wann es Zeit für die Milchfütterung ist und finden sich dann von ganz allein bei den Keepern wieder ein. Heute fehlten dabei aber Balguda und Naseku, und die Keeper begannen, nach ihnen zu suchen. Als die erste Gruppe bereits zur Besuchsstunde ging, fehlten die zwei noch immer. Schließlich war die Besuchsstunde vorbei und die beiden waren noch immer nicht aufgetaucht und hatten nun sogar ihre Milch verpasst. Erst nach drei Stunden fanden wir sie an einem kleinen Rinnsal tief im dichten Gebüsch. Sie waren vollauf damit beschäftigt, von dem langen Gras zu fressen und kümmerten sich gar nicht um die Keeper. Als Naseku allerdings die Keeper sah, rannte sie zu ihnen und verlangte nach ihrer Milch. Inzwischen war es aber kurz vor 15 Uhr, und so warteten sie, bis die Zeit für die Nachmittagsfütterung gekommen war.
Unser Gierschlund Olsekki schubste beinahe einen Keeper zu Boden, als er nach mehr Milch verlangte. Er hatte seine Milch bereits bekommen, als er sich Siangiki näherte und versuchte, ihre Flasche zu stehlen. Ein Keeper hinderte ihn aber daran, woraufhin er seinen Kopf hob und den Rüssel nach unten hielt. Das ist ein deutliches Zeichen eines bevorstehenden Angriffs. Vier weitere Keeper griffen ein, um ihn zurückzuhalten, und schickten ihn von den milchtrinkenden Waisen weg – alles nur, weil er ein so gieriger junger Bulle ist!

Balguda ist nun der älteste Waise in Nairobi

Freitag, 18. Dezember 2015
Genau wie bei Menschenkindern ist es bei Elefanten so, dass zwei Mädchen der gleichen Größe, gleichen Alters und auch noch gleich stark, manchmal beste Freundinnen sein können und bei anderer Gelegenheit wieder gar nicht miteinander zurechtkommen. Mbegu war immer ein höfliches, liebes und fürsorgliches Baby seit sie zu uns gekommen ist, doch in letzter Zeit hat sich ihr Verhalten gegenüber Dupotto geändert. Dupotto ist ein komplizierter Elefant und schwer zu verstehen. Manchmal schubst sie ihre Freunde, selbst Mbegu. Heute trank Dupotto ihre Milch am Ufer des Schlammlochs und spielte danach im Matsch und spritzte damit herum. Mbegu wurde daneben gefüttert, und sobald sie ausgetrunken hatte, sprang sie hinüber und stieß Dupotto in das Schlammbad. Dupotto erschrak und schrie, als sie versuchte, im Matsch wieder aufzustehen. Mbegu wusste sofort, dass sie etwas falsch gemacht hatte und rannte davon, weil sie nicht von den Keepern bestraft werden wollte.
Mwashoti half heute den Keepern dabei, die freche Kamok zu beaufsichtigen, als sie begann, die Besucher an der Absperrung zu schubsen. Während der Besuchsstunde blockierten ihr die Keeper immer wieder den Weg, wenn sie versuchte, sich der Absperrung zu nähern. Mwashoti schob Kamok auf der anderen Seite vom Absperrband weg. Ndotto und Lasayen zeigten eine große Show für die Zuschauer. Die beiden verwickelten sich gegenseitig in einen Ringkampf mit dem Kopf und hielten und zogen einander an den Rüsseln. Dabei rollten sie sich die ganze Zeit auf dem Boden herum. Von Anfang bis Ende hatte jeder, der diese beiden spielen sah, ein Lächeln im Gesicht.

Mbegu war heute etwas gemein zu Dupotto

Samstag, 19. Dezember 2015
Draußen im Busch hatten Ndotto und Mbegu viel Spaß zusammen, als sie Verstecken spielten. Ndotto rannte vor Mbegu weg und versteckte sich hinter ein paar Büschen. Mbegu rannte um jeden Busch herum, trompetete laut und versuchte, Ndotto zu finden. Als sie sich ihm näherte, stellte Ndotto die Ohren auf und kollerte. Mbegu lief dann ein paar Schritte rückwärts und tat so, als hätte sie Angst vor ihm.
Boromoko ist ein Junge, der seine Kräfte immer gerne mit den älteren Jungs wie Olsekki und Sirimon misst. Er ist immer für ein Spielchen mit diesen zu haben, obwohl er meistens verliert. Dann holt er sich sein Selbstbewusstsein in einem Kampf gegen jemand kleineres wie Kauro zurück, der ihm noch nicht soviel entgegensetzen kann. Manchmal rennt er hinter Roi her, die er mag und gerne herumjagt. Das kann er allerdings nicht so sehr genießen, da Oltaiyoni ihn verscheucht, wenn sie ihn dabei erwischt.

