Der 21. März war ein äußerst nervenaufreibender Tag für die Mitarbeiter des DSWT. Es fing damit an, dass wir Berichte über zwei verwaiste Elefanten erhielten, die aus entgegengesetzten Ecken des Landes gerettet werden mussten. Der Eine war in einen Brunnen im Namunyak-Schutzgebiet im Norden Kenias gefallen, und der Andere war vermutlich ein Opfer von Wilderei geworden und im Tsavo East Nationalpark, nahe des bekannten Sobo-Plateaus am Ostrand des Parks, gefunden worden. Dann erreichte uns auch noch die traurige Nachricht, dass einer unserer Keeper der Auswilderungsstation in Voi plötzlich und unerwartet zusammengebrochen und gestorben war, als er mit den Waisen draußen im Busch unterwegs war – eine schockierende Nachricht für alle beim DSWT.

 

 

Das männliche Kalb in Namunyak war vermutlich am 19. März in einen Brunnen gefallen und von Hirten gefunden worden, die am Morgen des 20. März ihr Vieh zum Saufen brachten. Sie berichteten den Mitarbeitern des Schutzgebiets von dem Kalb, die dann ihre Scouts losschickten, um das Baby gegen 10 Uhr morgens herauszuholen. Das Team blieb mit dem Kalb vor Ort, während Wildhüter den ganzen Tag lang versuchten, die Mutter ausfindig zu machen.

Jottos RettungJotto im Flugzeug
Nachdem es nicht gelungen war, das Kalb mit seiner Mutter und seiner Herde wiederzuvereinen, wurde der DSWT kontaktiert, sodass die Rettung eingeleitet wurde. Als das Rettungsflugzeug am Namunyak-Flugfeld landete, war das Kalb noch nicht da, sodass die Keeper auf seine Ankunft warteten. Als es schließlich angekommen war, wurde es gefüttert und dann ins Flugzeug geladen und die Beine festgebunden. Der kleine Bulle bekam sofort eine Infusion, um seinen Blutzuckerspiegel stabil zu halten, der in solchen Stress-Situationen häufig auf lebensbedrohliches Niveau sinkt.

Jotto im Stall in NairobiJotto bekommt Milch
März ist immer der heißeste Monat des Jahres in Kenia, vor allem in niedriger gelegenen Gebieten, und dieses Jahr zur Tag-und-Nacht-Gleiche war es besonders schlimm. Unabsehbares Wetter und die Auswirkungen der Klimaerwärmung sorgten dafür, dass die Temperaturen überall im Land höher waren als je zuvor. Der Bevölkerung in den Gegenden auf Meereshöhe wurde geraten, tagsüber das Haus nicht zu verlassen und regelmäßig kalt zu duschen, um einem Hitzeschlag vorzubeugen. Daher nannten wir den kleinen Elefanten aus dem Brunnen „Jotto“, auf Suaheli „Njoto“, ein Wort, das eine solche Hitzewelle beschreibt.

Jotto und EdwinJotto bekommt Milch im Waisenhaus
Jotto spieltJotto im Wald
Bei seiner Ankunft im Waisenhaus in Nairobi konnte er sich mit Wasser und einem Schlammbad abkühlen. Zusätzlich zur Spezial-Milch bekam er mineralhaltiges Wasser zur Rehydrierung, das er begierig soff, denn offensichtlich war er äußerst durstig. Große Sorge bereitete uns, dass sein Verdauungstrakt offenbar ordentlich durcheinander war, denn er hatte flüssigen Schlamm im Stuhl. Da er außerdem noch keine Zähne hatte, stand auch noch der gefürchtete Prozess des Zahnens bevor, der immer mit Fieber und starkem Durchfall einhergeht. Verwaiste Elefanten sind dabei immer besonders gefährdet, da ihr Verdauungssystem durch die Änderung der Milchzusammensetzung sowieso schon anfällig ist.

Ambo und JottoJotto ist glücklich im Wald in Nairobi
Wir haben lange gewartet, Jotto ins Waisenprogramm aufzunehmen, denn wir wussten, dass er einiges durchzustehen hatte. Er hat sich aber von Anfang an gut eingelebt, liebt seine Keeper und nach einigem Auf und Ab ging es ihm in der Babygruppe insgesamt gut. Da er ein ziemlich neugieriger und vorlauter kleiner Kerl ist und nach der Ankunft von Ambo, einem ähnlich lebhaften Mini-Bullen, einen guten Freund gefunden hat, wurden die beiden jetzt in die Haupt-Waisengruppe befördert. Dort sind sie vollauf zufrieden und lassen sich von einigen begeisterten Mini-Mamas umsorgen.

 

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Jotto_web

 

Jotto und KikoJotto mit seiner Decke im Wald
Tagwa, Jotto und AmboJotto und Kiko
(Übersetzt aus dem englischen Original)

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