Die Waisen im November

Naipoki

               

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Die Rettung von Latika

 

Latika ist ein weiteres Opfer der aktuellen schlimmen Dürre; aber nicht nur das: darüber hinaus hatte sie sich auch noch in einer Schlinge verfangen. Als wenn es nicht schon schwierig genug wäre, mit der extremen Trockenzeit zurechtkommen zu müssen, musste sie auch noch mit einem Metalldraht kämpfen, der sich um ihren Hals gelegt hatte!

An der Salt Lick Lodge im Tsavo East Nationalpark kommen häufig Elefantenherden zusammen, um aus dem Wasserloch neben der Unterkunft zu saufen, gerade in der Trockenzeit. So war es auch am Abend des 10. Oktober 2021, als kontinuierlich wilde Besucher kamen und gingen. Doch etwas besonderes fiel den Angestellten der Lodge auf, die den Elefanten draußen zuschauten: Ein kleines Kalb, kaum anderthalb Jahre alt, hatte eine Schlinge um den Hals! Sie beobachteten die kleine Besucherin, die zu keiner der ankommenden und wieder abwandernden Herden zu gehören schien. Sie blieb immer zurück und hatte offenbar keine Familie mehr.


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Die Rettung von Barnoti

Barnoti verlor seine Mutter zu einer Zeit, in der er trotz allem beste Überlebenschancen hatte – nur um in der jetzigen harten Dürre doch noch in Lebensgefahr zu geraten.

Im April 2019 freute sich in Amboseli die BC-Familie, wie sie beim Amboseli Trust for Elephants (ATE) bekannt ist, über Zuwachs: ein kleines Baby von Bouenza, einer der bekanntesten Kühe der Region um den Nationalpark. Sie war 1992 geboren worden und Mutter von mehreren Kälbern, darunter zwei Töchter, die sie über die Jahre hinweg begleiteten. Diese wunderbare kleine Familie musste sich riesig gefreut haben über den kleinen Bullen, den Bouenza zur Welt gebracht hatte, und der vom ATE Barnoti genannt wurde.

Leider starb aber Bouenza im November 2020, offenbar eines natürlichen Todes. Barnoti war zu dem Zeitpunkt erst 19 Monate alt – eigentlich zu jung, um ohne Mutter überleben zu können. Aber die sonstigen Umstände hätten nicht günstiger sein können: es hatte gerade jede Menge Regen gegeben, und es gab Futter im Überfluss, genug, um die fehlende Milch seiner Mutter zu ersetzen. Und natürlich hatte er auch noch seine zwei älteren Schwestern, die sich liebevoll um ihn kümmerten.

In der zweiten Jahreshälfte 2021 verschlechterte sich die Situation aber zunehmend, denn es gab kaum Regen, als eigentlich Regenzeit hätte sein sollen, und das Futter für die Elefanten wurde schnell knapp. Für alle Arten von Wildtieren begann der tägliche Überlebenskampf – für ein so kleines Kalb wie Barnoti natürlich eine umso schwierigere Situation. Nach einigen Wochen magerte er zusehends ab, und schließlich war er zu schwach, um noch mit seiner Familie mithalten zu können. Am 19. Oktober traf der Vorsteher des Natioalparks Barnoti ganz allein an, und er sah sehr mitgenommen aus. Er benachrichtigte sofort die Mitarbeiter des ATE, die wiederum den Sheldrick Wildlife Trust (SWT) zu Hilfe riefen, um eine Rettungsaktion zu starten.


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Die Rettung von Mukutan

(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Mukutans Waisengeschichte begann in einem Maisfeld. 24 Stunden lang war das einsame Elefantenbaby am Rande des Naturschutzgebietes Laikipia beobachtet worden, wie es heimlich zwischen den Maisreihen in dem Feld umher flitzte. Es sah verängstigt aus, war in schlechtem Zustand und viel zu jung, um allein unterwegs zu sein.

Es ist nicht klar, wie Mukutan verwaiste, aber wahrscheinlich war der Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren die Ursache. Vermutlich war die übliche Geschichte: Die Elefantenherde verließ das Schutzgebiet und plünderte auf der Suche nach Nahrung die angrenzenden Maisfelder. Die Bewohner der Gemeinde verjagten sie, und im darauffolgenden Durcheinander blieb das junge Kalb zurück. Eine andere Möglichkeit ist, dass seine Mutter gestorben war und er danach allein im Gemeindeland umher wanderte.


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Babyfreuden zu Beginn des neuen Jahres!

(übersetzt aus den englischen Originalen hier und hier; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Im Tsavo Nationalpark in Kenia konnten sich die Mitarbeiter des Sheldrick Wildlife Trust (SWT) zu Beginn des Jahres gleich über zwei neue Babys ihrer Ex-Waisen freuen! Pünktlich am Morgen des 1. Januar kam die Herde von Edie und Mweya an der Auswilderungsstation in Voi an. Sie waren fast ein Jahr nicht mehr da gewesen und die Keeper hatten schon gespannt gewartet, ob sie dieses Jahr wieder in ihrem ehemaligen Zuhause vorbei schauen würden. Umso mehr freuten sie sich, dass auch Icholta mit von der Partie war, die sie im Februar 2019 zuletzt gesehen hatten. Sie hatte ihre Tochter Inca dabei, die jetzt fast sechs Jahre alt ist – und dazu noch einen kleinen, nur wenige Tage alten Neuzugang! Es ist ein wunderbares kleines Mädchen, das Icholta ihnen stolz vorstellte, und die Keeper gaben ihr den Namen Izzy.

Erfreulicherweise sahen alle Ex-Waisen gesund und munter aus, obwohl sie gerade erst eine extrem lange und schwere Dürre hinter sich haben. Auch die winzige Izzy ist ein lebhaftes Baby, wohlgenährt mit kugelrundem Bauch! Auch Edies und Mweyas Kälbern geht es gut, und die beiden jüngsten, Mwitu und Eco sind frech wie immer. Icholta war eine sehr gute Mutter für Inca, und so wird sie auch gut für Izzy sorgen – unterstützt von Kihari, die sich offenbar zum hauptamtlichen Kindermädchen erklärt hat.
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