Mbegu (links) spielt mit Ndotto

Sonntag, 20. Dezember 2015
Olsekki ist im Moment ein ganz schön verfressener junger Bulle; von allen Jungs ist er der gierigste. Er fordert die anderen Jungs zum Kräftemessen heraus und will seine Dominanz sicherstellen. Der kleine Rabauke Enkikwe wehrt sich gegen ihn, doch er ist noch keine echte Herausforderung gegen Olsekki. Olsekki genießt seine herausragende Position unter den anderen Jungs, obwohl Sokotei, Enkikwe und Sirimon ihn immer noch ab und zu herausfordern. Balguda ist natürlich älter, aber er ist ein viel zu freundlicher Elefant, um sich von Olsekkis Verhalten anstecken zu lassen, und meidet ihn lieber.
Mwashoti dagegen ist ein sehr netter Junge, der es liebt, mit dem ruhigen Alamaya zu spielen und Zeit mit ihm zu verbringen. Auch Alamaya ist nett und freundlich zu allen Waisen. Manchmal kann man die beiden draußen im Busch sehen, wie sie einen fairen Ringkampf haben, der nie zu ruppig wird. Mwashoti zeigt auch gerne dem kleinen Lasayen, wie man sich ordentlich rangelt, wenn sie alle draußen im Busch sind.

Olsekki ist ein gieriger junger Bulle

Montag, 21. Dezember 2015
Nachdem die Waisen am frühen Morgen aus ihren Gehegen gekommen waren, waren Enkikwe, Sirimon und Olsekki wieder mit gegenseitigem Gerangel beschäftigt. Ihre spaßigen Spiele lockten Sokotei und Kauro an, die auch mitmachten. Enkikwe nahm sich Sokotei vor, während Sirimon mit Kauro rangelte. Kauro konnte aber nicht mit Sirimon mithalten und gab den Ringkampf vorzeitig auf. Die drei anderen Jungs spielten weiter gegeneinander. Das dauerte aber auch nicht mehr lange, da Olsekki zu ruppig wurde, was die Rangeleien komplett beendete.
Während der öffentlichen Besuchsstunde um 11 Uhr hatte die erste Waisengruppe ein sehr langes Schlammbad, da es sehr heiß war. Als es Zeit war, das Bad zu beenden, um Platz für die zweite Waisengruppe zu machen, hörte Mwashoti nicht auf die Keeper; er wollte nicht herauskommen, sondern ging noch tiefer in den Schlamm, um sie zu ärgern. Damit zog er die Aufmerksamkeit aller Besucher auf sich, die seinen Charakter und seine Dickköpfigkeit mochten. Als dann allerdings die zweite Gruppe herunterkam, kam er langsam heraus und folgte seiner Gruppe, die bereits im Wald verschwunden war.

Enkikwe und Sokotei

Dienstag, 22. Dezember 2015
Inzwischen ist die vorlaute Kamok bei der Gruppe älterer Waisen, damit diese ein Auge auf sie haben können, wenn sie sich daneben benimmt. Die Jungs um Sokotei, Enkikwe, Kauro und Olsekki werden sie in Schach halten. Nachdem sie nun ein paar Tage bei der älteren Gruppe ist, hat sie sich während der öffentlichen Besuchsstunde ruhig und vorbildlich verhalten und ist nicht frech herumgerannt oder gegen Zuschauer gestoßen, wie sie es früher getan hatte. Die Keeper mussten nicht mehr vor ihrem Verhalten warnen, was nötig war, als sie noch bei den jüngeren Waisen war. Vielleicht ist ihre vorlaute Phase nun tatsächlich vorbei.
Nun hat aber Alamaya es sich zur Angewohnheit gemacht, die Zuschauer bei der Besuchsstunde mit dem Inhalt seines Rüssels zu bespritzen. Er stellt sich an das Ufer des Schlammlochs, doch dicht an die Absperrung, wo die Besucher Fotos von ihm machen. Bevor sie reagieren können, bespritzt er sie plötzlich mit Schlamm. Die Besucher quittieren dann seine Dummheiten mit Applaus!

