Montag, 1. August 2016
Kurz nachdem die Waisen am Morgen ihr Luzernenheufrühstück begonnen hatten, schloss sich ihnen Mutaras Gruppe an. Sie waren einige Tage weg gewesen und schienen sehr durstig zu sein, sodass sie eine ganze Weile Wasser soffen. Orwa ging zu Turkwel und hatte eine kurze Unterhaltung mit ihr, bei der sie ihre Rüssel umschlangen und sie sich gegenseitig in den Mund steckten. Kenze tauchte allein aus südlicher Richtung auf und frühstückte auch mit. Teleki beendete sein Gespräch mit Kainuk und ging Kenze entgegen, um ihn zu fragen, warum er allein unterwegs war. Teleki und Orwa beschäftigen sich jetzt mehr mit ihren wildlebenden Freunden und überlegen sich wohl langsam, wann sie sich ihnen anschließen sollten.
Nachdem sie genug vom Luzernenheu hatten, begleiteten Mutara und ihre Kollegen die Kleinen zu den Weidegründen. Teleki verwickelte Kanjoro in einen Ringkampf, der damit endete, dass Teleki sich ergab. Boromoko graste nahe bei Orwa, und ab und zu konnte man sehen, wie er seinen Rüssel ausstreckte und mit ihm plauderte. Bomani und Olsekki hatten irgendeine Meinungsverschiedenheit, die sich zu einer Rangelei entwickelte, bei der Olsekki den Kürzeren zog. Bomani kletterte sogar auf Olsekki, um seine Überlegenheit zu demonstrieren.
Zur Schlammbadzeit bekamen die Waisen Gesellschaft von Olares Gruppe, bei der allerdings Murka und Naisula fehlten. Orwa forderte Olare zum Ringkampf heraus, und Narok spielte mit Kibo. Orwa verlor und ging dann zu Chemi Chemi. Boromoko kratzte sich eine Weile an den umstehenden Akazienbäumen. Nach dem Schlammbad staubten sich alle noch einmal ein, bevor sie zum Grasen zurückkehrten. Nachmittags blieb es heiß, und Shukuru, Siangiki, Bongo, Kithaka und Teleki ruhten sich unter den Bäumen aus; sie grasten weiter, nachdem die Temperaturen später etwas gefallen waren.

Mutara an den Stallungen

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Montag, 1. August 2016
Die Waisen kamen heute wie üblich aus ihren Gehegen und gingen in den Busch hinaus. Kamok und ihr Adoptivbaby Ngilai setzten sich vom Rest der Gruppe ab und grasten in den nahegelegenen Büschen. Ihre Zeit zu zweit endete, als zwei Löwen, die auch in der Nähe waren, laut brüllten und so auf sich aufmerksam machten. Kamok und Ngilai rannten daraufhin schreiend zu den anderen Waisen und ihren Keepern zurück. Oltaiyoni lief ihnen sofort entgegen, gefolgt von Roi, Mbegu, Kauro und Tusuja, die alle trompeteten und die Büsche zertrampelten. Auch die Keeper machten mit und brüllten laut, um die Löwen zu verscheuchen. Als diese weiterbrüllten, ging Oltaiyoni dazu über, Äste abzubrechen und sie herumzuwerfen und drohte in die Richtung, aus der das Gebrüll kam. Die Keeper brachten die Babys sicherheitshalber weg, und Oltaiyoni, Roi, Mbegu und Kauro bildeten die Nachhut, wobei sie weiter stampften und trampelten, um ihrem Ärger über die Löwen Luft zu machen. Kiko wurde auch zu den Stallungen zurückgebracht, bis wir sicher waren, dass die Löwen fort waren.

Kamok holt ihr Adoptivbaby Ngilai

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Am 9.9.1989 gründete Hans-Helmut Röhring unseren Verein und zu unserem heutigen Geburtstag gab´s auch ein leicht verfrühtes Geschenk von Ex-Waise GALANA in Ithumba. Auf unserer Reise zu den Waisen-Stationen waren wir die ersten, die früh morgens die frischgeborene GAWA erblicken durften.

Und bei zwei Jahren Tragezeit, muss es auch nicht immer auf den Tag genau passieren.

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Wir danken allen unseren Spendern und Paten für die treue Unterstützung über die 27 Jahre. Ohne Sie könnten wir nicht so viele Projekte zum Schutz der Grauen Riesen unterstützen und unseren Beitrag zur Rettung dieser wunderbaren Geschöpfe leisten.

 

Im Namen des Vorstandes und mit einem Gruß aus Afrika

Thomas Töpfer
1. Vorsitzender REAeV

Im Jahr 1988 wurde ein zweijähriges Elefantenkuhkalb in der Nähe der Mackinnon-Straße gerettet und nach Voi in Tsavo-East gebracht, wo sich Daphne Sheldrick und ihr Team um sie kümmerten und sie schließlich aufzogen. Sie war allein und abgemagert und hatte ein verformtes Hinterbein, das offenbar gebrochen war. Sie wurde nach ihrem Retter Lissa genannt, und wir vermuteten, dass sie ein Opfer der Wilderei geworden war, die in den 80er und frühen 90er Jahren ganz besonders schlimm war. Zu dieser Zeit fanden sich beinahe täglich Kadaver von Elefanten, die von Wilderern getötet worden waren.

