Das Jahr 2016 ist zu Ende, und es ist damit Zeit, Bilanz zu ziehen, ob und wie sich die Situation der Elefanten verbessert hat.

 

 

Wilderei

Die Wilderei an Afrikanischen Elefanten ist zum Glück seit 5 Jahren stetig zurückgegangen, aber immer noch ist die Tötungsrate höher als die Geburtenrate. In diesem Jahr wurden nun die Ergebnisse der Großen Elefantenzählung bekanntgegeben. Die Zahlen sind erschreckend: Es gibt nur noch 352.271 Savannen-Elefanten in 18 afrikanischen Ländern. Fast 30 % der Savannenelefanten wurden zwischen 2007 und 2014 gewildert. Das bedeutet 144.000 getötete Tiere und ein Rückgang der Population von 8 % pro Jahr.

 

Bei den Waldelefanten gab es die bestürzende Beobachtung, dass zwischen den Jahren 2002 und 2013  65 % aller Waldelefanten umgebracht worden sind. Wegen ihrer besonders langsamen Vermehrung schätzen Experten, dass es mindestens 90 Jahre dauert, bis sie diese Verluste wieder wettmachen können – falls der Mensch ihnen eine Chance dazu gibt.

 

Insbesondere in Angola sind die Verluste herb. Von 200.000 Elefanten vor dem Bürgerkrieg überleben bis heute nur noch 3400.

 

Gegen Ende des Jahres wurde auch im Tschad seit längerer Pause wieder Wilderei vermerkt.

In Mali wurden leider wieder zahlreiche Wüstenelefanten getötet, wodurch deren Ausrottung innerhalb von nur drei Jahren droht.

 

Auch die zweitausend übriggebliebenen Elefanten Äthiopiens leiden stark unter der Wilderei. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit wird auch in Kenias Massai Mara stark gewildert. Im Südsudan dezimieren Verbrecher weiterhin die Elefantenpopulationen.

 

Insgesamt verlagert sich der Fokus der Wilderer spürbar mehr auf den Süden Afrikas. Sogar im bisher als sicher gegoltenen Botswana sind in diesem Jahr zig Elefanten gewildert worden, ebenso ist die Elefantenwilderei erstmals seit vielen Jahren im Krüger Nationalpark Südafrikas und in Namibia steil angestiegen. In einigen Gebieten Simbabwes ist die Wilderei verheerend, wobei die wiederholte Vergiftung von Elefanten mit Zyankali im Hwange Park und im Nordwesten des Landes besorgniserregend ist.

 

 

Kampf gegen die Wilderei

Der Kampf gegen die Wilderei seitens der Naturschützer wird nun immer moderner: Drohnenüberwachung von Gebieten und DNA-Analyse von beschlagnahmtem Elfenbein ermöglichen die Verfolgung von Wilderern und Schmugglern über Länder hinweg. In vielen Ländern Afrikas wurden die Gesetze gegen Wilderei verschärft.

 

 

Schmuggelfunde

Frachtkontrollen an Grenzen, immer häufiger unterstützt von Spürhunden, bringen viele Ergebnisse, zeigen jedoch mit der Unmenge an beschlagnahmten Stoßzähnen auch, wieviele Elefanten nach wie vor tagtäglich abgeschlachtet werden, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Funde ja nur ein Bruchteil des tatsächlich geschmuggelten Elfenbeins sind. Allein in Vietnam fanden Zollbeamte 6,5 Tonnen des illegalen Materials. Weitere große Beschlagnahmungen gab es in Malaysia, Kenia, Tansania, Kambodscha, Thailand und im Südsudan. Doch auch in Europa wurden gewaltige Posten von Elefantenzähnen entdeckt: Neben Spanien, Frankreich und Österreich gerät nun auch der illegale Handel in Deutschland ins Rampenlicht: In einem PKW auf der Autobahn bei Würzburg, am Flughafen Schönefeld in Berlin und in einer illegalen Elfenbeinwerkstatt in Koblenz wurden insgesamt 1,3 Tonnen Elfenbein entdeckt!

 

 

Elfenbeinzerstörungen

Da illegales Elfenbein nicht verkauft werden darf, haben sich im Jahr 2016 mehrere Staaten entschlossen, ihre Elfenbeinlager zu zerstören. In Asien zerstörten Sri Lanka, Malaysia, Singapur und Vietnam große Mengen Elfenbein. In Hongkong wurde die letzte Charge von insgesamt 28 Tonnen zerstört. In Afrika fanden in Malawi, Kamerun und im Südsudan Elfenbeinzerstörungen statt. Die weitaus größte Menge von Elfenbein, nämlich 106 Tonnen, wurde bei der spektakulären Verbrennung in Kenia zerstört. In Europa war Italien das einzige Land, das eine Zerstörung durchführte.

 

 

Öffentlichkeit

Sowohl Papst Franziskus als auch islamische Geistliche in Indonesien und Malaysia sprachen sich gegen Wilderei und Elfenbeinschmuggel aus.

 

Die Zeitung „The Guardian“ ist nun dabei, ein Jahr lang über alle Aspekte der bedrohten Lage der Elefanten zu berichten, und der Filmstart von „The Ivory Game“ sorgte ebenfalls für viel Aufmerksamkeit.

 

Mehr und mehr Menschen wissen um die drohende Ausrottung von Elefanten. Das Thema ist weltweit erheblich bekannter geworden als es noch vor einigen Jahren war. Und die Öffentlichkeit ist zunehmend beunruhigt. Eine weltweite Umfrage ergab, dass die meisten Menschen Elfenbeinhandel ablehnen.

 

 

Konferenzen

Neben verschiedenen internationalen Treffen zum Wildtierschutz war es speziell die Arten-schutzkonferenz in Johannesburg, die das Jahr 2016 für alle Vereine und Organisationen, die sich um Artenschutz kümmern, prägte und alle menschlichen „Resourcen“ mit unzähligen Vorbereitungen in Atem hielt.

Schon im Vorfeld wurde bekannt, dass sowohl Namibia als auch Simbabwe wieder mit Elfenbein handeln wollten und ensprechende Anträge einreichten. Ganz im Gegensatz hierzu setzte sich die aus 29 Ländern bestehende African Elephant Coalition nachdrücklich für die höchste Schutzstufe der Elefanten ein und brachte entsprechende Vorschläge ein. Die IUCN und das EU-Parlament stimmten in eigenen Konferenzen für die Schließung aller lokalen Elfenbeinmärkte.

 

Ergebnisse der Artenschutzkonferenz in Johannesburg waren letztendlich

– die Resolution zur Schließung aller lokalen Elfenbeinmärkte,

– die Beendigung eines geplanten Elfenbeinhandelssystems,

– die Ablehnung der Handelsanträge von Namibia und Simbabwe,

– jedoch auch die Verwehrung der höchsten Schutzstufe für die Elefanten aller Länder.

 

Diese Resultate bedeuten eine erhebliche Verbesserung der Schutzstellung der Elefanten, jedoch ist das Handelsverbot weiterhin eingeschränkt. Die Botschaft an Wilderer, Schmuggler und Käufer bleibt gefährlich uneindeutig: Einiges Elfenbein ist verboten, anderes nicht.

 

Lesen Sie Näheres über die Beschlüsse der Artenschutzkonferenz hier: http://www.reaev.de/wordpress/wp-content/2016/12/rea-position-zu-ergebnissen-von-cites-cop17.pdf

 

 

Märkte, Länder

Eine ETIS-Studie zeigte auf, dass sich der illegale Elfenbeinhandel weltweit verstärkt hat. Andererseits sind die Preise für Elfenbein in China, dem weltgrößten Markt, gefallen. Große Online-Unternehmen wie eBai, Etsy, Pinterest usw. haben Wildtier-Produkte aus ihren Programmen genommen.

 

Die EU hat einen Aktionsplan gegen Wildtierhandel erstellt. EU-Parlamentarier riefen zu einem vollständigen, EU-weiten Elfenbeinhandelsverbot auf.

 

In den USA, dem nach China zweitgrößten Elfenbeinmarkt, wurde ein Verbot erlassen, das es verbietet, Elfenbein innerhalb der diversen US-Staaten zu importieren und exportieren. Jedoch gibt es nur innerhalb von New Jersey, New York, Californien, Washington, Oregon und Hawaii ein Elfenbein-handelsverbot, das auch innerhalb dieser Staaten gilt.

 

Malawi, Mosambik, Angola und vor allem Tansania machen nun deutliche Anstrengungen, die Wilderei mit strengeren Gesetzen und deren tatsächlicher Durchführung zu bekämpfen. In Kenia und Tansania wurden Elfenbeinschmuggler schon mit 20 Jahren Haft bestraft.