Kamok wird von den älteren in Schach gehalten

Mittwoch, 23. Dezember 2015
Als die Waisen heute Morgen in den Busch aufbrachen, spielten sie nicht viel herum, sondern gingen zielgerichtet in den Wald, um frische, grüne Keime zu fressen. Simotua, Boromoko, Balguda, Siangiki, Enkikwe und Roi waren alle hinter dem frischem Grün her, bevor die anderen es erreichten. Diese Truppe ist beim Grasen immer ganz vorne mit dabei.
Gegen 9 Uhr genossen die Waisen gerade ihre Milchflaschen, als wir hörten, dass die Löwen direkt am Schlammloch der Waisen waren und dort ein Impala gerissen hatten. Es waren insgesamt 7 Löwen, und es dauerte nicht lange, bis sie ihr Mahl beendet hatten. Dadurch mussten Kiko, Pea und Pod zu ihren Ställen zurückkehren. Die Löwen blieben noch eine Weile in der Nähe und machten sich dann gegen 15 Uhr wieder auf, in die weiten Ebenen des Parks hinunter. Wir konnten sie brüllen hören, als sie weggingen. Nachdem sie weg waren, konnten Kiko, Pea und Pod wieder in den Wald hinaus zu den Elefanten; sie blieben aber dicht bei den Keepern, sodass diese sie bewachen konnten. Der Rest des Tages verlief dann friedlich.

Simotua hat es eilig, zum Grasen zu kommen

Donnerstag, 24. Dezember 2015
Um 11 Uhr kam die erste Waisengruppe zur Milchfütterung bei der Besuchsstunde gelaufen. Ngilai, Godoma und Rapa stritten sich darum, wer die anderen anführen durfte. Der kleine Ngilai überholte Rapa, doch Rapa rannte so schnell er konnte, und versuchte, das zu verhindern. Er griff mit seinem Rüssel nach Ngilais Hinterteil, sodass Ngilai aufschrie. Er drehte sich um und forderte Rapa heraus, rannte dann aber wieder weiter. Die Zuschauer applaudierten schon, noch bevor sie ihre Milch bekommen hatten, nachdem sie bereits eine tolle Show gezeigt hatten. Als die älteren Waisen ihre Milch tranken und einige ins Wasserloch gingen, wurde es aufregend, weil sich Olsekki Kauros Milchflasche schnappte, damit davonrannte und sie an der Absperrung komplett austrank. Kauro leerte dann seine zweite Flasche umso schneller, nachdem ihm die erste gestohlen worden war. Er war so wütend darüber, dass er zur Tränke hinüberging und den unschuldigen Alamaya, der dort gerade soff, mit dem Kopf anstieß. Der arme Alamaya ging von der Tränke weg und zur anderen Seite des Schlammlochs, um dort das bereitgelegte Grünfutter zu fressen. Die jungen heranwachsenden Bullen sind immer sehr ruppig und gierig und versuchen mit allen Mitteln, die anderen zu dominieren – das demonstrieren uns Sokotei, Olsekki, Kauro und Enkikwe immer wieder.

Godoma ist gut gelaunt

Freitag, 25. Dezember 2015
Kiko feierte den heutigen Weihnachtstag damit, um 10 Uhr im Busch herumzurennen und sich fit zu halten, indem er ein paar Warzenschweine und ihre Ferkel jagte. Er tat so, als würde er nach ihnen treten, doch die Warzenschweine neckten ihn, indem sie enge Kurven liefen und ihm immer wieder auswichen. Kiko lief immer wieder zu den Keepern zurück, ehe er wieder zu seinen Spielchen mit den Warzenschweinen rannte. Er genoss es, den ganzen Tag draußen zu spielen, ebenso wie die Waisen, denn das ist der einzige Tag des Jahres, an dem es keine öffentliche Besuchsstunde gibt. Sie hatten viel Spaß draußen im Busch, und es gab keinen Grund, mittags zum Schlammbad zurückzukehren.

