Montag, 1. Juni 2015
Wegen des schlechten Wetters gingen die älteren Waisen erst um 6:30 Uhr in den Park, etwas später als üblich. Es war kühl und nebelig, als sie aufbrachen. Darum mussten Ngilai, Ndotto, Lasayen und Murit noch länger in den Ställen bleiben, ehe sie sich ihren Freunden anschließen konnten.
Alamaya ist ein höflicher und ruhiger Elefant und kommt mit den anderen Waisen gut zurecht. Ihre Wunde macht etwas Probleme, denn Narbengewebe stört sie beim urinieren. Mwashoti dagegen kommt nicht so gut mit den älteren Waisen zurecht. Wir vermuten, dass er sich zu sehr an die Gesellschaft der Keeper und der jüngeren Waisen Ndotto, Ngilai und Lasayen gewöhnt hat. Heute Nachmittag spielte Dupotto mit Roi, als Embu aus dem Gebüsch kam, in dem sie gegrast hatte, und nach Dupotto sah. Mwashoti kam mit aufgestellten Ohren auf sie zu und wollte sie angreifen, doch sie war bereit zurückzuschubsen, wenn es nötig war. Die Keeper griffen ein und verhinderten, dass sie Mwashoti schubste, weil er sich noch immer von seiner Schlingenwunde erholt.

Alamaya im Wald

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Keine drei Monaten hielt die von Artenschützern in der ganzen Welt begrüßte Aktion von South African Airways (SAA), keine Jagdtrophäen von Nashörnern, Elefanten, Löwen und Tigern mehr zu transportieren an.

Jetzt hat die Fluglinie dem großen Druck der Jagd-Lobby nachgegeben und somit die Grauzone zwischen illegalem und legalem Trophäen-Handel wieder reaktiviert. Nun werden Trophäen wieder von SAA transportiert.

“Wir können nur hoffen, das das vorbildliche Handeln der anderen Fluggesellschaften wie Air France, KLM, Singapore Airways, Emirates, Lufthansa oder Qantas weiterhin andere Airlines dazu bewegt, den illegalen Wildtier-Handel einzudämmen, indem sie auch keine Trophäen mehr transportieren.“ sagt Thomas Töpfer, 1. Vorsitzender von REAeV.

 

 

Dieses arme Kalb kam am 23. Juni mit einer furchtbaren Schlingenwunde am Vorderbein und einer Speerwunde am Kopf zu uns. Seine Geschichte bewegte Millionen Menschen auf der ganzen Welt, denn sie ist eine schmerzliche Erinnerung daran, wie ziellos und brutal die Wilderei ist und wieviel Leid sie für die Opfer verursacht.

 

 

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Am 22. Juni wurde uns von Caroline und Andrew Mules von einem verletzten Elefantenkalb berichtet. Es war offensichtlich ein Waise, denn es war sehr abgemagert und hatte grässliche Verletzungen. Es hatte eine Speerwunde am Kopf, direkt zwischen den Augen und außerdem eine Schlingenwunde am Bein, ähnlich zu der von Mwashoti.

 


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Alamaya wurde am späten Abend des 17. März 2015 ganz alleine in der Maasai Mara gefunden und gerettet. Alamaya kam spät im Dunkeln bei uns im Waisenhaus an und hatte furchtbare Wunden im Genitalbereich, die von einer Hyäne verursacht worden waren. Auch der Schwanz war abgebissen worden und auf den ersten Blick sah es aus, als wäre Alamaya ein Mädchen, und dabei sind wir geblieben.

Alamaya am Abend seiner Ankunft, mit schweren Verletzungen am Hinterteil und den Genitalien
Alamaya vor der OperationAlamaya mit einem Keeper
Doch als die Tage und Wochen vergingen, begannen die Keeper allmählich zu glauben, dass “sie” vielleicht doch ein “er” ist, wenn sie sahen, wie Alamaya urinierte und sich auch sonst eher wie ein männlicher Elefant verhielt.

Während dieser Zeit behandelten wir die Wunden im Genitalbereich, und dank der wunderbaren Heilkräfte der grünen Tonerde verheilten die Verletzungen. Doch Alamaya hatte Schwierigkeiten zu urinieren, da Narbengewebe den Blasenausgang verwachsen hatte. So entschieden wir uns, eine schwierige Operation von unseren Tierärzten durchführen zu lassen, um dieses Problem zu beheben. Wir begannen am 3. Juli um 9:30 Uhr damit, und zunächst wurde Alamaya anästhesiert. Der KWS-Veterinäroffizier Dr. Mjele und sein Team beobachteten Alamayas Atmung und Befinden während der zweistündigen Operation genauestens.

Alamaya wird in den Operationssaal geführtWährend der Operation
Was die Tierärzte feststellten, überraschte die Keeper nicht: Ihre Vermutungen waren richtig und Alamaya ist tatsächlich ein Junge! Es ist haarsträubend, dass Alamayas Wunden am Genitalbereich so schlimm waren, dass man das Geschlecht nicht mehr ohne innere Untersuchungen feststellen konnte! Die Tierärzte operierten aufmerksam weiter, identifizierten den Harnausgang und konnten den angestauten Urin abfließen lassen. Dann führten sie einen Katheter ein und nähten einen Kunststoffzylinder herum, wodurch Alamaya ohne Probleme wird urinieren können. Dieser Zylinder wird auch verhindern, dass während der Heilung der Operationswunden das Narbengewebe erneut über den Harnausgang wächst und Alamaya am urinieren hindert.

Alamaya wird operiert
Das Team arbeitet hart, um das Problem zu beheben
Schwierige Arbeit
Alamaya wurde nach der Operation wieder aufgeweckt und war am Nachmittag schon wieder mit den Waisen draußen im Busch. Wie erwartet gab es einige Schwellungen nach der Operation, doch die Tierärzte sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es ist wirklich traurig, dass Alamaya sich niemals wird paaren können, da sein Penis vollständig von der Hyäne abgebissen wurde. Nichtsdestotrotz hat es wohl auch sein gutes, dass er kein Mädchen ist. Allein der Gedanke daran, dass vielleicht in zehn Jahren Bullen sich mit Alamaya als erwachsener Kuh hätten paaren wollen, hat uns große Sorgen gemacht. Doch da er ein Junge ist, wird das nicht passieren. Er wird leider keine Nachkommen zeugen können, doch abgesehen davon sehen die Tierärzte keinen Grund, warum er nicht in der Lage sein sollte, ein erfülltes wildes Leben zu führen, wenn er erwachsen ist.

Wir sind dem ganzen Team dankbar, das bei der Operation geholfen hat. Insbesondere danken wir Dr. Sanjay und Dr. Mjele, die diese heikle und aufwändige Operation durchgeführt haben.

(übersetzt aus dem englischen Original)

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