Die Rettung von Naleku

Dem Sheldrick Wildlife Trust (SWT) wurde am 2. Januar 2020 vom Kenya Wildlife Service (KWS) von einem verwaisten Elefantenbaby berichtet, dessen Mutter in der Nacht zuvor gestorben war. Beobachter des Mara Elephant Project (MEP) hatten die beiden schon eine Weile im Auge behalten, weil sie besorgt waren, dass es ihnen nicht gut ging. Woran die Mutter starb, konnte nicht geklärt werden, denn Raubtiere hatten sich in der Nacht schon ausgiebig an dem Kadaver zu schaffen gemacht, und es war nicht mehr viel davon übrig. Das Baby – etwa sechs Monate alt – musste gerettet werden, denn es würde ohne Milch und in der Nähe all der Raubtiere sonst nicht lange überleben.

KWS-Tierarzt Isaac Lekelol wurde verständigt und flog zusammen mit Keepern des SWT aus Nairobi in die Maasai Mara, um bei der Rettung zu helfen. Die Wildhüter von MEP behielten inzwischen das Kalb im Auge, das zum Glück mit einer weiteren ausgewachsenen Kuh und ihrem Kalb unterwegs war – ansonsten wäre es in großer Gefahr gewesen, da noch immer jede Menge Raubtiere in der Nähe waren. Das Flugzeug landete auf dem Flugfeld des Mara Nord Schutzgebiets, etwa 30 Minuten mit dem Auto von dem Kalb entfernt. Die Wildhüter von MEP und KWS warteten bereits auf die Retter und brachten sie zu der Stelle, an der sich das Kalb aufhielt.

Da es schon relativ spät war und das Baby vermutlich schon fast 24 Stunden keine Milch bekommen hatte, war es wichtig, dass die Rettung noch am gleichen Tag über die Bühne ging. Obwohl die Kuh, die dabei war, auch ein kleines Baby hatte, hätte das Kalb vermutlich nichts von ihrer Milch abbekommen, denn Elefantenmütter lassen nicht gern andere Kälber als ihre eigenen trinken, und diese sind für gewöhnlich auch gierig genug nichts übrig zu lassen! Glücklicherweise dauerte es nicht lange, das kleine Baby einzufangen. Die Kuh, die es begleitete, wurde kurz betäubt, sodass die Retter sich ihr nähern und das verwaiste Kalb, das deutlich kleiner als das andere Kalb war, festbinden konnten. Sie beeilten sich, es für die Fahrt auf dem Landcruiser zurück zum Flugfeld und den Flug nach Nairobi vorzubereiten. Es bekam noch ein Beruhigungsmittel, damit der ganze Stress ihm nicht zu sehr zusetzte, und bei untergehender Sonne konnte der Rückflug starten.

 

 

 

 

Das Flugzeug landete gegen 19:45 Uhr am Wilson-Flughafen in Nairobi, und von dort wurde das Kalb zum Waisenhaus des SWT gebracht, wo es gegen 21 Uhr ankam. Das kleine Mädchen bekam einen Stall, der schon für sie vorbereitet worden war. Zum Glück dauerte es nicht lange, bis sie sich an die seltsame Flasche gewöhnt hatte und zufrieden Milch trank. Sie zeigte zwar noch einige Scheu vor den Keepern, aber die Milch schien ihr doch gut genug zu schmecken, dass sie sich streckte, bis sie mit dem Mund an die Flaschenöffnung gelangte. Auch von dem frisch geschnittenen Grünfutter in ihrem Stall fraß sie. Trotzdem machten ihr die Erlebnisse der letzten Stunden zu schaffen, und sie war nach der Tortur, die sie durchgemacht hatte, die ganze Nacht sehr aufgewühlt.

 

 

 

 

 

Früh am Morgen war sie dann sehr erschöpft und legte sich in ihrem Stall hin und schlief erst einmal eine Weile. Als sie aufwachte, spürte sie, dass andere Elefanten in der Nähe waren; sie rief ununterbrochen nach ihnen und rannte rastlos in ihrem Stall auf und ab. Also ließen die Keeper sie schließlich hinaus in den Wald zu den anderen – obwohl es erst ihr erster Tag im Waisenhaus war. Die Waisen haben alle ähnliches durchgemacht, und sie würden dem Neuankömmling helfen, mit der Situation zurechtzukommen und sie beruhigen. Und genauso war es auch – sie wurde gleich Teil der Herde und musste nicht lange warten, bis fürsorgliche Mini-Mamas um sie herum scharwenzelten und ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen versuchten! Sie kam sogar gleich mit zur öffentlichen Besuchsstunde und hielt sich dort dicht an Tagwa, Tamiyoi und Maisha. Auch Larro und Kiasa kümmerten sich rührend um sie, wenn sie einmal bis zu ihr vordrangen. Nach einigen Tagen hatte sie sich schließlich eingewöhnt und kommt jetzt auch gut mit den Keepern zurecht.