 

Botswana gab auf der Artenschutzkonferenz bekannt, dass es seine Elefanten freiwillig unter den Schutz von CITES Appendix I (höchste Schutzstufe) stellt und drängte auf ein weltweites Elfenbeinhandels-verbot.

 

Leider gab es auch wieder Exporte von Dutzenden von lebenden Elefanten aus Swaziland und Simbabwe für Zoos in den USA und in China zu vermelden.

 

In Thailand wurden Anstrengungen unternommen, den lokalen Elfenbeinhandel besser zu kontrollieren.

 

Malaysia und Singapur entpuppten sich als Hauptdrehkreuze für den illegalen Elfenbeinhandel.

Japan stellte sich in einer Studie als ein weiterer großer, äußerst unkontrollierter Elfenbeinmarkt heraus. Das Land hat auf der Artenschutzkonferenz eindeutige Absichten geäußert, weiterhin handeln zu wollen.

 

In Kambodscha, Vietnam, Myanmar und Laos wurde vermehrter Elfenbeinhandel im Grenzverkehr mit Chinesen festgestellt. Nachdem es in China schwieriger wird, geschmuggelte Ware zu verkaufen und die chinesische Regierung gegenüber Wildtierverbrechen härter durchgreift, weichen die kriminellen Händler und die Käufer auf die umgebenden Länder aus.

 

Anfang des Jahres sorgte Hongkong für eine Sensation mit der Ankündigung, den Import und Export von Elfenbein verbieten zu wollen, enttäuschte dann aber mit der Enthüllung eines Stufenplanes, mit dem der Handel erst in fünf Jahren (bis Dezember 2021) beendet sein soll.

 

China hingegen machte kurz vor Jahresschluß die Ankündigung, seinen Markt bereits in einem Jahr, also zum Jahresende 2017, zu schließen! Auf einen solchen Plan hatten viele Artenschutzorganisationen seit Jahren hingearbeitet und gehofft. China ist der größte Elfenbeinmarkt, und die meisten aufgefundenen Schmuggelsendungen sind für China bestimmt. Dass dieser Markt geschlossen wird, und zwar in einem so relativ kurzen Zeitraum, ist die beste Neuigkeit, die es unter den gegenwärtigen Umständen für Elefanten geben kann! Wir gratulieren China zu dieser Entscheidung!

 

Hinweis: Kurznachrichten zum Elefantenthema können Sie auch immer hier nachlesen:

http://www.reaev.de/wordpress/?page_id=5056

 

 

Tätigkeiten unseres Vereins (REA)

Nicht zuletzt hat unser Verein mit vielen Aktionen einen Beitrag dafür geleistet, den Bekanntheitsgrad der bedrohten Lage der Elefanten zu erhöhen, u.a. mit der Organisation von mehreren Demonstrationen im Zuge der weltweiten „Globalen Märsche für Elefanten und Nashörner“, die 2016 in mehr als 140 Städten weltweit stattfanden. Experten gaben bekannt, dass diese Demonstrationen mit der Aufmerksamkeit, die sie wecken, den Tieren aktiv helfen. Der Lichtelefant, den unser Vereinsmitglied, Christian Felix, erdacht und erbaut hat, war der Mittelpunkt der Münchner Demonstration und Thema in den Medien.

 

REA hatte in diesem Jahr Kontakt zum deutschen Umweltministerium aufgenommen und war erstmals als Beobachter auf der Artenschutzkonferenz. Unser Verein war Mitunterzeichner von diversen offenen Briefen an offizielle internationale Stellen mit Forderungen für besseren Elefantenschutz.

 

Wir möchten Ihnen, liebe Elefantenfreunde, noch einmal sehr herzlich für die vielen Unterschriften auf unserer Petition gegen den Elfenbeinhandel danken, die Sie für uns getätigt und gesammelt haben. Die Petition wurde an alle Parteien der Artenschutzkonferenz übermittelt und vor Ort in Johannesburg gemeinsam mit anderen, sehr ähnlich lautenden Petitionen, vom Delegierten des Landes Benin in seiner Rede für die Listung aller Elefanten im höchsten Schutzstatus erwähnt. Leider konnte die höchste Schutzstufe für alle Länder dieses Mal noch nicht erreicht werden, aber wir geben nicht auf und werden dieses Ziel unbeirrt weiter verfolgen.

 

Wir verzeichnen reges Interesse an unseren Regionalgruppen, die wir an einigen Orten starten konnten und sind hocherfreut über die vielen Sonderaktionen für Elefanten, die aus Ihren Reihen kamen!

 

Mit Ihren Spenden haben wir nicht nur den Ihnen bekannten Projekten des David Sheldrick Trust, des Amboseli Trust for Elephants und Save the Elephants in Kenia, sowie der WAG beim Schutz von Elefantengebieten in Malawi kräftige Hilfe gewähren können, sondern konnten auch neue Projekte wie die dringend benötigte Unterstützung von Rangern der Organisation MAPP in Simbabwe und das Aufklärungsprojekt Peace for Conservation in Tansania bezuschussen. Ohne Ihre Hilfe hätten wir diese für Elefanten so hilfreichen Projekte nicht fördern können. Noch einmal tausend Dank für Ihre Unterstützung unserer Elefantenprojekte im vergangenen Jahr!

 

 

Das Gesamtresümee für die Elefanten für 2016 lautet: Es konnten weltweit und bei uns in Deutschland erhebliche Fortschritte erreicht werden, jedoch sind die Elefanten damit bei weitem nicht gerettet. Es werden immer noch rund 30.000 Elefanten pro Jahr getötet, und die Gefahr der Ausrottung in den kommenden Jahrzehnten ist nach wie vor real. Wir müssen weiterarbeiten und werden auch im neuen Jahr alles tun, was in unserer Macht steht, um die Grauen Riesen für unsere Nachwelt zu erhalten.

Monatsbericht für die Ithumba-Gruppe: November 2016

Das für Tsavo charakteristische heiße, trockene Wetter dauerte auch diesen Monat an, aber die Luftfeuchtigkeit stieg bis Ende November und verhieß den ersten Regen. Manchmal war es so heiß, daß sogar Waisen wie Kithaka und Orwa, die normalerweise kaum ins Wasser zu bekommen sind, zur Abkühlung im Schlamm suhlten. Die Wildblumen begannen zu blühen, ein Vorbote darauf, daß die Regenzeit unmittelbar bevorstand. Am Morgen des 5. November fiel der erste seichte Schauer, sehr zur Freude von Boromoko, der Regenwasser vom Felsen schlürfte. Von da an türmten sich dicke Wolken, es nieselte noch einmal kurz am 13., und ab 15. November regnete es endlich richtig. Die Niederschläge brachten große Erleichterung und Ausgelassenheit bei den Elefantenwaisen, die die weiche, nasse Erde lieben und ganz besonders die vielen neuen Pfützen, in denen sie fortan lieber planschten als im größeren, kühleren Wasserloch. Wann immer es regnete, sah man die Waisen, besonders Orwa, Bomani, Bongo und sogar Shukuru, beim Spielen im Freien. Am 30. November gab es ein heftiges Gewitter, daß die ganze Herde in Aufruhr versetzte. Die Keeper brachten sie daher schon zur Nachmittagsmilch zurück ins Stallgelände. An diesem Tag notierten wir 42 Millimeter Niederschlag.

 

In der ersten Monatshälfte kamen die Ex-Waisen noch regelmäßig zum Saufen, aber als der Regen einsetzte, teilten sich die Gruppen wieder auf und zogen in weiter entlegene Gebiete. Olare, Mutara und Wendis Herde Ex-Waisen blieben mit ein paar der Jungbullen wie Tomboi und Rapsu zusammen und man sah sie nur noch selten, ebenso wie die wilden Elefanten. Während der letzten Tage in der Trockenzeit war der Wettstreit um das Zusatzfutter noch heftig; Laragai und Kithaka zum Beispiel trugen immer soviel in ihr Versteck wie sie wegschleppen konnten und fraßen dann in aller Ruhe. Gegen Ende des Monats kam Yatta mit ihrer Herde Ex-Waisen (Kinna, Mulika und ihr Kalb Mwende, Ithumba, Meibai, Makena und einigen anderen) zum Saufen und beschäftigten sich kurz mit den Waisen, bevor sie weiterzogen. Als die Regenzeit gerade anfing, konnte man die Waisen noch dabei beobachten wie sie sich mit allen Kräften nach den saftigsten Blättern streckten, die noch in den Bäumen hingen. Gegen Ende des Monats zogen sie dann schon das frische, neu sprießende Gras vor. Orwa und Shukuru hatten in den letzten Wochen eindeutig einen Größenvorteil, während die Kleineren wie Olsekki und Sokotei ihre Nährstoffe vornehmlich aus Wurzeln holten, die sie ausbuddelten. Sokotei ist nach wie vor sehr gierig während der Fütterungszeiten und stibitzt Milchflaschen, sobald die Keeper einmal kurz unachtsam sind. Dann rennt er mit den Flaschen los, um sie auszusaufen, bevor die Keeper sie ihm abnehmen können! Olsekki ist ein cleverer kleiner Bursche, der gerne damit angibt, daß er die Flasche ganz allein aufnehmen und sie nach dem Saufen wieder abwerfen kann. Orwa und Boromoki lieben ihre Keeper ganz besonders und verbringen ihre Zeit gerne in ihrer Nähe.