Kiko bleibt draußen im Busch

Samstag, 26. Dezember 2015
Nachdem die anderen großen Mädchen ihr neues Leben im Tsavo-Nationalpark begonnen haben und es ihnen dort gutgeht, führt jetzt Oltaiyoni erfolgreich die anderen Waisen an und hat sich als Minileitkuh bewährt. Nach der heutigen 9-Uhr-Milchfütterung musste sie sich daran machen, Enkikwe zu bestrafen, der der armen Naseku einen Kopfstoß verpasst hatte. Oltaiyoni hatte des beobachtet und schritt schnell zur Tat; sie piekste Enkikwe mit ihren spitzen Stoßzähnen, sodass dieser aufschrie. Sie hörte aber nicht auf, sondern machte weiter, um ihn aus der Gruppe zu vertreiben.
Bei der öffentlichen Besuchsstunde genossen einige Babys das Schlammbad. Alamaya ging in den tiefsten Teil des Schlamms, wo er dann Probleme hatte, wieder aufzustehen. Er schrie um Hilfe, und während die anderen Waisen nur hilflos am Ufer standen, ging Oltaiyoni hinein und stützte ihn mit ihren Hinterbeinen, sodass er wieder aufstehen konnte. Die Besucher waren erstaunt und begeistert, zu sehen, wie die Elefanten sich auf diese Weise helfen können, und verstanden, wie intelligent und fürsorglich Elefanten sind.

Oltaiyoni füttert sich selbst

Sonntag, 27. Dezember 2015
Als die Waisen früh am Morgen aus ihren Gehegen kamen, begrüßten sie sich gegenseitig bei den Büschen nahe der Stallungen. Mbegu klopfte an die Tür von Tamiyois Stall, um sie zu begrüßen und hinaus in den Busch zu begleiten, wohin die anderen Waisen bereits unterwegs waren. Mbegu stieß immer wieder gegen die Tür und kollerte, um Tamiyois Aufmerksamkeit zu erlangen, und diese antwortete laut schreiend, sodass auch Mbegu aufschrie und unruhig wurde. Da es noch sehr früh und zu kalt für die kleine Tamiyoi war, konnte sie sich Mbegu noch nicht anschließen. Nach kurzer Zeit verstand Mbegu und rannte trompetend in den Busch, wobei sie protestierte, weil ihr Versuch, Tamiyoi abzuholen, fehlgeschlagen war. Sie schloss sich den anderen Waisen an, rannte aber gleich nach vorn und zog damit die Aufmerksamkeit von Godoma, Ndotto, Lasayen, Dupotto und Kamok auf sich, die mit ihr mitrannten und -tröteten. Sie jagten alle herum und traten Büsche kaputt, und nach einer Weile brachte Mbegu sie alle zu Tamiyois Stall zurück. Sie hielten den Atem an und beobachteten Mbegu dabei, wie sie noch einmal an der Tür schob. Da Tamiyoi wieder nicht herauskommen konnte, führte Mbegu den Konvoi nun in den Wald zurück, immer noch trompetend. Nach einer Weile beruhigten sie sich und begannen zu grasen. Mbegu ist ein Mädchen, das die kleinen Babys sehr lieb hat!

Mbegu wollte Tamiyoi abholen

Montag, 28. Dezember 2015
Rapa und Lasayen benahmen sich in den letzten Tagen wieder wie kleine Rabauken. Heute bei der öffentlichen Besuchsstunde tranken sie ihre Milch sehr schnell aus und gingen dann zur kleinen Naseku, die gerade ihre Milchflasche genoss. Sie stießen sie beide von hinten mit dem Kopf an. Naseku ging von ihrer Flasche weg, während ihr Keeper versuchte, die beiden Jungs nachdrücklich zu ermahnen. Die zwei nutzen aus, dass die kleine Naseku noch immer neu ist und sich noch nicht komplett eingelebt hat.

