REA-Projekte

News von anderen REA-Projekten

 

Wenn wir auf der Rundreise zu unseren Projekten das Thuma Waldreservat in Malawi verlassen, ist es immer mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Weinend, weil wir gehen müssen, lachend, weil wir wissen, wir kommen wieder und sehen die großartigen Erfolge der Wildlife Action Group ein Jahr später. Dieses Mal war es im September 2018 das letzte Mal, dass wir Geoffrey Umali, dem Senior Scout der WAG „Lebewohl“ gesagt haben. Geoffrey wurde von seinen Freunden und Scout-Kameraden zu Grabe getragen. Mit gerade 32 Jahren ist er nach einem Autounfall auf der Fahrt von Malawis Hauptstadt Lilongwe nach Hause  schwerst verunglückt – er war ab der Halswirbelsäule irreparabel gelähmt, nachdem der Minibus, dem Haupttransportmittel in Malawi, sich auf der Hauptstraße zwischen Lilongwe und der Stadt Salima überschlagen hat. Die instabile Wirbelfraktur und fehlende Beatmungsmöglichkeiten waren sein Todesurteil.

 

Der letzte Salut seiner Kameraden

 

Geoffrey kam 2011 zur WAG, nachdem er die Schule abgebrochen hat und eigentlich der Armee beitreten wollte. Lynn Clifford, die Direktorin der Wildlife Action Group,  erkannte in dem jungen Mann jedoch ein Potential und sagte ihm, die Arbeit als Scout bei der WAG sei viel besser, als die Armee. Lynn mit ihrem guten Gespür für Menschen hatte Recht behalten. Geoffrey entwickelte sich seit dem zu einem unentbehrlichen Mitarbeiter, der ein echter „Allrounder“ wurde und im Zaunbau ebenso einzusetzen war wie in Patrouillen, die Wilderer aufdeckten. Gleich nach sechs Monaten konnte er schon an einem Anti-Wilderer-Training in Liwonde teilnehmen. Er war für die Tier- und Pflanzenwelt Thumas zu begeistern und sein Lieblingsjob war die Forschungsarbeit im Feld: Das Erfassen von Tieren und ihren Wanderrouten per GPS und die Identifizierung von Pflanzen. Besonders die Orchideen haben es ihm angetan. Er hatte ein Gedächtnis wie ein Elefant und konnte sich besonders die lateinischen Begriffe der Tiere, Bäume und Pflanzen merken. Durch seine natürlich charmante Art und sein umfassendes Wissen war er ein guter Guide bei Wanderungen durch den Thuma Wald.

 

 

Er hinterlässt zwei Ehefrauen und vier Kinder, die alle unter acht Jahren alt sind.

 

Er reißt eine wahnsinnige Lücke – in unseren Herzen und der Arbeit der WAG.


Ruhe in Frieden, Geoffrey! Wir werden dich nie vergessen und deine Arbeit in Ehren halten.


Der Vorstand und alle Mitglieder von Rettet die Elefanten Afrikas e.V.

 


Alle unsere Scouts sind Teil der großen WAG-Familie. Wir werden Geoffrey´s Familie unterstützen und sicherstellen, das seine Kinder weiterhin zur Schule gehen können. Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten spenden Sie gerne unter dem Stichwort „Geoffrey“ auf unser Spendenkonto.

 

Hypo Vereinsbank
IBAN: DE30200300000621918283
BIC: HYVEDEMM300

Unser Verein hat eine besondere Beziehung zu einem Elefantenkalb im Amboseli-Nationalpark. Es handelt sich um Rea, die Tochter Risas aus der RA-Familie, welche Cynthia Moss vom Amboseli Trust for Elephants nach uns benannt hatte.

Rea wurde im Januar 2012 geboren und war von Anfang an ein sehr hübsches Baby mit riesigen Segelohren! Sie hatte einen sehr guten Start ins Leben, da es in ihrem Geburtsjahr sehr viel Regen gab und ihre Mutter Risa bereits eine sehr erfahrene Mutter war, die schon mehrere Kälber erfolgreich großgezogen hatte.

 

Rea sieht gut aus!

 

Über die Jahre war es allerdings gar nicht so einfach Reas Entwicklung im Auge zu behalten, da sich die RA-Familie oft auch außerhalb des eigentlichen Parks aufhält und dann immer wieder für einige Zeit vom „Radar“ des ATE-Teams verschwindet. Außerdem zeigte sich, dass Rea ein eher schüchternes Elefanten-Kind ist, welches sich gerne hinter den anderen Familienmitgliedern versteckt. Gelegentlich findet man sie auch nicht bei ihrer Mutter sondern in Gesellschaft ihrer Tante Ruth II und deren Nachwuchs. So bleibt es also für das ATE-Team immer eine kleine Herausforderung zu verfolgen, wie Rea langsam größer wird und sich entwickelt.