 

Wiva, Wendis inzwischen einjähriges Kälbchen, ist sehr aktiv. Man sieht sie ständig beim Spielen, entweder mit einer ihrer Kindermädchen oder den Elefantenwaisen. Die kleine Gawa, Galanas Nachwuchs, ist erst zwei Monate alt und dementsprechend noch viel mehr fixiert auf ihre Mutter. Sie spielt auch ausgiebig, aber immer in der Nähe ihrer Mutter und unter den Adleraugen ihrer Kindermädchen (und selbst Noch-Waisen!) Sidai und Narok. Am 14. November waren wir kurz besorgt, als Wendi ohne Wiva im Stallgelände ankam. Die aber traf wenig später mit ihren Kindermädchen Kinna, Lenana und Naserian ein!

 

Bevor es zu regnen begann, kamen Mutara und Suguta mit ihren Gruppen in der Regel morgens ins Stallgelände, um einen Happen Luzerne zu fressen. Suguta beschäftigte sich dann immer intensiv mit Narok. Wir fragen uns, ob Suguta eventuell vorhat, sie in die jetzt wilde Herde zu locken? Das Ex-Waisen-Trio Kilaguni, Chaimu und Ishanga war auch in diesem Monat unzertrennlich. Manchmal schlossen sie sich Mutaras Herde an und holten sich mit ihnen gemeinsam jeden Morgen ihre Ration Luzerne. Aber seit es regnet, haben wir sie nicht mehr gesehen. Die Ex-Waisen Makireti, Kasigau und Kilabasi tauchten gegen Mitte des Monats einmal auf und blieben für ein paar Tage, aber mit den ersten Regentropfen waren auch sie verschwunden.

 


Narok and Mutara speaking in the compound 11/1/2016

Ex orphans join dependent ones for lucerne 11/1/2016

 


Olsekki leading the way to the bush to browse 11/1/2016

Olsekki picking up his own milk bottle 11/1/2016

 


Orwa leading the dust bathing session 11/1/2016

Sokotei with a mouth full of lucerne 11/2/2016

 


Sirimon playing with his trunk in the mud bath 11/2/2016

Shukuru and Orwa behind dust bathing 11/2/2016

 


Enkikwe browsing in the bush 11/2/2016

Bongo swinging his head 11/2/2016

 


Enkikwe scratching whilst the others eat lucerne 11/3/2016

Ishanga and Teleki enjoy some lucerne 11/3/2016

 


Yatta’s group arrive and join in on lucerne 11/3/2016

Bongo stretching for the greenest leaves 11/3/2016

 


Ready to go back to the stockades 11/3/2016

Bongo eating lucerne and flapping his ears 11/4/2016

 


Sokotei messing around 11/4/2016

Barsilinga by the mud hole 11/4/2016

 


Barsilinga takes on Kithaka after mud bath 11/4/2016

Barsilinga on the walk back to the stockades 11/4/2016

 


Shukuru enjoying her lucerne 11/5/2016

Bomani enjoying a nice scratch on the rock 11/5/2016

 


Orphans drinking at the stockade water trough 11/5/2016

Orwa chatting with Boromoko 11/5/2016

 


Enkikwe having fun in the mud 11/5/2016

Olare’s group arriving at the stockades 11/6/2016

 


Orphans eating lucerne with the Ex Orphans 11/6/2016

Chemi Chemi wrestling with Orwa 11/6/2016

 


Bongo chewing on a stick 11/6/2016

Sirimon drinking his milk at mud bath 11/6/2016

 


Orphans leaving their stockades 11/7/2016

Teleki, Ishanga, Chaimu & Bomani at the stockades 11/7/2016

 


Boromoko scratching  11/7/2016

Shukuru and Kithaka browsing together 11/7/2016

 


Teleki lying in the mud hole 11/7/2016

Lucerne breakfast 11/8/2016

 


Wild herd arriving to drink water 11/8/2016

Kilaguni with Laragai 11/8/2016

 


Barsilinga browsing after wallowing 11/8/2016

Ex Orphans and Orphans after mud bathing 11/8/2016

 


Ex orphans & dependent orphans eating lucerne 11/9/2016

Kithaka picking lucerne off the rock 11/9/2016

 


Shukuru and Vuria waiting for lucerne 11/9/2016

Bomani rubbing his tummy on the visitor seat 11/9/2016

 


Kibo and Garzi wrestling 11/9/2016

Narok, Gawa and Galana 11/10/2016

 


Wendi with her baby Wiva 11/10/2016

Bomani greeting baby Gawa scratching 11/10/2016

 


Garzi, Narok and Laragai playing 11/10/2016

Ex Orphan bull Madiba 11/10/2016

 


Wild Cow and her two calves sharing lucerne 11/11/2016

Challa with the orphans at mud bath 11/11/2016

 


Bongo rubbing his bottom on wall of the mud bath 11/11/2016

Narok browsing with Kithaka 11/11/2016

 


Barsilinga and Garzi play after wallowing 11/11/2016

Loijuk watches Narok play with Gawa 11/12/2016

 


Narok teaches Gawa a pushing game 11/12/2016

Boromoko and Barsilinga stretching for leaves 11/12/2016

 


Kithaka waving his trunk 11/12/2016

Enkikwe, Siangiki and Olsekki going in the mud 11/12/2016

 


Enkikwe holding a lot of lucerne 11/13/2016

Kithaka and Lemoyian play on the rocks 11/13/2016

 


Bomani rests on a tree 11/13/2016

Orwa being pushed by Bongo 11/13/2016

 


Laragai and friends enjoying dust bathing 11/13/2016

Boromoko scratching on a rock 11/14/2016

 


Kithaka eating lucerne & scratching at same time 11/14/2016

Shukuru eating lucerne 11/14/2016

 


Orwa & Lemoyian wrestle as Narok drinks 11/14/2016

Narok and Bomani cheer on Vuria rolling 11/14/2016

 


Orwa and Narok communicating 11/15/2016

Shukuru pushing a post 11/15/2016

 


Orwa rests on a baobab tree 11/15/2016

Lemoyian cooling himself in the shade 11/15/2016

 


All the orphans browsing nicely together in shade 11/15/2016

Laragai walks away with her share of lucerne 11/16/2016

 


Shukuru rests her trunk on Vuria’s back 11/16/2016

Barsilinga playing in the mud in the stockades 11/16/2016

 


Bongo rubbing on a tree 11/16/2016

Orphans play in a puddle along the road 11/16/2016

 


Boromoko learns a lesson from Barsilinga 11/17/2016

Bongo in a mud pond 11/17/2016

 


Garzi and Shukuru playing 11/17/2016

Orwa and Narok enjoy playing along the road 11/17/2016

 


Shukuru and Olsekki going for lucerne 11/18/2016

Barsilinga chewing on a stick and relaxing 11/18/2016

 


Barsilinga and Sirimon playing on an anthil 11/18/2016

Narok playing too 11/18/2016

 


Babies enjoying the puddles on the road 11/18/2016

Bongo having fun with Narok 11/19/2016

 


Narok being funny and playing on the ground 11/19/2016

Bongo really enjoying mud bathing 11/19/2016

 


Bomani, Lemoyian and Kithaka drink some water 11/19/2016

Lemoyian and Enkikwe dust bathing 11/19/2016

 


Bomani and Lemoyian playing in the morning 11/20/2016

Orwa playing and posing  11/20/2016

 


Vuria climbing on Bongo 11/20/2016

Bomani, Orwa and Garzi 11/20/2016

 


Garzi and Narok wrestling with heads high 11/21/2016

Barsilinga, Orwa & Narok put their heads together 11/21/2016

 


Barsilinga and Lemoyian always love wrestling 11/21/2016

Barsilinga and Bongo rolling on the ground 11/21/2016

 


Garzi tries to scratch behind his ears 11/21/2016

Beautiful sun on Orwa as he plays 11/22/2016

 


