Samstag, 1. Oktober 2016
Sonje begann den Tag damit, nach den Babys zu schauen. Sie lud sie ein, mit ihr zu spielen, als sie sich auf den Boden legte und sich den Bauch kratzte. Sowohl Alamaya als auch Mwashoti machten gerne mit und hatten viel Spaß beim Spielen mit ihr. Murera stand währenddessen an der Seite und wartete darauf, dass die beiden Jungs sich ihr anschließen würden; es nützte aber nichts, denn Sonje hatte ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
Später kam Lima Lima zu Alamaya, und er ging ihr entgegen, steckte seinen Rüssel in ihren Mund und flüsterte seiner Freundin etwas zu. Nachdem die beiden eine Weile gemauschelt hatten, wurden die Babys plötzlich von ein paar Büffeln aufgeschreckt, die ihren Weg kreuzten. Als sie alle aus dem Weg rannten, ging Alamaya verloren und niemand wusste, wo er war. Die Keeper riefen nach ihm und hörten ihn aus der Ferne trompetend antworten. Lima Lima und Zongoloni machten sich daran, ihn zu holen und wieder mit dem Rest der Waisen zu vereinen. Als er zurückkehrte, wurde er vom Rest der Gruppe mit ausführlichem Trompeten und Kollern begrüßt.

Die Waisen schuffeln verspielt ihre Hinterteile

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Schon zum 4. Mal danken wir den Teilnehmern der Lindner Mallorca Golf Trophy und Nicole Rose, Organisatorin des Events und der Spenden-Tombola, die unserem Verein satte 5.470 € eingebracht hatte.
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Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Oktober 2016

 

Jetzt, da wir uns dem Ende der Trockenperiode nähern und auf die kurze Regenzeit warten, können wir kurz Zwischenbilanz ziehen und stellen fest, daß im Oktober wieder einmal viel los war! Allein in der Nursery gab es sechs Neuzugänge und weitere zwei, die zwar zu jung waren, allein in der Wildnis zu überleben, allerdings schon alt genug, um direkt in die Auswilderungsstation nach Voi gebracht zu werden. Gegen Ende des Monats zogen die ersten Regenwolken am Himmel auf und es kam zu kurzen Schauern. Wir hoffen, daß sich diese im Laufe des Novembers zu veritablem Niederschlag entwickeln – das Land hat es dringend nötig! In einer besonders harten Trockenzeit müssen wir immer mit mehr Elefantenwaisen rechnen als bereits unter normalen Umständen. Verzweifelte Elefanten saufen an Wasserstellen mit niedrigem Pegel, so daß die Babys hineinfallen. Oder die Kälber sind durch die Dürre zu geschwächt und können nicht mehr mit der Herde mithalten. Zum Wohle der Herde werden sie dann zurückgelassen. Manchmal werden sie auch verletzt, wenn die Elefantenherde sich in den Gärten und auf den Feldern der Menschen gütlich tun und diese ihre Lebensgrundlage verteidigen. Weiterlesen

Samstag, 1. Oktober 2016
Der Morgen war wunderbar, und die Waisen kamen gutgelaunt aus ihren Gehegen. Sie tranken ihre Milchflaschen, bevor sie zum Frühstück gingen. Es war ein geschäftiger Tag, und die Waisen brachen an den Stallungen auf, sobald sie ihr Zusatzfutter gefressen hatten. Sie wollten am Morgen so viel grasen wie möglich, was sie auch taten, bis es Zeit für ihre Mittagsmilch war, die sie am nördlichen Fuß des Mazinga-Bergs bekamen. Panda leerte ihre Flasche und warf dann ein Auge auf Arabas Anteil. Araba versuchte gleich, Panda daran zu hindern, ihre Milch zu stehlen, und auch die Keeper griffen ein und sprachen Panda eine deutliche Warnung aus, damit sie Araba in Ruhe ihre Milch austrinken ließ.
Die Waisen gingen dann unter der Führung von Lentili und Naipoki zum mittleren Wasserloch. Dort blieben sie eine Weile, bevor sie in den umliegenden Ebenen weitergrasten. Eine halbe Stunde vor dem Aufbruch nach Hause trugen Tundani und Nelion ein verbissenes Kräftemessen aus. Es war einer der Kämpfe, bei dem die Rangfolge unter den Waisen ermittelt werden sollte. Danach folgten die beiden ihren Kollegen nach Hause.

Panda hat es auf Arabas Milch abgesehen

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Am 16. Oktober 2015 erhielten wir eine Meldung über ein kleines Elefantenmädchen, das einsam und verlassen in einem Brunnen in der Nähe von Maralal in Nordkenia feststeckte. Sie war von Hirten der Samburu entdeckt und dem Kenya Wildlife Service (KWS) gemeldet worden. Der KWS holte sie dort heraus und informierte uns über die Rettungsaktion.

 

 

Wir schickten sofort ein Flugzeug zum Wamba-Flugfeld los, ungefähr eine Stunde Flugzeit von Nairobi entfernt. Als unser Team dort gelandet war, traf es nicht nur auf die KWS-Wildhüter, die das Kalb gerettet hatten, sondern wurde auch von einer Menge Leute begrüßt, die kaum zurückzuhalten waren, weil sie sehr neugierig waren, was mit diesem winzigen Babyelefanten geschehen würde.