 

Rea ist inzwischen sieben Jahre alt

 

Doch am 19. Februar hatte Dr. Vicki Fishlock wieder Glück und entdeckte nicht nur die RA-Familie innerhalb des Parks sondern auch Rea mittendrinn. Und an diesem Tag zeigte sie sich erfreulicherweise auch deutlich weniger „kamerascheu“ als sonst! So entstanden diese Bilder, auf welchen neben Rea auch ihre große Schwester Rona und deren im Januar 2018 geborener kleiner Sohn zu sehen sind.

 

Rea (links) mit ihrer großen Schwester Rona und deren ein Jahr altem Sohn

 

Rea hat auch noch einen Bruder, den zweijährigen Rumi, für den sie sich oft als Babysitter betätigt. Nun widmet sie ihre Aufmerksamkeit auch Ronas Nachwuchs – was für Rea natürlich eine Doppelbelastung bedeutet! Doch sie scheint damit gut klarzukommen und wächst sicherlich an ihren Aufgaben!

 

Wir freuen uns natürlich sehr über Reas wundervolle Entwicklung und hoffen, dass sie in Amboseli auch weiterhin ein glückliches Leben in Freiheit – sicher vor Wilderei und Mensch-Wildtierkonflikten – führen kann.

 

News vom Amboseli-Trust-for-Elephants – die Monate Oktober und November 2018:

 

 

Die Monate Oktober und November markieren in Amboseli normalerweise den Beginn der „kurzen Regenzeit“. Die ersten Niederschläge finden allerdings noch außerhalb des Parks statt, an den Hängen des Kilimanjaro und des benachbarten Hügellandes. Von dort ziehen sie dann allmählich immer weiter bis ins Zentrum des Schutzgebiets.

Dieses Jahr dauerte es jedoch etwas länger, bis der erste Regen fiel. Erst Ende November kam es zu einem starken Anstieg der Temperaturen, dem gewöhnlichen Zeichen für den nahen Beginn der Regenzeit, dem dann auch tatsächlich bald die ersten Niederschläge folgten. Allerdings zeigten sich diese zunächst noch von eher bescheidenem Ausmaß. Da die vorherige „große Regenzeit“ jedoch außergewöhnlich ergiebig gewesen war gab es trotzdem noch immer Futter und Wasser in ausreichenden Mengen. Die meisten Tiere befanden sich daher nach wie vor in bester Verfassung und da man außerdem annehmen konnte, dass sich die Regenzeit auch im Dezember noch fortsetzen würde, war die Situation nach wie vor entspannt und alle sahen der nächsten Zukunft recht optimistisch entgegen.

 

Den Elefanten in Amboseli geht es sehr gut!

 

Die Elefanten versammelten sich fast täglich in großer Zahl in der Nähe der Sümpfe. Oft schlossen sie sich in große Herden zusammen, doch waren dazwischen auch immer wieder kleinere Gruppen zu finden. In allen Herden konnte eine große Vielfalt an sozialen Aktivitäten beobachtet werden. Dazu gehörte vor allem das Treffen von Freunden, die zu verschiedenen Familien gehörten, das gegenseitige Kennenlernen kleiner Kälber, die neue Spielkameraden fanden, Rangkämpfe zwischen Bullen, Paarungen und ausgelassene Bäder: Mit Wasser, Schlamm oder Staub!

 

Die GB-Familie beispielsweise machte das Beste aus diesen Zusammenkünften. Das ATE-Team hatte sie oftmals in Gesellschaft vieler anderer Familien beobachtet und es war offensichtlich, dass sie das Zusammensein mit so vielen ihrer Freunde genossen und alle eine wundervolle Zeit hatten.

 

Die Elefanten genießen das Zusammensein –

und das üppige Nahrungsangebot!

 

Allerdings gab es auch einige traurige Ereignisse. Eines davon betraf die junge Kuh Paru aus der PA-Familie. Sie hatte Anfang des Jahres Zwillinge zur Welt gebracht. Eine echte Sensation, denn Zwillingsgeburten kommen bei Elefanten nur sehr selten vor! Dafür gibt es allerdings auch einen guten Grund: Den meisten Kühen fällt es schwer genug Milch für ein Kalb zu erzeugen. Sie hätten nie genug um zwei Babys ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Paru und ihre beiden Kälber schienen jedoch eine positive Ausnahme zu sein. Was man auch der außergewöhnlich ergiebigen großen Regenzeit zuschreiben konnte, welche ein üppiges Nahrungsangebot zur Folge hatte. So war Paru stets wohlgenährt und dadurch in der Lage genug Milch für beide Kälber zu produzieren. Die Zwillinge hatten offenbar riesiges Glück, dass sie genau zum optimalen Zeitpunkt geboren worden waren. Doch leider hielt diese positive Phase nicht an. Das weibliche Kalb zog sich eine Verletzung auf seinem Rücken zu, welche schlecht zu heilen schien. Daher gab es die Überlegung sie von einem Tierarzt behandeln zu lassen. Hierfür wäre es allerdings notwendig gewesen das Kalb einzufangen und die Mutter zu betäuben. Das Narkotisieren von Elefanten ist jedoch immer mit einem Restrisiko verbunden. Und da es dem kleinen Elefanten-Mädchen offenbar allmählich wieder besser ging verzichtete man schließlich doch auf einer tierärztlichen Behandlung . Leider täuschte der positive Eindruck! Das Baby starb in der zweiten Oktoberhälfte – letztlich doch sehr überraschend und unerwartet! Ein trauriges Schicksal für das kleine Elefantenmädchen und ein traumatischer Verlust für ihre Mutter! Der einzige Trost war, dass es Parus Sohn weiterhin gut ging.