The sun on Orwa and Narok drinking 11/22/2016

Teleki browsing in style 11/22/2016

 


Teleki playing and sitting down 11/22/2016

Olsekki running in for milk 11/22/2016

 


Orwa having a good scratch 11/23/2016

Kithaka streching his trunk high 11/23/2016

 


Orphans heading to the mud bath 11/23/2016

Orwa leads others out of the mud bath 11/23/2016

 


Orwa and Bongo enjoying a nice mud bath! 11/23/2016

Bomani scratching on the rock 11/24/2016

 


Kithaka waving to the camera 11/24/2016

Bomani playing with Lemoyian 11/24/2016

 


Bongo and Barsilinga wrestling while browsing 11/24/2016

Sirimon sliding down the hill 11/24/2016

 


Enkikwe and Garzi eating lucerne 11/25/2016

Enkikwe scratching his ear 11/25/2016

 


Barsilinga and others enjoying wallowing 11/25/2016

Orwa scratching on a tree 11/25/2016

 


All the orphans browsing happily together 11/25/2016

Kithaka with a trunk full of lucerne 11/26/2016

 


Boromoko digging and tossing loose soil 11/26/2016

Shukuru in a very playful mood 11/26/2016

 


Narok and Garzi enjoy a nice dust bath 11/26/2016

Laragai enjoying the fresh green shoots 11/26/2016

 


Everyone was quiet and ate lucerne in peace 11/27/2016

Orphans find a muddy pool and bathe 11/27/2016

 


Nasalot and Sunyei greet Garzi 11/27/2016

Yatta with the other Ex Orphans 11/27/2016

 


Younger babies watch Zurura wallowing 11/27/2016

Laragai playing with Olsekki 11/28/2016

 


Garzi playing on the ground 11/28/2016

Bongo going in for a mud bath 11/28/2016

 


Bongo having a nap on the baobab tree 11/28/2016

Enkikwe, Siangiki and Olsekki in the mud 11/28/2016

 


Olsekki scratching his hind 11/29/2016

Lemoyian playing with Bomani 11/29/2016

 


Babies enjoying browsing on all the fresh grass 11/29/2016

Laragai with her ears right up 11/29/2016

 


Boromoko walking through the bush 11/30/2016

Olsekki digging up roots to eat 11/30/2016

 


Orwa browsing high 11/30/2016

Narok watching Vuria play 11/30/2016

 

 

 

Monatsbericht für die Kibwezi-Gruppe: November 2016

In Umani regnete es schon eher als in Tsavo und Nairobi und der Wald wurde binnen weniger Tage wieder in einen Garten Eden verwandelt. Die Umani-Quellen produzierten unterirdisch Süßwasser und versorgten damit die ansässige Fisch- und Krokodilpopulation. Sowohl die wilden Elefantenherden als der wilde Freund unserer Waisen, ein ausgewachsener Bulle namens Ndugu, wurden entsprechend weniger oft gesichtet als in der Trockenzeit. Schließlich gibt es jetzt auch im Chuyulu Hills Nationalpark wieder ausreichend Wasser und frisches Grünfutter, so daß die wilden Säuger nicht mehr von der Oase im Kibwezi-Wald abhängig sind. Trotzdem trafen die Waisen ab und an auf wilde Elefanten. Die Leitkühe unserer Waisenherde, Murera und Sonje, mögen diese Interaktionen gar nicht, denn sie befürchten immer, daß einer ihrer Schützlinge von den wilden Artgenossen „entführt“ werden könnte. Einmal jedoch war es ausgerechnet Sonje, die für die Herde den Kontakt zu ein paar wilden Bullen aufnahm.

 

Mit den ersten Regenschauern tauchten auch die ersten Schwärme der wunderschönen Schmetterlinge auf, sehr zur Freude von Alamaya und Lima Lima, die nichts lieber machen, als ihnen hinterherzujagen. Die Schmetterlinge können auf dem feucht-rutschigem Waldboden aber natürlich viel besser navigieren. Diese Wetterbedingungen waren diesen Monat besonders schwierig für Mwashoti, der einige Male den Anschluß zum Rest der Herde zu verlieren drohte. Sein Bein ist nach einer schweren Verletzung durch eine Drahtschlinge wohl für den Rest seines Lebens verkrüppelt und er wird es nie wie ein gesundes Bein benutzen können. Aber seine Ersatzmütter Murera und Sonje sind immer in seiner Nähe und passen auf, daß er nicht ausrutscht. Die Beziehung zwischen den älteren Kühen und Mwashoti ist sehr ergreifend, wenn man bedenkt, daß sie selbst auch mehr oder wenig starke Beeinträchtigungen beim Laufen haben. Bei ihnen sind es inzwischen verheilte Knochenbrüche. Murera hat uns diesen Monat alle überrascht, als sie sich auf den Boden legte und Mwashoti einlud, auf ihr herum zu klettern. Das hat sie bisher noch keinem der Waisen gestattet! Dieses Privileg birgt natürlich Konfliktpotential zwischen Mwashoti und Alamaya, der sehr eifersüchtig ist. Zongoloni mußte diesen Monat schon einmal eingreifen, als Alamaya schikanierte.

 

Ziwa, der als das einstige Nesthäkchen bis vor Kurzem noch sehr eifersüchtig auf die jungen Bullen Alamaya und Mwashoti war, ist inzwischen viel freundlicher geworden, besonders gegenüber Alamaya. Einmal haben sich die Drei sogar verbündet und im Heulager Luzerne geklaut. Als die Keeper eine laute Warnung ausriefen, ließen die beiden Jüngeren auf der Stelle ihr Diebesgut fallen, ganz so als ob sie verstanden, daß sie gerade etwas Unerlaubtes getan hatten und auf frischer Tat ertappt wurden. Ziwa dagegen war weniger reumütig und rückte die Luzerne erst nach Insistieren heraus.

 

Ngasha ist sehr regenscheu und wann immer es von oben tropft, will er sich bei den Keepern und ihren Regenschirmen unterstellen! Er und die anderen älteren Bullen Jasiri und Faraja waren diesen Monat fast durchgängig mit Ringkämpfen beschäftigt, ein Hobby, das die anderen Waisen und besonders die Kühe oft ziemlich ermüdend finden! Lima Lima, Zongoloni und manchmal auch Ziwa schienen ihnen manchmal zu suggerieren, daß sie endlich aufhören sollen! Eines Tages, mitten in einer Trainingseinheit, landete Ngasha auf dem Boden und weil es so rutschig war, konnte er nicht ohne Hilfe aufstehen.  Sogar die älteren Kühe bekamen ihn nicht alleine hoch und erst als die Keeper auch noch mit anpackten, kam er wieder auf die Beine! Trotzdem lieben die Waisen dieses Wetter und den damit verbundenen Badespaß.

 

Für Lima Lima und Mwashoti ist die Milchfütterung immer noch das Allergrößte, während Quanza und Murera sich langsam entwöhnen. An einem Tag überraschte uns Mwashoti, der trotz seines behinderten Beines wie ein Verrückter hinter Alamaya und Zongoloni her rannte, um seine Milchflasche abzuholen. Es schien, als wolle er keinesfalls Letzter werden! Er ist ein reizender, ruhiger kleiner Bulle mit großem Charisma, und wir sind sehr froh, daß seine furchtbaren Wunden den Umständen entsprechend gut verheilt sind. Daß er es bis hierher geschafft hat, verdankt er nicht zuletzt auch der liebevollen Unterstützung seiner verwaisten Artgenossen in Nairobi und Umani.