Tamiyoi wird zum Flugzeug gebrachtDas winzige Baby bekommt etwas Milch
Tamiyoi bekommt Milch und WasserTamiyoi wird unter den Augen der Menschenmenge auf den Flug vorbereitet
Erstaunlicherweise lief dieses furchtlose kleine Kalb den Männern auf dem Flugfeld ohne zu zögern hinterher und wirkte gar nicht gestresst von der Anwesenheit so vieler Menschen. Sie trank sogar sehr gut, ehe sie auf die Reisematratze gelegt und festgebunden wurde. Es mangelte nicht an helfenden Händen, und so war sie schnell in das Flugzeug geladen und auf den Flug vorbereitet.

Tamiyoi wird für den Flug auf die Matratze gelegtTamiyoi schläft während des Fluges
Sie kam in relativ gutem Zustand im Waisenhaus in Nairobi an und war bemerkenswert ruhig und von Anfang an den Keepern gegenüber sehr zutraulich. Es ist schwer zu sagen, wie lange sie schon ohne ihre Mutter hatte auskommen müssen; ihre Ankunft fiel jedenfalls gerade mit dem Beginn des heiklen Zahnungsprozesses zusammen, sodass wir vermuten, dass sie ungefähr zwei Monate alt war. Wir nannten sie Tamiyoi, nach der Gegend, aus der sie stammt.

Tamiyoi kommt in ihren Stall und nuckelt an den Fingern der KeeperTamiyoi in ihrem neuen Stall
Tamiyois Weg durchs Leben war zunächst unsicher, denn wir mussten sehr darum kämpfen, sie am Leben zu halten. Während anfangs alles gut war, verschlechterte sich ihr Zustand während der Zeit, in der sie ihre Zähne bekam, und ihr Leben hing am seidenen Faden. Ein gutes Zeichen in diesen schwierigen Monaten war, dass Tamiyoi in all der Zeit versuchte, Gras und ein paar wilde Beeren zu fressen, die sie im nahegelegenen Gebüsch fand. Kein anderer Elefant in ihrem Alter hatte das zuvor getan. Die Keeper mussten jeden Tag mit ihr an „Tamiyois Beerenstrauch“ vorbeigehen, damit sie die heruntergefallenen Früchte fressen konnte, bis sie zufrieden war. Die Keeper sammelten auch einige der Früchte für sie und gaben sie ihr, wann immer sie danach verlangte. Es schien, als würde Tamiyoi irgendetwas in ihrem Körper fehlen, doch trotz all unserer Bemühungen, verschiedenster Tests und Anpassungen ihrer Milchmischung verbesserte sich ihr Gesundheitszustand über viele Monate kaum; währenddessen brach sie immer wieder zusammen.

Kiko und Tamiyoi mit einem KeeperTamiyoi und einer ihrer Freunde folgen ihrem Keeper
Tamiyoi spielt mit ihrem Keeper
Tamiyoi durchzubringen war eine Herkulesaufgabe für das ganze DSWT-Team, doch ohne Zweifel war auch ihr außerordentlicher Lebenswille dabei ausschlaggebend. Mit ihrer bezaubernden Art hat sie die Herzen all derer erobert, die am Kampf um ihr Leben beteiligt waren. Seit etwa vier Monaten hat sich ihr Zustand nun immer weiter verbessert. Sie sieht noch immer leicht unterernährt aus und hat einen ungewöhnlich runden Bauch, doch es ist zu sehen, dass sie nun Woche für Woche kräftiger wird. Ihre Wangen füllen sich wieder und ihre Haut, die vorher dünn wie Papier war, erholt sich ebenfalls; eine ungesunde Haut ist immer ein Anzeichen dafür, dass mit dem Gesundheitszustand eines Elefanten etwas nicht stimmt.

Luggard, Pare, Tamiyoi, Esampu und dahinter KikoTamiyoi führt die kleine Babygruppe an
Tamiyoi ist Teil der Herde gewordenTamiyoi draußen im Wald
Tamiyoi und ihr Keeper
Mit großem Stolz können wir nun sagen, dass wir uns sicher genug sind, Tamiyoi für das Patenprogramm freizugeben – ein ganzes Jahr nachdem sie gerettet wurde. Wir haben bis jetzt noch gezögert, obwohl bereits hunderte Leute sie unterstützen wollten, denn immer wenn wir uns fast dazu durchgerungen hatten, verschlechterte sich ihr Zustand wieder, sodass wir vorsichtig wurden. Wir waren lange Zeit nicht sicher, dass sie das Schlimmste überstanden hat. Obwohl sie für ihr Alter von einem Jahr sehr klein ist, hat dieses Elefantenbaby ein großes Temperament und seinen eigenen Kopf. Die Liebe ihrer Elefantenfamilie, sowie der fürsorglichen Menschen, die Tag und Nacht um ihr Leben gekämpft haben, hatte großen Anteil daran, dass sie es geschafft hat. Wir freuen uns schon darauf, Tamiyoi zu der wunderbaren Leitkuh heranwachsen zu sehen, die sie sicherlich einmal werden wird. Sie wird die Freude erleben, mit ihrer eigenen, wieder wilden Familie in der freien Natur leben zu können. Bis dahin haben wir aber die Ehre, die wunderbaren Kinder- und Jugendjahre mit ihr zu teilen und ihre bedingungslose Liebe und offensichtliche Dankbarkeit genießen zu dürfen.

Übernehmen Sie jetzt eine Patenschaft für Tamiyoi

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Die süße kleine Tamiyoi sieht nun viel gesünder aus
(übersetzt aus dem englischen Original)

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