Tagwa

Samstag, 29. September 2018
Die Waisen haben normalerweise ein sehr gutes Zeitgefühl und wissen, wann es Zeit ist für die Milchfütterung, für den Heimweg oder für den Aufbruch in den Wald. Heute Morgen allerdings dauerte es, bis sie alle in Gang kamen. Emoli, der gerne zeitig herauskommt und zwischen den Ställen herum stromert, war sich irgendwann ganz sicher, dass es höchste Eisenbahn war, in den Wald hinaus zu gehen, und er begann zu schreien und sich über die Verspätung zu beschweren. Als die anderen dann nach und nach aus ihren Ställen und Gehegen kamen, freute er sich sehr und rannte trompetend und voller Vorfreude in Richtung des Waldes. Mapia und Sagala machten mit, doch Tagwa wollte nicht aufbrechen, ohne vorher nach Dololo, Merru und Mukkoka geschaut zu haben. Sie ging zu ihren Stalltüren, stieß dagegen und rüttelte an den Eimern für die Milchflaschen. Wann immer jemand versuchte, sie zu überzeugen, mit hinaus zu kommen, ging sie wieder zurück und machte weiter. Erst als die drei Babys schließlich herauskamen, war sie zufrieden und begleitete sie hinaus in den Busch zu den anderen.

Freitag, 28. September 2018
Als die Elefanten am Morgen in den Wald gingen, blieben Enkesha und Maktao an den Stallungen zurück. Maktao war gerade hinter dem Abteil, in dem das Luzernenheu gelagert wird, und versuchte, den Rüssel durch die Gitterstäbe des Tors zu stecken, um Pellets zu stibitzen. Er bekam noch rechtzeitig mit, dass seine Freunde schon weg waren und rannte ihnen hinterher. Enkesha dagegen spielte mit den Warzenschweinen und versteckte sich hinter den Gehegen vor den Keepern. Als sie merkte, dass niemand mehr da war, begann sie herumzubellen, rief nach den anderen und rannte an den Stellungen umher. Tagwa hörte sie und kam – wie eine treusorgende Mama – zurück geeilt, um sie abzuholen. Enkesha freute sich sehr, als Tagwa näher kam und wurde mit ausführlichen Umrüsselungen in den Wald eskortiert.

Mittwoch, 26. September 2018
Nach der Milchfütterung um 9 Uhr wurde das neue kleine Kalb namens Mukkoka mit seiner neuen Familie bekannt gemacht. Eine kleine Gruppe Waisen ging zurück zu den Stallungen, um ihn hinaus in den Wald zu begleiten. Ndiwa war allerdings nicht begeistert, weil er jetzt in ihrem alten Stall untergebracht ist, und sie schubste ihn gleich. Tagwa griff ein und beschützte den kleinen Mukkoka. Als er aus dem Stall kam, umringten ihn Tamiyoi, Malkia, Maisha, Musiara, Sana Sana, Jotto und Malima, wirkten beruhigend auf ihn ein und nahmen ihn dann mit hinaus in den Wald.

Mittwoch, 26. September 2018
Merru geht es weiterhin gut; heute Morgen konnte er die Gesellschaft von Sattao, Luggard, Maktao und Emoli genießen, während der Rest der Herde weiter in den Wald hinein ging. Nach einer Weile fiel Maktao auf, dass die älteren Mädchen nicht da waren, und da er daran gewöhnt ist, in ihrer Nähe zu sein, begann er, herumzurennen und nach ihnen zu suchen. Sie waren schon ein ganzes Stück weg, aber er hob den Rüssel und versuchte zu wittern, wohin sie gegangen sein könnten. Merru, Sattao und Emoli folgten ihm, und sie kamen an ein paar Impalas vorbei, die sich gerade ausruhten und erschrocken aufsprangen. Emoli und Sattao scheuchten sie weg und passten gut auf, dass keines von ihnen dem kleinen Merru etwas anhaben konnte. Maktao führte sie schließlich dorthin, wo die anderen waren, und Sana Sana und Tagwa begrüßten sie bei der Herde.

Dienstag, 25. September 2018
Seitdem Merru und Dololo da sind, ist Musiara nicht mehr so häufig bei seinem alten Freund Luggard, denn dieser grast jetzt tagsüber mit den Neulingen im Wald, solange sie noch nicht so weit laufen können. Also versuchen die beiden Kumpels und Stallnachbarn morgens nachdem sie aufgewacht sind, so viel wie möglich miteinander zu spielen, bevor sie sich voneinander verabschieden müssen. Heute morgen gingen sie Seite an Seite hinaus ins Gebüsch und fingen dort ein kleines freundschaftliches Kräftemessen an. Jotto und Ambo unterbrachen sie, weil sie mitspielen wollten. Daraufhin schloss sich Musiara Tagwa und Malkia an, die in der Nähe grasten, und Luggard stapfte einfach davon. Ambo und Jotto blieben zurück und begannen einfach selbst einen Ringkampf. Schließlich ging Jotto Luggard hinterher, da er auch sehr gern mit ihm spielt. Weil es aber gleich Zeit für die Fütterung war, wollte Luggard nicht spielen, sondern lieber langsam zu der Stelle gehen, an der es die Milch gibt.

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