Alamaya 11/1/2016

Mwashoti with Sonje and Lima Lima 11/1/2016

 


Jasiri 11/1/2016

Ngasha under the trees 11/2/2016

 


Murera and Ziwa 11/2/2016

Orphans dustbathing 11/2/2016

 


Orphans having a drink at the water trough 11/3/2016

Sonje scratching 11/3/2016

 


Faraja browsing 11/3/2016

Mwasthoti on top of the dustbath 11/4/2016

 


Murera and the orphans heading out to the forest 11/4/2016

Orphans at the watertrough 11/4/2016

 


Ngasha playing in the mud 11/5/2016

Orphans walking along the water springs 11/5/2016

 


Lima Lima browsing 11/5/2016

Alamaya scratching 11/6/2016

 


Lots of water after the rains 11/6/2016

Sonje eating acacia leaves 11/6/2016

 


Jasiri browsing 11/7/2016

Faraja playing 11/7/2016

 


Orphans browsing 11/7/2016

Orphans at mudbath 11/8/2016

 


Mwashoti around the waterhole 11/8/2016

Ngasha in the forest 11/8/2016

 


Murera scratching 11/9/2016

Lima Lima crossing the road 11/9/2016

 


Ziwa passing by the mudbath 11/9/2016

Faraja browsing 11/10/2016

 


Lovely Murera 11/10/2016

Zongoloni with Alamaya 11/10/2016

 


Ziwa leaving the dustbath 11/11/2016

Orphans at the water trough in the evening 11/11/2016

 


Jasiri heading to join the others 11/11/2016

Sonje relaxing 11/12/2016

 


Alamaya reaching for branches 11/12/2016

Zongoloni and Sonje 11/12/2016

 


Alamaya browsing with the other orphans 11/13/2016

Ngasha planning to mound Ziwa 11/13/2016

 


Sonje peeling bark off a tree 11/13/2016

Orphans waling to Kenze Hills 11/14/2016

 


Ngasha looking for the others 11/14/2016

Murera with Alamaya and Mwashoti 11/15/2016

 


Ziwa enjoying lush vegetation 11/15/2016

Orphans playing 11/15/2016

 


Orphans in the browsing fields 11/16/2016

Quanza 11/16/2016

 


Orphans coming out of the forest 11/16/2016

Faraja loving the lush vegetation 11/17/2016

 


Murera at the water trough with the babies 11/17/2016

Crane birds near Quanza 11/17/2016

 


Jasiri scratching 11/18/2016

Lima Lima playing 11/18/2016

 


Orphans wallowing 11/18/2016

Alamaya bush plucking fresh green grass 11/19/2016

 


Lima Lima and her friends browsing 11/19/2016

Zongoloni browsing in a rocky area 11/19/2016

 


Orphans busy browsing 11/20/2016

Ngasha enjoying fresh grass 11/20/2016

 


Murera in the browsing fields 11/20/2016

Sonje feeding on acacia bark 11/21/2016

 


Orphans by the fallen acacia tree 11/21/2016

Murera browsing with the babies 11/21/2016

 


Faraja at the grasslands 11/22/2016

Zongoloni scratching 11/22/2016

 


Orphans browsing on bark from the acacia tree 11/22/2016

Murera and Zongoloni in the lead 11/23/2016

 


Lima Lima browsing 11/23/2016

Sweet Sonje  11/23/2016

 


Jasiri and Quanza 11/24/2016

Mwashoti rolling in the mud 11/24/2016

 


Office of the Judiciary visiting the orphans 11/24/2016

Amos with the orphans 11/24/2016

 


Orphans in the lush green fields 11/25/2016

Faraja scratching 11/25/2016

 


Ngasha enjoying a mudbath 11/25/2016

Mwashoti and Alamaya browsing together 11/25/2016

 


Quanza in the lead 11/26/2016

Mwashoti between Sonje and Murera 11/26/2016

 


Orphans getting ready to go for milk 11/26/2016

Alamaya dustbathing 11/27/2016

 


Keeper with Ngasha 11/27/2016

Murera busy feeding 11/27/2016

 


Murera trying to scare away grasshoppers 11/28/2016

Babies browsing together 11/28/2016

 


Orphans playing at a natural mudbath 11/28/2016

Ziwa in a charging mood 11/29/2016

 


Zongoloni rolling in the mud 11/29/2016

Sonje browsing 11/29/2016

 


Alamaya with Lima Lima 11/30/2016

Murera feeding 11/30/2016

 


Orphans in the fields 11/30/2016

 

 

 

 

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: November 2016

Die Waisen hatten in diesem Monat außergewöhnlich viel Kontakt zu Wildtieren. Es begann damit, daß Ngilai, Ndotto, Sana Sana, Lasayen, Murit und Godoma im Wald die Warzenschweinfrischlinge um die Büsche jagten. Galla, Wanjala und Naseku führen die Gruppe oft an und fressen auch oft ein wenig abseits der anderen. So kam es, daß sie eines Tages – gemeinsam mit Tusuja, Kauro, Roi und Maramoja – auf einen einzelnen wilden Büffel trafen, der ebenfalls im Busch graste. Während Galla und Wanjala ängstlich den Rückzug antraten, ließen sich Kauro, Tusuja, Roi, Naseku und Maramoja gar nicht beeindrucken. Sie versuchten, so groß wie möglich zu wirken (durch aufgestellte Ohren) und trompeten und stampften, was das Zeug hielt. Der Büffel ließ sich nicht lange bitten, und verschwand! Normalerweise verliert nach solchen Zwischenfällen mindestens ein Waisenbaby die Nerven und rennt hilfesuchend zur Hauptherde zurück, damit die Älteste, Oltayoni, nach dem rechten schauen kommt.

 

Am 3. November läuteten die ersten Schauer die Regenzeit ein. Die Jüngsten, unter anderem Tamiyoi, Jotto, Ambo und Esampu rannten sogar erst einmal in ihre Stallungen, um sich unterzustellen. Die jüngsten Waisen werden routinemäßig bei Regen in ihre Ställe gebracht, weil sie ohne den natürlichen Schutz ihrer wilden Herde vor Regen und Kälte sehr anfällig für Lungenentzündungen sind. Die Älteren dagegen, die den Regen schon kennen, lieben ihn. So wie Ngilai, Ndotto, Rapa, Lasayen, Sana Sana, Tagwa, Malkia, Godoma, Mbegu und Pare, die nach jedem Schauer ausgelassen in der feuchten, lockeren Erde herumwälzen und –rutschen. Die kleinen Bullen Ngilai, Ndotto und Lasayen haben es derzeit besonders auf Godoma und Sana Sana abgesehen und versuchen auf sie hinauf zu steigen. Aber wenn Godoma keine Lust auf die Rangeleien hat, weiß sie genau, wie sie sich zu wehren hat! Wer den Regen am meisten genießt, ist wohl unser Spitzmaulnashorn Maxwell. Sobald die ersten Tropfen auf seinen Rücken fallen, rennt er in seinem Gehege völlig losgelöst auf und ab.

 

Malkia, Esampu und Tagwa sind die größten Flegel der Gruppe, besonders während der Fütterungszeiten. Dann rennen sie zwischen den anderen umher und schauen, welche Milchflasche sie am leichtesten stibitzen könnten. Wenn es ihnen so nicht gelingt, hört man ihnen die Enttäuschung an und sie versuchen, Flaschen aus der Schubkarre zu klauen, die die Keeper versuchen, in Sicherheit zu bringen! Roi wird zur Fütterung auch immer frecher. Sie hat außerdem einen entscheidenden Größenvorteil, und es ist mittlerweile ein Leichtes für sie, besonders die neuen Keeper aus dem Weg zu schubsen und sich eine Flasche aus der Schubkarre zu sichern! Wir sind sehr froh, daß die kleine Tamiyoi zur Fütterung am Morgen und am Nachmittag inzwischen so schnell rennt wie sie kann, um vor Malkia, Esampu und Tagwa ihre Flasche zu bekommen. Nachdem sie so lange gesundheitlich zu kämpfen hatte, ist sie inzwischen in Topform und sehr selbstbewußt. Luggard ist ein weiteres solches Wunder. Sein gebrochener Oberschenkel heilt erstaunlich gut und seine Lieblingsbeschäftigung ist das Schlammbad. Auf seinen gesunden drei Beinen rennt auch er so schnell er kann zu seiner Milchflasche!

 

Malima ist noch relativ neu und lernt immer noch den Alltag in der Nursery kennen. Es ist sehr amüsant, sie dabei zu beobachten. Manchmal schleicht sie sich von Gruppe weg ins Stallgelände und sucht dort nach Milchflaschen, ganz besonders häufig kurz vor der Fütterung um 9, 15 und 17 Uhr. Die Keeper müssen dann immer ganz besonders aufpassen. Malima hat sich mit Ukame angefreundet, trotz des Alters- und Größenunterschiedes, und begleitet Ukame durch den Tag. Ukame kam letzten Monat zu uns und ist etwas älter als der Rest der Herde. Als sie nach ein paar Tagen am 12. November im Busch zu den anderen gelassen wurde, hatten die meisten Waisen Angst vor ihr, weil sie schon recht groß war. Der zweite Versuch am 16. November war jedoch erfolgreich und sie ist inzwischen gut in der Herde aufgenommen. Sie ist ein sehr liebes und sanftmütiges Wesen, und man kann sie inzwischen auch während des öffentlichen Schlammbades und der privaten Besuchsstunde bestaunen.