Rapa war heute wieder frech

Dienstag, 29. Dezember 2015
Alle Waisen wachten heute in heiterer Stimmung auf und spielten zusammen, bereit, den neuen Tag zu beginnen. Nachdem sie ihre 9-Uhr-Milchflasche genossen hatten, grasten die Waisen alle bis kurz nach 10 Uhr, als sie plötzlich von der Ankunft einer Löwin aufgeschreckt wurden. Diese hatte es offenbar auf Kiko abgesehen, der gerade graste. Die Keeper standen direkt daneben, und mit ihrem Geschrei schafften sie es, die Löwin zu verscheuchen. Die ganze Aufregung verängstigte die Waisen, die sich sofort ins tiefe Gebüsch davonmachten. Die Keeper standen nun vor der schwierigen Aufgabe, alle wieder zusammenzusuchen. Einer der Straußen rannte zu den Stallungen zurück, und Kiko lief in die entgegengesetzte Richtung wie die Löwin. Die Keeper eilten ihm hinterher, um ihn zu beruhigen. Er wurde dann zu den Stallungen zurückgebracht, ebenso wie unser zweiter Strauß, wo sie den Rest des Tages verbrachten. Hier gab es keine Löwen, und sie konnten sich beruhigen.

Kiko lebt gefährlich

Mittwoch, 30. Dezember 2015
Weil gestern so viele Löwen in der Nähe waren und wir Pea, Pod, Kiko und die anderen Waisen nicht in Gefahr bringen wollten, brachen wir heute nicht so früh auf. Das Rudel könnte noch immer in der Nähe sein, es war in der Nacht zu hören. Pea, Pod und Kiko mussten am Morgen recht lange in den Gehegen bleiben, bis die Jagdzeit der Löwen vorbei war. Nachdem sie herausgekommen waren, blieben sie im Gebüsch in der Nähe der Stallungen, wo sie vor den großen Katzen sicherer sind.
Während der öffentlichen Besuchsstunde wurde es sehr heiß, sodass die Waisen ein langes Schlammbad genossen. Lasayen, Ndotto, Rapa und Ngilai zeigten eine dramatische Vorstellung, bei der sie sich in der Erde herumrollten, die die Keeper vorbereitet hatten. Während Lasayen, Rapa und Ngilai in der nassen Erde spielten, versuchte Ndotto, auf Lasayens Kopf zu steigen. Als Lasayen dann seinen Kopf hob, wurde Ndotto mit hochgehoben – eine lustige Pose, die alle Besucher begeisterte, sodass sie applaudierten. Lasayen und Ndotto sind gute Freunde, und diese Freundschaft besteht, seit sie winzige Babys waren.
Seit Elkerama nach Tsavo umgezogen ist, hängt Ngilai an Kamok und nuckelt gern an ihren Ohren, allerdings nicht so häufig, wie es bei Elkerama der Fall war.

Ndotto spielt am Schlammbad

Donnerstag, 31. Dezember 2015
Es war der letzte Tag des Jahres 2015, und die Waisen hatten einen friedlichen und glücklichen Tag. Sie kamen in sehr verspielter Stimmung aus ihren Gehegen, und die kleinen Ngilai, Ndotto und Lasayen rangelten miteinander, um zu zeigen, wie fit sie sind.
Während der öffentlichen Besuchsstunde war es wieder sehr heiß, und alle Waisen genossen erneut ein langes Schlammbad. Viele zeigten mitreißende Spiele, die die Besucher sehr genossen. Mbegu, Dupotto, Naseku und Mwashoti drehten sich im Pool herum und wurden dabei sehr matschig – eine perfekte Sonnencreme für ihre Haut. Als sie die Lust daran verloren, kamen Mbegu und Dupotto heraus, drehten sich um und legten sich mit ihrem Kopf in Richtung Schlamm und ihren Hinterbeinen draußen hin, als wollten sie jeden Moment hineinrutschen. Die Besucher bekamen den Eindruck, als wollten sie das Jahr stilvoll beenden!
Die großartige Solio, die nun ein glückliches Leben bei den wilden Nashörnern des Nairobi-Nationalparks führt, ist schon eine ganze Weile nicht mehr vorbeigekommen. Wir hoffen, dass es ihr trotzdem gut geht und sie glücklich und zufrieden mit ihrem wilden Leben ist. Da nun das Jahr 2015 zu Ende ist, wünschen wir ihr alles Gute und hoffen, dass sie uns 2016 bald wieder besuchen wird.
Ein glückliches neues Jahr!

Lasayen ist gut gelaunt

(übersetzt aus dem englischen Original)

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