Sana Sana hat ihren Namen unseren Keepern zu verdanken, die sie aus dem Namunyak-Schutzgebiet in Nordkenia abholten und dabei sehr nachdrücklich verhandeln mussten, um sie retten zu können. Sana bedeutet in Suaheli „sehr viel“. In ihrem Fall gab es unterschiedliche Meinungen – einige wollten sie retten und nach Nairobi bringen, während das Management des Schutzgebiets sie lieber noch da behalten und darauf warten wollte, dass sie sich in eine wilde Herde integrierte.

 

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Wir hörten das erste Mal von ihr, nachdem bereits einige Tage vergangen waren und in einem Forum von Samburu East Development von ihrem Schicksal berichtet wurde. Daraufhin wurden wir von besorgten Menschen geradezu mit Anrufen bombardiert. Wir reagierten umgehend und informierten den KWS, der wiederum dem DSWT die Erlaubnis erteilte, nach Norden zu fliegen, um das Kalb zu retten.

Am Morgen des 17. Mai flog ein Team von Keepern des DSWT zum Kalama-Flugfeld, wo sie Tom Lolosoli mit seinem Fahrzeug erwartete. Sie fuhren etwa 20 Minuten auf der asphaltierten Straße von Moyale nach Marsabit, um dann in einen Feldweg zum Kirish Camp Sapashe einzubiegen, das im Schatten des Mount Ololokwe liegt.

Auf der Suche nach dem KalbDas verwaiste Kalb im Busch
Bei der Ankunft wurde unser Team von den Angestellten der Lodge begrüßt, und sie zeigten ihnen sofort, wo der Elefant im Dickicht Schutz gesucht hatte. Das Kuhkalb sah sehr einsam aus und hatte den Erzählungen zufolge sogar schon die Gesellschaft der Camp-Angestellten gesucht und – nach Sicherheit suchend – nachts neben dem Zelt des Samburu Dipa Lenyankera geschlafen. Das war nur zu verständlich, denn sie hatte schon eine schlimme Wunde unter ihrem Schwanz, nachdem sie von Hyänen angegriffen worden war. Sie wehrte sich kaum, als die Keeper heraneilten, um sie festzuhalten. Sie wurde dann auf die Matratze gelegt, die das Team mitgebracht hatte, und ihre Beine wurden für den Rückflug festgebunden. Doch dann wurde es kompliziert, denn es gab einigen Widerstand dagegen, dass wir sie nach Nairobi mitnahmen. Es dauerte ganze zwei Stunden, bis endlich ein Fahrzeug zur Verfügung stand, das groß genug war, um das Kalb zu transportieren. In der Zwischenzeit mussten viele Telefonate geführt werden, in denen darum verhandelt wurde, sie zum Flugfeld zu bringen. Dabei machten sich die Keeper natürlich auch große Sorgen um das Kalb, das während der ganzen Zeit still und festgebunden auf der Matratze im Gebüsch lag. Glücklicherweise bekamen wir schließlich die Erlaubnis, das Kalb mit dem Pickup des Namunyak-Schutzgebiets zum Flugfeld zu fahren, und um 16:30 Uhr brach das Rettungsflugzeug wieder nach Nairobi auf.

Das WaisenkalbDas Kalb wird eingefangen
Das Kalb wird festgebunden
Das Kalb wird ins Fahrzeug geladenDas Rettungsflugzeug
Das Kalb auf der Ladefläche des Fahrzeugs
Als die kleine Waise in Nairobi ankam, wurde klar, dass sie erst neun oder zehn Monate alt und daher noch im milchabhängigen Alter ist. Ihrem abgemagerten Zustand nach zu urteilen hatte sie schon einige Tage ohne ihre Mutter und deren Milch auskommen müssen. Ihre Wunde am Schwanz wurde gereinigt und behandelt, und sie bekam für die Nacht ausreichend Grünfutter zum fressen bereitgelegt. In der Nacht regnete es heftig, wie überhaupt den ganzen Mai über, was die Situation nicht einfacher machte. Das Kalb blieb bis zum Morgen unruhig und wollte bis dahin keine Milchflasche annehmen. Dann aber kam sie auf den Geschmack, und von diesem Zeitpunkt an rannte sie allem nach, was wie eine Milchflasche aussah und beruhigte sich schnell.

Das Kalb im Flugzeug
Sana Sana wird in ihr Gehege gebracht, und die Wunden werden behandeltSana Sana bekommt Milch
Wieder auf den Beinen
Nach kurzer Zeit schon konnte dieser besondere kleine Elefant zusammen mit der Waisenhausherde in den Nairobi-Nationalpark hinausgehen. Sie wurde sofort von den anderen akzeptiert und getröstet. Natürlich trauerte sie noch um ihre verlorene Elefantenfamilie und blieb einige Woche lang eher allein. Das ist immer so bei den Babys, die erst mit dem Verlust ihrer geliebten Familie zurechtkommen müssen. Sana Sana hat aber gleich ein paar begeisterte Mini-Mamas gefunden, die ihre Familie ersetzen, denn die älteren Kühe des Waisenhauses überschütteten sie mit Zuneigung und Trost. Glücklicherweise hat sie wieder zurück ins Leben gefunden, und es geht ihr nun gut. Sie schläft in einem Gehege zwischen Oltaiyoni und Mbegu, die jede Nacht ihre Rüssel nach ihr ausstrecken und sie trösten. Sana Sana hat sehr viel Glück gehabt, dass sie gerade noch rechtzeitig gerettet werden konnte.

 

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Das Kalb heißt Sana SanaSana Sana am Gehegetor
Sana Sana bekommt MilchSana Sana geht zum ersten Mal in den Wald hinaus
Sana Sana begrüßt einen KeeperSana Sana wird von den anderen Waisen begrüßt
Sana Sana umgeben von den anderen Waisenelefanten
(übersetzt aus dem englischen Original)

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