 

Wir sind uns sicher, daß Mbegu gerade dabei ist, Godoma zur nächsten Mini-Leitkuh „auszubilden“. Man konnte sie diesen Monat öfter dabei beobachten, wie sie Godoma zu den Babys brachte und in Lehrermanier beobachtete, wie Godoma mit den Kleinsten umging. Uns ist außerdem aufgefallen, daß Wanjala und Galla mehr Zeit miteinander verbringen, zusammen spielen und sich anzufreunden scheinen. Beide haben ähnliche gefaltete Ohren (seinerzeit verursacht durch einen schweren Sonnenbrand), und die keimende Freundschaft freut uns besonders für Galla, die immer ein wenig einzelgängerisch war. Wenn die Beiden zusammen im Wald grasen, werden sie öfters von Pare begleitet, der sie nicht selten auch zum Ringen herausfordert.

 

Wir waren sehr bestürzt über den Tod des kleinen Wacha, dem es trotz seines Beinbruches besser zu gehen schien. Leider entwickelte er eine komlizierte Infektion und schlief am Morgen des 9. November friedlich ein. Ein weiterer Schock folgte am 25. November, als unsere Straußenhenne Pea (engl. Erbse) von einem Rudel Löwen angegriffen und getötet wurde, das eigentlich einer Impala-Antilope auf den Fersen war. In der Vergangenheit haben die Keeper Pea und Giraffe Kiko immer in den Stall gebracht, wenn sich die Löwen in der Nähe des Stallgeländes aufhielten, aber dieses listige Rudel hat mit seinem Angriff alle kalt überrascht. Trotz des Verlustes, sind wir froh, daß sie zwei glückliche Jahre bei uns verbringen konnte. Ihr Buder, Straußenhahn Pod (engl. Schote), den wir als verwaiste Küken gemeinsam mit ihr aufgenommen hatten, lebt inzwischen mit wilden Straußenvögeln. Pea lebte ein halb-wildes Leben mit ihren heißgeliebten Elefantenwaisen. Ihr Verlust war sehr bitter für alle Mitglieder des David Sheldrick Wildlife Trust (DWST) in der Nairobi-Nursery.



Ngilai having fun this morning 11/1/2016

Sana Sana was having fun with Ngilai and others 11/1/2016

 


Ndotto with a keeper 11/1/2016

Little Malkia 11/1/2016

 


Esampu and the other young ones behind 11/1/2016

Naseku leading some of the others 11/2/2016

 


Galla followed Naseku as well 11/2/2016

Maramoja following Naseku 11/2/2016

 


Kauro stamping his feet! 11/2/2016

Maramoja going back to the rest of the herd 11/2/2016

 


Galla out browsing 11/3/2016

Wanjala browsing with the others 11/3/2016

 


Tagwa, Tamiyoi, Jotto and Malkia with blankets 11/3/2016

Tamiyoi with baby Mguu 11/3/2016

 


The orphans enjoyed rolling in mud and wet soil 11/3/2016

Tagwa can be naughty about her milk bottle! 11/4/2016

 


Two naughty milk girls Tagwa and Esampu! 11/4/2016

Esampu can be a greedy little girl 11/4/2016

 


Malkia joined in the bad behaviour 11/4/2016

Murit is so happy and healthy now 11/5/2016

 


Godoma having fun with Murit 11/5/2016

Rapa scampering around with Murit 11/5/2016

 


Rapa playing with Lasayen 11/5/2016

Roi with Oltaiyoni 11/6/2016

 


Roi, Oltaiyoni and the other orphans 11/6/2016

Mbegu was desperate to meet the babies 11/6/2016

 


Mbegu with her adopted baby Jotto 11/6/2016

All the orphans out in the forest 11/6/2016

 


All the orphans and babies together 11/7/2016

Godoma is really starting to love the babies 11/7/2016

 


Godoma with Murit 11/7/2016

Mbegu with Jotto 11/7/2016

 


Sweet little hairy Malima 11/8/2016

Malima with Esampu 11/8/2016

 


Tamiyoi and Esampu 11/8/2016

Pare loves rolling in the mud 11/8/2016

 


Ngilai can sometimes be so naughty 11/8/2016

Wanjala with Tagwa 11/9/2016

 


Wanjala’s little folded ears 11/9/2016

Galla has folded ears too 11/9/2016

 


Malima is much more settled with the others now 11/9/2016

Jotto wearing his blanket walking through mud 11/10/2016

 


Jotto, Murit and Tamiyoi with blankets 11/10/2016

Tusuja having fun playing 11/10/2016

 


Ndotto still one of the most playful 11/10/2016

Ukame doing so well 11/10/2016

 


Tamiyoi came running for her milk 11/11/2016

Esampu is stiff competition for milk! 11/11/2016

 


Sana Sana was not very nice to the little ones! 11/11/2016

Sweet little Ambo 11/11/2016

 


Ngilai loves pushing games! 11/11/2016

Malkia with Tagwa 11/12/2016

 


Malkia, Jotto and Tamiyoi 11/12/2016

Ukame still in her stockade 11/12/2016

 


Big boy Kauro browsing in the bush 11/12/2016

Ukame not ready to join Dupotto and the others 11/12/2016

 


Kiko with his keeper 11/13/2016

Kiko enjoying his milk 11/13/2016

 


Kiko with Tamiyoi 11/13/2016

Pea spent the whole day with the babies 11/13/2016

 


Maxwell in his stockade 11/14/2016

Maramoja and others did not like the lions 11/14/2016

 


Galla out in the forest 11/14/2016

Wanjala with the other orphans 11/14/2016

 


Sana Sana was restless today 11/14/2016

Kauro chased after Dupotto 11/15/2016

 


Tusuja was misbehaving too 11/15/2016

Poor Dupotto was chased by the boys 11/15/2016

 


Roi came running over with Mbegu to help 11/15/2016

Lovely Maxwell in his stockade 11/15/2016

 


Kamok is a naughty one! 11/16/2016

Kamok and her good friend Mbegu 11/16/2016

 


Roi with the herd behind her 11/16/2016

Ukame being welcomed by Naseku 11/16/2016

 


Ukame next to Ndotto and Tamiyoi 11/16/2016

Ukame with Naseku next to her 11/17/2016

 


Tamiyoi, Jotto, Malkia and baby with blankets 11/17/2016

Ndotto is always a nice welcoming boy 11/17/2016

 


Ukame and Kauro with the keepers 11/17/2016

Murit is another lovely and calm boy 11/17/2016

 


Mbegu with her adopted baby Jotto 11/18/2016

Godoma, left, and Oltaiyoni helping Ukame 11/18/2016

 


Godoma with Luggard 11/18/2016

Mbegu all muddy 11/18/2016

 


Tusuja is a nice gentle boy 11/18/2016

Sweet little Jotto 11/19/2016

 


Esampu is a trouble maker at milk feeding 11/19/2016

Tamiyoi is a slow milk drinker 11/19/2016

 


Malkia and Jotto 11/19/2016

Malkia with Luggard 11/19/2016

 


Maxwell was running up and down his stockade 11/20/2016

Sweet Maxwell in his stockade 11/20/2016

 


Lasayen playing funny games 11/20/2016

Lasayen walking out to the forest 11/20/2016

 


Ambo with his adopted mother Oltaiyoni 11/20/2016

Orphans going out for the day after milk 11/21/2016

 


Roi is becoming naughty at feeding time  11/21/2016

Roi misbehaving 11/21/2016

 


Tusuja is a clever little boy 11/21/2016

Tagwa and Esampu with Luggard 11/21/2016

 


Ndotto in such a good mood 11/22/2016

Muddy Mbegu and Ndotto 11/22/2016

 


Kamok with the other older girls 11/22/2016

Ukame with Mbegu 11/22/2016

 


Naseku enjoying some nice browse 11/22/2016

Lasayen playing with the other orphans 11/23/2016

 


Lasayen in a playful mood! 11/23/2016

Ndotto, Tamiyoi and Ngilai 11/23/2016

 


Ngilai in a fun mood 11/23/2016

Galla was playing with Maramoja 11/23/2016

 


Dupotto with Naseku 11/24/2016

Dupotto with Ukame 11/24/2016

 


Jotto enjoying some browse 11/24/2016

Jotto getting some greens 11/24/2016

 


Jotto playing such funny games 11/24/2016

We lost darling Pea today 11/25/2016

 


Pea following the babies 11/25/2016

Oltaiyoni came charging 11/25/2016

 


Kiko coming back to the stockades 11/25/2016

Poor Kelelari from Masai Mara 11/26/2016

 


He lost his tail to predators and hurt his back 11/26/2016

Dupotto was so nice to Kelelari when he arrived 11/26/2016

 


Kamok hates the lions being around 11/26/2016

Kiko left the orphans and went to the stockades 11/26/2016

 


Kauro with Ndotto 11/27/2016

Malkia on her own 11/27/2016

 


Kauro can be a caring young bull 11/27/2016

Rapa with another group 11/27/2016

 


Ukame is a friendly girl 11/28/2016

Ukame going to browse with Roi 11/28/2016

 


