Am 31. März 2016 wurden im berühmten Circus Maximus in Rom, dem antiken Schauplatz von Wettkämpfen, die Überreste von ca. 30 gewilderten Elefanten, nämlich deren halbe Tonne Elfenbein, das durch oder nach Italien geschmuggelt werden sollte, in der Öffentlichkeit zerstört. Initiiert und organisiert wurde die Aktion durch die Elephant Action League (EAL) in Zusammenarbeit mit dem italienischen Umweltministerium, der italienischen Forstpolizei und natürlich der Stadt Rom.

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Der Aufbau im Circus Maximus

 

 

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Die Bühne für die Elfenbeinzerstörung wird vorbereitet

 

Damit setzt Italien ein deutliches, öffentliches Zeichen für den Kampf gegen die ungezügelte Wilderei von Elefanten in Afrika, die die Tiere an den Rand der Ausrottung bringt. Durchschnittlich 100 Elefanten werden in Afrika jeden Tag abgeschlachtet, und wenn auf politischer Seite nichts dagegen unternommen wird, gibt es in zehn Jahren keine Elefanten mehr.

 

 

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Eine halbe Tonne Elfenbein, die vom italienischen Zoll beschlagnahmt worden war.

 

 

Die Veranstaltung ist eine letzte Würdigung der Elefanten, die zu blutigen Opfern der Geldgier von Kriminellen der Elfenbeinindustrie geworden waren. Daher gleicht die Stimmung der einer Beerdigung, als die Redner der majestätischen Herrscher der afrikanischen Savanne in Wort und Bild gedenken, aber auch der unzähligen Ranger, die im Kampf mit den Wilderern bereits gefallen sind.

 

 

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Die bekannte italienische Sängerin Ornella Vanoni kommt auf die Bühne und spricht sich für die Dringlichkeit des Elefantenschutzes aus. Sie ist die erste, die dem Förderband einen Stoßzahn zur Zerstörung übergibt. Das Förderband bringt das Elfenbein in eine Maschine, die das Material zerbricht, schreddert, mahlt und damit unbrauchbar macht.

 

 

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Ornella Vanoni

 

 

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Italiens Umweltminister Gian Luca Galletti

 

 

Nach der Sängerin folgt der Umweltminister Italiens, Gian Luca Galletti, der in seiner Rede betont hatte, daß auch wir in Europa uns um globale Umweltthemen kümmern, denn das Welterbe unseres Planeten geht uns alle an. Er sei entsetzt über die Gleichgültigkeit und den Egoismus der Vielen, die sich nicht um Umweltanliegen kümmern, sagt er. Im internationalen Kampf gegen den Elfenbeinschmuggel sei vor allem eine Zusammenarbeit aller Länder, auch innerhalb der EU, wichtig.

 

Italien sagt mit der Zerstörung der Stoßzähne und der geschnitzten Elfenbeinobjekte ein lautes „NEIN“ zum Elfenbeinhandel. Die Aussage ist, dass Elfenbein keinen Preis haben darf, und dass ein Markt für Elfenbein nie mehr existieren darf, wenn wir den Elefanten eine Chance geben wollen zu überleben.

 

 

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Andrea Crosta von EAL und Aldo Giovannella von Pengolife

 

 

Die ca. 200 Anwesenden, die der Einladung zum „Ivory Crush“ in Rom gefolgt waren, applaudieren heftig. Es treffen sich hier Angehörige vieler Organisationen, die auf die verschiedensten Arten für Elefanten arbeiten. Es sind zum Beispiel Filmemacher und Ausbilder für Ranger anwesend, und natürlich auch Unterstützer des David Sheldrick Wildlife Trust mit der Vermittlung von Elefantenpatenschaften. Dafür ist außer unserem deutschen Verein selbstverständlich die entsprechende italienische Organisation anwesend: Aldo Giovannella mit seinem Pengolife-Projekt. Es ist ein gutes Gefühl, unter Gleichgesinnten zu sein, die alle für das Überleben der Elefanten kämpfen. Der Dank gilt vor allem den überaus engagierten Mitarbeitern der Elephant Action League, die dieses großartige Ereignis in Rom initiiert und verwirklicht haben.

 

 

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Die Maschinerie für die Zerkleinerung des Elfenbeins

 

 

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Unser Vorstandsmitglied Birgit Hampl übergibt dem Förderband Stücke des „Blood Ivory“

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Das Elfenbein fällt schließlich in den Container, wo es zerstückelt wird.

 

 

Stück für Stück des grausigen Materials wird dem Förderband übergeben, bis schließlich die gesamte Menge zerstört ist. Es kracht und staubt aus der Maschine, und das Elfenbein wird in Form von Mahlgut in einen weiteren Container geschüttet. Gemäß Aussage eines Beamten wird es anschließend mit dem LKW weggefahren und verbrannt.

 

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Danke, Italien!

 

 

 

(Bericht: Birgit Hampl)

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