Lissa wurde erfolgreich in Voi aufgezogen und schaffte es, ihre körperlichen wie auch emotionalen Schäden zu überwinden. Sie wuchs als Teil der damals weithin bekannten Waisenherde von Tsavo-East auf, in den ersten Jahren unter den Fittichen von Eleanor und später der Waisenleitkuh Malaika, die dann unter herzzerreißenden Umständen bei der Geburt ihres ersten Kalbs starb. Lissas Geschichte dagegen ist trotz ihres tragischen Beginns eine Geschichte des Neuanfangs; sie kennt die Freude, eine Familie zu haben und ein wildes und freies Leben zu führen, was ihr nun schon seit 30 Jahren vergönnt ist.

Die kleine Lissa mit EleanorEmily, Imenti, Lissa, Ewaso, Mpenzi und Edo im Jahr 1996
Am 20. August 2016, nachdem wir Lissa fast drei Jahre nicht gesehen hatten, tauchte sie in Begleitung ihres ersten und ihres dritten Kalbs, Lara und Lugard, auf und überraschte und begeisterte die Keeper. Und sie hatte noch einen weiteren kleinen Wonneproppen dabei, ein männliches Kalb, ungefähr vier Monate alt, das wir Leo genannt haben. Er machte den Eindruck, als würde er sich an den Voi-Stallungen schon sehr gut auskennen.

Wir dachten, dass Leo ihr fünftes Baby sei, sind aber inzwischen etwas verwirrt, denn am folgenden Tag tauchte Lissa mit zwei Babys an ihrer Seite auf, und es sah ganz so aus, als wären es ihre eigenen! Wir fragen uns, ob das ältere, ungefähr dreijährige Kalb vielleicht eine weitere Tochter ist, die sie während ihrer langen Abwesenheit zur Welt gebracht hat.

Lissa kommt mit Leo an den Stallungen anLeo spielt
Leo säugt an den StallungenLissa, Leo und ein weiteres, schon etwas älteres Kalb
Lissas erstes Kalb wurde 1999 geboren, und wir haben sie Lara genannt. Das zweite heißt Lali und kam 2002 auf die Welt, während das dritte, Lugard, ein Bulle ist und 2007 geboren wurde. Ihr viertes Baby wurde 2011 ebenfalls ein Junge und heißt Lazima.

Lissa und zwei ihrer Kälber an den Stallungen im Jahr 2010Lissa und ihre zwei Kälber 2005
Nachdem die Keeper eine Woche mit Lissas Herde verbracht hatten, wurde ihnen klar, dass noch ein weiteres kleines Kuhkalb zur Familie gehört, das ungefähr fünf Monate alt ist. Sie stellten erstaunt fest, dass es sich dabei um Lissas Enkelin handeln muss – das erste Baby von Lara! Dieser kleine Elefant heißt seitdem Leah.

Wir hoffen, dass Lissa und ihre Familie uns in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin besuchen werden und wir stolz mehr von ihnen berichten können. Außerdem können wir auf diese Weise natürlich auch mehr über das Leben dieser hochintelligenten Tiere lernen.

Es war wundervoll, die Freude dieser wilden Elefantenherde zu teilen, die letztlich nur Lissas Rettung und ihrer anschließenden erfolgreichen Auswilderung in Tsavo zu verdanken ist. Erfahrungen wie diese sind es, die die Arbeit des DSWT am besten verdeutlichen. Und es zeigt, dass all die Mühen und die hingebungsvolle Unterstützung von Menschen auf der ganzen Welt nicht nur wildes Leben retten, sondern auch neues Leben erschaffen kann.

(übersetzt aus dem englischen Original)

Freitag, 1. Juli 2016
Es war ein schöner Start in den Tag, als die Waisen herauskamen und nach den Milchflaschen zum Luzernenheufrühstück übergingen. Dann spielten einige von ihnen ein wenig Fangen und Verstecken auf den Gelände der Stallungen, bevor sie alle zu den Weidegründen gingen, um dort in einer Reihe zu grasen.
Später am Vormittag wurde von den Scouts des Tsavo Trusts in der Nähe der Dida-Harea-Windmühle ein verwaistes Elefantenkalb gesichtet. Das Kalb war ganz allein und wurde eine Weile beobachtet, um zu sehen, ob es sich wieder einer Herde anschließen würde. Als das nicht passierte, riefen die Scouts die Stallungen in Voi an, um eine Rettung zu ermöglichen. Es wurde ein Rettungsteam mobilisiert und das Hauptquartier in Nairobi angerufen, damit von dort ein Flugzeug geschickt werden konnte. Das Team fing das Kalb ein und brachte es zum Voi-Flugfeld, wo es vom Flugzeug abgeholt und ins Waisenhaus nach Nairobi gebracht wurde, da es noch sehr klein war.

Araba kratzt sich genüsslich an einem Felsen

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