Rapa going for browsing  11/28/2016

Tusuja browsing nicely 11/28/2016

 


Wanjala, Rapa and Ukame 11/28/2016

Wanjala chewing on a nice stick 11/29/2016

 


Murit is such a gentle boy 11/29/2016

Luggard playing with Murit 11/29/2016

 


Luggard playing nicely with Murit 11/29/2016

Luggard and Murit 11/29/2016

 


Ambo with Oltaiyoni 11/30/2016

Jotto leading 11/30/2016

 


Jotto going to Mbegu 11/30/2016

Orphans walking out to enjoy their day 11/30/2016

 

 

 

Monatsbericht für die Voi-Gruppe: November 2016

In Voi kam der Regen erst spät in dieser Saison, so daß wir den ganzen Monat über noch Besuch von den Ex-Waisen hatten, die sich Luzerne abholten, an der Stalltränke soffen und die Suhle nutzten. Bis zum 23. November, als dann tatsächlich die Regenzeit anbrach, gab es nur einen einzigen kleinen Nieselregen. Bis dahin war es hauptsächlich Lesanjus Gruppe mit Dabassa, Sinya, Kivuko, Mzima, Layoni, Lempaute und manchmal auch Taveta und Tassia, die oft Kontakt mit den Waisen hatten. Für Kenia, die inzwischen 9-jährige Leitkuh der Waisenherde, bedeutete dies wieder viel emotionalen Stress. Sie ist besonders erpicht darauf, ihre adoptierten Babys Araba und Mudanda dicht bei sich zu haben, aber Lesanju ist in Mudanda vernarrt (und umgekehrt) und lockt sie so oft sie kann von Kenias Herde weg. Allerdings bringt sie sie am Nachmittag immer wieder ins Stallgelände zurück. Nelion und Tundani, beide in Kenias Herde, sind besonders parteiisch gegenüber den Ex-Waisen. Entgegen all den Anstrengungen von Kenia versuchen sie die die Herde zu den Ex-Waisen zu treiben, wann immer sie die Gelegenheit dazu haben. Mbirikani sieht man dann oft neben Nelion herlaufen. Wir waren sehr froh darüber, daß Lesanju und ihre Herdenmitglieder während dieser besonders harschen Trockenzeit in der Nähe blieben, denn viele wilde Elefanten haben die Dürre dieses Jahr mit dem Leben bezahlt.

 

Da es ab 14. November in anderen Teilen Tsavos schon regnete, hatten sich Lempaute, Sinya, Mzima und Layoni von Lesanjus Herde abgesetzt und waren in Richtung Ngutuni-Schutzgebiet gewandert, wo die Sternenbüsche nach dem Regen wieder frische, saftige Blätter trugen. Die Keeper notierten ebenfalls, daß Kivuko, unsere 7-jährige Jungkuh, unabhängiger von der Herde Ex-Waisen zu werden schien. Manchmal tauchte sie ganz alleine im Stallgelände oder an der Suhle auf. Wir sind uns nicht sicher, warum sie sich manchmal Auszeiten von der Herde nimmt, weil wir sie wenig später oft wieder in ihrer Mitte sehen. Andere Male ist sie mit Tassia und Taveta unterwegs.

 

Die lange Dürre erforderte auch diesem Monat einige Male den Einsatz unseres Rettungsteams. Es gab mehrere Elefantenbabys, die ihre Mutter verloren hatten und damit zum leichten Ziel für Raubtiere wurden. Am 2. November bargen wir ein Kälbchen aus dem dicken Schlamm eines austrocknenden Wasserlochs. Seine Familie war noch vor Ort und hatte erfolglos versucht, das Baby herauszuziehen. Dem Tierarzt und seinen Helfern der mobilen tierärztlichen Einheit gelang es, das Kälbchen zu befreien und seiner erschöpften Mutter und Familie zurückzugeben. Es hat uns natürlich besonders gefreut, daß wir das Kalb nicht nur bergen sondern auch mit seiner Familie wiedervereinigen konnten, anstatt es in einer unserer Stationen mühsam aufzuziehen und später wieder auszuwildern. Noch am selben Tag erreichte uns ein Anruf, daß ein junger Elefant auf dem Mombasa Highway von einem Auto angefahren und von seiner Herde getrennt worden war. Obwohl sie schon alt genug war, allein in der Wildnis zurechtzukommen, war dies aufgrund ihrer Verletzungen erst einmal nicht möglich. Sie hatte mehrere gebrochene Rippen und konnte sich nicht bewegen, geschweigedenn fressen. Daher wurde sie von den Voi-Keepern in die ca. 60 km entfernte Voi-Auswilderungsstation geholt. Dort wurde sie behandelt und erholt sich jetzt im Stall neben Elefantenwaise Nguvu. Trotz der noch vorsichtigen Prognose durch den Tierarzt, freuen wir uns sehr, daß diese junge Kuh eine zweite Chance bekommen hat und nannten sie Ajali. Am 11. November bargen wir ein weiteres, ca. vier Monate altes Kalb, daß in die Nursery nach Nairobi geflogen wurde. Schon am nächsten Tag wurden wir über ein verletztes Kalb informiert, das ganz allein durch Tsavo irrte. Ein Rettungsteam wurde sofort losgeschickt, konnte das Kalb bis zum Einbruch der Dunkelheit jedoch nicht finden. Wir forderten Hilfe beim DSWT-Hauptquartier an und aus der Luft konnte das Kalb schließlich am nächsten Morgen geortet werden. Es handelte sich um eine junge Kuh, die anscheinend schon älter als drei Jahre alt war. Sie hatte eine Speerwunde an ihrem Bein und Fleischwunden auf dem Rücken, die offenbar von einer Raubtierattacke herrührten. Sie wurde eingefangen und in die Voi-Stallungen gebracht, wo sie untersucht und behandelt werden konnte. Traurigerweise erlag sie am Nachmittag des 29. November ihren schweren Verletzungen. Die Tierärzte vermuten, daß eine schwere Infektion im Knie, verursacht durch die Speerverletzung, die Todesursache war.

 

Naipoki, die ihre Milch über alles liebt, schlich sich diesen Monat einmal eine halbe Stunde vor Fütterung von ihrer Herde weg, damit sie als allererstes ihre Flasche abholen konnte. Weil es so heiß war, genossen die Waisen besonders die Zeit in der Suhle, allen voran die Wasserratten Ndii, Ishaq-B und Bada. Bada tauchte einmal komplett unter, so daß Ndoria ihm fast auf den Kopf trat! Ndoria war völlig aus dem Häuschen als Lesanju Mudanda mitnahm. So konnte sie endlich allein mit Taveta grasen! Wegen ihrer schlechten Angewohnheit, ihre Artgenossen in den Schwanz zu beißen, hat sie nicht allzu viele Freunde in der Waisenherde. Gegen Ende des Monats fiel uns auf, daß Embu irgendwie niedergeschlagen wirkte. Wir nahmen an, daß sie entweder von den schlimmen Erinnerungen an die Löwenattacke vor einigen Monaten oder sogar einer Infektion infolge des Angriffs geplagt wurde. Wir holten uns Rat im Nairobi-Hauptquartier, und sie wird nun erst einmal bis 5. Dezember täglich behandelt.



Lentili enjoying bath time 11/1/2016

Bada and Ndii scatching competition 11/1/2016

 


Panda Dusting games 11/1/2016

Wild elephant being rescued 11/2/2016

 


Rescued wild elephant rejoins herd 11/2/2016

Ajali arrives at Voi stockade 11/2/2016

 


Ndoria at the watering hole 11/3/2016

Lesanju with the juniors 11/3/2016

 


Lentili and little Araba 11/3/2016

Mudanda embracing Lesanju 11/4/2016

 


Ndii the bathing star 11/4/2016

Mbirikani enjoying the mud-bath 11/4/2016

 


Rorogoi taking a walk 11/5/2016

Mudanda browsing 11/5/2016

 


Mbirikani looking for juicy roots 11/5/2016

Mashariki enjoying the shade  11/6/2016

 


Tundani and Nelion in a bathing competition 11/6/2016

Mudanda stays at the scratching post 11/6/2016

 


Rorogoi running to catch up 11/7/2016

Tundani enjoying the water 11/7/2016

 


Bada enjoying dusting games 11/7/2016

Ishaq-B scratching on a rock 11/8/2016

 


Mudanda enjoying bath time 11/8/2016

Mbirikani enjoying the mud-bath 11/8/2016

 


Panda courting Dabasa 11/9/2016

Tundani greeting a wild bull 11/9/2016

 


Wild bull interacting with the Orphans 11/9/2016

Kivuko joining the Orphans 11/10/2016

 


