Am 30. Oktober um 6:30 Uhr erhielt Trevor Jennings vom DSWT einen Anruf von einem Wildhüter des Tsavo East Nationalparks. Dieser berichtete von einem Babyelefanten, der vor der Aruba-Lodge zusammengebrochen war. Sofort fuhr ein Team an die Stelle und fand das junge Kuhkalb auf einem Hügel aus Erde, die aus einem Wasserloch ausgehoben worden war, auf der Seite liegend vor. Sie sah sehr hilflos aus, reagierte gar nicht und schien dem Tode nah zu sein. Wegen der extremen Dürre bietet die Landschaft kaum noch Futter in der Nähe von Wasser, sodass Elefantenherden schmerzvolle und herzzerreißende Entscheidungen treffen müssen: Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als ihre geliebten Familienmitglieder, die nicht mehr mit dem Rest der Herde mithalten können, zurückzulassen, damit die Herde noch weit genug wandern kann, um genug Futter zu finden. Dieses Kalb war so ein Fall – zu schwach um weiterzugehen.

 

– 

Als unser Team vor Ort angekommen war, wurde sie abgekühlt und vor der gnadenlos brennenden Sonne geschützt; eine lebensrettende Infusion wurde für sie vorbereitet. Danach wurde sie in den wartenden Landcruiser geladen und zu den Stallungen in Voi gefahren, wo sie weiter behandelt wurde, während das Team darauf wartete, dass das Rettungsflugzeug aus Nairobi am Flugfeld ankam. Anfangs rührte sich das Kalb kaum, doch langsam erwachte sie wieder zum Leben, und damit auch unsere Hoffnung. Sie bekam sofort Wasser eingeflößt, das sie erfolgreich abkühlte. Inzwischen hatte Angela Sheldrick im Waisenhaus alles für ihre Ankunft vorbereitet, und ein Team von Keepern bestieg das Flugzeug. Alle waren emsig bei der Arbeit, um sicherzustellen, dass die kleine Waise schnell nach Nairobi transportiert werden konnte. Während des etwa 90-minütigen Flugs bekam sie noch eine Infusion.

Das Kalb wird gerettetDas Waisenbaby wird an den Stallungen in Voi in ein Gehege gebracht
Die Waise muss gekühlt werdenDie Waise wird an eine Infusion gelegt
Auf dem Weg zum FlugfeldVorbereitungen zum Einladen in das Rettungsflugzeug
Das Kalb wird in das Flugzeug geladenWährend des Fluges
Wir vermuten, dass ihre Mutter sie in der vorigen Nacht oder am frühen Morgen zurückgelassen hatte, da sie zu schwach war, um mit der Herde mitzuhalten. Sie hatte großes Glück, dass Hilfe kam, ehe sie einem Löwenrudel zum Opfer gefallen war – als das Team ankam, fraßen die Raubtiere eine unglückliche Oryx-Antilope, die sie zuvor gerissen hatten. Als das ungefähr fünf Monate alte Kalb schließlich in Nairobi ankam, war es bereits wieder kräftig genug, um von selbst aufzustehen.

Nach der Ankunft in Nairobi im StallMalima in Angriffsstimmung
Am Tag nach der Rettung draußen im BuschDie süße Malima gewöhnt sich an das Leben im Waisenhaus
Zu Beginn war sie sehr unruhig und ängstlich, doch mit Geduld und einer hängenden Decke in ihrem Stall zur Beruhigung begann sie, sowohl Milch als auch Rehydrierungssalze zu sich zu nehmen. Trotz allem brach sie ein paar Stunden später wieder zusammen – vor Erschöpfung wie auch vor Schwäche, denn ihr Körper hatte keine Reserven mehr. Wir gaben ihr weitere Infusionen, die sie dann wieder auf die Beine brachten.

Malima in ihrem GehegeDraußen im Park
Die wunderbare Malima
Wir haben sie Malima genannt, was auf Suaheli soviel wie „Erdhaufen“ bedeutet, da sie auf einem solchen liegend gefunden wurde. Solche abgemagerten Dürreopfer zu retten ist immer sehr schwierig, und Malima war dem Tod schon besonders nahe, als sie gefunden wurde. Ihr Leben hing eine Woche lang am seidenen Faden, doch nach und nach kehrten ihre Kräfte zurück. Jetzt geht es ihr gut, und sie ist ein quietschvergnügtes Mitglied der Waisenhaus-Herde – vollkommen erholt und erfolgreich in die Elefantenfamilie integriert.

 

Übernehmen Sie jetzt eine Patenschaft für Malima

Malima_web

 

 

Malima draußen im BuschJotto und Malima
Tamiyoi, Jotto, Malkia und MalimaMalima mit den anderen Waisen draußen
Malima spielt
(übersetzt aus dem englischen Original)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Archiv