 

Elefanten am Rande eines Palmenwaldes.

 

Bei den AAs befanden sich, wie schon während der letzten Monate, weiterhin die meisten Mitglieder ihrer Familie in einer Gruppe zusammen. Erst Ende November konnte man beobachten, dass sie begannen sich auch in kleinere Gruppen aufzuteilen, welche sich unter verschiedene andere Familien mischten. Sie bevorzugten dabei diejenigen, welche sich in der westlichen Parkhälfte aufhielten.

 

Die EBs hatten viel Zeit in der Nähe des ATE-Forschungslagers verbracht. Es war für das Team wunderbar, sie so oft zu sehen. Gerne hielten sie sich auch beim Flamingo-See auf und überquerten ihn mehrfach, um zu ihren bevorzugten Futterplätzen zu gelangen.

Edwina und ihre Gruppe sahen gut aus und Elanas zweites Kalb, das im Mai diesen Jahres geboren worden war, machte einen sehr gesunden Eindruck. Es ist ein sehr unternehmungslustiges Kalb, voller Energie und stets zum Spielen aufgelegt.

 

Viele Elefanten kennen die Fahrzeuge des

ATE-Teams gut und kommen oft nahe heran.

 

Elana hatte ihr Erstgeborenes im Jahr 2015 verloren, daher war es nun sehr schön zu sehen, dass sie erneut ein Kalb hatte und ihre mütterlichen Fähigkeiten zeigen konnte. Elefantenkühe, die zum ersten Mal ein Baby bekommen, schaffen es leider oft nicht, dass dieses überlebt. Vor allem wenn ihre eigene Mutter ihnen nicht hilfreich zur Seite steht und/oder wenn die Umweltbedingungen nicht gut sind. Das erste Kalb zu verlieren ist für die Kühe eine sehr traurige Erfahrung, gleichzeitig aber auch Teil eines Lernprozesses, den viele weibliche Elefanten in ihrem Leben durchmachen. Elefanten müssen viele Fähigkeiten erst im Laufe der Zeit erlernen. Dies kann manchmal eine sehr schwere und harte Lektion sein, aber später macht sich dieses Wissen bezahlt und kann sich entscheidend auf ihre Führungsqualitäten, ihr Verhalten als Mutter und den Überlebenserfolg ihrer Familie auswirken.
Im Oktober wurde beobachtet, dass auch Eleanor ein neues Kalb hatte, aber dieses sah so aus, als ob es schon ein paar Monate alt gewesen wäre. Vermutlich wurde es bereits Anfang Februar geboren.

Die EB-Kälber gedeihen wunderbar – und umgeben von vielen gleichaltrigen Freunden veranstalten sie immer jede Menge lustiger und ausgelassener Spiele!

 

Zusammenfassend kann man durchaus sagen, dass die Elefanten in Amboseli auch im Oktober und November eine gute Zeit hatten, die sich gravierend von der vor einem Jahr noch herrschenden großen Dürre unterschied.

 

 

Liebe REA-Freunde,

Wir senden Euch hiermit noch ein persönliches Dankeschön für Eure Unterstützung, denn 2018 war ein großartiges Jahr:

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Ende Dezember, als dunkle, vielversprechende Regenwolken aufzogen, wird am Ufer des großen, grünen Limpopo Flusses ein Elefantenbaby geboren. Obwohl dieser kleine Elefant noch ein sehr geringes Sehvermögen hat und auch noch ziemlich wackelig auf den Beinen ist, versucht er, mit seiner Herde mitzuhalten. Die Landschaft ist grausam und unerbittlich. Aber der kleine Elefant ist stark, tapfer und unerschrocken. Allerdings fordern die sengende Hitze und die blendende Sonne ihren Tribut von der gesamten Elefantenfamilie. Sie müssen ihr Tempo beschleunigen. Sie müssen Wasser finden. Das Kollern der Leitkuh ist zu hören. Die Mutter des Elefantenbabys steht vor einer schweren Entscheidung. Ist das Bedürfnis nach Gemeinschaft zu stark für ihr persönliches Dilemma? Die Herde zieht eilig weiter. Das Elefantenkalb bleib zurück: alleine, verängstigt, traumatisiert, hungrig.

Limpopo ist nach dem Fluss benannt, an dem er gerettet wurde.

Limpopo ist nach dem Fluss benannt, an dem er gerettet wurde.

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