 

 

 

 

 

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(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Die Rettung von Pika Pika

Bei Aufklärungsflügen über Tsavo sieht man häufig kleine Gruppen von Elefanten über die weiten Ebenen schreiten. Auf einem Routine-Flug am 5. September fiel allerdings Keith Hellyer, dem Piloten der Organisation Wildlife Works, etwas ungewöhnliches auf: ein kleines, offenbar noch milchabhängiges Kalb in Gesellschaft von fünf erwachsenen Bullen! „Die Rettung von Pika Pika“ weiterlesen

Jede Menge neue Ex-Waisen-Babys in Tsavo!

(Originalberichte zu Edies, Mweyas, Wendis und Sidais Babys; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Bei der Arbeit mit Elefanten ist immer etwas los, aber manchmal gibt es Tage, an die man sich noch lange erinnert! Der 17. November 2019 war so ein Tag – als gleich drei jetzt wieder in freier Wildnis lebende ehemalige Waisenelefanten des Sheldrick Wildlife Trust (SWT) am gleichen Tag ihre kleinen Wonneproppen präsentierten! Mweya, Wendi und Edie sind seinerzeit von den Keepern des SWT großgezogen worden und hatten selbst nie das Glück, gemeinsam mit ihren Müttern durchs Leben zu gehen. Umso wunderbarer ist es, zu sehen, wie ihre eigene Familie nun wächst und neue kleine Kälber hinzugekommen sind: Mwitu, das erste Baby von Mweya, Wema, das zweite Kalb von Wendi, und Eco, schon das dritte Baby von Edie!
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Die Rettung von Roho

(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Der neueste Elefantenwaise des Sheldrick Wildlife Trust (SWT) in Nairobi ist der kleine Roho. Seine Rettung begann in den frühen Morgenstunden des 16. Oktober 2019. Eine Hundestaffel war gerade auf Anfrage des Kenya Wildlife Service (KWS) im Nationalpark Tsavo West unterwegs, wo am Vorabend zwei verdächtige Personen gesichtet worden waren, die möglicherweise Wilderer waren. Als die SWT-Hundestaffel gerade mit den Rangern des KWS und des Tsavo Trust zur Lagebesprechung zusammenkam, erreichte sie der Bericht eines Piloten: er hatte auf einem Patrouillenflug ganz in der Nähe ein kleines Kalb gesehen, das offenbar neben dem Kadaver seiner Mutter ausharrte.

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Ziwadi macht sich gut im Waisenhaus in Nairobi

(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Die kleine Ziwadi hat inzwischen die größten Schwierigkeiten ihres jungen Lebens gemeistert, dank des hingebungsvollen Einsatzes ihrer Keeper und ihres eigenen starken Willens.

Vor sechs Monaten erreichten den Sheldrick Wildlife Trust (SWT) in Nairobi Berichte über ein verlassenes Kalb in der Masai Mara, im Westen Kenias. Sie suchte so verzweifelt Gesellschaft, dass sie Hirten mit ihren Viehherden hinterher lief und die lokale Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte, dass noch mehr Elefanten in der Nähe sein könnten. Sie hatte auch schon einen Pfeil abbekommen, und so beschloss der Kenya Wildlife Service, dass eine Rettungsaktion gestartet und sie ins Waisenhaus nach Nairobi gebracht werden sollte. Ziwadis erste Monate dort waren schwierig und geprägt von vielen gesundheitlichen Problemen – sie erblindete vorübergehend und fiel häufig in Ohnmacht. Man kann sich kaum vorstellen, was sie durchgemacht haben muss, bevor sie gefunden wurde.

Inzwischen scheint sie aber das Schlimmste hinter sich gelassen zu haben, nachdem sie von den Keepern des SWT in dieser Zeit umsorgt wurde und offenbar auch selbst nie die Hoffnung aufgegeben hat. Sie erholt sich prima! Im Video berichtet Chef-Keeper Edwin von den Fortschritten dieses tapferen kleinen Mädchens.