A wild elephant joins the Orphans 11/10/2016

Ndii enjoying a good scratch 11/10/2016

 


Orphans browsing 11/11/2016

New Orphan arriving at the stockade 11/11/2016

 


New orphan being welcomed 11/11/2016

Rescue of wild elephant calf at Aruba Dam 11/12/2016

 


The calf on it’s feet after the rescue 11/12/2016

Wild calf reunited with its mother after rescue 11/12/2016

 


Alia’s rescue 11/13/2016

Alia settling at the Voi Stockade 11/13/2016

 


Taveta having a drink of water 11/13/2016

Alia drinking milk from a bucket 11/14/2016

 


Panda playing on the stockade terrace 11/14/2016

Ishaq-B playing in the red soil 11/14/2016

 


Ishaq-B, lying on the wall games 11/15/2016

Mbirikani with his own version of lying games 11/15/2016

 


Embu’s private scratching post 11/15/2016

Orphans head out to the watering hole 11/16/2016

 


Kihari having a good scratch 11/16/2016

Lesanju stopping to greet Embu and Lentili 11/16/2016

 


Mudanda bathing 11/17/2016

Bada with new bathing techniques 11/17/2016

 


Araba and Kenia admiring Ndii 11/17/2016

Taveta, Lesanju socializing with Mudanda 11/18/2016

 


Tasia browsing alone in the evening 11/18/2016

Naipoke finds a perfect scratching post 11/18/2016

 


Orphans head out to browse 11/19/2016

Embu striking a pose 11/19/2016

 


Mashariki looking for shoots 11/19/2016

Kivuko joins the Orphans 11/20/2016

 


Ndii browsing 11/20/2016

Tundani in no hurry to join the others 11/20/2016

 


Araba on Msingi Hill 11/21/2016

Mudanda enjoying juicy leaves 11/21/2016

 


Panda consulting with Mudanda 11/21/2016

Mudanda enjoys some warmth from Lesanju’s herd 11/22/2016

 


Araba and Mudanda  11/22/2016

Lentili in the perfect leader role 11/22/2016

 


Bada reaching for the higher branches 11/23/2016

Mashariki leading 11/23/2016

 


Ndii browsing 11/23/2016

Lesanju reaching for higher branches 11/24/2016

 


Taveta and Ndoria browsing 11/24/2016

Improved Embu after injection taking lead 11/24/2016

 


Mbirikani red soil games 11/25/2016

Rorogoi browsing 11/25/2016

 


Kenia staying close to her adopted baby Araba 11/25/2016

Tawi and Kore display of strength 11/26/2016

 


Embu after bath 11/26/2016

Jealous Ndii pushing Mudanda away from Lesanju 11/26/2016

 


Orphans lining up to head to browse 11/27/2016

Mudanda, Rorogoi and Panda browsing 11/27/2016

 


Embu in leader role again 11/27/2016

Embu drinking water with the others 11/28/2016

 


Alia’s wound being treated 11/28/2016

Alia on her feet after treatment 11/28/2016

 


Grewis branch feast time 11/29/2016

ali also enjoys the grewia branches 11/29/2016

 


Kore feeding on lucerne grass 11/29/2016

Panda browsing 11/30/2016

 


Bada browsing 11/30/2016

Ishaq-B enjoying green leaves 11/30/2016

Der Tsavo-Nationalpark und seine unmittelbare Umgebung nehmen eine riesige Fläche von über 40.000 Quadratkilometern ein und sind die Heimat von Kenias größter Elefantenpopulation – aktuell ungefähr 11.000 Tiere. In der Vergangenheit mussten die Elefanten, um zwischen dem Ost- und dem Westteil des Parks sowie dem Farmland dazwischen hin und her zu wandern, eine einzelne Bahnstrecke und eine Hauptstraße, die Nairobi mit der Hafenstadt Mombasa verbindet, überqueren. Auch die Gebiete, auf denen heute die Farmen liegen – zwischen den Teilen des Parks und im Westen und Süden an ihn angrenzend – stellen historisch wichtige Weidegründe für die Elefanten dar. Vor langer Zeit war die Straße geschottert, später asphaltiert, doch damals war der Verkehr noch überschaubar. Heute wird die Bahnstrecke von einer chinesischen Firma in eine neue Trasse mit standardisierter Spurbreite umgebaut, die Nairobi mit der Küste und dem Hafen von Mombasa verbinden soll. Sie verläuft größtenteils auf einem hohen Damm und wird bald fertiggestellt sein. Außerdem gibt es Pläne, die alte Hauptstraße durch eine vier bis sechs Fahrbahnen breite Autobahn zu ersetzen, denn die Straße ist heute schon von LKWs und Fahrzeugen verstopft, die nicht nur nach Nairobi wollen, sondern noch weiter ins Innere von Afrika, nach Uganda und Ruanda.

Die neue Bahnstrecke ist mit ein paar Tunneln ausgestattet, damit die Wildtiere zwischen dem Ost- und dem Westteil des Parks und den Farmen wandern können; die Elefanten wie auch alle anderen Tiere müssen nun lernen, wo diese Durchgänge sind, sie benutzen und danach noch die Hauptstraße auf der anderen Seite überqueren. Glücklicherweise sind Elefanten sehr intelligent, und unter denen, die diese neue Hürde bereits überwunden haben, ist auch unsere Ex-Waisen-Herde; sie sind seinerzeit von Hand aufgezogen worden und führen nun ein völlig normales wildes Leben, integriert in die eingeborene Elefantenpopulation Tsavos.

Emilys Herde frisst Luzernenheupellets zusammen mit den abhängigen WaisenEmilys Herde bei den abhängigen Waisen

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In den Weiten der Maasai Mara wurde ein etwa vier Jahre alter verwaister Elefant gesichtet. Alle dachten und hofften, dass er alt genug wäre, um ohne seine Mutter überleben, sich wieder in seine Familie integrieren und sein wildes Leben weiterführen zu können. Seine Geschichte ging aber anders aus, und er war von diesem Moment an allein unterwegs. Lodge-Besitzer in der Maasai Mara und ihre Gäste beobachteten diesen kleinen, einsamen Elefanten über Monate und hofften, dass er sich irgendeiner Herde anschließen würde, was aber nie passierte.

Seine Größe verkomplizierte die Angelegenheit, denn er war schon ein ziemlich großer Elefant, der nicht so einfach mit einem Flugzeug, wie wir es üblicherweise benutzen, gerettet werden konnte – eine Rettung wäre logistisch eine echte Herausforderung. So vergingen einige Monate, und während dieser Zeit blieb er immer in der Nähe von Gebäuden und Menschen, da er sich der Gefahr, in der er in dieser Gegend mit vielen Raubtieren ohne den Schutz seiner Herde schwebte, sehr bewusst war. Wenn man sich klar macht, dass das Leben von Elefanten stets von ihren Sozialstrukturen und ihrer fürsorglichen Familie bestimmt wird, kann man sich vorstellen, wie furchtbar und angsteinflößend es für einen so kleinen Elefanten sein muss, ein einsames und isoliertes Leben in der Maasai Mara zu führen. Bald geriet er ins Visier der Raubtiere, und er überlebte drei verschiedene Löwenangriffe. Zweimal wurde er von einer Büffelherde gerettet, deren Gesellschaft er gesucht hatte. Die Büffel gerieten in Panik und rannten wild herum, sodass die Löwen es sich noch einmal überlegten. Der letzte Angriff hinterließ tiefe Biss- und Krallenwunden am Rücken, und er verlor dabei seinen Schwanz. Alle, die ihn und seinen verzweifelten Kampf ums Überleben beobachtet hatten, waren nun davon überzeugt, dass es Zeit war, Berge zu versetzen, um ihn zu retten.

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Dienstag, 1. November 2016
Murera, Sonje und der kleine Mwashoti schlossen sich mit Lima Lima, Ziwa und Alamaya zusammen und gingen hinaus, um die üblichen Aktivitäten im Wald zu beginnen. Sie suchten nach dem frischen Gras, das sich seit Beginn der Regenfälle zeigt. Einige wunderschöne Schmetterlinge waren auch zu sehen, und Alamaya war gar nicht begeistert davon, dass sie vor ihm entlang flogen. Er drohte ihnen und trompetete laut. Sonje und ihre beste Freundin Murera sahen dem Treiben zu. Sie schauten in alle Richtungen und passten auf, dass die frechen Jungs die Kleinen nicht ärgern würden, die sie beschützen. Nur der größte Bulle Jasiri setzte an, den kleinen Jungs hinterher zu laufen, doch er drehte schnell wieder um und überließ sie den Leitkühen.

Alamaya

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